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Menschenhandel im Kino

Sex, Gewalt, Geld, Sklaverei! Schlagworte die sich um das Thema Menschenhandel drehen. Ein uraltes, aber auch heute in der globalisierten Welt, hochbrisantes Thema. Am Mitttwoch den 23.Januar findet im Broadway Kino in Trier eine Veranstaltung zu dem Thema statt. Der Film „Trade – Willkommen in Amerika“ wird gezeigt und Florence Humbert von Terre des Femmes Trier wird einen Kurzvortrag halante. In diesem wird sie das Ausmaß von Menschenhandel und Sexsklaverei in Deutschland behandeln. Der Eintritt ist Dank Unterstützung des ASTA der Uni Trier und des Broadway Kinos kostenlos.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Januar 20, 2008 at 9:53 am

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Losers and Winners (2006)

Im Frühjahr 2003 begannen chinesische Arbeiter, die einst modernste Kokerei Europas „Kaiserstuhl“ zu demontieren, um sie anschließend im Boomland China wieder aufzubauen. Die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken begleiteten die Demontage anderthalb Jahre und so entstand ein beeindruckendes Dokument über die Globalisierung im Großen und im ganz Kleinen.

Da sind auf der einen Seite die ehemaligen Mitarbeiter der Kokerei, die das Projekt auf deutscher Seite betreuen sollen. Typische Ruhrpottarbeiter, denen man zum einen die tiefe Verbundenheit zu ihrer alten Arbeitsstätte anmerkt und die andererseits „typisch Deutsch“ versuchen den Chinesen, mittels Bürokratie den deutschen Arbeitsschutz zu erklären. So sieht man zum Beispiel diese tragischen Figuren, wie sie den auf einem Dach arbeitenden Chinesen, eine mit Draht zusammengebundene Leiter umkippen. Diese Aktion geschieht zwar auch zur Sicherheit Chinesen, aber sie verzögert gleichermaßen den Abbau der Kokerei und damit der eigenen Geschichte auch minimal

Auf der anderen Seite stehen die chinesischen Arbeiter. Diese verdienen 400 € im Monat und erledigen fern der Heimat eine 60 Stunden Woche. Die einzige Verbindung zu ihrer Heimat sind seltenen Telefonate mit den Familien im Reich der Mitte. Ansonsten leben die Arbeiter in einem Mikrokosmos und erhoffen sich von der mehr als harten Arbeit ganz schlichte Dinge wie ein bisschen mehr Wohlstand für sich, oder die Möglichkeit Heiraten zu können.

Einen Kontakt zwischen diesen beiden Gruppen von Arbeitern gibt es auf Grund der Sprachbarrieren nie. Kontakt zu den Deutschen haben nur die Bosse

und diese bilden so etwas wie die Dritte Partei im Film. In der Person des Demontageleiters wird das Dilemma des neuen China extrem deutlich. Er ist begeistert von deutschen Autos und schreibt sogar kleine Gedichte über ein Werbeposter von Mercedes. Die Widersprüchlichkeit wird deutlich, wenn er auf dem Weg zum Mercedes Händler, kitschige Lieder über den großen Führer Mao hört. Auch für die Frage wer denn nun „Winner“ und wer „Loser“ ist, kann man Mao heranziehen. Als es um schwere Arbeitsunfälle geht, zitiert der Leiter ihn damit, dass die Revolution nun einmal Opfer verlange und unter diesem Gesichtspunkt, sind die ehemaligen deutschen Malocher trotz des Frühruhestandes besser dran als ihre chinesischen Kollegen.

Die Filmemacher haben sich sehr viel Mühe gegeben, ein realistisches Porträt der Abrissarbeiten zu zeigen, und halten sich mit poetischen Bildern, die man in dem „Ruhrgebietsabbauszenario“ bestimmt hätte einfangen können, stark zurück. Es stehen vielmehr die Menschen im Mittelpunkt. Wobei diese besonders gegen Ende des Films, wenn nur noch nackte Stahlskelette von Kaiserstuhl übrig sind doch verloren wirken, und ihre Umwelt hier fast schon surreal wirkt.

Neben der Tatsache, dass die chinesischen Arbeiter gegen Ende anfangen Oettinger Export zu trinken und dadurch doch noch einmal einen Sympathieschub beim Zuschauer bekommen ist besonders eine filmisches Zitat in „Losers and Winners“ noch erwähnenswert. So wird an einer Stelle Stanley Kubricks legendärer Schnitt aus 2001 zitiert. Man sieht wie die Arbeiter an einem Monolithförmigen Turm herumschweißen und nach dem Schnitt ist an dessen Stelle eine Chinesische Rakete zu sehen, die in den Weltraum startet. Hierin kann man sehen, das China nun doch die Zukunft gehöre und das die Deutschen die Looser seien. Dieser Eindruck wird am Ende des Films noch einmal verstärkt, wenn eine Infotafel gezeigt wird, die erklärt, dass seit dem Verkauf der Kokserei, der Weltmarktpreis für Koks so stark gestiegen sei, dass sich die Produktion in Deutschland wieder lohnen würde.

Alles in allem ist „Losers and Winners“ eine wirklich beeindruckende Dokumentation, die mit viel Witz und Ironie aber auch dem nötigen Feingefühl ein kompliziertes Thema wie Globalisierung und ihre Auswirkungen auf die Menschen zeigt, ohne dabei die Menschen der Lächerlichkeit preiszugeben oder all zu wertend zu sein. „Losers and Winners“ zeigt nicht nur die Unterschiedlichkeit der deutschen und chinesischen Kultur sondern ist definitiv ein sehr unterhaltender Film, der aber auch zum Nachdenken auffordert.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Januar 14, 2008 at 6:35 pm

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