Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden -aka- Mondo Kannibalen -aka- Diamonds of Kilimandjaro -aka- El Tesoro de la diosa blanca (1983)
Eine Expeditions, die sich tief ins Herz des schwarzen Kontinets hervor gewagt hat gerät in Gefangenschaft eines wilden Stammes. Diese wollen den Leiter der Expedition töten, da der einen Edelstein aus dem Gebiet des Stammes bei sich trägt. Das plötzliche Auftreten einer eines halbnackten, weißen Mädchens verhindert letztendlich, dass dem Mann der Kopf abgeschlagen wird.
Am anderen Ende der Welt, liegt eine kranke Frau im sterben. Ihre Tochter ist seit Jahren im afrikanischen Dschungel verschollen. Sie soll nun eine weitere Expedition finanzieren, um ihre Tochter zu retten. Der Hintergedanke des Expeditionsleiter, ist natürlich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und sich ebenfalls die Diamanten unter den Nagel zu reißen.
Auf der Expedition kommt es dann zu jeder Menge Konflikten. Die einen wollen das Mädchen lieber tot sehen um an das Erbe ihrer Mutter zu gelangen und die anderen streiten sich permanent darüber, wer nun der Boss sei. Da die Gruppe als erste Amtshandlung in Afrika einen Eingeborenen erschießt, sind ihnen natürlich bald die Wilden auf den Fersen.
Zuerst sollte die grundlegende Frage beantwortet werden, ob „Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden“ -aka- „Mondo Kannibalen“ -aka- „Diamonds of Kilimandjaro“ ein Kannibalenfilm ist, oder nicht. Von seinen diversen Titeln her, könnte man natürlich davon ausgehen. Doch das ist fast schon der einzige Grund für die Bezeichnung Kannibalenfilm. Denn in diesem Film werden weder Menschen gefressen noch wird eine Schildkröte geschlachtet (siehe „Cannibal Holocaust“ oder „Cannibal Ferox“). Es gibt zwar ein Eingeborene, aber wirklich kannibalisitsch scheinen die nicht zu sein. Also ist der Film eher ein Abenteuer Film mit ein nackten Frauen.
Außer denen bietet der Film auch relativ wenig. Katja Bienert hat ja nicht zu unrecht eine kleine Fangemeinde und auch die Auftritte von Lina Romay und der schwarzen Priesterin sorgen für etwas nudity.
Ansonsten „Nackt unter Wilden“ recht zahm. Ich weiß nicht wie sehr die von mir gesehen Fassung geschnitten ist, aber mehr Gewalt wäre Jess Franco untypisch. Die Story und Ausstattung des Films sind unterirdisch und Spannungsmomente sucht man ebenfalls vergeblich. Für unfreiwllige Komik sorgt vielleicht noch der „Große weiße Häuptling“ und die Tatsache, das er vor seine Hütte frisch gemähten Rasen hat.
Wer Sex und Kannibalismus sehen will, der soll sich besser „Nackt unter Kannibalen“ mit Laura Gemser oder „Mountain of the Cannibal God“ mit Ursula Andres ansehen. Aber Kannibalenfilm-Komplettisten müssen natürlich auch „Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden“gesehen haben.
Categories: Action und Abenteur, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Afrika, B-Movie, Jess Franco, katja bienert, Trash
The Mad Foxes -aka- Los Violadores (1981)
Der 18. Geburtstag! Das ist ein Grund zum Feiern und für eine Jungfrau ein gutes Datum um die Unschuld zu verlieren. So ist zumindest der Gedanke des Mädchens namens Babsi, dass mit Hal in dessen Stringray durch die Gegend fährt. Er hat ihr versprochen sie heute zur Frau zu machen. Doch auf dem Weg in die nächste Disco um sich Mut für die Defloration an zutrinken kommt es zu einem Streit mit einer Band von Motorradrockern. Beim anschließenden Rennen hat einer der Biker einen Unfall.
Davon lassen sich Hal und seine kleine Freundin aber nicht den Abend verderben. In der Bar, trinkt man gepflegt Champagner, sieht den anderen Gästen beim Tanzen zu, debattiert über den Schmerz, den man beim ersten mal verspürt und knutscht hemmungslos rum. Richtig schön betrunken wollen die beiden nach Hause fahren.
Daraus wird aber nichts, da die Rocker auftauchen. Über den Unfall ihres Freundes sind diese ganz und gar nicht begeistert. Ihnen steht der Sinn nach Rache. Sie verprügeln Hal, reißen seiner kleinen Freundin die Kleider vom Leib, vergewissern sich, dass sei tatsächlich noch Jungfrau ist und vergewaltigen sie dann.
Jetzt ist natürlich Hal auf Rache aus. Von seiner Wohnung aus (in der goldene Schallplatten an der Wand hängen) ruft er einen Kumpel in dessen Karateschule an. Mit Hilfe von dessen Jungs will er es den Bikern heimzahlen. Tatsächlich stürmt Hal am Abend mit einer Gruppe Karatekids das Amphitheater in dem die Biker eine Trauerfeier für ihren, beim Unfall verunglückten Freund abhalten. Die Kampfkunstschüler vermöbeln die Rocker nach Strich und Faden und lassen deren Anführer einer Spezialbehandlung zu Teil kommen. Auf Hals Wunsch kastrieren sie ihn und stopfen ihm, sein abgeschnittenes Gemächt in den Mund.
Nach soviel Gewalt gönnt sich Hal erst einmal eine Liebesnacht mit einer schönen Unbekannten. Die Karatetypen trainieren derweil in ihrem Club und bekommen Besuch von der Motorradgang. Diese hat aufgerüstet und bringt Handgranaten und Maschinengewehre mit. Die Sportler haben keine Chance, das Blutbad zu überleben und die Rocker machen sie im Anschluss auf die Suche nach Hal.
Nachdem die Rocker den Bewacher von Hals Tiefgarage erschossen haben, kann Hal dank der Hilfe eines kleinen Jungen fliehen und der Band nach einer wilden Verfolgungsjagd tatsächlich entkommen.
Derweil ist ein Nudistenpärchen am Strand mit sich selbst beschäftigt. Wobei die beiden eher eine lockere Bindung haben. Den nachdem Hal auftaucht, lässt (die inzwischen wieder bekleidete Silly) ihren Typ stehen und fährt mit Hal davon. Der will auf dem Anwesen seiner Eltern endlich Ruhe vor den Motorrad Rowdys finden. Und es scheint so, als würde ihm das gelingen. Er kann das gute Essen genießen Silly verführen, Sex in der Badewanne mit ihr haben, mit ihr Jagen gehen und ausreiten und dabei Sex im Freien haben und seine Problem natürlich vergessen.
Doch die Motorradfahrer spüren Hal und seine Stingray auf. Den Gärtner seiner Eltern töten sie, indem sie ihm seine Heckschere in den Mund stoßen und auch die Lebenserwartung der übrigen Menschen im Haus sinkt rapide mit dem Auftauchen der Gang. Sie erschießt die Köchin, den Vater sowie die im Rollstuhl sitzende Mutter und schlitzt das Küchenmädchen auf.
Hals Laune ist als Folge des Massakers natürlich getrübt. Er setzt sich in seine Stingray und macht sie auf die Suche nach den Rockern. In einer Bar wird er fündig. Die Kellnerin (mit dem tiefen Dekolletee) will ihm zwar nichts sagen, aber auf dem Klo der Kneipe entdeckt ein Mitgleid der Bande. Hal schießt ihm zuerst in die Hand und sprengt ihn dann mit einer Handgranate, die er ins Klo schmeißt in die Luft.
Den zweiten Motorradfreund trifft er auf einem Schrottplatz an. Doch dieser sucht sein Heil in der Flucht und wird erst , nach einer Verfolgungsjagd, von Hal aus dem fahrenden Wagen heraus, erschossen.
Rocker Nummer drei ist derweil bei einer blonden Nazi Domina (ob sie rein zufällig Ilsa heißt, wird glaube ich nicht erwähnt) beschäftigt. Auf dem Weg zu dieser kann er quasi en passant einen weiteren Rocker töten. Die Nazidomina muss im Anschluss genau wie ihr Kunde dran glauben.
Zu guter Letzt fährt Hal in seine Wohnung. Sein Rachfeldzug ist vorbei. Doch in seiner Wohnung wartet nicht nur Babsi, sondern auch der der Rocker Eunuch mit einer Bombe. Diese zündet er, alle sterben und der Film ist aus!!!
Ein gigantisches Meisterwerk! The Mad Foxes spielt in einer Liga mit Filmen wie „Buio Omega“ -aka- „Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf“ oder auch „Riffs III – Die Ratten von Manhatten“. Wie überlebensgroß der Film ist, lässt sich schon daraus herleiten, dass es nahezu unmöglich ist, ihn einem konkreten Genre zuzuordnen.
Auf Grund der Tanzszene zu beginn, ist es ein Tanzfilm wie Dirty Dancing oder Flashdance. Ein Rocker- oder Bikerfilm ist es auf jeden Fall. Wobei er auch ein Autofilm und Actionfilm ist, allein schon auf Grund der vielen Verfolgungsjagden. Viel mehr ist es noch ein Rape and Revange Film wie beispielsweise der Genreklassiker „Day of the Woman“ -aka- „I Spit on Your Grave“. Die Rache wird hier sogar zum Teufelskreis aus dem niemand entkommen kann und der am Ende alle ins Unglück treibt. In diesem Sinne ist „The Mad Foxes“ fast schon griechische Tragödie! Weiterhin kann man von einem Sexfilm sprechen. Zwar ist Babsis Vergewaltigung eher Sexploitation, aber da der ganze Film Exploitation in seiner reinster Form ist, stört das nicht weiter. Hals Geliebte die nur eine Sexszene mit ihm hat, genauso wie die späteren Sexszenen mit Silly lassen aber eindeutig auf Sexfilm schließen. Wobei man hier unterscheiden muss. Die Szene mit seiner unbekannten Geliebten verwendet einen leichten Weichzeichner und erinnert so eher an David Hamilton, während Sillys Szene am Strand Anklänge an den klassischen Nudistenfilm enthält. Ab und zu gleitet der Film sogar in den Bereich der Slapstickkomödie ab und wenn eine junge Frau aufgeschlitzt wird, ist das eindeutig Splatter, was man theoretisch dem Horrorgenre zuordnen kann.
Auch wenn man die schwierige Einordnung von „The Mad Foxes“ vernachlässigt bleibt der Film eine Perle des Exploitation. Der Chef der Rocker trägt SS-Mütze und am Ende ein Outfit was irgendwie stark an die NSDAP erinnert. Der Rest der Truppe trägt zu Beginn rote Armbinden mit einem weißen Kreis, in dem gegen Ende des Film Hackenkreuze auftauchen. Die Kammer der Nazi Domina ist ebenfalls mit Hakenkreuzen und Hitlerbild geschmückt.
Neben den Nazielementen sorgt natürlich die Action für Spaß. Die Verfolgungsjagden werden teilweise in doppelter Geschwindigkeit abgespielt, und auch die Kampfszene mit den Karate Kämpfern hat einen gewissen Trash Faktor. Genau so wie die extrem übertriebene Gewalt, die selbst für Exploitation bemerkenswert ist. Unter den Blutbad und Massakerszenen ist besonders die Erschießung der alten Frau im Rollstuhl erwähnenswert.
Die Schauspieler bemerkt man eigentlich gar nicht bei so viel Brillanz, die der Film ausstrahlt. Hauptdarsteller José Gras scheint nur über eine Mimik zu verfügen, aber hat immerhin keine all zu schreckliche Frisur (Anfang der 80er gab es da schlimmeres). Die Schauspielerinnen sehen nackt alle ganz nett aus und erfüllen demzufolge ihren Zweck. Ansonsten ist Eric Falk als Stileto zu bewundern, wobei man ihn eigentlich kaum wiedererkennt, da er einen Schnurrbart trägt und eine ungewöhnliche Frisur hat, die man aus seinen Rollen in Jess Franco Filmen nicht kennt.
Produzent des Spektakels war übrigens Erwin C. Dietrich höchst persönlich. Peter Baumgartner, der oft mit ihm zusammengearbeitet hat, machte diesmal nur unter Pseudonym mit. Was Regisseur Paul Grau betrifft – dieser hat eine recht interessante Vita. Auf dem Regiestuhl saß er nach „The Mad Foxes“ nur noch bei „Sechs Schwedinnen auf der Alm“. Jedoch war er Location Manager bei Frauengefängnis von 1975 und Schauspieler in Gefangene Frauen von 1980 sowie dem Film Lost in the Barrens.
Quentin Tarantino versucht vielleicht solche Filme wie „The Mad Foxes“ zu kopieren, aber wer dieses Original gesehen hat, wird verstehen, was authentisches Kino bedeutet und was wirklich große Kunst ist.
Categories: Action und Abenteur, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Komödie, Thriller Tags: B-Movie, Eric Falk, Erwin C. Dietrich, Meisterwerk, Rache, Trash
Natalie III – Babystrich online (1998)
Natalie is back in Action. Deutschlands Vorzeige Prostituierte hat anscheinend endlich den Absprung geschafft (nein sie hat sich nicht von der Klippe gestürzt) und macht einen auf Kindererzieherin in einem von Nonne geführten Frankfurter Kindergarten. Schlecht für die Ex-Baby-Hure ist nur, dass (angeblich) Frankfurts gesamte Oberschicht zu ihren Kundenkreis zählte. So verliert sie ihren Job gleich wieder und muss anfangen in einem Fast Food Resthaurand zu jobben, wo jedoch nicht so ganz mit den Geflogenheiten in der Juppie Metropole zu Recht kommt. Während dessen ist Natalies Ex Zuhälter Nico wieder am Start und diesmal nicht nur auf der Suche nach jungen Mädchen die auf den Strich schicken kann. Er ist quasi in die Vermittelungsbranche eingestiegen und besorgt dem, ihn an Schmierigkeit und Coolness Überlegenen Lizard Mädchen. Sein erstes Opfer wird die junge Ausreißerin Miriam, die in ein verlassenen Industriekomplex entführt wird und dort unter Drogen gesetzt und nicht so ganz freiwillig zur Schauspielerin in einem Klassenzimmer Kinderporno mit dem strengen Herrn Doktor wird. Da Lizard seine Starbetreuung ernst nimmt wird Natalie auf ihn aufmerksam weil er mit Miriam bei ihr in der Fast Food Bude auftaucht und sie als ihn für ihren Zuhälter hält. Auf Grund ihres Eifers in Sachen „Mädchen vor Zuhälter retten“ verliert sei ihren Job gleich wieder landet aber mir nichts dir nichts in der Anwaltskanzlei in der auch ihre neue Nachbarin arbeitet. Sie bandelt sogar mit ihrem Nachbar, irgendeinem Computer Nerd an der hauptberuflich Viren jagt. Das neue Glück der unserer Hure im Ruhestand wird aber dadurch getrübt, dass Lizard und Nico sie als Bedrohung ansehen und ihr deshalb auf die Pelle rücken. Schließlich landet sogar Miriam bei Natalie was die beiden Sexunternehmer sogar zu Entführung und Einbruch verleitet, da sie Gefahr laufen aufzufliegen. Aber glücklicherweise waren die Kinderporno Produzenten bei ihren Filmen und ihrer Internetpräsens eine Spur unvorsichtig und haben doch glatt einen Hinweis auf die Location ihres Filmstudios auf der Webseite und gleich auch noch den Namen ihrer Produktionsfirma im Quelltext. Diese gehört übrigens einem Mandanten den Natalies Chef verteidigt und der Natalies Kunde zu ihrer aktiven Zeit auf dem Strich war. Auf jeden Fall kann jetzt ein Sondereinsatzkommando der Polizei den Kinderporno Sumpf trocken legen und alles wird gut.
Yeah Baby Yeah. Back to the Roats. Versuchte der zweite Teil der Natalie Babystreich Saga noch ein Familiendrama im Still von “Die Kinder vom Süderhof! (halt nur mit Black Jack und Nutten) zu sein, so kehrt der dritte Teil zum Familien Exploitation zurück und toppt sogar den ersten Teil. Ich würde sogar so weit gehen und diesen Teil als den besten Film der Reihe auszeichnen. Was unter anderem daran liegt, dass die Story sich nicht auf die unerträglichen Familienstreiterin im Hause Schneider verlässt, sondern Natalie wirklich mal so etwas wie eine Geschichte erleben lässt. Freuen kann man sie wie gesagt über Nico und Lizard. Letztgenannter wird herrlich zum Dämon im schwarzen Mantel stilisiert und hat definitiv die beste Rolle. Wer Anne-Sophie Briest nackt sehen will, wird übrigens enttäuscht. Ihre kleinen Brüste bleiben uns diesmal erspart und auch sonst gibt es weder Sex noch Nackheit. Wobei man darauf natürlich auch gerne verzichtet, da es ja hier angeblich um Kinderpornografie und Entführte Kinder gehen soll, die vor laufender Kamera misshandelt werden. Dass Thema an sich und seine Darstellung sind auch dass einzige was man (neben der grottigen Qualität des Film im Allgemeinen) wirklich kritisieren muss. Denn hier wird alles mal wieder extrem verharmlost und einfach als Aufmacher für eine möchtegern „Pädagogischer Zeigefinger“ Story verwendet. Aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit einem Horrorthema wie Kinderpornografie wollte Sat.1 seinen Zuschauer eh nicht antun. Also ignoriert man die Einwände und hat seinen Spaß (wobei man dazu eigentlich Masochist oder Trash Fan sein muss oder einfach einen vergewaltigten Filmgeschmack haben muss) an diesem Machwerk. Ich persönlich bin auch irgendwie glücklich, dass ich jetzt 3 von 5 Natalie Babystrich Filmen gesehen hab und nur noch 2 vor mir liegen. Ich bin wirklich gespannt was da noch auf mich zukommt, da die Niveau Skala bekanntermaßen nach unten hin offen ist.
Julia Palmer-Stoll kam übrigens leider im Jahre 2005 bei einem Autounfall ums Leben als sie versuchte einen Igel von der Straße zu retten.
Categories: Drama, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Sat.1, Trash
Natalie II – Die Hölle nach dem Babystrich (1997)
Neues von Deutschlands beliebtester Babynutte! Nachdem uns Natalie (Anne-Sophie Briest) also den Ausstieg aus der Prostitution geschafft hat und nicht mehr auf den Babystrich geht, hat die ehemalige Hure neue und alte Probleme. Ihre Eltern wollen zwar versuchen sie vernünftig zu behandeln, aber da die kleine Schwester mit Natalies Rückkehr wieder anfängt allergisch zu reagieren steht diese bald wieder im Mittelpunkt und braucht alle Aufmerksamkeit. In ihrer neuen Schule wissen bald auch alle, das Natalie früher Nutte war und ein kleiner Schläger macht sie mit ihrer Gang fertig. Derweil hängt der Haussegen zu Hause völlig schief, weil Papa wie gesagt Natalie immer noch für unerziehbar hält.
Ich unterlasse es an dieser Stelle mal weiter zu versuchen in „Natalie II – Die Hölle nach dem Babystrich“ eine sinnvolle Story zu entdecken. Hier ist alles ein großer Brei an schwachsinnigen Ideen die man irgendwie in einem Film zusammen gemischt hat. Die verschiedenen Probleme scheinen miteinander rein gar nichts zu tun zu haben und alles ist vollkommen stumpf. Da der spaßige Babystrich fehlt, sinkt der Unterhaltungswert im Vergleich zum ersten Teil enorm. Das einzige was wirklich lustig ist, ist die Szene in der Disko in der Natalies Klassenkamerad ein bisschen die Hand in den Slip steckt und ein wenig an ihren nicht vorhandenen Titten rumspielt. Das ist zwar für sich gesehen jetzt nicht so der Bringer, aber der deutsche Old School Hip Hop im Hintergrund veredelt die Szene enorm. Wobei das schauspielerische Unvermögen aller Beteiligten eh oftmals für unfreiwillige Komik sorgt. Aber eigentlich guckt man sich den Film ja eh nur an um Anne-Sophie Briest nackt zu sehen. Und unter diesem Aspekt ist der Film bestimmt besser als der erste Teil. In einer grandiosen Liebeszene mit ihrem schwulen Dauerfreund Max, bekommt man einige geboten. Die beiden wollen Sex im Heu haben, man sieht Max seinen Pillemann und Max darf sogar an Natalie kleinen Brüsten rumspielen bevor ihr einfällt, dass sie doch nicht will, was den armen Max zu einer dramatischen Höchstleistung antreibt. Man kann wirklich mit Fug und Recht sagen, dass Natalie II ein grottenschlechtes Familiendrama ist, das man wirklich nicht sehen sollte. Ich entschuldige mich mal dafür, dass diese Kritik eine Spur zu ernst geraten ist, aber bei soviel Mist ist mir irgendwie der Spaß vergangen. Beim nächsten Teil werde ich mich ein wenig mehr anstrengen für Action zu sorgen.
Categories: Drama, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Sat.1, Trash
Class of Nuke ‘Em High Part II: Subhumanoid Meltdown -aka- Wahnsinns-Trip (1991)
Nach einer kurzen Erklärung, was im ersten Teil passiert ist und zur und was zur Zerstörung der Tromaville Highschool führte, erfahren wir, dass der Nukamama Konzern das Atomkraftwerk mitsamt einem neuen Collage wieder aufgebaut hat. In diesem Collage sind die Spinde so klein, dass die Mädchen nur noch Bikinis tragen können und die „normalen“ Studenten werden von der Gang der „Squirrels“ terrorisiert. In diesem ganz normalen Hochschulalltag, bei dem auch schon mal Studenten von Schwerbewaffneten Sicherheitskräften aus dem Verkehr gezogen werden oder sich der Dekontaminierung unterziehen müssen fristet Schülerzeitungsredakteur Roger Smith sein Dasein. Der Blonde Muskelprotz ist der einzige Typ am Collage, der keine Mädels rumkriegt, weil er so stinkt. Aber auch das Tromaville Collage hat ein dunkles Geheimnis. Turmfrisur Trägerin Prof. Holt züchtet im Keller des von Studenten betrieben Atomkraftwerks Subhumanoide um eine perfekte Rasse von Arbeitssklaven zu erschaffen. Dazu kreuzt sie verschiedene (Jeans)Stoffe, Menschen mit fliegenden Insekten, einen Friseur mit einem Salamander und eine untersetzte Studentin mit einem dressierten Delphin mit Verdauungsstörungen. Wenn sie es jedoch Gorillas mit Frauen trieben lies, erzielte sei die besten Resultate. So entstanden auch die schmerzlosen Subhumanoiden mit einem Mund anstelle eines Bauchnabels. Im Rammen eines Experiments hat Roger Sex mit dem Subhumanoid Victoria in die er sich unsterblich verliebt. Aber die Zellen der Subhumanoisden sind instabil und sind von der Zellschmelze bedroht. Während die „Squirrels“ sich einem Spaß daraus machen eine Subhumanoidne zu foltern kommt es zu Katastrophe. Ein Eichhörnchen mutiert auf Grund von Radiaktivem Abfall zu einem entsetzlichen Monster und beginnt eine Orgie der Zerstörung.
Bei paar Kästen, ein paar am besten schon vorher besoffene Kumpels und ein bisschen Verständnis von diesen für diesen Trash und man kann echt viel Spaß mit diesem Film haben. Alleine sollte man ihn sich nur als harter Troma Fan antun. Okay, dass ist zwar bei fast allen Troma Filmen so, aber es sollte mal gesagt werden. Das die Frauen jetzt alle nur noch Bikinis tragen ist auf jeden Fall eine Verbesserung zum ersten Teil Schade ist, dass Kiffen nicht ehr thematisiert wird. Dafür ist insgesamt alles abgedrehter. Die Tricks sind natürlich unter aller Sau, aber das macht ja nichts. Was hier zählt ist allein der Fan am Trash und allein das mutierte Eichhörnchen ist es schon Wert den Film zu sehen.
Categories: Action und Abenteur, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie Tags: Trash
Glen or Glenda (1953)
Ein Mann der gerne Frauenkleider trägt; nicht weil er homosexuell ist, sondern weil sie einfach bequemer und angenehmer sind als Männerkleidung, ist Thema dieses Films. Da das schon nach Trash klingt, brauche ich eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen das dies hier ein Ed Wood Film ist. Wer den gleichnamigen biografischen Film Ed Wood über den „schlechtesten Regisseur aller Zeiten“ (Wobei ich diesen Titel für vorschnell vergeben halte) von Tim Burton gesehen hat, hat den Vorteil, dass er den Film vielleicht von vornherein ein bisschen besser versteht. Jedoch ist Glen or Glenda noch extremer als man es in Ed Wood geschildert bekommt. Da wäre zum einen Bela Lugossi, der eine klasse Leistung hinlegt und an dessen Gesichtsmimik man die Klasse des ehemaligen Dracula Darstellers erahnen kann. Welcher genaue Zweck seine Figur des Wissenschaftlers genau erfüllt weiß jedoch wohl nur Ed Wood. Zur eigentlich Handlung um den Transvestiten Glen gehören Lugossis Szenen, in denen in einer Art Sammlung Horrorrequisiten sitzt, nicht wirklich und seine Monologe sind bei aller pseudo-philosophischen Bedeutung doch recht wirr und unverständlich “beware of the big green dragon that sits on your doorstep!”. Zum anderen sind da die Szenen zu Beginn des Films die Glens Situation näher erklären. Hier wiederholt sich vieles und auch Ed Woods Versuche für Toleranz und Verständnis zu werben wirken zu lächerlich, als das man sie ernst nehmen könnte. Interessant wird der Film erst wieder gegen Ende. Da Glen or Glenda eigentlich ein Film über eine Geschlechtsumwandlung werden sollte, weil Produzent George Weiss Geld mit dem Hype um Christine Jorgensen die/der als sein/ihr Geschlecht vom Mann zur Frau verändern lies. Wirklich zum Rest des Films passen, tut diese Episode nicht. Aber das stört wenig, da Es Wood es zum Ende noch mal richtig krachen lässt und man ein paar Frauen sieht die sich auf dem Sofa auspeitschen und zur Krönung eine surreale Traumsequenz, die wohl Glen Verfolgung durch die Gesellschaft und letztlich die Akzeptanz seines Transvestitentums ausdrücken soll. Ob die Tatsache, dass der Teufel in dieser Szene vom gleichen Schauspieler gespielt wird, der auch Glens Vater spielt eine gewollte Andeutung, oder ob einfach das Geld für mehrer Darsteller fehlte, ist meines Wissens nicht überliefert. Zum Schluss gibt es dann noch mal ein Appell, dass man Glen nicht verurteilen dürfte, da man selber Teil der Gesellschaft sei und Tolerant seien müsse.
Man sollte diesen Film gesehen haben! Auch wenn Ed Wood daran scheitert ernsthaft für die Tolerierung seines Angora Fetisch und seinem Transvestiten Daseins durch die Gesellschaft wirbt, ist seine Motivation doch irgendwie löblich. Es gibt genug Filme die weitaus schlimmere Botschaften vermitteln und bei einer Länge von wenig mehr als einer Stunde, verschwendet man auf keinen fall seine Zeit.
Natürlich gibt es auch in Glen or Glenda den Ed Wood typischen Dilettantismus. So sieht man z.B. in der ersten Szene eine Kameraschatten und die Zeitung die in einer Szene ist erkennbar an einigen Stellen überklebt, damit die Schlagzeile auch stimmt.
Categories: Drama, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Ed Wood, Trash
Natalie – Endstation Babystrich (1994)
Natalie (Anne-Sophie Briest) hat’s schon echt schwer. Ihre Eltern Nina Hoger, Udo Schenk) vernachlässigen die 14 Jährige und kümmern sich nur um die Asthmakranke kleine Schwester Vanessa (Annekathrin Lange) und Geld für Klamotten, Schmuck und alles was Teenager so brauchen hat sie auch nicht. Bei ihrem ersten Ladendiebstahl kommt sie nur deswegen ohne Probleme davon, weil Herr Teuchert der Ladendetektiv, der Vater ihrer Schulfreundin Susanne ist mal beide Augen zudrückt. Auf Anraten von Marion einer anderen Schulkollegin landet sie schließlich beim schmierigen kleinen Wichsbildchen Photograf Blende (Oliver Korittke). Als das kleine Flittchen dann aber halbnackt vor der Kamera steht kriegt sie kalte Füße und zerstört auf ihrer Flucht aus dem Studio eine teure Kamera. Mir nichts dir nichts versucht Natalie die kleine Schlampe dann im Kaufhaus eine Kamera zu stehlen. Herr Teuchert schnappt sie wiederum und man erfährt, dass dieser eigentlich auch ein perverses Schwein ist und es am liebsten mit der Minderjährigen treiben würde und zu Hause ganz gerne selbst Tittenheft liest. Natalie soll letzten Endes das Geld bei Blende „abarbeiten“ und lernt dabei dem netten Nico kennen. Dieser imponiert der kleinen Hure ganz schön mit seinem Geld. Nach einem weiteren Streit zu Hause flieht Natalie zu ihm und lässt sich erstmal von ihm entjungfern. Aber es stellt sich raus, dass der nette Nico nicht so ganz nett ist wie er tut. Denn er hat (angeblich) jede Menge Schulden und schickt Natalie auf den Babystrich um diese für ihn abzuarbeiten.
„Endstation Babystrich“! Reißerischer geht es wohl nicht. Sat.1 bietet mit Natalie 1, einen familienfreundlichen Exploitation Film, der an Langeweile, Vorhersehbarkeit, Klischee und dämlicher Dramaturgie nicht zu überbieten ist. Es spielen höchstens 5 Minuten des Films auf dem im Titel versprochenen Babystrich und wer denkt der Film böte minderjährige Nutten oder wenigstens sinnlose Nacktszenen um den Zuschauer bei der Stange zu halten irrt. Anne-Sophie Briest, die beim Dreh 20 Jahre alt war ist erstens total unerotisch, zweitens so gut wie nie irgendwie freizügig zu sehen und drittens sowieso so hochgradig untalentiert, dass man sie wenn man darüber nachdenkt gar nicht nackt sehen will. Wer nackte Schülerinnen sehen will sollte lieber bei Schulmädchenreport bleiben. Gäbe es in dem Film wenigstens einen Hauch von Spannung oder wäre er nur minimal glaubwürdig, könnte man vielleicht ein gutes Wort über ihn verlieren. Aber da hier sogar der Sachverhalt der Kinderprostitution total verharmlost und fürs TV Publikum weichgespült wird, bleibt der Film ein einziges großes Ärgernis. Höchstens die unfreiwillige Komik, das nicht Vorhandene Talent von Anne-Sophie Briest und die schrecklichen 90er Jahre Klamotten sorgen für ein Minimum an Unterhaltung.
Schlimm genug, dass der Film noch einige Fortsetzungen nach sich zog.
Categories: Drama, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Sat.1, Trash
Caligula und Messalina (1982)
Kaiser Caligula hat es schon schwer. Die ganze Welt hat sich gegen ihn verschworen. Da macht noch nicht einmal der Inzest mit der Schwester noch richtig Spaß. Auch Gladiatorenkämpfe, bei denen Frauen gegen Gladiatoren kämpfen sind nicht mehr das was sie mal waren. Sonst geht in seinem Palast alles den gewohnten Gang. Damit eine Eselstute genug Milch fürs Baden gibt, wird erstmal ein Eselhengst herbei gebracht um sie zu decken (Was dem Zuschauer natürlich nicht vorbehalten wird). Dass Caligula Eine Hengst zum Senator ernannte ist ja nichts neues, aber dass er dies tat weil dieser die Stuten so gut decken konnte (bekommt man auch zu sehen. So ein Pferdepenis ist aber auch ne spannende Sache) ist mit zumindest neu. Dummerweise erhebt sich irgendwann dass Volk gegen den Kaiser. Unter dem neuen bekommt man dann keinen Tiersex mehr zu sehen. Aber dafür treibt es im Palast weiter jeder mit jedem und es gibt ein Sandwich.
Caligula Filme sind schon eine feine Sache. Hier können sich Regisseure mal so richtig austoben und alles an Perversion, Sex und Gewalt einbauen was ihnen einfällt. Tinto Brass schuf ein Kunstwerk, Joe d’Amato einen brutalen Sexfilm mit hardcore Porno Elementen und Bruno Corbucci mit Caligula III eine langweilige Schnarchparade. Bruno Mattei, der unter anderem für Glanzstücke wie The Riffs III (ich weiß der heißt nur in Deutschland so) oder Cannibal Virus verantwortlich ist, reiht sich da doch gerne ein und dreht seinen eigenen Caligula. Dabei lässt er die Gewalt lieber weg und setzt auf Sex (ohne dabei zu veröden wie Caligula III). Und da man kein Geld hatte, klaut man extrem in anderen Antikfilmen und hat auf einmal Gladiatorenkämpfe oder Szenen mit mehr als 20 Leuten im Bild. Positiv ist zu erwähnen, dass die Schauspielerinnen alle ganz hübsch sind und sie nicht überflüssig viel Kleidung tragen, wenn überhaupt. Aber um noch mal auf den Tiersex zurück zu kommen. Wenn Italiener auf Eselsex stehen sag ich da ja nichts gegen, immerhin scheinen sie diese Szene selbst gedreht zu haben. Den Pferdesex hingegen hab ich bei Julchen und Jettchen, die verliebten Apothekerstöchter schon mal gesehen. Was bei dem Film auf die Dauer nur stört, sind die Pornodialoge, die bei den Sexszenen wirklich nur lächerlich wirken.
Categories: Action und Abenteur, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Caligula, Trash
Saw II (2005)
Ein Mann erwacht in einem Raum. Er weiß weder wo er ist, noch wie er dort hingelangt ist oder was er dort soll. Am wenigsten versteht er jedoch warum eine Konstruktion trägt, die um seine Kopf geschnallt ist und wie eine Bärenfalle aussieht, an deren Ende eine mit Nägeln besetzte Maske montiert ist. Diese Wissenslücke wird durch eine Videobotschaft des Jigsaw Mörders aber schnell geschlossen. Dieser möchte (mal wieder) ein Spiel spielen. Er hat den Schlüssel, der benötigt wird um die Falle vom Kopf des Mannes zu entfernen, genau in diesem implantiert. Als er der Mann den Mechanismus auslöst, der den Zeitzünder der Falle ans laufen bringt hat er nur eine Wahl, er muss sich mit einem Skalpell das Auge ausschneiden um so an den Schlüssel zu gelangen und sein Leben zu retten.
Eigentlich soll dieses, das letzte Spiel des Jigsaw Killers sein. So denkt es sich zumindest die Polizei als sie mit einem S.W.A.T. Team dessen Versteck und Werkstatt stürmt und ihn nach einigen Verlusten durch fiese Fallen festnehmen kann. Der krebskranke Jingsaw möchte aber lieber ein Spiel mit der Polizei, insbesondere mit Eric Mathews spielen. Er hat dessen Sohn entführt und zusammen mit einer Gruppe junger Leute in ein Haus voller Fallen gebracht, in welchem der unausweichliche Tod auf alle wartet, sollten sie nicht ihre Spiele gewinnen und ein Gegengift finden. Dass, wer sich nicht an die Regeln hält stirbt wird schnell klar, als der Erste durch das Guckloch einer Tür erschossen wird. Spannungen in der Gruppe sind unvermeidlich, als sich herausstellt, dass eine der Personen, Amanda ist welche (in Saw I’) das Spiel des Jingsaw Mörders gewann. Die Situation spitzt sich zu als, langsam herauskommt, wer Mathews Sohn ist (nämlich der Sohn seines Vaters) und das Matthew die im Haus eingesperrten einst durch gefälschte Beweise ins Gefängnis brachte.
Vor gut 2 Jahren schlug die Low-Budget Produktion Saw ein wie eine Bombe. Kreativere, perversere und meinetwegen auch so kranke Methoden jemanden aus dem Leben zu befördern hatte man noch nie gesehen. Im Gegensatz zu diesem meisterhaften Morden, waren die Morde in Sieben alle mal ein Gesellstück. Auch wenn die Fallen, bei all ihrer Raffinesse einen Großteil des Charmes bei Saw ausmachten, lebte der Film auch zu großen Teilen, durch die klaustrophobische Ausgangssituation, in der zwei Männer angekettet in einem Raum gegenüber saßen und das Spiel des Jingsaw Mörders spielen mussten. Die Nebenhandlung um die Polizei, die versucht den Fall zu klären, war da teilweise eher ärgerlich und hatte nur den Sinn durch Rückblenden anderen Jingsaw „Installationen“ zu zeigen und für überraschende Wendungen zu sorgen, die den Film bis zum Ende spannend blieben ließen.
Umso ärgerlicher ist, wenn man den ersten Teil genauer betrachtet, was bei Teil 2 alles vermurkst wurde. Die Anfangsszene mit der zuklappenden Gesichts Eisernen Jungfrau wirkt im Vergleich zum Rest des Films eher wie eine „Lost Scene“ des ersten Teils. Denn der Rest des Films dümpelt einfach nur so vor sich hin. Tobin Bell ist als Jingsaw der einzige der schauspielerisch überzeugt und richtig schön fies und ekelig rüber kommt (Naja, die kleine mit dem großen Dekollete erfüllt auch ihren Zweck). Alle andere wirken einfach wie zweite Klasse. Das Zwiegespräch zwischen Cop und Killer vermag eben so wenig Spannung aufzubauen, wie die Situation der eingeschlossenen im Haus. Dies liegt zum einen daran, dass man sich hier der typischen „Night of the living Dead“ Maschinerie bedient und eine Gruppe von Leuten in eine Extremsituation bringt (es gibt sogar einen besonnen Schwarzen!) und das ganze dann damit kreuzt, dass sie nicht von außen bedroht werden, sondern das Haus unbedingt verlassen wollen. Diese Konstellation hat mich persönlich irgendwie stark an Cube oder noch mehr an Cuve II: Hypercube erinnert. Die Figuren krauchen die ganze Zeit durch das Haus und finden eine offensichtliche Falle nach der anderen und stellen sich dabei, die Fallen auszutricksen um an das Gegengift zu kommen so schrecklich dämlich an, dass man glauben mag hier würde die Evolution einfach ein paar zu stumpfe Gene aus dem Genpool der Menschheit entfernen. Das wäre vielleicht noch ganz lustig oder wenigstens schauderlich, wenn die Fallen wenigstens irgendwie kreativ und böse wären. Aber die Macher hatten wohl alle ihre Ideen schon im ersten Teil verbraten, so dass man hier nur noch Resteverwertung betreiben oder Durchschnittskost anbieten konnte. Zur Ehrenrettung des Films muss man sagen, dass die Wendung am Ende wirklich überraschend kommt. Wobei es in Saw I gut zehn solcher Wendungen gab (Ich Spoiler an dieser Stelle jetzt bewusst nicht).
Saw II ist ein typisches Sequel zu einem Erfolgsfilm, bei dem die Macher keine neuen Ideen mehr hatten. Als B-Movie für den direct to Video Markt wäre der Film sicherlich positiver zu bewerten, wenn es da nicht den genialen ersten Teil gebe. Aber so hat man Ende 93 Minuten halbwegs gut rumgekriegt, es aber dennoch nicht ganz befriedigt worden, da man eigentlich etwas anderes besseres erwartet hatte. Zu befürchten ist auch, dass Saw III nicht besser werden wird. Leider.
Wenn man aber keine Ansprüche an den Film stellt und ohne hohe Erwartungen in den Film geht, kann man zwar durchaus gut finden und auch unterhalten werden, aber mir ist das zu wenig, obwohl ich normalerweise auch dagegen bin den zweiten Teil einer Reihe zu sehr mit dem ersten zu vergleichen. Was man Saw 2 im Gegensatz zum ersten Teil durchaus zugute halten muss, ist dass er weitaus mehr massentauglich ist und weniger kontrovers ist. Das macht ihn für den ungeübten Kinozuschauer und alle die auf seichte Unterhaltung stehen bestimmt zu einem Erlebnis
Übrigens: Wenn Jingsaw mit Mathews zum Haus fährt, gibt es kleine Hommage an „The last house on the left“. Was allerdings leider nur Filmfreunden etwas sagen dürfte.
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Caligula III – Imperator des Schreckens -aka- Orgies of Caligula -aka- Roma. L'antica chiave dei sensi
Ein paar nackte bis halbnackte Römer stehen im Wald und klatschen. Eine nackte Römerin rennt weg und vergnügt sich dann aber doch mit einem bescheuert aussehenden Wuschelkopf. Da taucht auf einmal Caligula auf und beißt einem Typ in die Lippe. Es folgt eine lustige Verbrennung Verrätern (offensichtlich aus einem anderen Film geklaut) ein dämlicher Monolog Caligulas über die Schwere seines Seins und noch eine weitere Massenszene. Egal .Weiter geht’s mit Lysia (Sandra Venturini) die sich selbst in die Sklaveriei verkauft im Freudenhaus des Ptolomeus (Maurice Poli) anschaffen zu können. Das guckt sich der von der Auspeitschung einer Sklavin gelangweilte Kaiser doch glatt mal an. Im Bordell gibt’s einer schwarzen Tänzerin die aber zu plebejisch für den Geschmack des Kaisers ist. Auch für den Kampf zwischen zwei Jungfrauen am nächsten Tag lässt sich Caligula nicht erweichen. Da geht er doch lieber wieder in den Wald. Da wird wenigstens geklatscht und nackte Weiber tanzen um Bäume. Am Ende landet der Kaiser aber doch beim antiken Schlammcatchen der Jungfrauen und ist wenig erfreut über das Spektakel. Trotzdem lässt er sich die Siegerin in seinen Palast liefern, wo sie erstmal einen bescheuerten Monolog hält und dann den Kaiser für einen seiner Diener hält. Später gibt’s dann noch lustige Traumsequenzen, Schwertkämpfe mit lustigen Kapuzenmännern, jede menge immer bescheuerter werdende Monologe, Massenszenen aus anderen Filmen und eine Verschwörung gegen Caligula.
Ich bin wirklich optimistisch an diesen Caligula Film heran gegangen. Das muss man mir glauben. Die Tatsache, dass er sogar bei pabo von Beate Uhse angeboten wird hat mich wirklich neugierig gemacht. Leider erfüllt der Film meine Erwartungen nicht mal im Geringsten. Sex, nacktes Fleisch, hübsche und schön in Szene gesetzt Frauenkörper oder wenigstens ein bisschen gescheite Erotik sucht man vergebens auch wenn es ein bisschen Nacktheit gibt. Die Schauspielerinnen sind nicht wirklich attraktiv und insbesondere die Frisuren erinnern extrem an die 80er in denen der Film produziert wurde. Gewalt oder Folter sucht man ebenfalls vergebens. Die etwas opulenteren Szenen entstammen wie gesagt anderen Antikepen. Außerdem ist Robert Gligorov der schlechteste Caligula aller Zeiten. Wirklich ein langweiliger schlechter Film von dem man jedem abraten muss.
Zitat: „Ich hasse Gewalt wenn sie nicht von mir ausgeht“
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