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Elementarteilchen (2006)

Eins mal vor weg. Ich kenne den Roman von Michel Houellebecq leider nicht. demzufolge kann ich jetzt schlecht irgendwelche Vergleiche zwischen Buch und Film bieten. Außerdem sollte ich zugeben, dass ich mir den Film primär aus dem Grund angesehen habe, weil ich wusste, dass es darin unter anderem um einen Swingerclub und ein Camp ginge, in dem es jeder mit jedem treibt und alle Frauen barbusig rumlaufen. Natürlich ging ich davon aus mehr als nur Titten geboten zu bekommen, aber leider war dem, trotz der Starbesetzung nicht immer so.

Der Film erzählt die Lebensgeschichte von Bruno (Moritz Bleibtreu) und Michael (Christian Ulmen), zwei Halbbrüdern, die auf ihre Weise ein Problem mit Sexualität, Gefühlen und dem Leben an sich haben. Ihre Mutter Jane (Nina Hoss) lies sie als kleine Kinder jeweils im Stich um in einer Hippiekommune, durch freie Liebe und ähnliches zur Selbstfindung zu gelangen. Bruno nachdem er erst bei seien Großmutter lebte und nach deren Tod (beim Suppe kochen) im Internat. Dieses (und auch wie Bruno seine erste sexuelle Erfahrung in Form von Mammalverkehr
auf der Beerdigung seiner Oma sammelt) erfährt man durch Rückblenden während eines Gespräches mit einer Psychologin, welches er nach einem Nervenzusammenbruch führt. Sein Leben ist für ihn nämlich die Hölle. Bei seinem Beruf als Deutschlehrer lässt sein sexuelles Verlangen nach seinen (gut aussehenden, Minirock tragenden) Abiturientinnen, ihn bis hin zur sexuellen Belästigung gehen, als es ihm nicht mehr reicht sich au deren Photos und Hausaufgaben einen runter zu holen. Dabei ist er verheiratet und hat ein Baby, welches ihn aber durch sein Geschrei daran hindert seine rassistischen Gedanken über Sex und Neger nieder zu schreiben. Bei seiner Frau bekommt er außerdem trotz Dessous, die er ihr kauft keinen mehr hoch und sie bläst auch noch zu schlecht. Schließlich kommt es zur Trennung und Bruno möchte in einem spirituellen Camp, welches zu seinem anfänglichen Schrecken enorme Ähnlichkeit mit den Hippiekommunen seiner Mutter hat, Urlaub machen. Hier laufen jede Menge Frauen oben ohne rum und es gibt Massage Workshops und eigentlich ist alles nur auf Sex aus. Wobei eigentlich nichts Tieferes hinter der Spiritualität steht. Dort lernt er (im Whirlpool) jedoch Christiane (Martina Gedeck). Zwischen den beiden entsteht nicht nur eine Liebesbeziehung, sondern sie verbindet auch ihre sexuellen Vorlieben. Aber dieses Glück soll nicht lange halten.
Michael hingegen hat gerade (in der Anfangssequenz der Films) seinen Job als Leiter eines Genlabors gekündigt um sich wieder seinen Theorie widmen könne, dass Fortpflanzung und Sex von einander getrennt werden müssten. Er selbst hat keinerlei Interesse an Sex findet aber in seiner Kinder und Jugendliebe Annabelle (Franka Potente) zu der er sich früher nicht hingezogen fühlen wollte seine wirkliche Liebe zu der er auch eine sexuelle Beziehung haben kann. Jedoch hat seine Zugeknöpftheit in der Jugend dazu geführt, dass sie sich in immer neue Sexabenteuer stürzte, was am Ende Schuld daran ist, dass sie auf Grund von Komplikationen, das aus der Liebesnacht entstandene Kind abtreiben muss und dabei auch ihre Gebärmutter verliert.
Die Geschichten der beiden Brüder sind nur lose miteinander verknüpft. So sieht man wie die beiden sich zum ersten Mal begegnen und wird Zeuge einiger Treffen in einer Kneipe und darf ihnen zusehen wie sie dem Tod der (verhassten) Mutter beiwohnen. Aber die Beziehung der Halbbrüder ist auch nicht Thema des Films. Vielmehr stellen sie zwei Extreme Formen der Sexualität da. Der eine sucht die Befriedigung seiner Triebe und zerbricht, als er gerade doch erfüllt zu seien scheint und der andere entdeckt doch Liebe und Sex für sich. Was ihn jedoch nicht davon abhält seine „Schöne neue Welt“ wonach Sex und Trieb Wurzel allen Bösen sind wissenschaftlich zu beweisen.
Leider geht der Film keine wirklich kontroversen Wege. Moritz Bleibtreu ist als notgeiler Lehrer noch ganz lustig, aber sein Plot verödet auf seinem folgenden Selbstfindungstrip. Wobei seine schauspielerische Leistung im Gegensatz zu der von Christian Ulmen wenigstens solide ist. Ulm nimmt man das Genie keine Sekunde lang ab. Dass er vertrottelt ist und keine Lust auf Sex hat mag man ihm glauben, aber ansonsten wirkt er mehr wie irgendein stumpfer Depp. Auch ist sein Teil der Geschichte irgendwie undramatisch und endet in einem kleinen Liebesdrama mit (richtigem) Happyend. Die beste schauspielerische Leistung liefert auf jeden Fall Uwe Ochsenknecht ab. Sein Gastauftritt ist zwar nur kurz, den versoffenen Vater spielt er einfach bombig. Der Film ist ansonsten bis in die Nebenrollen mit Schauspielern besetzt die sich bereits einen Namen gemacht haben. Wobei besonders Pornosternchen Tyra Misoux als Kellnerin im Swingerclub erwähnt werden sollte, die ja schon mit Berlinale Gewinnerin Sibel Kekilli in „Die Megageile Kückenfarm“ vor der Kamera agierte.
Da der Film über Längen (und davon gibt’s bei fast 2 Stunden Laufzeit wirklich so einige) verwundert, ist das einige Szenen einen drastischen Exploitation Charme versprühen. Mit Szenen wie „sich-auf-die-Mutter-einen-runter-holen-und-anschließend-die-Katze-erschlagen“, „den-Sarg-der-Oma-mit-dem-Spaten-aufbrechen-und-das-Skelett-in-einen-Müllbeutel-packen“, oder den ganzen Orgien im Swingerclub und dem Tantrasex, der Massage und dem Oben Ohne im Sexcamp, wird der Film zwar nicht besser, aber unterhält er leider besser, als an den Stellen, an denen er tiefgründig seien will. Denn für wahre Tiefe, hätte man wesentlich tiefer bohren müssen und nicht versuchen dürfen das ganze Thema so stark zu vereinfachen, wie man es hier leider getan hat.
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1 comment - What do you think?  Posted by admin - März 6, 2006 at 6:45 pm

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