Saw 6
Über den letzten Saw Film habe ich ja nichts mehr geschrieben, weil über die Saw Reihe schon alles gesagt und geschrieben wurde. Das ändert sich mit Saw 6 zwar auch nicht, aber irgendie juckt es mich doch ein wenig in den Fingern ein paar Sätze zu dem Film zu schreiben.
Da ich nicht vermute, dass Saw Fans lesen können, werde ich nicht zu viel Zeit darauf verwenden, die Story (oder das was man so nennt) von Saw 6 zu erläutern. Die Hintergrundgeschichte rund um die Polizei war schon im guten ersten Saw Film eher hinderlich. Ab dem zweiten Teil war sie zwar nicht mehr hinderlich, da auch der Reste der Filme überflüssige war. Die Story wurde in den letzten Filmen immer weiter gesponnen und ist eine Art Mischung aus Twilight und Telenovela, die in Saw 6 munter weitergestrickt wird. Der Polizist, der sich bereits im letzten Teil als Edward Cullens (Jigsaw) Erbe herausstellte, macht seinen Job und am Ende erfährt man, dass alles ganz anders ist, als man es bisher gedacht hat. Das macht zwar genauso wenig Sinn wie Vampire bei Tageslicht, aber wir sind hier nun mal bei Twilight Saw 6. Ähnlich wie in Saw 3 und/oder Saw 4 darf dieses mal eine Einzelperson und keine Gruppe durch einen gigantomanischen Folterfallen Hindernispakur. Dabei ist er mit Sprengladungen ausgerüstet, die ihn nach 60 Minuten zerfetzen würden wenn er die perfiden Edward Cullen Spiele nicht mitspielt. Da man sich in Zeit der Finanzkrise befindet, ist das Schlachtvieh dieses mal aus der Finanz- Versicherungsbranche.
In Menschenverachtung und Gemetzel legt Saw 6 im Vergleich zu seinen Vorgängern aus der Twilight Saw Reihe nochmal eins drauf. Die wie üblich, den Rest des Films in den Schatten stellende, Anfangsszene ist vermutlich eine der härtesten der letzten Twilight Saw Filme. Zwei Menschen müssen sich selbst Körperteile abhacken oder Fleisch aus dem Körper schneiden um eine Wage zu ihren Gunsten zu beschweren. Wer am Ende mehr Fleisch auf der Wage hat, bekommt nicht nur ein Stück Wurst von der EDEKA Fleischwarenfachverkäuferin sondern auch keine Schrauben in den Kopf gebohrt. Nach diesem Splattermässig gutem Einstieg dürfen die Gorehounds eigentlich fast schon das Kino verlassen und auf Saw 7 warten.
Die Szene in der Edward Cullens Opfer sich entscheiden muss, welchen Mensch er rettet und welcher mit Stacheldraht gehängt wird, ist nur noch Tortureporn und kein Splatter. Außerdem gab es diese Situation gefühlt auch schon in jedem Batmanfilm. Die einzige kleine Überraschung in Saw 6 wäre es die Szene in der unser Opfer eine junge Frau durch einen Parkur aus heißem Dampf schicken muss. Denn nachdem dies geschafft ist, realisiert die Frau, dass der Schlüssel, der ihr das Leben retten kann, von Edward Cullens Erbe in sein Opfer transplantiert wurde. Das gab es aber in ähnlicher Form schon im ersten Saw Film und ist deswegen nicht mehr wirklich neu. Und mit Kreissägen hantierende Frauen gibt’s in High Tension auch wesentlich schöner.
Da Schrottflinten vermutlich billiger sind als echt Splattereffkte, gibt’s im Anschluss noch ein „Shotgun Wheel of Fortune“ oder Schrottflinten Glücksrad. Das passt nicht nur kein bisschen in die Saw Logik (hats die eigentlich je gegeben???), sondern ist auch Splattertechnisch so interessant wie Twilight 2 – New Moon. Damit die Splatterfreunde, die das Kino nicht nach der Startszene verlassen haben, auch noch ihren Spass haben, wird am Ende noch jemand mit Säure voll gepumpt. Das wäre ja eine tolle Sache, wenn nicht jeder Splatter Fan vermutlich ein halbes Dutzend Filme kennen würde, in denen es schönere Säure Szenen gibt.
Sollte man Saw 6 etwas possitives abgewinnen wollen, dann kann man dem Film immerhin zu Gute halten, dass Erbe von Edward Cullen, dieses mal eine angenehm fiese Badass Visage präsentiert. Das geht im restlichen Murks des Films zwar unter, aber immerhin gibt er sich Mühe. Ansonsten war das Einspielergebnis von Saw 6 nicht so berauschend, so dass man hoffen kann, dass der Mist irgendwann aufhört. Jedoch werden Aufgrund der Gewinnspanne wohl noch ein paar Filme gedreht. Und ich vermute, mal die Produzenten werden eher noch tiefer in die Tortureporn Kiste packen anstatt zu versuchen vielleicht mal etwas anständiges zu machen. Zumal Saw ja inzwischen eigentlich schon ein Äquivalent zu Torture Porn ist.
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Das Pendel des Todes -aka- Pit and the Pendulum (1961)
Ein junger Adeliger kommt in das Schloss seines Schwagers Nicolas in Spanien um sich nach den Umständen zu erkundigen, nach denen seine Schwester verstorben sei. Befriedigende Antworten findet er dort aber nicht. Stattdessen seinen Schwager, der dabei ist wahnsinnig u werden, weil er befürchtet, seine Frau lebendig eingemauert zu haben. Als kleines Kind musste er nämlich mit ansehen, wie sein Vater dies mit seiner untreuen Mutter machte, nachdem er sie zuerst fast zu Tode folterte. Weiterhin scheint der Geist der toten Frau im Schloss ihr Unwesen zu treiben um auf ihr Schicksal als lebendig eingemauerte aufmerksam zu machen.
Roger Corman hat mit diesem Film mal wieder etwas bemerkenswertes geschaffen. Mit Hilfe schaurig schöne Kulissen und einem, zwar altmodischen aber spannenden Drehbuch, gelingt es ihm wunderschön gruselige Horroratmosphäre zu schaffen. Der Film der nach einer Vorlage von Edgar Allen Poe entstand verzichtet, wie für 1961 typisch auf blutige Effekte oder sonstigen Schnickschnack, aber das tut der Qualität des Films keinen Abbruch, wobei man wenn man nur Teenyslasher gewöhnt ist, vielleicht Schwierigkeiten habe dürfte sich auf den Film einzulassen. Großartig ist natürlich Vincent Price, der zwar zu Beginn auf Grund seiner Rolle ein bisschen weibisch wirkt, aber im Finale seinem Ruf als Horrorikone mehr als gerecht wird.
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Cloverfield (2008)
Eigentlich sollte es nur ein Homevideo von einer Abschiedsparty für einen Freund der nach Japan geht werden. Jedoch taucht auf einmal ein riesiges Monster auf, dass New York in Schutt und Asche legt. Während die Armee mit allem was sie hat, versucht die gefräßige und alles vernichtende Kreatur eliminieren, macht sich eine kleine Gruppe auf den Weg, eine Freundin aus der Mitte Manhattans zu retten.
Hat die Welt die tausendste Verfilmung des japanischen Godzilla Stoff gebraucht? Oder musste New York mal wieder anscheinend? Eigentlich nicht, aber Alias und Lost Produzent J.J. Abrahans hat es dennoch getan. Inhaltlich macht er dabei nichts anderes als sein Kollege Roland Emmerich. Nur bei ihm wirkt das ganze nicht so schrecklich doof, es gibt keine Franzosen und Regisseur Matt Reeves erzählt seine Geschichte in 75 Minuten (Emmerich brauchte 139 Minuten und langweilte mit einem dämlichen Finale).
Was Cloverfield dennoch sehenswert macht, ist der Umstand, dass er mit der Handkamera gedreht wurde, bzw. aus der Perspektive einer solchen gesehen wird. Das gab es zwar auch schon bei Cannibal Holocaust, Blair Witch Project, Rec (und dessen Remake Quarantaine) aber auch in Cloverfield funktioniert das Spiel. Mit verwackelten Bildern wird das Traum des 11. Septembers etwas plakativ aufgearbeitet und der Zuschauer ist die meiste Zeit so schlau wie die durch die Gegend „krauchenden“ Helden. Das ist ganz spassig mit anzusehen auch, wenn ich mir insgeheim mehr vom Monster gewünscht hätte.
Um eben dieses wurde ja schon in der viralen Marketing-Kampagne um den Film einiges an Aufsehen erzeugt. Das virale Marketing hatte von gefakten Nachrichtensendungen über, falsche MySpace Profile der Figuren auch diverse falsche Webseiten (zu der viralen Kampagne gibt’s nen eigenes Wiki).
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So Finster die Nacht -aka- Låt den rätte komma in -aka- Let the Right One In
„Los, Quitsch wie ein Schwein!“. Der 12 Jährige Osaker ist zwar nicht daran interessiert Männer zu vergewaltigen (Deliverance – Beim sterben ist jeder der Erste), doch schlummert in ihm der tiefe Wunsch nach Gewalt und Rache. In der Schule wird er von einigen Mitschülern immer wieder als Schweinchen gehänselt. Jedoch kann Oskar sich nicht wehren. Seinen Frust kann er nur dadurch kompensieren, dass er Nachts den starken Mann spielt und mit dem Taschenmesser auf einen Baum im Hof der Reihenhaussiedlung einsticht, in der er mit seiner Mutter lebt.
Dabei begegnet er dem (Vmapir)Mädchen Eli. Eli lebt bei einem alten Mann in der Siedlung, der des Nachts durch die Gegend streift und Menschen zu überfällt. Diese hängt er dann auf und lässt sie langsam ausbluten um Eli das Blut zu bringen. Da dies jedoch nicht immer funktioniert muss Eli selbst auf Futtersuche gehen.Sie überfällt Menschen in der Dunkelheit saugt ihnen das Blut aus und bricht ihnen das Genick, um sie vor ihrem eignen Schicksal zu bewahren.
Gigantisch Geiler Film!!! Der kleine Vampir für große Kinder. Humorvoll, brutal, blutig. Aber dabei wunderschön menschlich und einfühlsam. Für Oskar ist die Begegnung mit Eli die Schlüsselsituation, die ihn dazu veranlasst die Demütigungen seiner Mitschüler nicht mehr länger zu erdulden. Der junge der einen in jeder Sekunde an Michel aus Lönneberga erinnert, ist ein Trennungskind und nicht fähig mit Konflikten umzugehen bzw. sich zu wehren. Erst Eli, die genau so kleines Mädchen wie brutal mordendes Monster ist, erklärt ihm er müsse zurück schlagen. Feste zurückschlagen. Das mag pädagogisch nicht einwandfrei sein, aber So Finster die Nacht richtet sich auch nicht an Kinder. Ein weiteres Element des Coming of Age Geschichte ist Oskars aufkaimende Sexualität. Er verliebt sich in das hübsche Mädchen obgleich diese ihm bei ihrer ersten Begegnung sagte, sie beide könnten niemals Freunde werden. Dabei ist er einerseits noch kindlich naiv (er will Blutsbruderschaft mit Eli eingehen *schlechte Idee*) aber erhascht andererseits einen verstohlenen Blick auf die ersten Schamhaare des kleinen Mädchens. Sie zwar zwölf Jahre alt, aber dies schon sehr lange.
Elis Beziehung zu ihrem ersten Beschützer wird Låt den rätte komma nicht ganz klar. Ob er aus reiner Nettigkeit für sie mordet oder ob die beiden ein eher sexuelles Verhältnis haben, kan man nur mutmaßen. Schließlich opfert er sich selbst als Mahlzeit für Eli, nachdem er sich zuvor mit Säure übergossen hat, weil sein jüngster Mordversuch schief ging.
Die Szene in der man das halb von Säure zerfressene Gesicht des Mannes sieht ist eine von vielen einwandfreien Gore Szenen, die dem Film viel Authentizität geben, ohne dabei jemals Selbstzweck zu sein. Dabei ist das Massaker, dass Eli zum Ende des Films an den Jungen die Oskar in der Schwimmhalle ertränken wollten anrichtet, wirklich harte Kost. Zwar sieht man nicht wie die Kinder in Stücke gerießen werden, aber wenn ihre Extremitäten ins Schwimmbecken fallen, dürfte das für Zartbesaitete doch schwer zu verdauen sein. Ebenso sind Elis Angriff auf Menschen eine recht brutale Angelegenheit, genauso wie die an Saw erinnernde Ausblutungsszene zu Beginn des Films. Ebenfalls nichts für schwache Nerven ist die Szene in der eine von Eli (aus Versehen) zum Vampir gemachte Frau in ihrem Krankenhausbett in Flammen aufgeht.
Doch der Horror den der Film in herrlichster Form verbreitet wird, immer wieder durch pure Menschlichkeit oder schwarzem Humor unterbrochen. So stört ein weißer Pudel die erste Ausblutungsszene indem er genüsslich an dem rotgefärbten Schnee leckt.
So Finster die Nacht -aka- Låt den rätte komma in -aka- Let the Right One In ist wirklich ein bemerkenswerter Film. Empfehlenswert gleichermassen für Horrorfilm Freunde, die Qualität abseits des US Mainstreams sonst oft nur vergeblich suchen und für Fans des anspruchsvollen europäischen Kinos. In der IMDB ist der Film zu Recht auf Anhieb unter die Top 200 gewählt worden.
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Prom Night (2008)
Stell dir vor, du kommst nach Hause und deine Familie ist tot. Von einem geisteskranken Killer niedegemetzelt. Das ist für sich genommen ja schon kein so schönes Erlebnis. Aber wenn du nach Hause kommst und das Massaker ist noch in vollem Gange und du erlebst mit wie deine Mutter aufgeschlitzt wird, ist das mal so richtig übel. Was aber noch viel schlimmer ist, wenn du in die Sneak Preaview gehst und das Ganze Ellend auf der Leinwand mit ansehen musst! Denn Prom Night ist eine Vergewaltigung des guten Kinogeschmacks und dazu so extrem langweilig und unblutig, dass man sich fragen muss, ob TV „Mädchen für alles“ Nelson McCormick das mit Absicht gemacht hat.
Die Langeweile regiert
Der Film beginnt wie gesagt, damit dass Teenager Donna nach Hause kommt und Zeuge eines Gemetzels wird, dass ein von der Liebe zu ihr besessener Lehrer angerichtet hat. Traumatisiert verbringt die Vollwaise die nächsten paar Jahre bei Tante und Onkel. Am Abend ihres Abschlussballes freut sie sich die hübsche Blondine auf das Beisamensein mit ihren Freunden und setzt sogar ihre Psychopharmaka ab. Um die Party zu vervollständigen taucht der Killerlehrer in dem Hotel in dem die Prom Night stattfindet auf und beginnt Donnas Freunde und das Personal abzustechen. Wie Originell.
Verdient den Begriff Slaher nicht
Es fängt ja gar nicht mal soooo schlecht an. Doch da man direkt erfährt wer der Mörder ist, fehlt das Spannungsmoment zu raten wer den da durch die Gegend meuchelt. Auch fällt direkt auf, dass man weder Blut noch die Morde sieht. Der Regisseur hat mehr als krampfhaft versucht jeder Form von Gewalt ins Off zu verbannen, sie hinter durchs Bild rollende Gegenstände zu verstecken oder durch Kameragewackel unkenntlich zu machen. Weicheier und Nicht Genre Kenner würde das vielleicht als nette Abwechselung zum Horrorporno sowie den Splatter- und Goreorgien der letzten Jahre sehen, aber letztendlich ödet diese Blutarmut den Kinozuschauer nur an. Denn da sich über die gesamte Spielzeit keine Spannung aufbaut, hätte es bisschen Blut gut getan, damit man sich wenigstens ansatzweise wie in einem Slasher fühlt.
Highschoolmusical ohne Musik und Erotik
Grässlich ist auch, dass alle Figuren im Film dermaßen oberflächlich und klischeehaft gestrickt sind, das es niemanden juckt wenn sie umgebracht werden. Dümmliche Highschool Dialoge, die sogar American Pie tiefsinnig erscheinen lassen und das Fehlen jeglicher Erotik tun das übrige dazu. Hätte man zumindest Dana Davis nackt gesehen, wäre immerhin der Tod ihrer Figur gerechtfertigt, aber so darf sie lediglich mit ihrem Riesendekollete posen und recht schnell sterben. Auch weil typische Slasherelemente wie der Killer als Racheinstanz oder als Strafe für Drogenkonsum oder vorehelichen Sex fehlen, ist Prom Night mehr ein Highschool Abschlussball Film als ein Horrorfilm.
Ein paar klassische Horrortricks wie das alte „Spiegelschrank aufmachen, Spiegelschrank zu machen und plötzlich steht jemand hinter dir“ gibt es zwar und auch wurde ein bisschen bei Halloween geklaut, aber trotzdem war Horror nie so dumm. Und wenn dann sogar extra eine Baustelle im Hotel gezeigt wird, damit man eine durchsichtige Baufolie zumindest mit einem Spritzer Blut zieren kann, weiß man, dass der Film Zeit- und Geldverschwendung war. Und das obwohl Jessalyn Gilsig die man aus Nip/Tuck kennt eine Rolle als Tante hat.
Normalerweise gebe ich ja keine Punkte, aber Prom Night kriegt einen halb von zehn. Und der halbe ist fürs Dekollete. Der Film ist übrigens ein Remake eines Slashers von 1980.
Categories: Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Abschlussball
El Rey de la montaña -aka- King of the Hill (2007)
Quim fährt durch die spanische Einöde und ist auf dem Weg zu seiner Exfreundin, mit der er sich wieder versöhnen will. Die hübsche Ladendieben Bea macht ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Auf der Toilette einer Tankstelle im nirgendwo kommt es zu einem Quicky, den Quim indirekt mit dem Verlust seiner Geldbörse bezahlen muss, die Bea ihm stiehlt.
Als Quim schließlich mitten im Wald nicht mehr weiter kommt, da die Strasse blockiert ist, wird die Situation richtig ungemütlich für ihn. Ein Unbekannter schießt aus dem Hinterhalt auf ihn und verletzt ihn so am Bein. Ihm gelingt die Flucht und er überfährt den vermeintlichen Schützen. Später trifft er auf Bea, die genau wie zwei Polizisten ins Visier der unheimlichen Heckenschützen geraten ist.
Dieser kleine spanische Beim sterben ist jeder der erste –aka- Deliverance Verschnitt, erzählt die alte Leier von Menschen, die von irgendwelchen schießwütigen Psychopathen durch die Wildnis gejagt werden. Und das nicht mal schlecht. Die Sexszene am Anfang verleiht den Figuren zwar nicht unbedingt tiefe, aber im Gegensatz zu machem US Horrorfilm haben Bea und Quim wenigstens so etwas wie eine Persönlichkeit, die bei all ihrem „auf der Flucht seien“ hin und wieder durchscheint.
Auch wenn das Deliverance Motiv ausgelutscht ist, ist der König des Hügels sehenswert. Zum einen bestechen die Landschaftsaufnehmen der herbstlichen Wälder und zum anderen ist die Atmosphäre wirklich gut eingefangen. Das diese beiden Elemente den Film nicht über die gesamte Spielzeit gebracht hätten, wusste auch Drehbuchautor Javier Gullón und Regisseur Gonzalo López-Gallego.
VORSICHT SPOILER
Deswegen enthüllen sie nach einer knappen Stunde die Identität der Killer, bei denen es sich um zwei Milchbubis im Kampfanzug handelt, die eine Art Real-Life Counter Strike, Manhunter oder Deer Hunter Season spielen. Das wirkt nicht unbedingt glaubwürdig, aber Glaubwürdigkeit ist im Horrorfilm ja auch nicht zwingend notwendig.
Die Amoklaufenden Kinder sorgen immerhin für ein krasses Finale in einem verlassenen Dorf und geben Freunden wüster Spekulationen die Chance einen tieferen Sinn in King of the Hill herein zu interpretieren.
Categories: Action und Abenteur, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror, Thriller Tags: Flucht, Killer
Necromania: A Tale of Weird Love (1971)
Das junge Ehepaar Shirley und Danny hat ein Problem. Danny ist ein impotenter Schlappschwanz, was dem Liebesglück der beiden nicht gerade dienlich ist. Weil sie einen Ausweg aus der Misere suchen und Viagra noch nicht erfunden ist, verschlägt es die beiden in das „Schloss“ von Madame Tanya. Dort stehen zwar ein Sgrk und eine ausgestopfter Hund herum, aber Dannys bestes Stück wird trotzdem nicht richtig hart. Auch dass Madame Tanya den Teufel beschwört, nachdem sie das Pärchen durch ein Bild in der Wand beobachtet hat, wie es sich abgemüht hat einen Beischlaf zu Stande zu kriegen hilft nicht weiter. Shirley vergnügt sich so lieber mit einer Frau. So geht es ein bisschen weiter, bis Danny zum Höhepunkt des Films in in den Sarg im „Red Room“ gezogen wird, wo er abermals zeigt, dass er nicht das Zeug zum Pornodarsteller hat.
Tja, was soll man dazu sagen? Das Ed Wood, der schlechteste Regisseur seiner Zeit war, ist ja unumstritten, aber immerhin ist Plan 9 from Outer Space ein verdammt unterhaltsamer Kultfilm. Aber Ed Wood hat vor und nach seinem Trahsmeisterwerk ja noch weiter Filme gemacht (z.B. Glen or Glenda oder Orgy of the Dead). Bei Necromania: A Tale of Weird Love handelt es sich um eine lange verschollenes Spätwerk des Meisterregisseurs und um einen reinen Porno. Zwar gibt es die debile Rahmenhandlung und als lustiges Element eine Priese Satanismus, aber ansonsten hat man es vor allem mit harten Sex in weicher Verpackung zu tun.
Wobei der Film eher Ed Wood und Trashfilm-Fanatiker zum empfehlen ist, als Freunden gepflegter Pornografie. Denn Necromania: A Tale of Weird Love ist ein übler Schundporno mäßiger Qualität. Die Darstellerriege agiert lieblos und Hauptdarsteller Ric Lutze (der in fast hundert Filmen mitwirkte) scheint es hier wirklich an Manneskraft zu fehlen. Neben der Tatsache, dass hier wirklich niemand Spass am Sex zu haben scheint (außer vielleicht der Dame im Sarg, die einen halbwegs attraktiven Blowjob hinlegt), stören beispielsweise auch die hässlichen Pickel am Hintern einer Darstellerin.
Letztendlich istNecromania: A Tale of Weird Love kein Pflichtfilm und Vergnügen. Man kann sich höchsten für Ed Woods Taltenfreiheit, das schäbige Set (hier wurde offensichtlich nicht in einem Schloss, sondern in einem billigen Motel gedreht) oder den sTroboskopeffekt am Anfang begeistern. Ansonsten hat man hier nichts verloren, es sei den man möchte wissen woher David Lynch (Der den Film eigentlich gar nicht kennen konnte^^) seine Idee für den Red Room in Twin Peaks hatte.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Ed Wood, Satan, Trash
Rob Zombie’s Halloween (2007)
Als sich heraus stellte, dass der Musiker und Regisseur (Haus der 1000 Leichen, The Devil’s Rejects, Werewolf Women of the SS) ein Remake zum John Carpenter Klassiker „Halloween – Die Nacht des Grauens“ von 1978 drehen würde, waren viele schockiert. Dem durchgeknallten Horrorfan traute niemand so recht zu die brillante Spannung des Originals erreichen zu können. Dem ist auch so. Doch völlig verbockt hat Rob Zombie den Film dennoch nicht.
So sind die ersten 20 Minuten in denen die White Trash Familie des jungen Michael Myers eine wirklich unterhaltsame Angelegenheit. Zwar wird die meiste Zeit nur geflucht, das sorgt immerhin für gute Laune. Die kann einem zwar vergehen, weil man Daeg Faerch als 10 jährigen Michael ertragen muss, der definitiv eine Fehlbesetzung ist. Nachdem dieser hässliche Milchbubi den Großteil seiner Familie nieder gemetzelt hat, landet er für die nächsten 20 Minuten in der Psychatrie, in der außer diverser Gespräche mit Dr. Samuel Loomis (Malcolm McDowell) und einem Mord an einer Krankenschwester nicht viel passiert.
15 Jahre später nutzt Michael die Gunst der Stunde, als zwei betrunkene Psychiatriewärter in seiner Zelle eine junge Insassin vergewaltigen, um auszubrechen. Er reist in seine Hemiatstadt und meuchelt dort bevorzugt Teenager beim Sex.
Es gab schon schlechtere Filme unter dem Titel Halloween. Aber wie gesagt. Die ersten beiden Halloween Filme gehören nun mal zu den spannendsten und besten Slashern der Filmgeschichte, die mit Halloween H20 immerhin einen würdigen Nachfolger fanden. Rob Zombies Film hat keinen Funken Spannung. Es gelinkt ihm nicht einmal den Halloween Soundtrack richtig zu nutzen, der einem im Originalfilm das Blut in den Ader gefrieren lies.
Statt dessen setzt er auf Titten und Gewalt und seine dumme Hintergrundsgeschichte. Asoziale und Michael Myers passen aber einfach nicht zusammen, da er wie fast alle Slasher Killer eine Ausgeburt der Alpträume einer bürgerlichen Welt ist (Das Gegenteil wäre meinetwegen Letherface). Zumal Rob Zombies Michael Myer nicht das personalisierte Böse ist wie bei Carpenter, sondern einfach nur ein Typ, der eine schwere Kindheit hatte. Auch stört an Michaels Figur, dass er als zwei Meter große kraftstrotzende Kampfmaschine einiges von seiner Bedrohlichkeit einbüsst. Jason Vorhees tat die Vergrößerung in „Freddy VS. Jason“ gut, Michael geht daran zu Grunde.
Geretter wird der Film letztendlich auch nicht mehr durch seine weiblichen Reize. Die sind zwar nett anzusehen, aber Jamie Lee Curtis ist einfach unerreicht. Da hilft es auch nicht, dass Rob Zombies Ehegattin Sheri Moon Zombie sich ein Stelldichein gibt. Neben Malcolm McDowell überzeugt lediglich der deutsche Udo Kier in einer Nebenrolle.
Auch wenn das jetzt so klingt, als sei die 2007er Version von Halloween der hinterletzte Dreck, muss man anerkennend sagen, dass man es nicht mit einem schlechten Film zum tun hat. Wenn man ihn nicht an dem Original misst, hat man es mit einem soliden Slasher zu tun, in dem ordentlich Blut spritzt. Und einem Künstler muss man auch das Recht lassen, einen Klassiker neu zu interpretieren.
Categories: Filmblog, Filmkritik und Review, Horror Tags: Halloween, Michael Myers, Rob Zombie, Udo Kier
Blood Feast 2: All U Can Eat (2002)
Fuad Ramses III eröffnet den Catering Service seines (legendären) Großvaters wieder. Der Polizei schmeckt das gar nicht. Denn dort erinnert man sich sehr genau an das Gemetzel, dass Fuad Ramses der Erste einst anrichtete, als er Menschen seiner Göttin opferte.
Und wie sich schnell zeigt, kommt der Enkel nach seinem Großvater. Im Lagerraum des Ladens findet er die Statue einer alt ägyptischen Göttin, die ihm alsbald befielt für sie zu morden. Ein anstehendes Hochzeitsbuffet gibt ihm die Möglichkeit seine Fähigkeiten als Schlachter zu zeigen.
Herschell Gordon Lewis ist ein Phänomen. Der Mann drehte erst billige Nudistenfilme, erfand dann mit Blood Feast das Splatter Genre und verschwand dann jahrelang in den tiefen der Werbeindustrie, bis er 2002 diese Fortsetzung seines Klassikers drehte. Die Story ist zwar nahezu identisch mit dem ersten Teil, aber dennoch ist der Film Pflicht! Die Schauspieler bestechen durch extremes Overacting, was „Blood Feast 2: All U Can Eat“ auf herrlich amüsante Weise von Beginn an ins unrealistische abgleiten lässt. Neben Fuad Ramses III bestechen die beiden Cops durch ihr famoses Schauspiel. Auch das Lewis quasi zu seinen Wurzeln zurückkehrte und Nudity in den Film eingebaut hat, verstärkt diesen Eindruck der völligen Absurdität und erfreut zudem den geneigten Zuschauer. Der Soundtrack fällt ebenfalls positiv auf und verleiht dem Blut Fest eine gewissen Party Atmosphäre.
Final besticht Blood Feast 2: All U Can Eat natürlich auch auf Grund der Splatter und Gore Effekte. Wenn Fuad Ramses III Schädel und Gehirn mit der Bratensäge aufschneidet, einer Frau das Gesicht vom Schädel abpellt oder auch einfach nur mit Gedärmen oder dem Abschneiden von Köpfen beschäftigt ist, merkt man ganz klar, dass Herschell Gordon Lewis diese filmischen Spielereien erfunden hat.
Gerade weil faschistischen Deutschland Blood Feast 1 seit dem August 2004 vom Amtsgericht Karlsruhe verboten, beschlagnahmt und indiziert ist, lohnt es sich den zweiten Teil anzusehen. Und sei es nur aus demokratischer Pflicht!
Categories: Exploitation, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Herschell Gordon Lewis
