Watchmen – Die Wächter
Es ist das Jahr 1985, Richard Nixen ist Präsident der Vereinigten Staaten und der Kalte Krieg droht zur atomaren Apokalypse auszuarten. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Amerikaner mit dem durch einen Reaktorunfall geschaffenen Superhelden Doktor Manhattan über eine Art Superwaffe verfügen. Eigentlich arbeitet Doktor Manhattan jedoch daran das Energieproblem der Menschheit zu lösen.
Derweil sorgt der Mord am Superheld „The Comedian“ für Unruhe. Eigentlich sind zwar alle Superhelden längst in Rente und leben ein bürgerliches Leben, aber aus Furcht vor einem Maskiertenmörder werden einige von ihnen wieder aktiv.
Die Story von Watchmen ist so komplex, dass man sie nicht wirklich zusammenfassen kann. Einerseits sind die Figuren hoch komplex und andererseits ist die Welt in der sie Leben voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Die verschachtelte Erzählstruktur sorgt zudem dafür, dass sich dem Kinozuschauer viele Erkenntnisse erst nach und nach erschließen. Jedoch ist Watchmen dabei nie hektisch oder unübersichtlich. Vielmehr ist der Film ein Puzzle, dass im Laufe der Handlung durch immer neue Teile ergänzt wird.
Wer eine Popcorn Actionsause ertwartet wird von Watchmen vielleicht enttäuscht sein. Zwar gibt es großartige Kamp- und Actionszenen und extrem blutiges Gemetzel, doch der Grundton des Films ist bei all seiner zur Schau gestellten Brutalität sehr ruhig.
Alles in allem ein großartiger Film, der seiner grandiosen Comicvorlage gerecht wird.
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Akte X – Jenseits der Wahrheit -aka- The X Files: I Want to Believe (2008)
Es gab eine Zeit, da revolutionierte eine Serie über zwei FBI Agenten, die unerklärlichen Phänomen nachspürten die TV Landschaft. Die Wahrheit war irgendwo da draußen. Das war jedem klar, der die Abenteuer der beiden Special Agents Scully und Mulder verfolgte. Am Ende der Serie war man zwar nicht wirklich schlauer und auch der erste Kinofilm lieferte nicht alle Antworten. Wer nun hofft sie in Jenseits der Wahrheit zu finden, sollte sich keine Hoffnungen machen.
Denn statt um Aliens, eine große Verschwörung oder um ein bahnbrechendes neues Phänomen, geht es in Akte X – Der Film 2 um eine verschwundene FBI Agentin, Organhändler und einen pädophielen Priester mit Visionen. Für einen halbwegs soliden TV Thriller wäre das alles bestimmt okay, aber im Kino wirkt der gesamte Film recht deplatziert. Genau so deplatziert, wie sich ein Zuschauer fühlen dürfte, der die Serie nicht kennt. Denn wer den Hintergrund der Figuren nicht kennt, wird seine Probleme haben dem Film zu folgen. So muss man um den Film verstehen wissen, wie Scully zum Katholizismus steht und wie ihre Beziehung zu ihrem Partner in der Serie entwickelt wurde.
Wer also Fan der Serie ist, kann sich auf ein Wiedersehen mit alten Freunden freuen und das winterliche Kanada (Drehort) genießen. Alle anderen können höchstens Schmunzeln, wenn George W. Bush in die Nähe von FBI Begründer J. Edgar Hoover gesetzt wird und dazu (das einzige Mal im Film) der berühmt Akte X Sound ertönt.
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El Rey de la montaña -aka- King of the Hill (2007)
Quim fährt durch die spanische Einöde und ist auf dem Weg zu seiner Exfreundin, mit der er sich wieder versöhnen will. Die hübsche Ladendieben Bea macht ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Auf der Toilette einer Tankstelle im nirgendwo kommt es zu einem Quicky, den Quim indirekt mit dem Verlust seiner Geldbörse bezahlen muss, die Bea ihm stiehlt.
Als Quim schließlich mitten im Wald nicht mehr weiter kommt, da die Strasse blockiert ist, wird die Situation richtig ungemütlich für ihn. Ein Unbekannter schießt aus dem Hinterhalt auf ihn und verletzt ihn so am Bein. Ihm gelingt die Flucht und er überfährt den vermeintlichen Schützen. Später trifft er auf Bea, die genau wie zwei Polizisten ins Visier der unheimlichen Heckenschützen geraten ist.
Dieser kleine spanische Beim sterben ist jeder der erste –aka- Deliverance Verschnitt, erzählt die alte Leier von Menschen, die von irgendwelchen schießwütigen Psychopathen durch die Wildnis gejagt werden. Und das nicht mal schlecht. Die Sexszene am Anfang verleiht den Figuren zwar nicht unbedingt tiefe, aber im Gegensatz zu machem US Horrorfilm haben Bea und Quim wenigstens so etwas wie eine Persönlichkeit, die bei all ihrem „auf der Flucht seien“ hin und wieder durchscheint.
Auch wenn das Deliverance Motiv ausgelutscht ist, ist der König des Hügels sehenswert. Zum einen bestechen die Landschaftsaufnehmen der herbstlichen Wälder und zum anderen ist die Atmosphäre wirklich gut eingefangen. Das diese beiden Elemente den Film nicht über die gesamte Spielzeit gebracht hätten, wusste auch Drehbuchautor Javier Gullón und Regisseur Gonzalo López-Gallego.
VORSICHT SPOILER
Deswegen enthüllen sie nach einer knappen Stunde die Identität der Killer, bei denen es sich um zwei Milchbubis im Kampfanzug handelt, die eine Art Real-Life Counter Strike, Manhunter oder Deer Hunter Season spielen. Das wirkt nicht unbedingt glaubwürdig, aber Glaubwürdigkeit ist im Horrorfilm ja auch nicht zwingend notwendig.
Die Amoklaufenden Kinder sorgen immerhin für ein krasses Finale in einem verlassenen Dorf und geben Freunden wüster Spekulationen die Chance einen tieferen Sinn in King of the Hill herein zu interpretieren.
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Michael Clayton (2007)
Müllmann oder Ausputzer. Das sind die Titel die der Anwalt Michael Clayton sich über die Jahre in der großen Anwaltskanzlei verdient hat, in der er arbeitet. Durch gute Kontakte und Geschick löst er Probleme in rechtlichen Grauzonen oder versucht Probleme in der Griff zu bekommen. Doch Michael Clayton hat selber auch jede Menge Probleme. Er hat einen Berg Schulden aus einer Restaurantpleite, einen Sohn aus seiner kaputten Ehe oder ein Glücksspielproblem.
Zu seinem größten Problem entwickelt sich jedoch sein Freund und Boss Arthur. Die Großkanzlei ist eigentlich dabei, den Düngefabrikanten U North vor einer Sammelklage zu bewahren, da meldet sich Arthurs Gewissen. Er zieht sich mitten in einer Vernehmung nackt aus und will der Gegenseite belastendes Material über U North zukommen lassen.
Alle halten ihn für verrückt und Michael Clayton versucht das Problem in Griff zu bekommen. Vergeblich. Denn der Großkonzern, vertreten durch die Karrierefrau Karen Crowder lösst das Problem auf seine Weise.
Die Geschichte die Michael Clayton ist nun wirklich nicht neu. In jedem zweiten amerikanischen Anwaltsfilm geht es um einen Großkonzern, der Dreck am Stecken hat (Erin Brokowich, Der Regenmacher, Zivilprozess). Doch der Film von Bourne Trilogie Drehbuchautor Tony Gilroyist anders. Der Zuschauer weiß relativ schnell was gespielt wird und kann auch vorhersehen was passieren wird. Aber dafür gibt es immer wieder punktuell Spannung. Zumal dieser recht leise Thriller, der fast ohne Action auskommt, von seiner Atmosphäre, den wunderschön aufgenommenen Bilder und seinen großartigen Schauspielern lebt. Tom Wilkinson ist als durchgeknallter Anwalt ebenso genial wie die Oscar prämierte Tilda Swinton. Sie ist es, die als U North Managerin, die kaltblütig und von ihrer Arbeit aufgefressen agiert, immer wieder Akzente setzt. George Clooney kann ebenfalss zeigen was er kann und wirkt sehr gereift. Zu guter Letzt kann man auch das Spiel von Sydney Pollack in vollen Zügen genießen.
In einem Punkt muss ich dem equilibriumblog übrigens voll und ganz beipflichten. Die Rolltreppteneinstellung wäre wirklich ein sehr schöner Schluss gewesen.
Categories: Drama, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Thriller Tags: Anwalt, George Clooney, Sydney Pollack
No Country for old Men (2007)
Einen neuen Haarschnitt und ein Druckluft-Bolzenschussgerät! Das sind die zwei Dinge, die man sich nach dem, nicht umsonst als Genstreich gefeierten, neuen Film der der Brüder Ethan und Joel Cohen zulegen sollte.
Die Geschichte des Neo Western Thrillers ist schnell erzählt. Während sich Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) über die Gewalt der modernen Zeit nachdenkt und sich mit seinem minderbemittelten Deputy herum plagen muss, entdeckt der arbeitslose Llewelyn Moss in der Wüste die Überbleibsel eines geplatzten Drogendeals. Ein paar Trucks beladen mit Heroin, ein halbes Dutzend toter Mexikaner und einen Überlebenden, der am verdursten ist. Statt dem Mann zu helfen folgt Llewelyn einer Spur und findet schließlich einen Koffer mit zwei Millionen Dollar.
Doch statt sich mit dem Geld aus dem Staub zu machen, bekommt er Gewissensbisse und kehrt des Nachts mit einem Kanister Wasser an den Tatort des Gemetzels in der Wüste zurück. Da jedoch zur gleichen Zeit zwei Mexikaner dort auftauchen, wird Llewelyn auf einmal zu Gejagten. Der Killer psychopathische Killer Anton Chigurh heftet sich an seiner Fersen. Der schweigsame Mexikaner neigt dazu, Menschen auch mal aus Spass umzubringen, ohne dabei auch nur eine Miene zu verziehen. Eine erbitterte Jagd durch den Süden Texas beginnt.
Wie schon im Cohen Brüder Meisterwerk „Fargo – Blutiger Schnee“ spielt auch in „No Country for old Men“ ein Koffer voll mit Geld eine wesentliche Rolle. Auch sonst bleiben sei sich treu. Die Figuren, allen der zurecht Oscar prämierte Javier Bardem, als Massenmörder mit der Superfrisur, sind skurril aber niemals lächerlich. Llewelyn wird vom Jäger selbst zum Gejagten und ist wie das angeschossene Tier, dass ihn zu dem Geld führte, selber chancenlos. In seinen wenigen Auftritten ist auch Tommy Lee Jones großartig wie immer. Seine Figur hält die Handlung gewissermaßen zusammen und persifliert gleichermaßen das Western Genre als solches. Der Sheriff ist tatenlos, schickt seinen Deputy vor wenn es gefährlich wird und zeigt keinerlei Ambitionen selbst in die Handlung einzugreifen. Seine Bedeutung wird eigentlich erst klar, wenn er am Ende des Films den alten Mann besucht und der ihm eine Geschithe übers sterben im „Wilden Westen“ erzählt.
Über das Finale von „No Country for old Men“ kann man streiten. Ich persönlich fand es einfach genial, mit welcher totalen Dreistigkeit der finale Showdown unterschlagen wird. Nach zich blutigen Gefechten, stirbt der Antiheld im Off. Doch da danach nicht Schluss ist und überflüssig wie vorhersehbarer Autounfall folgt, verfehlt das Ende seine Wirkung.
Ansonsten stört den Filmgenuss lediglich, dass einige dramaturgische Schwächen, gerade in Bezug auf die Handlungen einzelner Personen negativ auffallen.
Doch davon sollte man sich nicht stören lassen und sich statt dessen lieber von dem schwarzhumorigen,bitterböse unterhaltenden und extrem gewalttätig und blutig inszenierten Meisterwerk berauschen lassen.
Categories: Action und Abenteur, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Thriller, Western und Italowestern Tags: Cohen Brüder
Trade – Willkommen in Amerika (2007)
In Mexiko Stadt geht so richtig die Post ab. Der 17-jährige Jorge verdient dort sein Geld als „Touristenführer“. Er macht vermeidlich Werbung für ein Bordell, in dem perverse alte Männer Sex mit jungen Mädchen haben können. Doch wenn ihm tatsächlich ein Tourist folgt, lockt er diesen in einen dunklen Hinterhof. Dort nimmt Jorge den Sextourist dann mit vorgehaltener (Wasser)Pistole aus. Von dem Geld, dass er mit seiner Arbeit verdient kann er seiner kleinen Schwester Adriana sogar ein Fahrrad zum Geburtstag kaufen. Das kleine Mädchen hat aber nicht allzu lange Spaß daran. Am helllichten Tag wird sie auf offener Straße von ein paar russischen Menschenhändler gezerrt.
Ebenfalls in die Fänger der „Humankaptial“ Händler gerät die hübsche Polin Veronica. Ihr Ziel ist es über die grüne Grenze Mexikos in die USA einzureisen. Doch recht schnell merkt sie, dass irgendetwas nicht stimmt mit ihren Reiseleitern. Doch zur Flucht ist es zu spät. Ihre Freundin, die mit ihr nach Mexiko gekommen ist, wird von einem Auto überfahren und Veronica wird verschleppt und vergewaltigt.
Adriana und Veronica sollen, zusammen mit anderem „Menschenmaterial“ tatsächlich in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Durch Zufall entdeckt Jorge die Gruppe in der der 20 Millionen großen Megacity und nimmt die Verfolgung auf. Mehrmals ist er direkter nähe zu den Schiebern, doch greift nicht ein. Schließlich versteckt er sich im Auto eines Amerikaners und reist in die USA ein. Nach anfänglichen Differenzen versuchen die beiden zusammen Adriana zu retten.
Roland Emmerich produzierte hier ein Remake der Natalie Babystrich Reihe und lies den deutschen Nachwuchs Regisseur Marco Kreuzpaintner den Film realisieren. Er konnte weiterhin mit Kevin Kline einen echten Star für sich gewinnen. Außerdem hatten Emmerich und Kreuzpaintner extrem großes Glück. Denn da es sich beim Thema Menschenhandel, Frauen als Sexsklavinnen, Kinderschänder und illegale Einreise in die USA um ernste Themen handelt, wurde der Film überall recht positiv und als Dienst an der Menschheit aufgenommen.
Dumm nur, dass die meisten Leute dabei übersehen was für einen Blödsinn der Schwabe Emmerich da zusammen produziert hat. Trade hat mehr Logiklöcher und Personen, die sich vollkommen dämmlichste verhalten als der dümmste Teenager Slasher. So habe die Entführungsopfer permanent die Gelegenheit zur Flucht und als sie es dann endlich tun, lassen sie sich in einer Stadt voller Menschen direkt wieder einkassieren. Auch kommt der Zufall Jorge so oft zur Hilfe, dass es absolut unglaubwürdig wird. Neben diesen Stupiditäten ist der Film aber auf jeden Fall unterhaltsam.
Aber hier muss man kritisch nachfragen, ob ein Film in dem es um mehr als ein heikles Thema geht so unterhaltsam sein muss. Gerade wenn Jorge und seinem amerikanischen Helfer herum albert, fragt man sich, ob den beiden der Ernst der Lage nicht klar ist. Man hat es peinlichst genau vermieden den Mainstream Kinozuschauer mit zu hartem Tobak zu schocken. Veronica wird zwar zu Beginn des Films einmal vergewaltigt, aber beim Menschenhandel ist es üblich die Opfer der Zwangsprostitution so lange zu vergewaltigen, bis ihr Willen gebrochen ist. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in einer Form gezeigt, der niemanden verstört. In einem grotesk, surreal überzeichneten Wald und Wiesen Bordell, soll die kleine Adriana ihre ersten Dollar verdienen.
Wenn man die Schwächen des Drehbuchs und die Tatsache, dass hier zwar ein ernstes Thema, bei allem guten Willen, verharmlost dargestellt wird, kann man aber gut unterhalten werden. Wer es gröber mag darf sich am Ende gar auf einen akustisch schön gemachten, eingeschlagenen Schädel freuen.
Categories: Action und Abenteur, Drama, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie, Thriller Tags: Menschenhandel, Roland Emmerich
Snuff Trap -aka- Snuff killer – La morte in diretta (2003)
Juchuu, ein Film über Snuff Filme aus der Schmiede des italienischen Regiegroßmeisters Bruno Mattei. Der Filmemacher, der vielen unter dem Pseudonym Vincent Dawn bekannt sein dürfte, hat sich hier quasi in den tiefsten Untergrund gestürzt und ein Filmchen darüber gedreht, wie fiese Pornoproduzenten entführen und zum finale ihrer Snuffpornos töten.
Wer nicht gerade den „Originalfilm“ Snuff aus dem Jahr 1976 kennt, der denkt beim Wort Snuff wahrscheinlich am ehesten an den Nicolas Cage Film 8mm. Das hat wohl auch Bruno Mattei getan. Sein Snuff Trap ist eine Art Remake zu 8mm. Die Handlung wurde nach Paris, Amsterdam und Hamburg verlegt, die Hauptfigur zu einer attraktiven Blondine und die Menge an gezeigtem Sex gewaltig nach oben geschraubt. Ansonsten hat der italienische Filmemacher sogar eine low Budget Version von dem berühmten 8mm Zitat „Wen du dich mit dem Teufel einlässt, veränderst du nicht den Teufel, der Teufel verändert dich“ erfunden und die meisten Storyelemente übernommen.
Die Tochte von Michelle wird, nachdem sie in einer Disco einen Typen aufgerissen hat („Na meine kleine, möchtest du mal ziehen“ „Danke, die ist fantastisch“ „Wir könnten ein bisschen in meinem Auto rummachen“), entführt. Da ihr Stiefvater, ein französischer Politiker, die Polizei nicht einschalten will, macht sich Michelle alleine auf die Suche nach ihrer Tochter.
Sie steigt ab in immer tiefere Untiefen des Hardcore Universums, wo sie nicht nur ihre ersten Kontakte mit Bondage- und Folterpornos macht, sondern auch auf skrupellose Geschäftspartner stößt (so wird sie z.B. mit vorgehaltener Waffe zu einem Blowjob gezwungen). Nach einem Road Trip durch Europa landet sie schließlich in Hamburg. Hier dreht die durchgeknallte Pornoproduzentin Doktor Hades ihre Snufffilme.
Den Mangel an eigenen Ideen habe ich ja schon zu Beginn angesprochen. Doch das ist leider nicht der einzige Makel den Snuff Trap aufweist. Die Schauspieler sind durch die Bank unterirdisch schlecht. Hauptdarstellerin Carla Solaro ist gleichermaßen hübsch wie unfähig. Letzteres gilt auch für den Rest des Cast. Wobei man zugeben muss, dass einige der bösen Typen von der Pornomafia und ganz besonders Dr. Hades für ein ordentliches Maß an unfreiwilliger Komik sorgen, die durch die Deutsche Synchronisation noch verstärkt wird. Auch Schnitt (Taxi von links, Taxi von rechts, Taxi von links…) und Beleuchtung sind eines Mannes, der so lange im Film Geschäft war wir Mattei unwürdig. Billige Pornoästethik und die Pornodialoge verhindern, dass sich so etwas wie Atmosphäre entwickeln kann.
Das ist Schade. Gerade da, ein europäischer 8mm mit mehr Sex durchaus interessant gewesen wäre. Doch auch wenn die extrem harten Softcore Folterungen (Brandings, Frauen werden verprügelt, fast erstickt, ausgepeitscht usw.) mit dem was sie zeigen nichts für schwache Nerven sind, ist das Endprodukt einfach nur ein großes Ärgernis. Auch das Mattei noch eine kleine Lovestory mit einer Sexszene in einer Limousine eingebaut hat, verbessert die Qualität des Films nicht.
Auf Grund des Vincent Dawn Bonus und der Tatsache, das es um Snuff geht, sollte der harte Exploitation Fan sich Snuff Trap zwar trotzdem ansehen. Aber alle anderen werden vermutlich nicht ihren Spaß haben.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Thriller Tags: Bruno Mattei, Snuff, Trash
Garden of Love – Der blutige Alptraum beginnt (2003)
Ein Blutiges Massaker, bei dem die gesamte Hippiefamilie um Musiker Verlaine nieder gemetztelt wird, bildet den Auftackt zu diesem Olaf Ittenbach Film! Nur die kleine Rebecca überlebt, fällt ins Koma und kann sich später an nichts mehr erinnern. Sie wird von Verwandten adoptiert, wächst zu einer hübschen, jungen Frau heran und führt zusammen mit ihrem Freund ein recht normales Leben.
Bis zu Tag, an sie anfängt Visionen zu bekommen. Der blutverschmierte Geist ihres Vaters spricht zu ihr. Darauf hin beginnt sie ihr Umfeld zur Rede zur stellen. Sie erfährt, was es mit dem Massenmord auf sich hat. Doch sie wird das Gefühl nicht los, dass sowohl ihre Adoptiveltern, wie auch ihr Freund und der Polizist, der damals die Ermittelungen leitete ihre nicht die ganze Wahrheit erzählen. Schließlich stößt sie auf ein schreckliches Geheimnis und sorgt dafür, dass gleich zwei neue Massaker auf der Verlaine Farm stattfinden.
Geister die, die Lebenden nicht in Ruhe lassen, eine fiese Verschwörung in der eigenen Familie und ein ordentliches Gemetzel. Olaf Ittenbach hat mir „Garden of Love“ anscheinend versucht, vom Image des deutschen Peter Jackson los zu kommen. Er mischt einen Cocktail zusammen, der weder sonderlich originell noch irgendwie gut konstruiert ist. Über weite Strecken wirkt der Film wie ein Fernseh Tatort in dem ab und zu Bela B. Felesenheimer von den Ärzten, als Geist auftaucht. Man muss es einfach sagen. Die Geschichte, die Olaf Ittenbach sich ausgedacht hat, ist ziemlicher Mist. Dieser Eindrcuk verstärkt sich, da die Schauspieler nicht wirklich überzeugend sind und ganz besonders durch die schlechte Nachtsynchronisation.
Das ist dann aber auch der einzige „technische“ Schnitzer. Denn ansonsten sieht man, dass Olaf wirklich einiges seit Premutos gelernt hat. Kamerafahrt, Beleuchtung und Schnitt lassen nicht nur die meisten anderen Amateurfilmer alt aussehen, sie können es auch mit wesentlich professioneller gemachten Filmen aufnehmen. Natürlich sind auch die Splatter Effekte handwerklich einwandfrei gemacht.
Als Fazit kann man ziehen, dass Olaf Ittenbach zwar nicht unbedingt der deutsche David Lynch ist, aber das er sich weiterentwickelt hat. Aber als spaßiger Splatterproll gefällt er mir wesentlich besser.
Categories: Amateurfilme, Drama, Fantasy, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Thriller Tags: Olaf Ittenbach
The Mad Foxes -aka- Los Violadores (1981)
Der 18. Geburtstag! Das ist ein Grund zum Feiern und für eine Jungfrau ein gutes Datum um die Unschuld zu verlieren. So ist zumindest der Gedanke des Mädchens namens Babsi, dass mit Hal in dessen Stringray durch die Gegend fährt. Er hat ihr versprochen sie heute zur Frau zu machen. Doch auf dem Weg in die nächste Disco um sich Mut für die Defloration an zutrinken kommt es zu einem Streit mit einer Band von Motorradrockern. Beim anschließenden Rennen hat einer der Biker einen Unfall.
Davon lassen sich Hal und seine kleine Freundin aber nicht den Abend verderben. In der Bar, trinkt man gepflegt Champagner, sieht den anderen Gästen beim Tanzen zu, debattiert über den Schmerz, den man beim ersten mal verspürt und knutscht hemmungslos rum. Richtig schön betrunken wollen die beiden nach Hause fahren.
Daraus wird aber nichts, da die Rocker auftauchen. Über den Unfall ihres Freundes sind diese ganz und gar nicht begeistert. Ihnen steht der Sinn nach Rache. Sie verprügeln Hal, reißen seiner kleinen Freundin die Kleider vom Leib, vergewissern sich, dass sei tatsächlich noch Jungfrau ist und vergewaltigen sie dann.
Jetzt ist natürlich Hal auf Rache aus. Von seiner Wohnung aus (in der goldene Schallplatten an der Wand hängen) ruft er einen Kumpel in dessen Karateschule an. Mit Hilfe von dessen Jungs will er es den Bikern heimzahlen. Tatsächlich stürmt Hal am Abend mit einer Gruppe Karatekids das Amphitheater in dem die Biker eine Trauerfeier für ihren, beim Unfall verunglückten Freund abhalten. Die Kampfkunstschüler vermöbeln die Rocker nach Strich und Faden und lassen deren Anführer einer Spezialbehandlung zu Teil kommen. Auf Hals Wunsch kastrieren sie ihn und stopfen ihm, sein abgeschnittenes Gemächt in den Mund.
Nach soviel Gewalt gönnt sich Hal erst einmal eine Liebesnacht mit einer schönen Unbekannten. Die Karatetypen trainieren derweil in ihrem Club und bekommen Besuch von der Motorradgang. Diese hat aufgerüstet und bringt Handgranaten und Maschinengewehre mit. Die Sportler haben keine Chance, das Blutbad zu überleben und die Rocker machen sie im Anschluss auf die Suche nach Hal.
Nachdem die Rocker den Bewacher von Hals Tiefgarage erschossen haben, kann Hal dank der Hilfe eines kleinen Jungen fliehen und der Band nach einer wilden Verfolgungsjagd tatsächlich entkommen.
Derweil ist ein Nudistenpärchen am Strand mit sich selbst beschäftigt. Wobei die beiden eher eine lockere Bindung haben. Den nachdem Hal auftaucht, lässt (die inzwischen wieder bekleidete Silly) ihren Typ stehen und fährt mit Hal davon. Der will auf dem Anwesen seiner Eltern endlich Ruhe vor den Motorrad Rowdys finden. Und es scheint so, als würde ihm das gelingen. Er kann das gute Essen genießen Silly verführen, Sex in der Badewanne mit ihr haben, mit ihr Jagen gehen und ausreiten und dabei Sex im Freien haben und seine Problem natürlich vergessen.
Doch die Motorradfahrer spüren Hal und seine Stingray auf. Den Gärtner seiner Eltern töten sie, indem sie ihm seine Heckschere in den Mund stoßen und auch die Lebenserwartung der übrigen Menschen im Haus sinkt rapide mit dem Auftauchen der Gang. Sie erschießt die Köchin, den Vater sowie die im Rollstuhl sitzende Mutter und schlitzt das Küchenmädchen auf.
Hals Laune ist als Folge des Massakers natürlich getrübt. Er setzt sich in seine Stingray und macht sie auf die Suche nach den Rockern. In einer Bar wird er fündig. Die Kellnerin (mit dem tiefen Dekolletee) will ihm zwar nichts sagen, aber auf dem Klo der Kneipe entdeckt ein Mitgleid der Bande. Hal schießt ihm zuerst in die Hand und sprengt ihn dann mit einer Handgranate, die er ins Klo schmeißt in die Luft.
Den zweiten Motorradfreund trifft er auf einem Schrottplatz an. Doch dieser sucht sein Heil in der Flucht und wird erst , nach einer Verfolgungsjagd, von Hal aus dem fahrenden Wagen heraus, erschossen.
Rocker Nummer drei ist derweil bei einer blonden Nazi Domina (ob sie rein zufällig Ilsa heißt, wird glaube ich nicht erwähnt) beschäftigt. Auf dem Weg zu dieser kann er quasi en passant einen weiteren Rocker töten. Die Nazidomina muss im Anschluss genau wie ihr Kunde dran glauben.
Zu guter Letzt fährt Hal in seine Wohnung. Sein Rachfeldzug ist vorbei. Doch in seiner Wohnung wartet nicht nur Babsi, sondern auch der der Rocker Eunuch mit einer Bombe. Diese zündet er, alle sterben und der Film ist aus!!!
Ein gigantisches Meisterwerk! The Mad Foxes spielt in einer Liga mit Filmen wie „Buio Omega“ -aka- „Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf“ oder auch „Riffs III – Die Ratten von Manhatten“. Wie überlebensgroß der Film ist, lässt sich schon daraus herleiten, dass es nahezu unmöglich ist, ihn einem konkreten Genre zuzuordnen.
Auf Grund der Tanzszene zu beginn, ist es ein Tanzfilm wie Dirty Dancing oder Flashdance. Ein Rocker- oder Bikerfilm ist es auf jeden Fall. Wobei er auch ein Autofilm und Actionfilm ist, allein schon auf Grund der vielen Verfolgungsjagden. Viel mehr ist es noch ein Rape and Revange Film wie beispielsweise der Genreklassiker „Day of the Woman“ -aka- „I Spit on Your Grave“. Die Rache wird hier sogar zum Teufelskreis aus dem niemand entkommen kann und der am Ende alle ins Unglück treibt. In diesem Sinne ist „The Mad Foxes“ fast schon griechische Tragödie! Weiterhin kann man von einem Sexfilm sprechen. Zwar ist Babsis Vergewaltigung eher Sexploitation, aber da der ganze Film Exploitation in seiner reinster Form ist, stört das nicht weiter. Hals Geliebte die nur eine Sexszene mit ihm hat, genauso wie die späteren Sexszenen mit Silly lassen aber eindeutig auf Sexfilm schließen. Wobei man hier unterscheiden muss. Die Szene mit seiner unbekannten Geliebten verwendet einen leichten Weichzeichner und erinnert so eher an David Hamilton, während Sillys Szene am Strand Anklänge an den klassischen Nudistenfilm enthält. Ab und zu gleitet der Film sogar in den Bereich der Slapstickkomödie ab und wenn eine junge Frau aufgeschlitzt wird, ist das eindeutig Splatter, was man theoretisch dem Horrorgenre zuordnen kann.
Auch wenn man die schwierige Einordnung von „The Mad Foxes“ vernachlässigt bleibt der Film eine Perle des Exploitation. Der Chef der Rocker trägt SS-Mütze und am Ende ein Outfit was irgendwie stark an die NSDAP erinnert. Der Rest der Truppe trägt zu Beginn rote Armbinden mit einem weißen Kreis, in dem gegen Ende des Film Hackenkreuze auftauchen. Die Kammer der Nazi Domina ist ebenfalls mit Hakenkreuzen und Hitlerbild geschmückt.
Neben den Nazielementen sorgt natürlich die Action für Spaß. Die Verfolgungsjagden werden teilweise in doppelter Geschwindigkeit abgespielt, und auch die Kampfszene mit den Karate Kämpfern hat einen gewissen Trash Faktor. Genau so wie die extrem übertriebene Gewalt, die selbst für Exploitation bemerkenswert ist. Unter den Blutbad und Massakerszenen ist besonders die Erschießung der alten Frau im Rollstuhl erwähnenswert.
Die Schauspieler bemerkt man eigentlich gar nicht bei so viel Brillanz, die der Film ausstrahlt. Hauptdarsteller José Gras scheint nur über eine Mimik zu verfügen, aber hat immerhin keine all zu schreckliche Frisur (Anfang der 80er gab es da schlimmeres). Die Schauspielerinnen sehen nackt alle ganz nett aus und erfüllen demzufolge ihren Zweck. Ansonsten ist Eric Falk als Stileto zu bewundern, wobei man ihn eigentlich kaum wiedererkennt, da er einen Schnurrbart trägt und eine ungewöhnliche Frisur hat, die man aus seinen Rollen in Jess Franco Filmen nicht kennt.
Produzent des Spektakels war übrigens Erwin C. Dietrich höchst persönlich. Peter Baumgartner, der oft mit ihm zusammengearbeitet hat, machte diesmal nur unter Pseudonym mit. Was Regisseur Paul Grau betrifft – dieser hat eine recht interessante Vita. Auf dem Regiestuhl saß er nach „The Mad Foxes“ nur noch bei „Sechs Schwedinnen auf der Alm“. Jedoch war er Location Manager bei Frauengefängnis von 1975 und Schauspieler in Gefangene Frauen von 1980 sowie dem Film Lost in the Barrens.
Quentin Tarantino versucht vielleicht solche Filme wie „The Mad Foxes“ zu kopieren, aber wer dieses Original gesehen hat, wird verstehen, was authentisches Kino bedeutet und was wirklich große Kunst ist.
Categories: Action und Abenteur, Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Komödie, Thriller Tags: B-Movie, Eric Falk, Erwin C. Dietrich, Meisterwerk, Rache, Trash
Die Horror-Party -aka- April Fool’s Day (1986)
Eine Gruppe Jugendlicher will das Wochenende um Ostern auf dem Haus, auf einer Insel liegenden Haus einer Freundin verbringen. Auf der Hinfahrt geschieht ein schrecklicher Unfall auf der Fähre, bei dem ein Fährmann schwer verletzt wird. Und auch in dem Haus geschehen seltsame Dinge.
Ohne zu lügen kann ich sagen, dass Die Horror-Party der langweiligste Slasher ist, den ich je gesehen habe. Das keine wirkliche Handlung vorhanden ist, stört dabei am wenigsten. Denn Handlung wird bei Slasher Filmen ja bekanntlich überschätzt. Doch wenn niemand umgebracht wird und nur unglaubwürdige Szenen aneinander gereiht werden, bleibt der Spaß auf der Strecke. Zudem bekommt man von der grässlichen 80er Jahre Ausstattung des Films Augenkrebs und seine Prüderie ist fast schon eine Beleidigung des Genres. Ein Sexpsychotest ist da der erotische Höhepunkt.
Die Wendung am Ende des Films (ich will nicht spoilern, aber der Film heiß Aprilscherz Tag) ist nicht nur durch und durch dämlich, sondern so dreist, dass man nur den Kopf schütteln kann.
Das einzige was mir wirklich gut gefallen hat, war der Anfang des Films. Dort wurde ein Privatvideo als Stilmittel verwendet. Ansonsten überzeugt bei „Die Horrorparty“ höchstes noch das hübsche DVD Cover.
Bei Freitag der 13. oder sleepaway camp ist man auf jeden Fall besser aufgehoben.
