Liebesgrüße aus der Lederhose (1973)
Alfredo ist Kurschaffender. Er kümmert sich mit Hingabe darum den feinen Damen in seinem Kurort einen unvergesslichen Aufenthalt zu bescheren. Doch der Womanizer braucht schließlich mal Pause und fährt zur Erholung ins tiefste Bayern. Dort hat Wirt Sepp Eber nicht nur einen nichtsnutzigen Kellner, sondern auch eine Schar strammer Bayern in Lederhosen die sich hier um die Gelüste der weiblichen Gäste kümmern. Alfredo will mit bunten Treiben im „Wilden Eber“ nicht zu tun haben, heuert aber nachdem Sepp ihn beim Kartenspielen ausgenommen haben im Konkurrenzgasthof „Zum Feurigen Stier“ an. Mit Unterstützung eines italienischen Gastarbeiters kommen nun auch dort die Frauen auf ihre Kosten.
Mit diesem Film erfand Franz Marischka quasi das Genre des Bayern- Lederhosensexfilms. Derber Humor, nackte Frauen, Männer in Lederhosen und das alles vor bayrischer Bergkulisse. Wirklich viel nackte Haut gibt es dabei in Liebesgrüße aus der Lederhose nicht zu sehen und man wird den Eindruck nicht los, man habe wenn es zu explizit werden könnte lieber aus der Distanz gefilmt oder am besten gleich geschnitten. Erotikfreunde werden das vermutlich nicht schätzen. Wobei ich hier vielleicht auch von einer geschnittenen Fassung von Liebesgrüße aus der Lederhose rede, da der Film bei mir keine 92 Minuten Spielzeit hatte.
Das würde auch erklären, warum manche Handlungsstränge so vollkommen unverständlich wirken. Zwar ist Franz Marischkas Regie ja nicht bekannt für ihre Tiefsinnigkeit, aber Liebesgrüße aus der Lederhose wird es teilweise doch selbst für seine Verhältnisse recht wirr.
Den derben bayrischen Humor kann man mögen, muss man aber nicht. Doofe Kellnerwitze sind Tiefpunkt und sonst regiert alberner Komödienulk. Natürlich teilweise im sexuellen Kontext, der aber immerhin nicht ins rein fraunfeindliche absinkt. Dafür spielt Peter Steiner, als unter der Fuchtel seiner Frau stehender, bayrischer Callboy eine viel zu tragische Figur.
Spätere Franz Marischkas Filme wie Zum Gasthof der spritzigen Mädchen oder Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter haben mir persönlich besser gefallen, aber in Liebesgrüße aus der Lederhose kann man quasi das Original des Lederhosenfilms bewundern.
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Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter (1980)
Josef Brezenbichler veranstaltet Kaffeefahrten um alten Damen Reumahdecken und sein Wundermittel gegen eigentlich jedes Gebrechen anzudrehen. Seine rektal einzuführende Tinktur bringt er aber nicht mehr an den Mann, bzw. die Frau, da ihm die Polizei einen Strich durch die Rechnung macht. Nach einem Urlaub auf Staatskosten macht sich der Kurpfuscher gleich wieder ans Werk. Im beschaulichen Moosbach wittert er das große Geschäft, aber wird irrtümlicher Weise für den neuen Arzt des Dorfs gehalten. Der echte Arzt ist nämlich verspätet, da er sich noch mit einer hübschen Tankwartin vergnügen musste. Außerdem taucht noch eine Gruppe von drei Blondinen auf, denen die Dorfjugend beim nackt baden das Auto klaut, um sie länger im Dorf zu halten. Sie geben sich schließlich als Töchter des falschen Arztes aus und nehmen die Praxis in die Hand. Zwei der Blondinen wollen größtenteils Spaß mit den Männern haben, aber eine ist tatsächlich Medizinstudentin. Kurpfuscher Josef bekommt es derweil mit einer Heiratswilligen Witwe zu tun und letzten Endes taucht auch noch der richtige Arzt auf.
Ein typischer Franz Marischka Film mit Peter Stein. Ein bisschen bayrische Folklore, derbe Zotten und nackte Blondinen. Man sieht noch einige bekannte Gesichter und die Lederhosen typische Menge an nackter Haut und Sexszenen. Mir persönlich hat Zum Gasthof der spritzigen Mädchen, besser gefallen. Aber für Franz Marischka Fans ist natürlich auch „Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter“ Pflicht.
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Zum Gasthof der spritzigen Mädchen -aka- Das Gasthaus der strammen Mädchen (1979)
Bürgermeister und Gastwirt Alois steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Der Gerichtsvollzieher geht bei ihm ein und aus und ist wohl nur deshalb soll freundlich, weil er ein Auge auf Annamirl, die hübsche Tochter des Wirts geworfen hat. Doch diese lässt sich des Nachts nicht nur von diesem, sondern von der halben Dorfjugend vernaschen und ist eigentlich auch schon einem jungen Mann zur Frau versprochen. Die Geldsorgen, die daher rühren, dass Alois einem Landstreicher jeden Monat Schweigegeld wegen einer unehelichen Tochter zahlen muss, möchte dieser beheben, indem er ein altes Schauspiel wieder aufführt. Doch diesem Plan macht seine Nichte einen Strich durch die Rechnung. Sie taucht mit ihrer Band „The Hellsisters“ auf und ist total abgebrannt, da sie von einem italienischen Talentsucher über Ohr gehauen wurden. Statt des Schauspiels wollen die Mädels eine Country Disko in der Scheune veranstalten, wozu aber erst der Dorfpolizist und der Herr Pfarrer überzeugt werden müssen. Schließlich löst sich auch auf wer den wirklich unehelich im Dorf ist.
Es gibt ja Lederhosenfilme, die weder lustig sind noch genügend nackte Haut bieten. Gott sei Dank gehört Franz Marischkas „Zum Gasthof der spritzigen Mädchen“ nicht dazu. Hier sitzen die Pointen und ab und an gibt es sogar Gags, die über das unterste Niveau hinausgehen. Wenn das Annamirl sich nach und nach das halbe Dorf ins Bett holt und die Männer nach und nach dann in ihren Schrank sperrt, wo diese dann anfangen Karten zu spielen, ist das schon irgendwie amüsant. Natürlich gibt’s auch Witze unter der Gürtelinie, wie z.B. „ja sag mal, warum weinst du denn immer noch?“ „Du bist im falschen Loch“. Marischka, der auch für den Kultfilm Sunshine Reggae auf Ibiza verantwortlich war schafft es den Film über weite Teile interessant zu halten, was wahrlich nicht jeder Erotikkomödie gelingt. Nackt Haut gibt es reichlich und wenn sich am Ende herausstellt, dass auch bei den konservativsten Kräften im Dorf uneheliche Kinder gezeugt wurden, kann man darin hast so etwas wie Kritik am CSU moralischen Bayern sehen.
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