Lady Snowblood -aka- Shurayukihime (1973)
Es sind unruhige Zeiten im Japan kurz vorm Anbrechen des 20. Jahrhunderts. Das Land, dass sich lange Zeit dem Westen gegenüber verschlossen hat, öffnet sich und will sich zur Weltmacht entwickeln. Deswegen wird die, im alten Japan des Shogun und Samurai, völlin unbekannte Wehrpflicht eingeführt.
In einem kleinen Dorf kommt, auf Grund von Gerüchten zur Tragödie. Drei Männer und eine Frau töten den neuen Grundschullehrer des Dorfes. Sie geben vor ihn für den in Weiß gekleideten Beamten der Regierung zu halten, der zur Überwachung der Wehrpflicht beauftragt ist. Sie metzeln den Mann brutal nieder, töten seinen kleine Sohn und vergewaltigen tagelang seine Frau. Anschließend erzählen sie den Leuten in Dorf sie könnten sich von der Wehrpflicht frei kaufen, in dem sie 270 Yen bezahlen. Einer der Betrüger macht sich mit seinem Anteil auf nach Tokio und nimmt die zuvor geschändete Frau des Lehrer mit, da er ihr verfallen ist. Diese tötet ihn schließlich und wird dafür ins Gefängnis gesteckt.
Dort verhält sie sich wie eine läufige Hündin und hat Sex mit jedem Mann, der ihr über den Weg läuft. Sie will unbedingt schwanger werden und einen Sohn gebären, der ihre Rache fortführen kann. Bei der Geburt einer Tochter stirbt die Frau und das Kind wird von einer wenig später freigelassenen Mitgefangenen zur Lehre bei einem Kampfkunstmeister gegeben, der sie zum gnadenlosen Racheengel ausbildet.
Als das Mädchen zu einer bildhübschen Frau herangewachsen ist, macht es sich daran die Rache ihrer Mutter zu vollendenden. Lady Snowblood genannt. Mit Hilfe des japanischen Bettlerkönigs spürt sie die Mörder von damals auf und folgt ihrer Bestimmung.
Ihr erstes Opfer ist inzwischen ein kranker, alter Säufer. Seine Tochter prostituiert sich heimlich um ihrem Vater Schnaps und Medizin zu kaufen. Der zweite Mann auf ihrer Liste ist angeblich bei einem Opiumschmuggel gestorben. Auch beim Versuch Rache an der Frau die unter den Mördern war, scheitert sie. Diese ist inzwischen Anführerin einer Mafiagruppe und erhängt sich bevor sie gerichtet wird.
Doch mit dem Auftauchen des letzten Mörders, der nicht ertrunken, sondern sehr lebendig ist muss ihre Rache vollenden und kann sich nicht dem Leben mit dem Journalisten und Buchautor widmen, der ihre Geschichte als Roman herausgebracht hat.
Rache! Immer wieder ein großartiges Filmthema. Mit Lady Snowblood setzt es Regisseur Toshiya Fujita auf überaus poetische Weise in Szene. Die Heldin wird lediglich zum Zweck der Rache gezeugt und geboren (Ich frage mich ob sich die Nighmare on Elmstreet Macher davon haben inserieren lassen. Wir erinnern uns: Freddy Kruegers Mutter war Nonne und wurde in einer Psychiatrie von sämtlichen Irren vergewaltigt. Freddy ist ja auch eine Rachfigur). Es wird in manchen Szenen deutlich, wie sehr Lady unter ihrer Rolle leidet. Wenn sie nicht das Schwer schwingt um Blut zu vergießen wirkt sie erstaunlich zerbrechlich. Ein völlig unfreies, fremd bestimmtes Wesen. Hauptdarstellerin Meiko Kaji spielt ihre Rolle sehr überzeugend und sang auch den Titelsong. Die Filmmusik selbst tut auch ihren Teil zur Atmosphäre des Films.
Der Beginn des Filmes ist sehr verschachtelt erzählt (kein Sorge später wird linear). Es wird gesprungen zischen Lady Snowbloods Mutter im Gefängnis, der Geschichte um den Mord an ihrem Mann, der Jetztzeit in der sich Lady Snowblood bewegt und dem historischen Hintergrund, der in Zeichnungen bzw. Mangazeichnungen erzählt wird. Gerade diese schwarz weiß roten Bilder verfehlen ihre Wirkung nicht.
Rot ist sowieso das Stichwort. An Blut wurde in Lady Snowblood nicht gespart. Jeder Schwertstoß eine Blutfontäne! Es ist schwer zu sagen, ob das übertrieben ist oder eine Abkehr von Filmen in denen überhaupt kein Blut fließt. Definitiv hat Lady Snowblood aber mit den Weg frei gemacht für Filme wie Shogun’s Sadism – The Joy of Torture 2: Oxen Split Torturing. Die Schwertkämpfe für sich sind mit ungeheurer Eleganz choreografiert.
Neben dem Rachemotiv thematisiert behandelt der Film auch die oft im Film verarbeitete (zuletzt durch Last Samurai) Öffnung Japans gegenüber dem Westen. Gerade wie Lady Snowbloods Opfer angeordnet sind ist ein Zeichen dafür. Der Erste ist ein Verlierer, der es in den neuen Zeiten zu nichts gebracht hat. Die Zweite ist Mafiaboss und verfügt bereits über Schusswaffen. Und der dritte ist kein kleiner Verbrecher, sondern Waffenschmuggler, der Geschäft mit der Regierung macht. Nachdem Lady Snowblood ihn getönt hat ist für sie selbst kein Platz mehr, da sie selbst Bestandteil des alten Japans ist (Schön in diesem Zusammenhang ist auch die Szene, in der das letzte Opfer von der Galerie fällt und dort die Japanische Flagge herunter reißt, die dort neben der amerikanischen hing). Jedoch wird sie von der Tochter (die Prostituierte) eines ihrer Opfer getötet, wodurch auch die Botschaft herausgestellt wird, das Gewalt immer nur neue Gewalt hervorruft.
Bekanntheit außerhalb der Eastern Fan Szene bekam der Film erst wieder durch Quentin Tarantinos Kill Bill. Dieser bedient sich ganz offen aus Lady Snowbloods Motiven und zitiert ihn eigentlich ununterbrochen.
Was ich noch sehr gut gemacht fand, war übrigens des Maskenball, der an Sissi Filme erinnerte und so die folgende Gewalt sehr schön kontrastierte. Wobei man sich bei dem Ball natürlich beschweren kann, dass dort Flaggen hängen, die es zur Zeit in der, der Film spielt noch gar nicht gab, weil es die Staaten noch nicht gab. Aber so kleinkariert sollte man nicht sein^^
Categories: Action und Abenteur, Asiatischer Film, Drama, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Japan, Rache
Death Trance – Versus II (2005)
Eins Vorweg: Death Trance – Versus 2 ist nicht wirklich der zweite Teil des Material Arts, Splatter, Yakuza, Fantasy Krachers aus dem Jahr 2000. Aber da Tak Sakaguchi mitspielt und der Action Derector von Versus Yûji Shimomura hier selbst Regie führte, dachte sich der deutsche Verleih Anolis wohl, man sollte dem Publikum Namensgebung ein bisschen besser auf den Film aufmerksam machen. Nicht zu unrecht wie ich finde.
Ein Mann schreitet durch eine Armee von steinernen Statuen um schließlich einen Tempel zu erreichen. In diesem reichtet er ein Massaker unter den Mönchen an und stiehlt den Sarg, den sie dort bewacht haben. Als später einer der Mönche, der beim Blutbad nicht anwesend war zurück zum Tempel kommt, bekommt er vom hohen Priester (oder was auch immer der Typ genau war) den Auftrag zu verhindern, dass der Sarg geöffnet wird. Denn wenn dies geschehe werde die Göttin der Zerstörung befreit und würde die Welt vernichten. Währenddessen schleift der Mann der den Sarg gestohlen hat diesen in Seelenruhe hinter sich her. Begleitet wird er dabei von einem kleinen Mädchen, das ihm auf Schritt und Tritt folgt. Aber nicht nur der Mann scheint Gerüchte über die Macht des Sargs zu haben. Die Eingeborene Bevölkerung glaub er erfüllte Wünsche und versucht immer wieder ihn in ihren Besitzt zu bekommen. Ebenso so wie ein weiter Mann, der nicht nur mit Schwert, sondern auch mit Panzerfaust und Pistolen bewaffnet und sich zusammen mit dem Mönch der Fährte des Sargs folgt.
Story? Nein Danke! Wer nur Filme mag, bei denen eine schön lineare Geschichte die Handlung des Films bestimmt, ist bei Death Trance – Versus 2 bestimmt an der falschen Stelle. Wichtiger als die minimalistische Story ist hier, der mythologische Überbau und die Metaphorik, die in vielen der einzelnen Szenen steckt, auch wenn diese vielleicht auf den ersten Blick nur wenig Sinn ergeben. So wird einem schon klar, dass der Mann der den Sarg gestohlen hat, als Wunsch den ultimativen Fight hat, welchen ihm die Göttin der Zerstörung auf jeden Fall liefert. Auch die Funktion des kleinen Mädchens wird am Ende erst klar und dürfte wohl Leuten die ein bisschen fit in japanischer Mythologie sind etwas sagen. Aber auch wenn man hier stundenlang weiter über jedes Detail des Films philosophieren könnte, möchte ich dass nicht ausufern lassen und zu wesentlicherem kommen. Die Kämpfe in die gezeigt werden sind wirklich atemberaubend. Cool, schnell, brillant koreografiert und teils mit heftigem Metall Sound eine Metallband unterlegt die kein Mensch kennt (man belehre mich bitte). Splatter wie in Versus gibt in den Kämpfen zwar nicht, aber das sorgt irgnedwie dafür, dass alles eine Spur edeler wirkt. Death Tance – Versus 2 spielt ähnlich wie Versus über lange Strecken in einem Wald, aber die Atmosphäre ist hier weit aus weniger amateurhaft. Neben den Kämpfen lässt man sich sogar Zeit zwischendurch ein wenig Humor durchblitzen zu lassen. So hat der Sargdieb ständig Magenknurren und das kleine Mädchen frisst ihm sämtliches Essen weg (Ja ja, die Japaner und Essen). Eine erstklassige Wirkung erzielt auch der plötzliche Einsatz modernen Waffen und Geräte. Man fühlt sich gerade in einem altertümlichen Material Arts Film, da wird auf einmal irgendeine Schusswaffe, der Raketenwerfer oder gar ein Motorrad ausgepackt. Mag sein, dass das wieder etwas mit der Zerrissenheit Japans zwischen Tradition und Moderne zu tun hat; aber ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist Death Trance – Versus II den Kinobesuch auf jeden Fall wert, wobei ich mir eine echte Versus Fortsetzung auch wünschen würde.
Bin ich eigentlich der einzige, der bei dem Typ mit dem Megaschwert an Final Fantasy denken musste?
Categories: Action und Abenteur, Asiatischer Film, Fantasy, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Japan
Das Pendel des Todes -aka- Pit and the Pendulum (1961)
Ein junger Adeliger kommt in das Schloss seines Schwagers Nicolas in Spanien um sich nach den Umständen zu erkundigen, nach denen seine Schwester verstorben sei. Befriedigende Antworten findet er dort aber nicht. Stattdessen seinen Schwager, der dabei ist wahnsinnig u werden, weil er befürchtet, seine Frau lebendig eingemauert zu haben. Als kleines Kind musste er nämlich mit ansehen, wie sein Vater dies mit seiner untreuen Mutter machte, nachdem er sie zuerst fast zu Tode folterte. Weiterhin scheint der Geist der toten Frau im Schloss ihr Unwesen zu treiben um auf ihr Schicksal als lebendig eingemauerte aufmerksam zu machen.
Roger Corman hat mit diesem Film mal wieder etwas bemerkenswertes geschaffen. Mit Hilfe schaurig schöne Kulissen und einem, zwar altmodischen aber spannenden Drehbuch, gelingt es ihm wunderschön gruselige Horroratmosphäre zu schaffen. Der Film der nach einer Vorlage von Edgar Allen Poe entstand verzichtet, wie für 1961 typisch auf blutige Effekte oder sonstigen Schnickschnack, aber das tut der Qualität des Films keinen Abbruch, wobei man wenn man nur Teenyslasher gewöhnt ist, vielleicht Schwierigkeiten habe dürfte sich auf den Film einzulassen. Großartig ist natürlich Vincent Price, der zwar zu Beginn auf Grund seiner Rolle ein bisschen weibisch wirkt, aber im Finale seinem Ruf als Horrorikone mehr als gerecht wird.
Categories: Drama, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags:
Ach jodel mir noch einen -aka- Stoßtrupp Venus bläst zum Angriff (1974)
Da spiegel.de so nett war von Ach jodel mir noch einen zu schreiben (der Film soll wohl bei Kino.to der Hit sein) rückt der Film mal wieder etwas nach oben.
Originalpost: 02.04.2007, 19:25
Ein Stoßtrupp weiblicher Außerirdischer von der Venus reist mit seiner fliegenden Untertasse auf die Erde um dort Nachschub für die Samenbank der Venus zu beschaffen. Der kostbare Samen (Reibstoff) ist nämlich auf der Venus zur Neige gegangen, weshalb die fünf Aliens bei den Samen produzierenden Wilden der Erde, das kostbare Gut abzapfen sollen. Diese Mission ist keine ganz ungefährliche! Aus dem Erdfernsehen erkennen die Frauen sogar, dass die Wilden Kannibalen sind, die Frauen aussaugen. Während der Ankunft des Ufos, haben die Zenzi und der Karl gerade Sex im Stall („Hättest du mir gleich gesagt, dass du eine Jungfrau bist, hätte ich mir mehr Zeit gelassen“ „Und wenn ich gewusst hätte, dass du keine Zeit hast, hätte ich mir doch die Strumpfhose ausgezogen.“). Dieses Intermezzo wird dann aber mit der Mistgabel durch die Dorfwirtin beendet, die durch die Landung des Raumschiffes wach geworden ist. Die Venus Mädchen schwärmen später aus um Samen zu beschaffen und werden von der Bevölkerung des bayrischen Dorfs, in dem sie gelandet sind für das französische Skiteam gehalten. Während eine der Frauen es schafft gleich 4 stramme Bayern in das Raumschiff zu locken, um sie dort an die Samenabzapfmaschine anzuschließen, gerät ein anders Besatzungsmitglied in Lebensgefahr, da ein Bursche, dem sie die Skier geklaut hat, ihr den überlebenswichtigen Raumanzug ausgezogen hat. Doch ein Arzt kann sie schnell genug in eine Sauna bringen und sie da direkt auch aufklären. Eine andere gerät an einen Unterwäsche Vertreter, bei dem sie Reibstoff in der Klarsichtpackung bekommt (Kondome) und im Auto von hinten genommen wird (Beim Cunnilingus: „Sind sie einem Kannibalen in die Hände gefallen?“ „Jaaa, er kostet mich bereits!“). Ein anderes Besatzungsmitglied gerät an einen Jäger, bei dem sie die Vorzüge bayrischer Blasmusik kennen lernt, aber vor Überraschung den kostbaren Samen verschluckt. Die letzte Venus Frau gerät schließlich an den Dorfpolizisten, dem sie zuvor die Uniform geklaut hatte („habt ihr so was schon gesehn? Das ist ein schwuler Polizist!“). Zurück im Raumschiff probieren zwei der Aliens erst einmal Erden Dessous aus und lesbisieren ein bisschen rum. Am Ende landet das ganze vermeidliche Skiteam auf dem Blassmusik Tanzabend des Dorfs, bei dem es nicht nur Sex mit einem Skilehrer, sondern auch einen Blowjob unter dem Tisch gibt. Schließlich ziehen sich die Venus Frauen vor versammelter Mannschaft aus, was in einer Massenschlägerei unter den anwesenden Männern mündet.
Aus der Masse der langweiligen, unerotischen, strohdoofen und unkreativen Bayern Sexfilmen sticht „5 Mädchen blasen zum Angriff“ wie der Film auch hieß, auf jeden Fall heraus. Die Story an sich ist eine wirklich witzige Idee und wurde ja quasi sogar für den amerikanischen Film „Good Vibrations – Sex vom andern Stern“ recycelt. Dialoge und Witze sind größtenteils nicht der totale Bodensatz des derben Klamauks, sondern wirklich spaßig. Auch wenn gewisse Standarts des bayrischen Sexklamauk geboten werden. Erfreulich sind auf jeden Fall die weiblichen Darstellerinnen und die Tatsache, dass sei genug Gelegenheit haben, ihre nackten Körper zu präsentieren. Nebenbei gibt’s eine schöne verschneite Bergkulisse und ein nettes Design der Alientechnologie. Stosstrupp Venus ist auf jeden Fall eine Perle des deutschen Sexfilms, der neben Humor und Erotik auch die Elemente des Science Fiktion Films einbaut und so ein absolutes Highlight wird.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie, Science Fiction Tags:
The House Bunny (2008)
Da The House Bunny immer noch sehr beliebt ist, rückt der Artikel mal wieder etwas nach oben.
Originalpost: 08.10.2008, 10:34
Playboy Bunny Shelly führt ein glückliches und vor allem sexy Leben in der Playboy Mansion Villa von Playboy Vater Hugh Hefner. Doch mit den Sexpartys mit Stars und Prominenten, dem Luxus dem Shopping mit ihren Sexy Playboy Bunny Schwestern ist es vorbei als sie am Tag nach ihrem 27. Geburtstag die Villa verlassen muss.
Nachdem sie kurz im Gefängnis landet, weil sie die Aufforderung eines Polizisten zum Blasen nicht richtig verstanden hat, landet sie in der Frauen-Studentenverbindung Zeta. Doch die spießigen, langweiligen und hässlichen Mädchen die dort wohnen, stehen kurz davor ihr Verbindungshaus an eine sexy Studentinnenverbindung zu verlieren.
Deswegen versucht House Bunny Shelly erst durch Autowaschen im Bikini neue Mitglieder zu werben und startet dann ein Makeover der Hausbewohnerinnen. Aus den grauen Mäusen werden Sexbomben, die jedem Pornofilm Ehre machen würden. Neben dem sexy neuen Look schafft Shelly es auch die Studentinnen mit einer realistischeren Einstellung zum Leben vertraut zu machen und lernen, dass Äußerlichkeiten mehr zählen und dass Männer auf billige Nutten und dumme Frauen stehen.
Würde der Film an dieser Stelle enden, wäre vermutlich der ehrlichere Film. Jedoch muss Shelly noch erkennen, dass auch Bildung und innere Werte zählen. Das ist dann zwar zuckesüß und nicht mehr so schön anzuschauen, aber ansonsten würde der Film wohl seine Zielgruppe vergraulen. Interessanterweise ist aber die Botschaft zu Beginn von The House Bunny so stark, dass die kleine Regulierung in Richtung Individualität und Persönlichkeit ein bisschen untergeht.
Interessanterweise ist The House Bunny übrigens in eine Märchenerzählung als Rahmenhandlung eingebettet. Die macht ihn zwar nicht weniger konformistisch, aber deutet immerhin daraufhin, dass man den Film nicht für bare Münze nehmen sollte.
Neben der teilweise recht prüden Ami Erotik (Anna Faris nackt gibt’s nur von hinten), bietet The House Bunny immerhin den ein oder anderen guten Gag und eine Menge Blondinnenhumor. Leider rettet dass die Aschenputtel Geschichte nicht. Zumal man dem jede Sekunde ansieht, dass das Drehbuch aus der Feder von Karen McCullah Lutz stammt, die auch schon für Natürlich Blond verantwortlich war. Wobei dort, wie auch filmtabs meint die Witze besser waren. Denn House Bunny fehken wirklich Ecken und Kanten und bissige Satire.
Um es wie smileblue zu sagen:
Im Ernst: Zu empfehlen ist er nicht. Aber amüsiert haben wir uns dann doch.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie Tags: mainstream, Playboy
Frauenlager der Ninja -aka- Shadow Killers Tiger Force (1986)
update:
Weil Frauenlager der Ninja so heiß begehrt ist und das Review auch nach einem Jahr noch gern gelesen wird, stelle ich es mal wieder weiter nach oben ins Blog sein.
Originalpost: 14.03.2008, 21:41
Was ist das Problem, mit dem die meisten Film heutzutage zu kämpfen haben? Richtig, es fehlt ihnen an Ninjas. So dachte auf zumindest der Hong Kong Regisseur Godfrey Ho. Deswegen nahm er einfach irgendwelche Filme, drehte Szenen mit Ninjas nach und brachte das Resultat als Ninja Film neu heraus. Eines seiner zweifelhaften Schnittprodukte ist Frauenlager der Ninja.
Es geht um eine Gruppe Ninjas, die Frauen entführt und in eine Frauengefängnis bringt. Dort müssen sie sich von (mehr oder weniger) brutalen Wärtern (mehr oder weniger) demütigen lassen. Die Chancen auf Flucht sind gering. Da sich aber unter den entführten Frauen die Tochter eines Millionärs befindet, schickt dieser eine Ninja Frau (die eine hellblauen Ninja Kluft trägt) in das Lager um seine Tochter zu retten.
So wie ich das beurteilen kann, ist der Ausgangsfilm von „Frauenlager der Ninja“ irgendein asiatischer „Women in Prioson“ Film, wie z.B. Im Camp der gelben Tigerinnen, der mit Ninja überhaupt nichts zu tun hat. Um so faszinierender ist es, wie Regisseur Godfrey Ho mit gigantischer Dreistigkeit seine Ninjaszenen im Film untergebracht hat.
Die Anfangssequenz genauso wie das Finale des Films sind Eigenproduktionen von Ho. Der Trashfaktor dieser Szenen ist gigantisch. Ninja entführen Frauen aus Naherhlungsgebieten, benutzen Minitorpedos um kleine Ruderboote abzuschießen und die weibliche Ninja in babyblau darf zeigen, was sie kann. Noch besser ist der finale Kampf zwischen ihr und dem Anführer der Frauenhändler Ninja, bei dem auch noch ein paar schwer bewaffnete Typen auftauchen, die dem Oberninja schließlich mit dem Racketenwerfer saures geben.
Ansonsten sind die neuen Szenen einfach zwischen die Handlugn des Frauengefängnisfilms geschnitten. Das wirkt besonders dann recht lächerlich, wenn westliche Schauspieler Dialoge mit Asiaten führen, ohne dabei zusammen im Bild zu sein. Der Eindruck, es handele sich um ein Gespräch wird nur mittels Schnitt und Gegenschnitt simuliert. Auch tauchen Ninjas und Wachleute des Gefängnis nie zusammen auf. Genauso wenig passt, dass die Ninjas auf einmal magische Fähigkeiten haben, aber lustige Raucheffekte sehen einfach zu gut aus, als das man sie hätte weglassen können.
Ein Film bei dem ähnlich dreist ein anderer Film um geschnitten wurde, um ihn neu herauszubringen ist übrigens Crackdown Mission, der noch mal, eine Spur trashiger ist.
Categories: Action und Abenteur, Asiatischer Film, Exploitation, Fantasy, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Ninjas, Trash
Watchmen – Die Wächter
Es ist das Jahr 1985, Richard Nixen ist Präsident der Vereinigten Staaten und der Kalte Krieg droht zur atomaren Apokalypse auszuarten. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Amerikaner mit dem durch einen Reaktorunfall geschaffenen Superhelden Doktor Manhattan über eine Art Superwaffe verfügen. Eigentlich arbeitet Doktor Manhattan jedoch daran das Energieproblem der Menschheit zu lösen.
Derweil sorgt der Mord am Superheld „The Comedian“ für Unruhe. Eigentlich sind zwar alle Superhelden längst in Rente und leben ein bürgerliches Leben, aber aus Furcht vor einem Maskiertenmörder werden einige von ihnen wieder aktiv.
Die Story von Watchmen ist so komplex, dass man sie nicht wirklich zusammenfassen kann. Einerseits sind die Figuren hoch komplex und andererseits ist die Welt in der sie Leben voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Die verschachtelte Erzählstruktur sorgt zudem dafür, dass sich dem Kinozuschauer viele Erkenntnisse erst nach und nach erschließen. Jedoch ist Watchmen dabei nie hektisch oder unübersichtlich. Vielmehr ist der Film ein Puzzle, dass im Laufe der Handlung durch immer neue Teile ergänzt wird.
Wer eine Popcorn Actionsause ertwartet wird von Watchmen vielleicht enttäuscht sein. Zwar gibt es großartige Kamp- und Actionszenen und extrem blutiges Gemetzel, doch der Grundton des Films ist bei all seiner zur Schau gestellten Brutalität sehr ruhig.
Alles in allem ein großartiger Film, der seiner grandiosen Comicvorlage gerecht wird.
Categories: Action und Abenteur, Fantasy, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Science Fiction, Thriller Tags: comic
Didi – Der Doppelgänger (1984)
Seine Kneipe in Berlin West ist Didis ganzer Stolz. Doch der skrupellose Großindustrielle und Bauunternehmer Immer plant den gesamten Häuserblock abzureißen. Wie es der Zufall will, sehen sich Didi und Imma zum verwechseln ähnlich. Das führt dazu, dass ein Mitarbeiter von Imma ihn für seinen Boss hält und ihn mit ihn den Puff nimmt. Dort tauchen zwei Schläger auf die eigentlich Didis Kneipe kurz und klein hauen sollen und nun aber die Orchideebar auseinander nehmen.
Imma entdeckt schließlich seinen Doppelgänger und zwingt ihn für die Dauer des Besuchs der amerikanischen Präsidenten Ronald Reagen seinen Platz einzunehmen, da drei Gangster versuchen ihn zu entführen.
Auf den ersten Blick wirkt Didi der Doppelgänger wie eine ziemlich dämliche Verwechselungskomödie. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn auch wenn Dieter Hallervorden Komik und ins besonders seine Mimikspielchen nicht jedermans Sache sind, hat der Film auf jeden Fall einen gewissen anarchischen Charme und legt ein ordentliches Tempo hin .
Dabei ist Konzernboss Imma, als sexistisches Arschloch vom Dienst definitiv die spannendere Figur, da sein sympathisch verplanter Doppelgänger ein wenig farblos bleibt. Immas drei Grundsätze, mit denen Didi ohne Probleme das Unternehmen in seiner Abwesenheit leiten können soll, gehören in jedes BWL Buch. „Legen sie es hin, ich beschäftige mich später damit“, „Ich brauche mehr Details“ und „Das ist nur ihre Meinung und ihre Meinung interessiert hier niemanden!“.
Neben all dem und seinem 80er Jahre Berlin Charme, bietet Didi der Doppelgänger übrigens auch noch den aus der Serie Adelheit und ihre Mörder bekannten Schauspieler Tilo Prückner in der Rolle Gangster Bosses. Außerdem ist Didi der Doppelgänger im Gengensatz zu dem was deutsche Komödien vom Schlage 7 Zwerge oder Traumschiff Periode 1 abliefern wirklich witzig (für deutsche Verhältnisse versteht sich^^).
Categories: Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie Tags: deutscher Film, Dieter Hallervorden
Cloverfield (2008)
Eigentlich sollte es nur ein Homevideo von einer Abschiedsparty für einen Freund der nach Japan geht werden. Jedoch taucht auf einmal ein riesiges Monster auf, dass New York in Schutt und Asche legt. Während die Armee mit allem was sie hat, versucht die gefräßige und alles vernichtende Kreatur eliminieren, macht sich eine kleine Gruppe auf den Weg, eine Freundin aus der Mitte Manhattans zu retten.
Hat die Welt die tausendste Verfilmung des japanischen Godzilla Stoff gebraucht? Oder musste New York mal wieder anscheinend? Eigentlich nicht, aber Alias und Lost Produzent J.J. Abrahans hat es dennoch getan. Inhaltlich macht er dabei nichts anderes als sein Kollege Roland Emmerich. Nur bei ihm wirkt das ganze nicht so schrecklich doof, es gibt keine Franzosen und Regisseur Matt Reeves erzählt seine Geschichte in 75 Minuten (Emmerich brauchte 139 Minuten und langweilte mit einem dämlichen Finale).
Was Cloverfield dennoch sehenswert macht, ist der Umstand, dass er mit der Handkamera gedreht wurde, bzw. aus der Perspektive einer solchen gesehen wird. Das gab es zwar auch schon bei Cannibal Holocaust, Blair Witch Project, Rec (und dessen Remake Quarantaine) aber auch in Cloverfield funktioniert das Spiel. Mit verwackelten Bildern wird das Traum des 11. Septembers etwas plakativ aufgearbeitet und der Zuschauer ist die meiste Zeit so schlau wie die durch die Gegend „krauchenden“ Helden. Das ist ganz spassig mit anzusehen auch, wenn ich mir insgeheim mehr vom Monster gewünscht hätte.
Um eben dieses wurde ja schon in der viralen Marketing-Kampagne um den Film einiges an Aufsehen erzeugt. Das virale Marketing hatte von gefakten Nachrichtensendungen über, falsche MySpace Profile der Figuren auch diverse falsche Webseiten (zu der viralen Kampagne gibt’s nen eigenes Wiki).
Categories: Action und Abenteur, Fantasy, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Monster, New York, virales Marketing
Categories: Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: England
