Nachts, wenn Dracula erwacht (1970)
Anwälten scheint wirklich auch der letzte Rest gesunden Menschenverstandes zu fehlen! Zumindest ist dies bei Jonathan Harker der Fall. Der angehende Anwalt aus London macht sich nämlich auf die Reise zu einem Geschäftskunden. Das ist zwar kein Grund in für lebensmüde zu halten, aber wenn man weiß, dass sein Auftragsgeber ein gewisser „Graf Dracula“ ist, sieht sie Sache schon etwas anders aus.
Er schlägt alle Warnungen von Mitreisenden auf seinem Weg nach Transilvanien aus und erreicht schließlich das Schloss des Grafen. Dieser lebt dort mit drei schönen Gespielinnen, die das angelieferte Frischfleisch zu würdigen wissen. Nachdem die Schlossbewohner Jonathan ordentlich Blut abgezapft haben und dieser entdeckt hat, dass es sich bei ihnen um, in Särgen schlafende, Vampire handelt, gelingt ihm die Flucht.
Er erwacht in der Klinik von Professor Hellsing (wahlweise in Budapest oder London). Der hat für seinen Teil den Grafen Dracula noch nie zu Gesicht bekommen. Jedoch ist er nicht nur Leiter einer Irrenanstalt sondern auch Experte für schwarze Magie.
In seiner Klinik fristet auch der geisteskranke Renfield in der Gummizelle sein Dasein. Graf Dracula nahm ihm einst die Tochter, was ihn in den Wahnsinn abgleiten lies.
Nach kurzer Zeit tauchen Jonathans Geliebte Mina Murray und deren Freundin Lucy Westenra in der Klinik auf. Niemand weiß, dass Graf Dracula ebenfalls in der Stadt ist. In der Nacht dringt er in Lucys Zimmer ein und saugt ihr das Blut aus den Adern. Schließlich stirbt sie an den Folgen. Doch sie kehrt wieder als Kinder tötende Vampirin.
Zusammen mit Lucys Verlobtem, dem Amerikaner Quincey Morris macht sie Jonathan schließlich auf, den Graf endgültig zu vernichten.
Bram Stokers Roman vom Grafen Dracula wurde ja bereits 1922 inoffiziell als Nosferatu verfilmt und diente zudem unzähligen anderen Vampirfilmen als Vorlage. „Nachts, wenn Dracula erwacht“ von 1970 hält sich im Gegensatz zu vielen anderen Dracula Filmen sehr eng an die Romanvorlage. Das ist eine große Stärke des Films, der dazu noch mit seiner sehr dichten Atmosphäre besticht. Zwar wird diese in einigen zu billig geratenen Szenen kaputt gemacht, aber über weiter Strecken bleibt ein düsterer Charme erhalten.
Was den Film außerdem sehenswert macht, seine seine Besetzung. Christopher Lee spielt den greisen Grafen eben so wie den verjüngten überzeugend und gibt dem Film wirklich Klasse. Klaus Kinski bleibt zwar unter seinem Genie zurück, aber er macht einen Film nun mal einfach sehenswert. Soledad Miranda, die ein Jahr später in Francos „Vampiros lesbos“ einen weiblichen Graf Dracula spielen durfte, bleibt ein wenig farblos. Aber das mag daran liegen, dass sei angezogen bleibt. Herbert Lom ist nicht der schlechteste Van Helsing, auch wenn er nicht gerade Vincent Price ist, den Jess Franco angeblich eigentlich für die Rolle haben wollte.
Regisseur Jess Franco hat bei „Nachts wenn Dracula erwacht“ auf jeden Fall sehr sauber gearbeitet. Darauf nackte Frauen zu Foltern wurde verzichtet, so dass der Film wirklich ein reiner Horrorfilm ist. Unter konventionellen Aspekten ist der Film vermutlich einer der besseren Jess Franco Filme (ich weiß, dass sage ich immer^^). Manch einem wird der Film heute zudem wegen seinem B-Movie und Trash Charem gefallen.
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Jack the Ripper -aka- Der Dirnenmörder von London (1976)
Im London des 19. Jahrhundert treibt ein Dirnenmörder (Klaus Kinski) sein Unwesen. Er tötet die Huren, verstümmelt und verstückelt sie und versenkt ihre Überreste nachher im Kanal. Die Londoner Polizei unter der Leitung von Inspektor Selby schafft es nicht dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Bei diesem handelt es sich um den Arzt Dr. Dennis Orloff, der tagsüber die Armen von London medizinisch versorgt, aber des Nachts seinen mörderischen Trieben nachkommen muss. Erst der Angler Charlie (Herbert Fux) erkennt den Arzt, kommt aber nicht mehr dazu das Geheimnis auszuplaudern. Am Ende versucht die Selbys Geliebte als Hure verkleidet, den Massenmörder aufzuspüren.Jess Franco und Erwin C. Dietrich sind ja eher für billig produzierte Exploitation und Sexploitation Filme bekannt, als für große Filme. Jack the Ripper ist zwar auch kein unbedingt großer Film, kann aber mit dem großen Schauspieler Klaus Kinski aufwarten, welcher dem Film, der zu Francos besten Werken zählt, einiges an Klasse geben. Dennoch trägt der Film ganz klar Francos Handschrift. Er arbeitet wie so häufig, mit vielen Zooms und anderen für ihn typischen Spielrein. Kinski spielt den Jack der Ripper überzeugend, wenn er sich auch unter Wert verkauft. Aber das mag daran liegen, dass er in dieser Produktion einfach nicht die Möglichkeit hatte sein ganzes schauspielerisches Können unter Beweiß zu stellen. Ein bisschen mehr Wahnsinn hätte der Rolle des Rippers zwar gut getan, aber so etwas hätte wohl Jess Francos Möglichkeiten überstiegen. Was mir persönlich noch Gefallen hat, ist dass Jack the Ripper hier als eine Art Jekyll/Hyde Figur angelegt ist und dass sein Mordmotiv zum Rest des Films passt (Das ist in From Hell mit Jonny Depp nicht so). Neben Kinski kann lediglich Herbert Fux als Charlie schauspielerisch überzeugen. Die Huren sind ganz ansehnlich und haben auch ihre erotischen Momente, wenn diese auch meistens direkt vor den Morden stattfinden. Dieses sorgt dafür, dass der Film so seine Sleaze Momente hat, die aber nur einen kleinen Teil ausmachen. Neben Kinski lebt der Film größten Teils von seiner stimmigen Atmosphäre. Es gibt viel gute in Szene gesetzten Nebel, durch den die Huren und der Ripper wandeln können. Da stört nur, dass man dem Film doch recht stark ansieht, dass er nicht in London sondern im schweizerischen Zürich gedreht wurde. Spannend ist der Film, da man von Beginn an weiß wer der Killer ist, leider nur an den Stellen wo die Prostituierten getötet werden. Dafür gibt es aber ein paar Bluteffekte, wenn die Huren zerstückelt werden. Klasse Film!
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