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10.000 BC

Früher war alles besser. Das ist laut Kant ein Vorurteil des Zeitalters. Und in Bezug auf Roland Emmerich Filme hatte der deutsche Philosoph recht. So produzierte Emmerich früher noch anständige Action verbunden mit einer Effektorgie wie in seinem Klassiker „Independence Day“. In letzter Zeit hat der gute Schwabe dann mit „The Day after Tomorrow“ den Klimawandel für sich entdeckt und wollte nun mit 10.000 BC anscheinend einen Steinzeitfilm drehen.

Und so erzählt Emmerich die Geschichte von D’Leh, einem Steinzeitmensch auf Mammutjagd, der sein von bösen Reitern entführtes Volk mit samt seiner Geliebten retten muss. Dabei reist er durch die halbe Welt und verschiedensten Klimazonen, rekrutiert eine Armee aus Schwarzen und besiegt am Ende einen bösen Pharao, der sich gerade seine Pyramiden bauen lässt.

Wer meint, im Jahre 10.000 vor Christus habe es noch gar keine Pyramiden gegeben hat zwar recht, aber hat dafür D’Leh Reise nicht verstanden. Sie ist nicht nur eine Reise durch den Raum, sondern auch durch die Zeit. Denn der Film ist kein realistischer Steinzeitfilm wie „Ayla und der Clan des Bären“ sondern Steinzeitfantasy. Also spielt Logik keine Rolle. So kann D’Leh mit den Tieren sprechen, Tote können wieder zum Leben erweckt werden und Zeitreisen sind auch möglich. Ferner ist 10.000 BC auch nicht als realistischer, für sich stehender Film zu sehen, sondern als ein Prequel zu Roland Emmerichs Erfolgsfilm Stargate. Das wird zwar nur kurz erwähnt, als es heißt die Pyramidenbauer kämen von den Sternen, aber verleiht dem Film dafür Sinn.

Weniger Sinn macht die rassistische Komponente des Films. So erinnert alles irgendwie so stark an Leni Riefenstahl, dass man sich wie in einem Biopic zu ihrer Person fühlt. Auch müssen erst die weiße Herrenmenschen auftauchen, um die Schwarzen Krieger zu befreien.

Die Effekte in 10.000 BC sind übrigens erbärmlich. Aber vielleicht wollte Emmerich einfach steinzeitlich sein. Die Dialoge des Films sind es auf jeden Fall und sorgen wenigstens dafür, dass der Film als reiner Trash doch recht unterhaltsam ist.

Wer auf Urzeit Erotik wie in „Bikini Girls on Dinosaur Planet“ hofft, wird übrigens enttäuscht. Es gibt weder Fellbikini noch Camilla Belle nackt.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - März 13, 2008 at 10:51 am

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Trade – Willkommen in Amerika (2007)

In Mexiko Stadt geht so richtig die Post ab. Der 17-jährige Jorge verdient dort sein Geld als „Touristenführer“. Er macht vermeidlich Werbung für ein Bordell, in dem perverse alte Männer Sex mit jungen Mädchen haben können. Doch wenn ihm tatsächlich ein Tourist folgt, lockt er diesen in einen dunklen Hinterhof. Dort nimmt Jorge den Sextourist dann mit vorgehaltener (Wasser)Pistole aus. Von dem Geld, dass er mit seiner Arbeit verdient kann er seiner kleinen Schwester Adriana sogar ein Fahrrad zum Geburtstag kaufen. Das kleine Mädchen hat aber nicht allzu lange Spaß daran. Am helllichten Tag wird sie auf offener Straße von ein paar russischen Menschenhändler gezerrt.
Ebenfalls in die Fänger der „Humankaptial“ Händler gerät die hübsche Polin Veronica. Ihr Ziel ist es über die grüne Grenze Mexikos in die USA einzureisen. Doch recht schnell merkt sie, dass irgendetwas nicht stimmt mit ihren Reiseleitern. Doch zur Flucht ist es zu spät. Ihre Freundin, die mit ihr nach Mexiko gekommen ist, wird von einem Auto überfahren und Veronica wird verschleppt und vergewaltigt.
Adriana und Veronica sollen, zusammen mit anderem „Menschenmaterial“ tatsächlich in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Durch Zufall entdeckt Jorge die Gruppe in der der 20 Millionen großen Megacity und nimmt die Verfolgung auf. Mehrmals ist er direkter nähe zu den Schiebern, doch greift nicht ein. Schließlich versteckt er sich im Auto eines Amerikaners und reist in die USA ein. Nach anfänglichen Differenzen versuchen die beiden zusammen Adriana zu retten.
Roland Emmerich produzierte hier ein Remake der Natalie Babystrich Reihe und lies den deutschen Nachwuchs Regisseur Marco Kreuzpaintner den Film realisieren. Er konnte weiterhin mit Kevin Kline einen echten Star für sich gewinnen. Außerdem hatten Emmerich und Kreuzpaintner extrem großes Glück. Denn da es sich beim Thema Menschenhandel, Frauen als Sexsklavinnen, Kinderschänder und illegale Einreise in die USA um ernste Themen handelt, wurde der Film überall recht positiv und als Dienst an der Menschheit aufgenommen.
Dumm nur, dass die meisten Leute dabei übersehen was für einen Blödsinn der Schwabe Emmerich da zusammen produziert hat. Trade hat mehr Logiklöcher und Personen, die sich vollkommen dämmlichste verhalten als der dümmste Teenager Slasher. So habe die Entführungsopfer permanent die Gelegenheit zur Flucht und als sie es dann endlich tun, lassen sie sich in einer Stadt voller Menschen direkt wieder einkassieren. Auch kommt der Zufall Jorge so oft zur Hilfe, dass es absolut unglaubwürdig wird. Neben diesen Stupiditäten ist der Film aber auf jeden Fall unterhaltsam.
Aber hier muss man kritisch nachfragen, ob ein Film in dem es um mehr als ein heikles Thema geht so unterhaltsam sein muss. Gerade wenn Jorge und seinem amerikanischen Helfer herum albert, fragt man sich, ob den beiden der Ernst der Lage nicht klar ist. Man hat es peinlichst genau vermieden den Mainstream Kinozuschauer mit zu hartem Tobak zu schocken. Veronica wird zwar zu Beginn des Films einmal vergewaltigt, aber beim Menschenhandel ist es üblich die Opfer der Zwangsprostitution so lange zu vergewaltigen, bis ihr Willen gebrochen ist. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in einer Form gezeigt, der niemanden verstört. In einem grotesk, surreal überzeichneten Wald und Wiesen Bordell, soll die kleine Adriana ihre ersten Dollar verdienen.
Wenn man die Schwächen des Drehbuchs und die Tatsache, dass hier zwar ein ernstes Thema, bei allem guten Willen, verharmlost dargestellt wird, kann man aber gut unterhalten werden. Wer es gröber mag darf sich am Ende gar auf einen akustisch schön gemachten, eingeschlagenen Schädel freuen.

1 comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Februar 19, 2008 at 6:22 pm

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