Motel Hell -aka- Hotel zur Hölle (1980)
Wenn man des Nachts vorbeifahrenden Reisenden Fallen stellt und sie in Unfälle verwickelt, ist vermutlich nicht ganz normal. Sollte man die Opfer der Unfälle dann aber in seinem Garten eingraben, mästen und anschließend schlachten um sie zu räuchern, ist das ja etwas anders. Denn Farmer Vincent macht nun mal das beste Raucherfleisch der Gegend und ist seinen Kunden natürlich etwas schuldig.
Auch die hübsche, blonde Terry (Nina Axelrod) gerät in die Hände von Farmer Vincent. Doch er schlachtet sie nicht, sondern bringt sie in seinem kleinen Motel Hello (das „O“ in „Hello“ ist defekt und flackert^^) unter. Zusammen mit seiner Schwester Ida kümmert er sich um Terry, die nicht nur wegen des leckeren Fleisches gerne bei Farmer Vincent bleiben möchte. Obwohl sein Bruder der Sheriff sie angemacht hat, verliebt sie sich in Farmer Vincet.
Doch der hat eigentlich keine Zeit für Frauen. Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, seine Tiere zu mästen und für Nachschub zu sorgen. Die Rockband „Ivan der Schreckliche“ landet genau so in seinem Garten, wie ein zu neugieriger Veterinär und ein Swingerpärchen, dass im „Motel Hello“ einen Treffe für heiße Swinger Partys vermutet.
Natürlich ist „Motel Hell“ ohne „Texas Chainsaw Massacre“ nicht denkbar. Aber auf Grund seines eigenwilligen, schwarzen Humors erinnert er eher an „Texas Kettensägen Massaker 2“. Denn ernst sollte man Farmer Vincent und seine kannibalistische, kleine Fleischfirma wirklich nicht. Dafür ist alles viel zu schrullig gehalten. Vincent selbst wirkt, egal was für grausame Sachen er gerade anstellt, immer wie der nette Farmer von nebenan. Seine Schwester Ida, wirkt da zwar schon etwas gruseliger, aber auch sie ist mehr Bauerntölpel als bösartige Kannibalin. Daneben sorgt die sonnige Südstaaten Atmosphäre dafür, dass man sich zwischenzeitlich eher im idyllischen „Waltons Country“ glaubt, als in einem Horrorfilm.
Doch auch wenn die Inszenierung teilweise recht behaglich geraten ist und große Spannungsmomente fehlen, sorgt der Humor immer dafür, dass es nicht langweilig wird. In einem Punkt ist „Motel Hell“ aber wirklich Horror vom feinsten gelungen. Ida und Vincent schneiden ihren Opfern nämlich, die Stimmbänder durch, nachdem sie sie in ihrem Garten eingebudelt haben. So machen die „Tiere“ nur noch röchelnde Geräusche. Das hört sich auf Dauer wirklich ziemlich übel an und wäre in einem „ernsten“ Horrofilm bestimmt ein super Stilmittel.
Wer hofft, dass Nina Axelrod nackt sehen zu können wird auch nicht enttäuscht. Zwar ist ihr oben ohne Auftritt nur kurz und Farmer Vincent kann erst Sex haben, wenn er verheiratet ist (im Fernsehen läuft auch ununterbrochen die Sendung eines Predigers), doch zusätzlich zu ihrer Wet T-Shirt Nummer im Teich ist die Szene ganz ansehnlich.
Wirklich großes Kino ist das Finale mit dem Kettensägenkampf. Zwar ist der Kampf nicht allzu schnell inszeniert, aber die Tatsache, dass Vincent seien Schweinkopfmaske (Deathstalker und die Rapper von K.I.Z. Lasen grüßen) trägt, macht ihn schon sehenswert.
Categories: Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Komödie Tags: Farmer, Horror, Kettensäge, räuchern, Schweinkopfmaske, südstaaten
