Musical

Six-String Samurai (1998)

Im Jahr 1957 fällt die Bombe. Durch den nuklearen Erstschlag übernehmen die Sowjets die Herrschaft in den USA. Der einzige freie Ort in der radioaktiv erstrahlten Wüste ist Las Vegas, wo der zum König gekrönte Elvis residiert. Nach dem Tod des King macht sich Buddy auf nach Las Vegas auf um sein Nachfolger zu werden. Bewaffnet mit Samurai Schwert und Gitarre rettet er auf dem Weg in das gelobte Land, einen kleinen Jungen vor verstrahlten Mutanten, der ihm darauf hin überall hin folgt.Ebenfalls an Buddys Fersen heftet sich der leibhaftige Tod in Form des personalisierten Heavy Metals. Doch der Tod ist nicht die einzige schräge Figur in diesem Endzeitszenario. Eine Killer Bowling Crew, eine kannibalisitische durchgedrehte All-American-Family, seltsame Astronauten, die Rote Armee und die Band „The Red Elvises“ stehen zwischen Buddy und Las Vegas.

Low Budget hin oder her. Six-String Samurai ist ein Meisterwerk. Zwar merkt man jeder Szene an, dass nicht allzu viel Geld da war, aber genau so merkt man wie viel Liebe die Filmemacher in ihr Projekt gesteckt haben. Der Soundtrack untermalt die tristen Bilder der endzeitlichen Wüste, mit der Musik der Red Elvises, was eine einzigartige Atmosphäre sorgt. Die Mischung aus Rock n’Roll und Polka lässt einen die billigen Kostüme schnell vergessen. Zumal der Trashfaktor weniger stark herüber kommt, als man denken mag. Dafür ist die knappe Geschichte einfach zu elegant erzählt.

Natürlich erinnert Six-String Samurai irgendwie an Mad Max, aber wenn es um Coolness geht, schlägt dieser Rock N’Roll Schwertkampffilm den Mel Gibson Steifen um Längen.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - März 14, 2008 at 8:46 pm

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Keine Lieder über Liebe (2005)

Der junge (Möchtegern-?) Regisseur Tobias (Florian Lukas) setzt sich in den Kopf seinen ersten richtigen Film über die Band seines Bruders Markus (Jürgen Vogel) bzw. im speziellen über ihn zu machen. Dessen Band die „Hansen Band“ hat gerade ihr Tour in Norddeutschland gestartet und steht nach Tobias Auffassung vor dem Durchbruch. In Wirklichkeit ist der Film auch wenn Tobias dass sich erst nicht eingestehen will, der Versuch eine Geschichte aufzuklären die vor einem Jahr passiert ist und die die Beziehung zwischen ihn und seinem Bruder ins wanken gebracht hat. Damals hatten er und seine Freundin Ellen (Heike Makatsch) zu Markus besucht um ihm etwas halt zu geben, da ihn gerade seien Freundin zusammen mit dem gemeinsamen Kind verlassen hatte. Tobias vermutet, dass die beiden damals etwas miteinander hatten. Aus diesem Grund lässt er Ellen nach kurzer Zeit dazu stoßen, was dazu führt, dass sich sein Film davon verabschiedet eine Banddokumentation zu sein. Der Film verwandelt sich in ein Drama über die Dreiecksbeziehung, die die drei „Helden“ verbindet. Eine Film im Film pseudo- Banddokumentation gepaart mit einer Geschichte von zwei sehr verschiedenen Brüdern, die ihre Beziehung wieder gerade rücken wollen und dabei vor dem Problem stehen, dass der eine Sex mit der Freundin des anderen hatte; so könnte man „Keine Lieder über Liebe“ vielleicht am besten beschreiben. Viel Inhalt den sich da Regieseur Lars Kraume vorgenommen hat. Das dachte er sich wohl auch selbst. Aber der Kunstgriff alles unter einen Hut zu bekommen, gelinkt ihm nicht. Vielmehr wirkt der Film nach einer Weile extrem unausgegoren und weißt vor allem zum Ende recht langatmige Längen auf, die nicht hätten sein müssen. Spielt zu Beginn, die Band noch eine kleine Rolle, so sind die Musiker am Ende noch nicht einmal mehr Statisten, da sich alles nur noch um die Dreiecksbeziehung dreht. Dieser jedoch fehlt es an echter Dramaturgie. Dem Zuschauer ist von vornherein klar, dass zwischen Ellen und Markus in Berlin etwas gewesen sein muss. Und dass da noch etwas zwischen den beiden ist, wird von der Kamera auch immer wieder eingefangen, so dass man sich irgendwann doch über Tobias wundert, dass er nicht viel früher die Karten auf den Tisch legt. Die Diskussionen die zwischen dem teilweise recht belanglos wirkenden Gezanke so etwas wie kleine Höhepunkte darstellen, sind leider ein wenig zu gewollt tiefgründig geraten und fügen sich nicht wirklich gut ins Gefüge des Films ein. Lernt man in einer (echten) Dokumentation schon mal was über dass Seelenleben der beobachten, bleiben die Figuren hier seltsam entfernt auch wenn die Kamera, versucht intime Situationen einzufangen. Meiner Auffassung nach, wäre der Film als Kurzfilm wesentlich besser angelegt gewesen und vor allem die letzten Minuten in denen noch Tobias und Markus alkoholabhängige Mutter weltentfremdet von der Vergangenheit spricht, hätte man besten Gewissens weg lassen können. Um den Film jetzt nicht ganz zu zerreißen, muss ich sagen, dass er mir am Anfang echt gut gefiel was zu einem an von mir geliebten Dokumentarstill (ich sag nur Cannibal Holocaust) liegt und zum anderen an der wirklich guten Musik der Hansenband. Diese kann ich ohne Bedenken weiter empfehlen. Als Fazit kann ich sagen, dass man sich in diesem Film zu viel vorgenommen hat und am Ende leider gescheitert ist. „Keine Lieder über Liebe“ ist leider nur ein mittelmäßiger Film, in dem mehr hätte drin sein können.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - November 2, 2005 at 3:39 pm

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Der Formel 1 Film

„Dieser Film sollte laut vorgeführt werden!“ heißt es direkt zu beginn des Films und wer jetzt schon überzeugt ist ein Meisterwerk vor sich zu haben sollte erstmal die nächste Szene abwarten. Denn es gibt definitiv keine bessere Methode einen Film zu beginnen, als die Hauptdarstellerin sich ausziehen und unter die Dusche gehen zu lassen. Die junge Dame heißt übrigens Tina und hofft auf ihren großen Durchbruch im Musikgeschäft. Aus eben diesem Grund fährt sie mit ihrer Yamaha zu den Studios in dem die legendäre Musikshow Formel 1 aufgezeichnet wird. Nur leider interessiert sich der Produzent nicht wirklich für ihr Demotape. Aber sie ist nicht die einzige die Schwierigkeiten hat. Die Toten Hosen lässt man erst gar nicht ins Studio. In diesem gibt es inzwischen das Problem, dass die 3. Sängerin der Flurs nicht zu finden ist. So wird einfach Tina in ein weißes Hemdchen gesteckt und soll sie doubeln. Ihr Auftritt dauert leider nur sehr kurz, da auf einmal die toten Hosen ins bild laufen und die Aufnahme versauen („Seht ihr eigentlich immer so aus“). Jetzt taucht auch endlich der dritte Flur auf und die Show kann weiter gehen. In dem ganzen Chaos überspielt dann dummerweise des Assistent Stevie zu allem Üerfluss ihr Demotape.

Wer jetzt schon denkt die Story sie irgendwie hirnlos und ein wenig konfus, der irrt. Es wird noch viel besser. Aber was erwartet man schon anderes, bei einem film zur Show? Filme zu Serien ist man ja gewöhnt und man versteht auch, dass sich niemand den Reibach der damit zu machen ist entgehen lassen will, aber ein film der hinter den Kulissen einer Fernsehshow spielt ist echt mal etwas Außergewöhnliches. Die weite Story ist zwar eher Nebensache, aber trotzdem wirklich erzählenswert. Tina wird, da sie Meat Loaf davon abhalten kann seine Garderobe weiter auseinander zu nehmen Starbetreuerin bei Formel 1 und kommt letzten Endes doch mit Stevie zusammen. Der wiederum scheitert kläglich dabei ausgemustert zu werden und muss später zum Bund. Zu dem ist da noch der schmierige Produzent Plattenproduzent und Halbkriminelle Jimmy, der erst Tina in sein „Porno“ -Schlafzimmer lockt und später noch Tinas Freundin Suzy fies verarscht.

Ich habs gesagt: Story ist bei diesem Meisterwerk von Wolfgang Büld, der seit Penetration Angst einer meiner absoluten Lieblingsregisseure ist, geht es am wenigsten um die Story. Der Film lebt von seinem schrillen 80 Jahre Design (wobei die damals wohl wirklich in pinken Leggins rum gelaufen sind), seiner Musik, den Gastauftritten der Stars und von seiner lockeren Art, die dafür sorgt, dass der Film nie zu professionell wirkt. Zudem ist es eine wahre Freude zu sehen wie jung z.B. Ingolf Lück und die toten Hosen mal waren. Diese haben sogar mehrer Auftritte die jedes mal für Lacher sorgen. Sie haben immer ihren Manager dabei, der den Style der „Men in Black“ und Agenten aus „Matrix“ vorweg genommen zu haben scheint und werden von ihm immer neu Kostümiert um möglichst den neuesten Trend zuvor zu kommen. So stecken die Punker im Film in den schrillsten Kostümen, von Surfern, über Kannibalen bis hinzu einem Auftritt als Village People Kiss Heavy Metall Verschnitt. Ebenfalls kultig ist, wie die Fünf versuchen im Fitness Center sportlich attraktiv für die Fans zu werden oder wie sie alle bei Tina zu Hause sitzen während ihr Vater, der doch so gerne modern seien will, versucht mit seinem Topmodernen Computer den nächsten Trend zu ermitteln. Ihren besten Auftritt haben sie jedoch, als sie das Auto des Formel 1 Regisseurs als Werbegag zu Kleinholz verarbeiten, was sie zwar um ihren auftritt in der Sendung bringt ihnen aber einen Werbevertrag eines amerikanischen Autoherstellers besorgt. „Evan Krauts cannot Beat American Cars!“

Aber auch andere Stars und 80er Jahre Sternchen haben ihre Auftritte. Hier sticht besonders Falco hervor, der sich einfach perfekt selbst spielt und seinen Hit „Rock me Amadeus“ zum Besten gibt.

Wie sehr dieser Film unsere Kultur geprägt hat sieht man sehr schön an der Szene, in der Tina und Stevie in ein paar Eimern Farbe landen. Man erkennt direkt dass die Macher von „Gina Wild“ diese Idee für ihre Filme von hier abgekupfert haben!

Cool sind auch die Szenen in denen man sich der Einrichtung des Bavaria Filmparks bedient. So wird der Steinbeißer aus der unendlichen Geschichte gezeigt, eine Verfolgungsjagd durch die Kulisse von das Boot gemacht und die (von der Bundswehr beschlagnahmt) Bimmelbahn fährt durch eine Faust Produktion.

Für eher unfreiwillige Komik ist auch immer dann gesorgt, wenn Tina mit den Stars versucht Englisch zu sprechen. Sie zieht sich leider im weiteren Verlauf nicht mehr aus, was dem dem Film nur gut getan hätte, trägt aber durch ihre schauspielerische Leistung enorm zur Atmosphäre des Films bei!

 

Abschließend muss ich sagen, dass der Film wirklich Kultcharakter hat und von jedem 80er Jahre, Formel 1 und Toten Hosen Fan gesehen werden sollte. Er macht einfach Spaß und unterhält bestens auch durch die gute Musik!

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - März 23, 2005 at 11:50 am

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