U20 Deutschland deine Tennis, Tinis, Tenees
Kann man von der Zielgruppe einer Fernsehsendung auf ihre Intelligenz schließen? Google Suggest beweist, dass dies stimmt. Denn dort bekommt wenn man „U20 Deutschland deine“ eintippt folgende schöne Vorschläge:
U20 Deutschland deine Tennis
U20 Deutschland deine Tinis
U20 Deutschland deine Tenees
Pro7 scheint mit U20 Deutschland deine Teenies ja anscheinend wirklich den ganz großen Wurf geschafft. Ich persönlich, bin ja der letzte der irgendwem ankreiden würde, die Deutsche Rechtschreibung nicht zu beherrschen.Aber im Zusammenhang mit diesem grandiosen Stück Unterschichtenfernsehen, muss man doch mal die Frage stellen, ob die Zuschauer ihren letzten Rest Verstand verloren haben BEVOR oder NACHDEM sie U20 Deutschland deine Tinis Teenies gesehen haben.
Und übrigens: Wer sich schon mal gefragt hat, ob U20 Deutschland deine Teenies gefälscht sei, sollte sich mal die Webseite der Produktionsfirma Filmpool ansehen. Denn dort läuft U20 Deutschland deine Teenies zwar als Non-Fiction, ist an dieser Stelle aber in bester Gesellschaft. Denn auch
Zwei bei Kallwass, Niedrig&Kuhnt – Kommissare ermitteln oder Richterin Barbara Salesch sind Non-Fiction. Ne ist klar.
Frauenlager der Ninja -aka- Shadow Killers Tiger Force (1986)
update:
Weil Frauenlager der Ninja so heiß begehrt ist und das Review auch nach einem Jahr noch gern gelesen wird, stelle ich es mal wieder weiter nach oben ins Blog sein.
Originalpost: 14.03.2008, 21:41
Was ist das Problem, mit dem die meisten Film heutzutage zu kämpfen haben? Richtig, es fehlt ihnen an Ninjas. So dachte auf zumindest der Hong Kong Regisseur Godfrey Ho. Deswegen nahm er einfach irgendwelche Filme, drehte Szenen mit Ninjas nach und brachte das Resultat als Ninja Film neu heraus. Eines seiner zweifelhaften Schnittprodukte ist Frauenlager der Ninja.
Es geht um eine Gruppe Ninjas, die Frauen entführt und in eine Frauengefängnis bringt. Dort müssen sie sich von (mehr oder weniger) brutalen Wärtern (mehr oder weniger) demütigen lassen. Die Chancen auf Flucht sind gering. Da sich aber unter den entführten Frauen die Tochter eines Millionärs befindet, schickt dieser eine Ninja Frau (die eine hellblauen Ninja Kluft trägt) in das Lager um seine Tochter zu retten.
So wie ich das beurteilen kann, ist der Ausgangsfilm von „Frauenlager der Ninja“ irgendein asiatischer „Women in Prioson“ Film, wie z.B. Im Camp der gelben Tigerinnen, der mit Ninja überhaupt nichts zu tun hat. Um so faszinierender ist es, wie Regisseur Godfrey Ho mit gigantischer Dreistigkeit seine Ninjaszenen im Film untergebracht hat.
Die Anfangssequenz genauso wie das Finale des Films sind Eigenproduktionen von Ho. Der Trashfaktor dieser Szenen ist gigantisch. Ninja entführen Frauen aus Naherhlungsgebieten, benutzen Minitorpedos um kleine Ruderboote abzuschießen und die weibliche Ninja in babyblau darf zeigen, was sie kann. Noch besser ist der finale Kampf zwischen ihr und dem Anführer der Frauenhändler Ninja, bei dem auch noch ein paar schwer bewaffnete Typen auftauchen, die dem Oberninja schließlich mit dem Racketenwerfer saures geben.
Ansonsten sind die neuen Szenen einfach zwischen die Handlugn des Frauengefängnisfilms geschnitten. Das wirkt besonders dann recht lächerlich, wenn westliche Schauspieler Dialoge mit Asiaten führen, ohne dabei zusammen im Bild zu sein. Der Eindruck, es handele sich um ein Gespräch wird nur mittels Schnitt und Gegenschnitt simuliert. Auch tauchen Ninjas und Wachleute des Gefängnis nie zusammen auf. Genauso wenig passt, dass die Ninjas auf einmal magische Fähigkeiten haben, aber lustige Raucheffekte sehen einfach zu gut aus, als das man sie hätte weglassen können.
Ein Film bei dem ähnlich dreist ein anderer Film um geschnitten wurde, um ihn neu herauszubringen ist übrigens Crackdown Mission, der noch mal, eine Spur trashiger ist.
Categories: Action und Abenteur, Asiatischer Film, Exploitation, Fantasy, Film, Filmkritik und Review, Genres Tags: Ninjas, Trash
Flash Gordon (1980)
Der intergalaktische Diktator Ming bedroht die Erde indem er den Mond auf den hoffnungslos primitiven Planten stürzten lässt. Eigentlich hat Football Star Flash Gordon damit wenig bis gar nichts zu tun, doch dummerweise stürzt sein Flugzeug mit samt der hübschen Dale in das Labor von Dr. Hans Zarkov. Dieser braucht eine zweite Person für ein Himmelfahrtskommando, das den außerirdischen Angriff abwehren soll.
Und ehe man sich versieht, sind Zarkov, Dale und Flash Gordon mit der Rakete des Doktors unterwegs nach Mongo, vom wo Ming über sein Weltraumimperium herrscht. Der Tyrann will Flash Gordon hinrichten und sich Dale als Sexsklavin Ehefrau nehmen.
Natürlich kommt alles ganz anders und Flash Gordon rettet die Erde, gewinnt das Herz von Dale und vereint die Königreiche von Mongo gegen Diktator Ming. Dabei muss er zwischenzeitlich den Anmachen einer sexsüchitigen Schlampe Prinzessin widerstehen, die ihn zwar rettet aber dann an einen eifersüchtigen Liebhaber vom Volk der Baummänner übergibt, der Flash auf ein Schwanzvergleich lebensgefährliches Männlichkeitsritual herausfordert. Vor der finalen Schlacht, verbündet sich Flash dann noch mit dem Volk der Falkenmänner, nicht ohne vorher bei einem Duell auf Leben und Tod gegen den aufmüpfigen Waldmann zu bestreiten.
Drei Jahre nach Star Wars entstand diese knallbunte Space Opera nach Vorlage der Flash Gordon Comics. Und ähnlich bunt wie in einem Comic geht es auch zu. Die Kostüme, Kullissen und die gesamte Gestaltung des Films wirken wie auf einem LSD Trip und erinnern teilweise an Barbarella aus dem Jahr 1968. Zwar gibt es in Flash Gordon nicht Jane Fonda nackt zu sehen, aber dafür erstrahlt Sam J. Jones als blonder Superheld, der Mings Soldaten mit Football Tricks umhaut.
Genau dieser nicht wirklich erst zu nehmende Witz macht, den Charme aus, der Flash Gordan innewohnt. Die Schwelle zum Trash übertretend, wird es jedoch nicht langweilig. Der Kampf zwischen Flash Gordan Prinz Barin (Wer hätte Bonddarsteller Timothy Dalton erkannt?) im Palast der Falkenmenschen hat auch nach knapp 30 Jahren nichts von seiner Wirksamkeit verloren außerdem gibt es da ja noch Queen. Die Rockband steuerte mit ihrem unvergesslichen Soundtrack das i-Tüpfelchen zu Flash Gordon bei, dass ihn erst Recht zu einem Klassiker adeln.
Regissuer Mike Hodges drehte übrigens auch Der Croupier und nach Wunsch von Produzent Dino De Laurentiis sollte Federico Fellini den Film machen!
Categories: Action und Abenteur, Fantasy, Film, Filmkritik und Review, Genres, Science Fiction Tags: comic, Trash
Necromania: A Tale of Weird Love (1971)
Das junge Ehepaar Shirley und Danny hat ein Problem. Danny ist ein impotenter Schlappschwanz, was dem Liebesglück der beiden nicht gerade dienlich ist. Weil sie einen Ausweg aus der Misere suchen und Viagra noch nicht erfunden ist, verschlägt es die beiden in das „Schloss“ von Madame Tanya. Dort stehen zwar ein Sgrk und eine ausgestopfter Hund herum, aber Dannys bestes Stück wird trotzdem nicht richtig hart. Auch dass Madame Tanya den Teufel beschwört, nachdem sie das Pärchen durch ein Bild in der Wand beobachtet hat, wie es sich abgemüht hat einen Beischlaf zu Stande zu kriegen hilft nicht weiter. Shirley vergnügt sich so lieber mit einer Frau. So geht es ein bisschen weiter, bis Danny zum Höhepunkt des Films in in den Sarg im „Red Room“ gezogen wird, wo er abermals zeigt, dass er nicht das Zeug zum Pornodarsteller hat.
Tja, was soll man dazu sagen? Das Ed Wood, der schlechteste Regisseur seiner Zeit war, ist ja unumstritten, aber immerhin ist Plan 9 from Outer Space ein verdammt unterhaltsamer Kultfilm. Aber Ed Wood hat vor und nach seinem Trahsmeisterwerk ja noch weiter Filme gemacht (z.B. Glen or Glenda oder Orgy of the Dead). Bei Necromania: A Tale of Weird Love handelt es sich um eine lange verschollenes Spätwerk des Meisterregisseurs und um einen reinen Porno. Zwar gibt es die debile Rahmenhandlung und als lustiges Element eine Priese Satanismus, aber ansonsten hat man es vor allem mit harten Sex in weicher Verpackung zu tun.
Wobei der Film eher Ed Wood und Trashfilm-Fanatiker zum empfehlen ist, als Freunden gepflegter Pornografie. Denn Necromania: A Tale of Weird Love ist ein übler Schundporno mäßiger Qualität. Die Darstellerriege agiert lieblos und Hauptdarsteller Ric Lutze (der in fast hundert Filmen mitwirkte) scheint es hier wirklich an Manneskraft zu fehlen. Neben der Tatsache, dass hier wirklich niemand Spass am Sex zu haben scheint (außer vielleicht der Dame im Sarg, die einen halbwegs attraktiven Blowjob hinlegt), stören beispielsweise auch die hässlichen Pickel am Hintern einer Darstellerin.
Letztendlich istNecromania: A Tale of Weird Love kein Pflichtfilm und Vergnügen. Man kann sich höchsten für Ed Woods Taltenfreiheit, das schäbige Set (hier wurde offensichtlich nicht in einem Schloss, sondern in einem billigen Motel gedreht) oder den sTroboskopeffekt am Anfang begeistern. Ansonsten hat man hier nichts verloren, es sei den man möchte wissen woher David Lynch (Der den Film eigentlich gar nicht kennen konnte^^) seine Idee für den Red Room in Twin Peaks hatte.
Categories: Erotischer Film, Film, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Ed Wood, Satan, Trash
Postal: Der Film (2007)
Es soll ja Leute geben, die Laden sich Filme aus dem Internet herunter und schädigen damit die arme, arme Filmindustrie. Aber auch diese bösen, Rapidshare und Bit Torrent User haben Anstand wie man hört. Denn wenn sie merken, dass sie aus Versehen (sei es aus Unwissenheit oder weil der Filmtitel so verführerisch klang) einen Uwe Boll heruntergeladen haben, löschen sie direkt den Film und formatieren im besten Fall ihre Festplatte um dieser wieder in einen unbefleckten Zustand zu befördern. …
Okay, Schluss mir Prolog jetzt geht’s ans Eingemachte. Das Uwe Boll Computerspiele verfilmt und damit Geld verdient, obwohl man ihm bescheinigt, er sei völlig unfähig, dürfte bekannt sein. Ebenso, dass Postal (bzw. Postal 2) ein Spiel ist, bei dem man sich in einer psychopathischen Kleinstadt durch die Gegend massakrieren kann (Man kann! Soll heißen, dass das Spiel theoretisch auch zu Ende gespielt werden kann, ohne Amok zu laufen).
Uwe Boll hat sich fürs Amok laufen entschieden. Sein Postal Dude hat eine extrem fetten Frau mit der ihn einen kaputten Wohnwagen lebt und einen extremen Hass auf sein Leben. Weil er zudem Geldprobleme hat, pumpt er seinen Onkel an. Doch dieser hat mit seiner Weltuntergangssekte bestehend aus hübschen Gespielinnen selber Schulden beim Finanzamt. Also heckt er zusammen mit dem Postal Dude einen Plan aus, um eine Ladung wertvoller Kruchy Dolls zu erbeuten.
Dumm nur, dass Osama bin Laden und seine Selbstmordattentäter auch hinter den Puppen her sind, die im Freizeitpark „Little Germany“ von Uwe Boll auf Käufer warten.
Die Story von Postal ist dünn! Sehr Dünn! Aber da Videospiele keine tief greifende Story brauchen ist das nicht weiter hin. Wichtiger als die Frage nach der Story ist hier eher, ob man über Humor streiten kann. Denn das was hier als solcher verkauft wird, geht meistens unter die Gürtellinie und ist nur in den seltensten Fällen komisch. So wollte Uwe Boll liebr mit Witzen über Behinderte, Tote Kinder und Rassismus provozieren, als Gefahr zu laufen Langeweile aufkommen zu lassen. Das ist genau wie der Fäkalhumor („Er hat Kaka in mein Mund gemacht“) nicht jedermanns Sacher, aber für einen Uwe Boll Film dennoch erstaunlich.
Dabei sind „uns Uwe“ sogar einige wirklich gute Gags zwischen all den Peinlichkeiten eingefallen. Die Eröffnungssequenz, die die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 persifliert, sorgte ja bereits vorab im Internet für Furore. Wer sich nicht die Mühe machen will, weitere Perlen im Mist zu suchen, der sollte sich aber zumindest das Ende des Films nicht entgehen lassen. Wie George W. Bush und Osama bin Laden dort Hand in Hand und den letzten Satz aus Casablance zitierend, in die beginnende nukleare Vernichtung der einschlagenden Atombomben tanzen, hat (trotz Boll) etwas ungeheuer poetisches.
Categories: Action und Abenteur, Film, Filmkritik und Review, Genres, Komödie Tags: Spieleverfilmung, Trash, Uwe Boll
10.000 BC
Früher war alles besser. Das ist laut Kant ein Vorurteil des Zeitalters. Und in Bezug auf Roland Emmerich Filme hatte der deutsche Philosoph recht. So produzierte Emmerich früher noch anständige Action verbunden mit einer Effektorgie wie in seinem Klassiker „Independence Day“. In letzter Zeit hat der gute Schwabe dann mit „The Day after Tomorrow“ den Klimawandel für sich entdeckt und wollte nun mit 10.000 BC anscheinend einen Steinzeitfilm drehen.
Und so erzählt Emmerich die Geschichte von D’Leh, einem Steinzeitmensch auf Mammutjagd, der sein von bösen Reitern entführtes Volk mit samt seiner Geliebten retten muss. Dabei reist er durch die halbe Welt und verschiedensten Klimazonen, rekrutiert eine Armee aus Schwarzen und besiegt am Ende einen bösen Pharao, der sich gerade seine Pyramiden bauen lässt.
Wer meint, im Jahre 10.000 vor Christus habe es noch gar keine Pyramiden gegeben hat zwar recht, aber hat dafür D’Leh Reise nicht verstanden. Sie ist nicht nur eine Reise durch den Raum, sondern auch durch die Zeit. Denn der Film ist kein realistischer Steinzeitfilm wie „Ayla und der Clan des Bären“ sondern Steinzeitfantasy. Also spielt Logik keine Rolle. So kann D’Leh mit den Tieren sprechen, Tote können wieder zum Leben erweckt werden und Zeitreisen sind auch möglich. Ferner ist 10.000 BC auch nicht als realistischer, für sich stehender Film zu sehen, sondern als ein Prequel zu Roland Emmerichs Erfolgsfilm Stargate. Das wird zwar nur kurz erwähnt, als es heißt die Pyramidenbauer kämen von den Sternen, aber verleiht dem Film dafür Sinn.
Weniger Sinn macht die rassistische Komponente des Films. So erinnert alles irgendwie so stark an Leni Riefenstahl, dass man sich wie in einem Biopic zu ihrer Person fühlt. Auch müssen erst die weiße Herrenmenschen auftauchen, um die Schwarzen Krieger zu befreien.
Die Effekte in 10.000 BC sind übrigens erbärmlich. Aber vielleicht wollte Emmerich einfach steinzeitlich sein. Die Dialoge des Films sind es auf jeden Fall und sorgen wenigstens dafür, dass der Film als reiner Trash doch recht unterhaltsam ist.
Wer auf Urzeit Erotik wie in „Bikini Girls on Dinosaur Planet“ hofft, wird übrigens enttäuscht. Es gibt weder Fellbikini noch Camilla Belle nackt.
Categories: Action und Abenteur, Fantasy, Film, Filmkritik und Review, Genres Tags: Roland Emmerich, Trash
Snuff Trap -aka- Snuff killer – La morte in diretta (2003)
Juchuu, ein Film über Snuff Filme aus der Schmiede des italienischen Regiegroßmeisters Bruno Mattei. Der Filmemacher, der vielen unter dem Pseudonym Vincent Dawn bekannt sein dürfte, hat sich hier quasi in den tiefsten Untergrund gestürzt und ein Filmchen darüber gedreht, wie fiese Pornoproduzenten entführen und zum finale ihrer Snuffpornos töten.
Wer nicht gerade den „Originalfilm“ Snuff aus dem Jahr 1976 kennt, der denkt beim Wort Snuff wahrscheinlich am ehesten an den Nicolas Cage Film 8mm. Das hat wohl auch Bruno Mattei getan. Sein Snuff Trap ist eine Art Remake zu 8mm. Die Handlung wurde nach Paris, Amsterdam und Hamburg verlegt, die Hauptfigur zu einer attraktiven Blondine und die Menge an gezeigtem Sex gewaltig nach oben geschraubt. Ansonsten hat der italienische Filmemacher sogar eine low Budget Version von dem berühmten 8mm Zitat „Wen du dich mit dem Teufel einlässt, veränderst du nicht den Teufel, der Teufel verändert dich“ erfunden und die meisten Storyelemente übernommen.
Die Tochte von Michelle wird, nachdem sie in einer Disco einen Typen aufgerissen hat („Na meine kleine, möchtest du mal ziehen“ „Danke, die ist fantastisch“ „Wir könnten ein bisschen in meinem Auto rummachen“), entführt. Da ihr Stiefvater, ein französischer Politiker, die Polizei nicht einschalten will, macht sich Michelle alleine auf die Suche nach ihrer Tochter.
Sie steigt ab in immer tiefere Untiefen des Hardcore Universums, wo sie nicht nur ihre ersten Kontakte mit Bondage- und Folterpornos macht, sondern auch auf skrupellose Geschäftspartner stößt (so wird sie z.B. mit vorgehaltener Waffe zu einem Blowjob gezwungen). Nach einem Road Trip durch Europa landet sie schließlich in Hamburg. Hier dreht die durchgeknallte Pornoproduzentin Doktor Hades ihre Snufffilme.
Den Mangel an eigenen Ideen habe ich ja schon zu Beginn angesprochen. Doch das ist leider nicht der einzige Makel den Snuff Trap aufweist. Die Schauspieler sind durch die Bank unterirdisch schlecht. Hauptdarstellerin Carla Solaro ist gleichermaßen hübsch wie unfähig. Letzteres gilt auch für den Rest des Cast. Wobei man zugeben muss, dass einige der bösen Typen von der Pornomafia und ganz besonders Dr. Hades für ein ordentliches Maß an unfreiwilliger Komik sorgen, die durch die Deutsche Synchronisation noch verstärkt wird. Auch Schnitt (Taxi von links, Taxi von rechts, Taxi von links…) und Beleuchtung sind eines Mannes, der so lange im Film Geschäft war wir Mattei unwürdig. Billige Pornoästethik und die Pornodialoge verhindern, dass sich so etwas wie Atmosphäre entwickeln kann.
Das ist Schade. Gerade da, ein europäischer 8mm mit mehr Sex durchaus interessant gewesen wäre. Doch auch wenn die extrem harten Softcore Folterungen (Brandings, Frauen werden verprügelt, fast erstickt, ausgepeitscht usw.) mit dem was sie zeigen nichts für schwache Nerven sind, ist das Endprodukt einfach nur ein großes Ärgernis. Auch das Mattei noch eine kleine Lovestory mit einer Sexszene in einer Limousine eingebaut hat, verbessert die Qualität des Films nicht.
Auf Grund des Vincent Dawn Bonus und der Tatsache, das es um Snuff geht, sollte der harte Exploitation Fan sich Snuff Trap zwar trotzdem ansehen. Aber alle anderen werden vermutlich nicht ihren Spaß haben.
Categories: Erotischer Film, Exploitation, Film, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Thriller Tags: Bruno Mattei, Snuff, Trash
Zombie Schwulenporno “Otto; or Up With Dead People” auf der Berlinale
Ein schwuler Zombiefilm? Macht dass Sinn? Geht dass? … Bestimmt!
Das dachte sich zumindest Bruce LaBruce, der schon einen politischen Gayporno über eine RAF-Nachfolgeorganisation gedreht hat. “Rasperry Reich” so der Titel des Hardcorestreifens aus dem Jahr 2004.
In ” Otto; or Up With Dead People” geht es um Otto (ach ne), einem schwulen Zombie mit Identitätskrise. Der Untote landet in Berlin und wird für die Rolle eines Zombies in einem Low-Budget-Film gecastet, in dem um eine schwule Zombie-Guerillabewegung geht.
In der TAZ hieß es dazu:
Rekrutiert in Medeas Film der schwule Zombie Fritz als “Che Guevara of the Undead” eine schwule Guerilla-Zombie-Armee, indem er lebenden Schwulen die Gedärme herausreißt und sie hernach durch einen Fick in die Bauchhöhle quasi reanimiert, will Otto noch nicht mal in der Badewanne seine dreckstarrenden Klamotten ablegen.
Auch wenn ich persönlich kein großer Freund von Schwulenpornos bin, scheint mir dieser Film doch sehenswert zu sein. Aber alle Heterosexuellen Pornofreunde sollte nicht denken es gebe für sie keine Zombiepornos. Da gibt es zum einen Joe d’Amatos Karibik Klon seines “Man Eaters”: “Porno Holocaust. Und zum anderen ist “Porn of the Dead” zu nennen. Letzterer besticht durch seine Grafik, seinen Schnitt und ganz besonders durch den sehr gelungenen Death Metal Soundtrack.
Categories: Film, Film und Kino Nachrichten Tags: berlinale, schwul, Trash
GRINDHOUSE DOUBLE-FEATURE – SciFi-Trash-Nacht in der Tufa
Traditionen sind alleine aus dem Grund toll, weil sie existieren und deswegen einen Existenzgrund haben. Eine Tradition, die leider fast in Vergessenheit geraten ist, ist das so genannte Grindhouse Double-Feature. Bei dieser Form des Kinos werden zwei Filme hintereinander gezeigt, die im optimalen Fall irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega veranstaltet solche Double-Features regelmäßig. Dumm nur das Gelsenkirchen so weit weg von Trier ist.
Aber nicht verzagen! Am 14. Februar 2008 findet im großen Saal der Tufa in Trier ein Double-Feature der Extraklasse statt. 4oUferFilme präsentiert die Lange SciFi-Trash-Nacht. Gezeigt werden WAR OF THE PLANETS von 1977 und Voyage to the Planet of Prehistoric Women aus dem Jahr 1968. Wer sich die beiden, natürlich in Originalscheck gezeigten Filme nicht entgehen lassen will, ist mit vier Euro dabei.
Wobei ich die Vorverurteilung auf dem Plakat, die Filme seien schlecht als ziemlich dreist empfinde.

Categories: Film, Film und Kino Nachrichten Tags: B-Movie, DOUBLE-FEATURE, GRINDHOUSE, Trash
Nachts, wenn Dracula erwacht (1970)
Anwälten scheint wirklich auch der letzte Rest gesunden Menschenverstandes zu fehlen! Zumindest ist dies bei Jonathan Harker der Fall. Der angehende Anwalt aus London macht sich nämlich auf die Reise zu einem Geschäftskunden. Das ist zwar kein Grund in für lebensmüde zu halten, aber wenn man weiß, dass sein Auftragsgeber ein gewisser „Graf Dracula“ ist, sieht sie Sache schon etwas anders aus.
Er schlägt alle Warnungen von Mitreisenden auf seinem Weg nach Transilvanien aus und erreicht schließlich das Schloss des Grafen. Dieser lebt dort mit drei schönen Gespielinnen, die das angelieferte Frischfleisch zu würdigen wissen. Nachdem die Schlossbewohner Jonathan ordentlich Blut abgezapft haben und dieser entdeckt hat, dass es sich bei ihnen um, in Särgen schlafende, Vampire handelt, gelingt ihm die Flucht.
Er erwacht in der Klinik von Professor Hellsing (wahlweise in Budapest oder London). Der hat für seinen Teil den Grafen Dracula noch nie zu Gesicht bekommen. Jedoch ist er nicht nur Leiter einer Irrenanstalt sondern auch Experte für schwarze Magie.
In seiner Klinik fristet auch der geisteskranke Renfield in der Gummizelle sein Dasein. Graf Dracula nahm ihm einst die Tochter, was ihn in den Wahnsinn abgleiten lies.
Nach kurzer Zeit tauchen Jonathans Geliebte Mina Murray und deren Freundin Lucy Westenra in der Klinik auf. Niemand weiß, dass Graf Dracula ebenfalls in der Stadt ist. In der Nacht dringt er in Lucys Zimmer ein und saugt ihr das Blut aus den Adern. Schließlich stirbt sie an den Folgen. Doch sie kehrt wieder als Kinder tötende Vampirin.
Zusammen mit Lucys Verlobtem, dem Amerikaner Quincey Morris macht sie Jonathan schließlich auf, den Graf endgültig zu vernichten.
Bram Stokers Roman vom Grafen Dracula wurde ja bereits 1922 inoffiziell als Nosferatu verfilmt und diente zudem unzähligen anderen Vampirfilmen als Vorlage. „Nachts, wenn Dracula erwacht“ von 1970 hält sich im Gegensatz zu vielen anderen Dracula Filmen sehr eng an die Romanvorlage. Das ist eine große Stärke des Films, der dazu noch mit seiner sehr dichten Atmosphäre besticht. Zwar wird diese in einigen zu billig geratenen Szenen kaputt gemacht, aber über weiter Strecken bleibt ein düsterer Charme erhalten.
Was den Film außerdem sehenswert macht, seine seine Besetzung. Christopher Lee spielt den greisen Grafen eben so wie den verjüngten überzeugend und gibt dem Film wirklich Klasse. Klaus Kinski bleibt zwar unter seinem Genie zurück, aber er macht einen Film nun mal einfach sehenswert. Soledad Miranda, die ein Jahr später in Francos „Vampiros lesbos“ einen weiblichen Graf Dracula spielen durfte, bleibt ein wenig farblos. Aber das mag daran liegen, dass sei angezogen bleibt. Herbert Lom ist nicht der schlechteste Van Helsing, auch wenn er nicht gerade Vincent Price ist, den Jess Franco angeblich eigentlich für die Rolle haben wollte.
Regisseur Jess Franco hat bei „Nachts wenn Dracula erwacht“ auf jeden Fall sehr sauber gearbeitet. Darauf nackte Frauen zu Foltern wurde verzichtet, so dass der Film wirklich ein reiner Horrorfilm ist. Unter konventionellen Aspekten ist der Film vermutlich einer der besseren Jess Franco Filme (ich weiß, dass sage ich immer^^). Manch einem wird der Film heute zudem wegen seinem B-Movie und Trash Charem gefallen.
Categories: Exploitation, Fantasy, Film, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: B-Movie, Christopher Lee, Dracula, Horror, Jess Franco, Klaus Kinski, Romanverfilmung, Trash, Vampirfilm