Exploitation

Frauenlager der Ninja -aka- Shadow Killers Tiger Force (1986)

update:

Weil Frauenlager der Ninja so heiß begehrt ist und das Review auch nach einem Jahr noch gern gelesen wird, stelle ich es mal wieder weiter nach oben ins Blog sein.

Originalpost: 14.03.2008, 21:41

Was ist das Problem, mit dem die meisten Film heutzutage zu kämpfen haben? Richtig, es fehlt ihnen an Ninjas. So dachte auf zumindest der Hong Kong Regisseur Godfrey Ho. Deswegen nahm er einfach irgendwelche Filme, drehte Szenen mit Ninjas nach und brachte das Resultat als Ninja Film neu heraus. Eines seiner zweifelhaften Schnittprodukte ist Frauenlager der Ninja.

Es geht um eine Gruppe Ninjas, die Frauen entführt und in eine Frauengefängnis bringt. Dort müssen sie sich von (mehr oder weniger) brutalen Wärtern (mehr oder weniger) demütigen lassen. Die Chancen auf Flucht sind gering. Da sich aber unter den entführten Frauen die Tochter eines Millionärs befindet, schickt dieser eine Ninja Frau (die eine hellblauen Ninja Kluft trägt) in das Lager um seine Tochter zu retten.

So wie ich das beurteilen kann, ist der Ausgangsfilm von „Frauenlager der Ninja“ irgendein asiatischer „Women in Prioson“ Film, wie z.B. Im Camp der gelben Tigerinnen, der mit Ninja überhaupt nichts zu tun hat. Um so faszinierender ist es, wie Regisseur Godfrey Ho mit gigantischer Dreistigkeit seine Ninjaszenen im Film untergebracht hat.

Die Anfangssequenz genauso wie das Finale des Films sind Eigenproduktionen von Ho. Der Trashfaktor dieser Szenen ist gigantisch. Ninja entführen Frauen aus Naherhlungsgebieten, benutzen Minitorpedos um kleine Ruderboote abzuschießen und die weibliche Ninja in babyblau darf zeigen, was sie kann. Noch besser ist der finale Kampf zwischen ihr und dem Anführer der Frauenhändler Ninja, bei dem auch noch ein paar schwer bewaffnete Typen auftauchen, die dem Oberninja schließlich mit dem Racketenwerfer saures geben.

Ansonsten sind die neuen Szenen einfach zwischen die Handlugn des Frauengefängnisfilms geschnitten. Das wirkt besonders dann recht lächerlich, wenn westliche Schauspieler Dialoge mit Asiaten führen, ohne dabei zusammen im Bild zu sein. Der Eindruck, es handele sich um ein Gespräch wird nur mittels Schnitt und Gegenschnitt simuliert. Auch tauchen Ninjas und Wachleute des Gefängnis nie zusammen auf. Genauso wenig passt, dass die Ninjas auf einmal magische Fähigkeiten haben, aber lustige Raucheffekte sehen einfach zu gut aus, als das man sie hätte weglassen können.

Ein Film bei dem ähnlich dreist ein anderer Film um geschnitten wurde, um ihn neu herauszubringen ist übrigens Crackdown Mission, der noch mal, eine Spur trashiger ist.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - März 18, 2009 at 9:41 am

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Blood Feast 2: All U Can Eat (2002)

Fuad Ramses III eröffnet den Catering Service seines (legendären) Großvaters wieder. Der Polizei schmeckt das gar nicht. Denn dort erinnert man sich sehr genau an das Gemetzel, dass Fuad Ramses der Erste einst anrichtete, als er Menschen seiner Göttin opferte.

Und wie sich schnell zeigt, kommt der Enkel nach seinem Großvater. Im Lagerraum des Ladens findet er die Statue einer alt ägyptischen Göttin, die ihm alsbald befielt für sie zu morden. Ein anstehendes Hochzeitsbuffet gibt ihm die Möglichkeit seine Fähigkeiten als Schlachter zu zeigen.

Herschell Gordon Lewis ist ein Phänomen. Der Mann drehte erst billige Nudistenfilme, erfand dann mit Blood Feast das Splatter Genre und verschwand dann jahrelang in den tiefen der Werbeindustrie, bis er 2002 diese Fortsetzung seines Klassikers drehte. Die Story ist zwar nahezu identisch mit dem ersten Teil, aber dennoch ist der Film Pflicht! Die Schauspieler bestechen durch extremes Overacting, was „Blood Feast 2: All U Can Eat“ auf herrlich amüsante Weise von Beginn an ins unrealistische abgleiten lässt. Neben Fuad Ramses III bestechen die beiden Cops durch ihr famoses Schauspiel. Auch das Lewis quasi zu seinen Wurzeln zurückkehrte und Nudity in den Film eingebaut hat, verstärkt diesen Eindruck der völligen Absurdität und erfreut zudem den geneigten Zuschauer. Der Soundtrack fällt ebenfalls positiv auf und verleiht dem Blut Fest eine gewissen Party Atmosphäre.

Final besticht Blood Feast 2: All U Can Eat natürlich auch auf Grund der Splatter und Gore Effekte. Wenn Fuad Ramses III Schädel und Gehirn mit der Bratensäge aufschneidet, einer Frau das Gesicht vom Schädel abpellt oder auch einfach nur mit Gedärmen oder dem Abschneiden von Köpfen beschäftigt ist, merkt man ganz klar, dass Herschell Gordon Lewis diese filmischen Spielereien erfunden hat.

Gerade weil faschistischen Deutschland Blood Feast 1 seit dem August 2004 vom Amtsgericht Karlsruhe verboten, beschlagnahmt und indiziert ist, lohnt es sich den zweiten Teil anzusehen. Und sei es nur aus demokratischer Pflicht!

Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - März 9, 2008 at 8:33 pm

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The Arena -aka- Naked Warriors (1974)

Das römische Imperium befindet sich auf dem Gipfel seiner Macht und hat einen gewaltigen Hunger nach frischen Sklaven. Von jenseits der Alpen wird die Priesterin Bodicia als Sklavin nach Rom verschleppt und aus Nubien in Afrika, wird Mamawi ebenfalls in das Römerimperium gebracht. Vom Sklavenmarkt geht es für sie zusammen mit zwei weiteren Sklavinnen auf das Anwesen eines reichen Römers. Er ist Besitzer einer Gladiatorenarena. Dort werden die Frauen erst einmal nackt ausgezogen, gewaschen und frisch eingekleidet.

Auf einer am Abend stattfindenden Orgie kommt es zum Eklat. Mamawie und Bidica werden als Tänzerinnen im goldenen Käfig präsentiert. Dabei geht das Temperament mit der stolzen Bodica durch. Sie schlägt einen Gast und wird als Strafe dafür vergewaltigt, während die Orgie um sei herum weiter geht.

Neben der Führung des Haushalts sind die Sklavinnen auch dafür zuständig, mit den Gladiatoren (ebenfalls Sklaven) in der Nacht vor deren Kämpfen das Bett zu teilen, da diese ja mit großer Wahrscheinlichkeit den nächsten Tag nicht überleben.

Eines Tage kommt es zu einem Streit zwischen den Sklavinnen, bei denen sie die komplette Küche des Anwesen verwüsten. Da kommt dem Herren des Hauses die Idee, die Frauen in der Arena, als Belustigung der Zuschauer gegeneinander antreten zu lassen. Die humorvollen Kämpfe gehen gut, bis das Publikum eines Tages nach Blut schreit und Mamawi eine der Sklavinnen töten muss.

Wer ein Fleischbeschau und jede Menge nackte Amzonen erwartet, wird mit „The Arena“ trotz des Alternativtitels „Naked Warriors“ enttäuscht werden. Es gibt nur ein paar Nacktszenen und diese machen sogar Sinn und sind nicht bloß Selbstzweck. Doch gerade weil die Erotik des Films dezent ist, wirkt sie um so mehr. Zumal gerade Margaret Markov und Pam Grier auch in ihren Kostümen vor Sexappeal nur so strotzen. Die beiden standen schon gemeinsam in „Black Mama, White Mama“ vor der Kamera und überzeugen in diesem Roger Corman Film auch schauspielerisch.

Wie gewohnt, bei Corman Filmen ist „The Arena“ Handwerklich sehr gut gemacht. Kamera, Schnitt und besonders Ausstattung und Kostüme lassen kaum Wünsche offen. Lediglich der Versuch eine Schlucht mit Hilfe von Schnitt und Gegenschnitt zu inszenieren (wo es offensichtlich keine Schlucht gibt) wirkt ein bisschen lächerlich. Über das Finale des Films kann man geteilter Meinung sein. Es artet in eine Aneinanderreihung von Gefechten und einer recht langatmigen Flucht aus. Die Kampfszenen sind zwar gut choreographiert, aber letztlich kommt doch inhaltliche Leere auf.

Auf jeden Fall ist „The Arena“ ein schönes Beispiel für Exploitation, der durch starke Frauenrollen besticht. Quentin Tarantino hat Blaxploitation Star Pam Grier deswegen ja auch mit Jackie Brown ein Denkmal gesetzt.

Außerdem ist „The Arena“ mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie Roger Corman späteren Hollywood Größen den Weg bereitet hat. So war bei diesem Film Joe Dante als Editor dabei. Nicht zu Hollywood Ruhm gebracht hat es hingegen Joe D’Amato. Doch auch der war in die Produktion integriert.

2001 hat übrigens der spätere „Wächter der Nacht – Nochnoi dozor“ Regisseur Timur Bekmambetov ein Remake von „The Arena“ unter dem Titel „Gladiatrix“ gedreht.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Februar 27, 2008 at 1:07 pm

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Planet Terror (2007)

Hier sollte jetzt eigentlich eine kurze Inhaltsangabe zu „Planet Terror“ stehen. Aber da der Film keine wirklich ernsthaft zusammenhängende Handlung hat, belasse ich es dabei eine paar Kleinigkeiten aufzulisten, die im Laufe des Films passieren.

Eine Gruppe Soldaten wurde in Afghanistan mit einem biologischen Kampfstoff infiziert, der sie nun in Zombies verwandelt. Eben dieser Kampfstoff tritt aus und lässt auch die Zivilisten zu Zombies werden.

Die Go-Go-Tänzerin Cherry Darling möchte Stand-Up Komikerin werden. Nach einem Autounfall fresse Zombies ihr Bein. Doch der Revolverheld El Wray bastelt ihr eine Protese aus einem Maschinengewehr.

Derweil behandelt Doktor Block die eckeligsten Zombieerscheinungen im Krankenhaus während seine Ehefrau die Anästhesistin Dakota Block mit ihrer lesbischen geliebten durchbrennen will.

Zwischendurch sucht Steakhouse-Besitzer J.T. Noch die perfekte Barbecue-Soße zu kreieren.

Robert Rodriguez hat seinen Teil des Grindhouse Double-Features wesentlich ernster genehmen als Kollege Quentin Tarantino. Sein Film ist an keiner Stelle aus einem Guss und hat nichts mit verliebter Nostalgie a’la „Death Proof“ zu tun. Planet Terror nutzt die Versatzstücke des Zombiefilms und bastelt sich Subplots zu recht, die es ihm ermöglichen eine Armada Freaks aufmarschieren zu lassen und ein gewaltiges Gemetzel anzustellen. Qualitativ kommt er damit an die trashigen 70er Jahre Zombie Exploitation Filmchen heran. Und dadurch, dass er Geld für Effekte hatte und weiß, wie man einen Film produziert, sieht das Ganze auch gut aus und macht Spass. Aber im Gegensatz zu „Death Proof“ wirkt Planet Terror für sich alleine einfach nicht als eigenständiger Film. Vermutlich hat dieser Film im Gegensatz zu Death Proof nur im Double Feature die Chance sich wirklich zu entfalten.

Neben dem Zombiegenre als solchem sticht besonders ein Filmzitat ins Auge. Die Szene in der eine spitzes Stück Holz in ein Auge gestoßen wird, erkennt man zweifelsfrei als direkte Anspielung an die berühmte Szene in Zombie 2 (Nicht „Dawn of the Dead“ sondern, Lucio Fulcis „Zombie 2 – Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“). Ansonsten haben mich die schmelzenden Zombies an „The Incredible Melting Man“ und an „The Thing“ erinnert. Außerdem lüft im Fernshen ein Trailer zum Women in Prison Klassiker „Women in Cages“.

[youtube 7shFLBNPPfI]

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Februar 23, 2008 at 2:42 pm

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Snuff Trap -aka- Snuff killer – La morte in diretta (2003)

Juchuu, ein Film über Snuff Filme aus der Schmiede des italienischen Regiegroßmeisters Bruno Mattei. Der Filmemacher, der vielen unter dem Pseudonym Vincent Dawn bekannt sein dürfte, hat sich hier quasi in den tiefsten Untergrund gestürzt und ein Filmchen darüber gedreht, wie fiese Pornoproduzenten entführen und zum finale ihrer Snuffpornos töten.

Wer nicht gerade den „Originalfilm“ Snuff aus dem Jahr 1976 kennt, der denkt beim Wort Snuff wahrscheinlich am ehesten an den Nicolas Cage Film 8mm. Das hat wohl auch Bruno Mattei getan. Sein Snuff Trap ist eine Art Remake zu 8mm. Die Handlung wurde nach Paris, Amsterdam und Hamburg verlegt, die Hauptfigur zu einer attraktiven Blondine und die Menge an gezeigtem Sex gewaltig nach oben geschraubt. Ansonsten hat der italienische Filmemacher sogar eine low Budget Version von dem berühmten 8mm Zitat „Wen du dich mit dem Teufel einlässt, veränderst du nicht den Teufel, der Teufel verändert dich“ erfunden und die meisten Storyelemente übernommen.

Die Tochte von Michelle wird, nachdem sie in einer Disco einen Typen aufgerissen hat („Na meine kleine, möchtest du mal ziehen“ „Danke, die ist fantastisch“ „Wir könnten ein bisschen in meinem Auto rummachen“), entführt. Da ihr Stiefvater, ein französischer Politiker, die Polizei nicht einschalten will, macht sich Michelle alleine auf die Suche nach ihrer Tochter.

Sie steigt ab in immer tiefere Untiefen des Hardcore Universums, wo sie nicht nur ihre ersten Kontakte mit Bondage- und Folterpornos macht, sondern auch auf skrupellose Geschäftspartner stößt (so wird sie z.B. mit vorgehaltener Waffe zu einem Blowjob gezwungen). Nach einem Road Trip durch Europa landet sie schließlich in Hamburg. Hier dreht die durchgeknallte Pornoproduzentin Doktor Hades ihre Snufffilme.

Den Mangel an eigenen Ideen habe ich ja schon zu Beginn angesprochen. Doch das ist leider nicht der einzige Makel den Snuff Trap aufweist. Die Schauspieler sind durch die Bank unterirdisch schlecht. Hauptdarstellerin Carla Solaro ist gleichermaßen hübsch wie unfähig. Letzteres gilt auch für den Rest des Cast. Wobei man zugeben muss, dass einige der bösen Typen von der Pornomafia und ganz besonders Dr. Hades für ein ordentliches Maß an unfreiwilliger Komik sorgen, die durch die Deutsche Synchronisation noch verstärkt wird. Auch Schnitt (Taxi von links, Taxi von rechts, Taxi von links…) und Beleuchtung sind eines Mannes, der so lange im Film Geschäft war wir Mattei unwürdig. Billige Pornoästethik und die Pornodialoge verhindern, dass sich so etwas wie Atmosphäre entwickeln kann.

Das ist Schade. Gerade da, ein europäischer 8mm mit mehr Sex durchaus interessant gewesen wäre. Doch auch wenn die extrem harten Softcore Folterungen (Brandings, Frauen werden verprügelt, fast erstickt, ausgepeitscht usw.) mit dem was sie zeigen nichts für schwache Nerven sind, ist das Endprodukt einfach nur ein großes Ärgernis. Auch das Mattei noch eine kleine Lovestory mit einer Sexszene in einer Limousine eingebaut hat, verbessert die Qualität des Films nicht.

Auf Grund des Vincent Dawn Bonus und der Tatsache, das es um Snuff geht, sollte der harte Exploitation Fan sich Snuff Trap zwar trotzdem ansehen. Aber alle anderen werden vermutlich nicht ihren Spaß haben.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Februar 19, 2008 at 9:50 am

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Nachts, wenn Dracula erwacht (1970)

Anwälten scheint wirklich auch der letzte Rest gesunden Menschenverstandes zu fehlen! Zumindest ist dies bei Jonathan Harker der Fall. Der angehende Anwalt aus London macht sich nämlich auf die Reise zu einem Geschäftskunden. Das ist zwar kein Grund in für lebensmüde zu halten, aber wenn man weiß, dass sein Auftragsgeber ein gewisser „Graf Dracula“ ist, sieht sie Sache schon etwas anders aus.

Er schlägt alle Warnungen von Mitreisenden auf seinem Weg nach Transilvanien aus und erreicht schließlich das Schloss des Grafen. Dieser lebt dort mit drei schönen Gespielinnen, die das angelieferte Frischfleisch zu würdigen wissen. Nachdem die Schlossbewohner Jonathan ordentlich Blut abgezapft haben und dieser entdeckt hat, dass es sich bei ihnen um, in Särgen schlafende, Vampire handelt, gelingt ihm die Flucht.

Er erwacht in der Klinik von Professor Hellsing (wahlweise in Budapest oder London). Der hat für seinen Teil den Grafen Dracula noch nie zu Gesicht bekommen. Jedoch ist er nicht nur Leiter einer Irrenanstalt sondern auch Experte für schwarze Magie.

In seiner Klinik fristet auch der geisteskranke Renfield in der Gummizelle sein Dasein. Graf Dracula nahm ihm einst die Tochter, was ihn in den Wahnsinn abgleiten lies.

Nach kurzer Zeit tauchen Jonathans Geliebte Mina Murray und deren Freundin Lucy Westenra in der Klinik auf. Niemand weiß, dass Graf Dracula ebenfalls in der Stadt ist. In der Nacht dringt er in Lucys Zimmer ein und saugt ihr das Blut aus den Adern. Schließlich stirbt sie an den Folgen. Doch sie kehrt wieder als Kinder tötende Vampirin.

Zusammen mit Lucys Verlobtem, dem Amerikaner Quincey Morris macht sie Jonathan schließlich auf, den Graf endgültig zu vernichten.

Bram Stokers Roman vom Grafen Dracula wurde ja bereits 1922 inoffiziell als Nosferatu verfilmt und diente zudem unzähligen anderen Vampirfilmen als Vorlage. „Nachts, wenn Dracula erwacht“ von 1970 hält sich im Gegensatz zu vielen anderen Dracula Filmen sehr eng an die Romanvorlage. Das ist eine große Stärke des Films, der dazu noch mit seiner sehr dichten Atmosphäre besticht. Zwar wird diese in einigen zu billig geratenen Szenen kaputt gemacht, aber über weiter Strecken bleibt ein düsterer Charme erhalten.

Was den Film außerdem sehenswert macht, seine seine Besetzung. Christopher Lee spielt den greisen Grafen eben so wie den verjüngten überzeugend und gibt dem Film wirklich Klasse. Klaus Kinski bleibt zwar unter seinem Genie zurück, aber er macht einen Film nun mal einfach sehenswert. Soledad Miranda, die ein Jahr später in Francos „Vampiros lesbos“ einen weiblichen Graf Dracula spielen durfte, bleibt ein wenig farblos. Aber das mag daran liegen, dass sei angezogen bleibt. Herbert Lom ist nicht der schlechteste Van Helsing, auch wenn er nicht gerade Vincent Price ist, den Jess Franco angeblich eigentlich für die Rolle haben wollte.

Regisseur Jess Franco hat bei „Nachts wenn Dracula erwacht“ auf jeden Fall sehr sauber gearbeitet. Darauf nackte Frauen zu Foltern wurde verzichtet, so dass der Film wirklich ein reiner Horrorfilm ist. Unter konventionellen Aspekten ist der Film vermutlich einer der besseren Jess Franco Filme (ich weiß, dass sage ich immer^^). Manch einem wird der Film heute zudem wegen seinem B-Movie und Trash Charem gefallen.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - Februar 2, 2008 at 1:53 pm

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Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden -aka- Mondo Kannibalen -aka- Diamonds of Kilimandjaro -aka- El Tesoro de la diosa blanca (1983)

Eine Expeditions, die sich tief ins Herz des schwarzen Kontinets hervor gewagt hat gerät in Gefangenschaft eines wilden Stammes. Diese wollen den Leiter der Expedition töten, da der einen Edelstein aus dem Gebiet des Stammes bei sich trägt. Das plötzliche Auftreten einer eines halbnackten, weißen Mädchens verhindert letztendlich, dass dem Mann der Kopf abgeschlagen wird.

Am anderen Ende der Welt, liegt eine kranke Frau im sterben. Ihre Tochter ist seit Jahren im afrikanischen Dschungel verschollen. Sie soll nun eine weitere Expedition finanzieren, um ihre Tochter zu retten. Der Hintergedanke des Expeditionsleiter, ist natürlich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und sich ebenfalls die Diamanten unter den Nagel zu reißen.

Auf der Expedition kommt es dann zu jeder Menge Konflikten. Die einen wollen das Mädchen lieber tot sehen um an das Erbe ihrer Mutter zu gelangen und die anderen streiten sich permanent darüber, wer nun der Boss sei. Da die Gruppe als erste Amtshandlung in Afrika einen Eingeborenen erschießt, sind ihnen natürlich bald die Wilden auf den Fersen.

Zuerst sollte die grundlegende Frage beantwortet werden, ob „Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden“ -aka- „Mondo Kannibalen“ -aka- „Diamonds of Kilimandjaro“ ein Kannibalenfilm ist, oder nicht. Von seinen diversen Titeln her, könnte man natürlich davon ausgehen. Doch das ist fast schon der einzige Grund für die Bezeichnung Kannibalenfilm. Denn in diesem Film werden weder Menschen gefressen noch wird eine Schildkröte geschlachtet (siehe „Cannibal Holocaust“ oder „Cannibal Ferox“). Es gibt zwar ein Eingeborene, aber wirklich kannibalisitsch scheinen die nicht zu sein. Also ist der Film eher ein Abenteuer Film mit ein nackten Frauen.

Außer denen bietet der Film auch relativ wenig. Katja Bienert hat ja nicht zu unrecht eine kleine Fangemeinde und auch die Auftritte von Lina Romay und der schwarzen Priesterin sorgen für etwas nudity.

Ansonsten „Nackt unter Wilden“ recht zahm. Ich weiß nicht wie sehr die von mir gesehen Fassung geschnitten ist, aber mehr Gewalt wäre Jess Franco untypisch. Die Story und Ausstattung des Films sind unterirdisch und Spannungsmomente sucht man ebenfalls vergeblich. Für unfreiwllige Komik sorgt vielleicht noch der „Große weiße Häuptling“ und die Tatsache, das er vor seine Hütte frisch gemähten Rasen hat.

Wer Sex und Kannibalismus sehen will, der soll sich besser „Nackt unter Kannibalen“ mit Laura Gemser oder „Mountain of the Cannibal God“ mit Ursula Andres ansehen. Aber Kannibalenfilm-Komplettisten müssen natürlich auch „Mondo cannibale 4.Teil: Nackt unter Wilden“gesehen haben.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by Sodomedia - at 12:28 pm

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The Mad Foxes -aka- Los Violadores (1981)

Der 18. Geburtstag! Das ist ein Grund zum Feiern und für eine Jungfrau ein gutes Datum um die Unschuld zu verlieren. So ist zumindest der Gedanke des Mädchens namens Babsi, dass mit Hal in dessen Stringray durch die Gegend fährt. Er hat ihr versprochen sie heute zur Frau zu machen. Doch auf dem Weg in die nächste Disco um sich Mut für die Defloration an zutrinken kommt es zu einem Streit mit einer Band von Motorradrockern. Beim anschließenden Rennen hat einer der Biker einen Unfall.

Davon lassen sich Hal und seine kleine Freundin aber nicht den Abend verderben. In der Bar, trinkt man gepflegt Champagner, sieht den anderen Gästen beim Tanzen zu, debattiert über den Schmerz, den man beim ersten mal verspürt und knutscht hemmungslos rum. Richtig schön betrunken wollen die beiden nach Hause fahren.

Daraus wird aber nichts, da die Rocker auftauchen. Über den Unfall ihres Freundes sind diese ganz und gar nicht begeistert. Ihnen steht der Sinn nach Rache. Sie verprügeln Hal, reißen seiner kleinen Freundin die Kleider vom Leib, vergewissern sich, dass sei tatsächlich noch Jungfrau ist und vergewaltigen sie dann.

Jetzt ist natürlich Hal auf Rache aus. Von seiner Wohnung aus (in der goldene Schallplatten an der Wand hängen) ruft er einen Kumpel in dessen Karateschule an. Mit Hilfe von dessen Jungs will er es den Bikern heimzahlen. Tatsächlich stürmt Hal am Abend mit einer Gruppe Karatekids das Amphitheater in dem die Biker eine Trauerfeier für ihren, beim Unfall verunglückten Freund abhalten. Die Kampfkunstschüler vermöbeln die Rocker nach Strich und Faden und lassen deren Anführer einer Spezialbehandlung zu Teil kommen. Auf Hals Wunsch kastrieren sie ihn und stopfen ihm, sein abgeschnittenes Gemächt in den Mund.

Nach soviel Gewalt gönnt sich Hal erst einmal eine Liebesnacht mit einer schönen Unbekannten. Die Karatetypen trainieren derweil in ihrem Club und bekommen Besuch von der Motorradgang. Diese hat aufgerüstet und bringt Handgranaten und Maschinengewehre mit. Die Sportler haben keine Chance, das Blutbad zu überleben und die Rocker machen sie im Anschluss auf die Suche nach Hal.

Nachdem die Rocker den Bewacher von Hals Tiefgarage erschossen haben, kann Hal dank der Hilfe eines kleinen Jungen fliehen und der Band nach einer wilden Verfolgungsjagd tatsächlich entkommen.

Derweil ist ein Nudistenpärchen am Strand mit sich selbst beschäftigt. Wobei die beiden eher eine lockere Bindung haben. Den nachdem Hal auftaucht, lässt (die inzwischen wieder bekleidete Silly) ihren Typ stehen und fährt mit Hal davon. Der will auf dem Anwesen seiner Eltern endlich Ruhe vor den Motorrad Rowdys finden. Und es scheint so, als würde ihm das gelingen. Er kann das gute Essen genießen Silly verführen, Sex in der Badewanne mit ihr haben, mit ihr Jagen gehen und ausreiten und dabei Sex im Freien haben und seine Problem natürlich vergessen.

Doch die Motorradfahrer spüren Hal und seine Stingray auf. Den Gärtner seiner Eltern töten sie, indem sie ihm seine Heckschere in den Mund stoßen und auch die Lebenserwartung der übrigen Menschen im Haus sinkt rapide mit dem Auftauchen der Gang. Sie erschießt die Köchin, den Vater sowie die im Rollstuhl sitzende Mutter und schlitzt das Küchenmädchen auf.

Hals Laune ist als Folge des Massakers natürlich getrübt. Er setzt sich in seine Stingray und macht sie auf die Suche nach den Rockern. In einer Bar wird er fündig. Die Kellnerin (mit dem tiefen Dekolletee) will ihm zwar nichts sagen, aber auf dem Klo der Kneipe entdeckt ein Mitgleid der Bande. Hal schießt ihm zuerst in die Hand und sprengt ihn dann mit einer Handgranate, die er ins Klo schmeißt in die Luft.

Den zweiten Motorradfreund trifft er auf einem Schrottplatz an. Doch dieser sucht sein Heil in der Flucht und wird erst , nach einer Verfolgungsjagd, von Hal aus dem fahrenden Wagen heraus, erschossen.

Rocker Nummer drei ist derweil bei einer blonden Nazi Domina (ob sie rein zufällig Ilsa heißt, wird glaube ich nicht erwähnt) beschäftigt. Auf dem Weg zu dieser kann er quasi en passant einen weiteren Rocker töten. Die Nazidomina muss im Anschluss genau wie ihr Kunde dran glauben.

Zu guter Letzt fährt Hal in seine Wohnung. Sein Rachfeldzug ist vorbei. Doch in seiner Wohnung wartet nicht nur Babsi, sondern auch der der Rocker Eunuch mit einer Bombe. Diese zündet er, alle sterben und der Film ist aus!!!

Ein gigantisches Meisterwerk! The Mad Foxes spielt in einer Liga mit Filmen wie „Buio Omega“ -aka- „Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf“ oder auch „Riffs III – Die Ratten von Manhatten“. Wie überlebensgroß der Film ist, lässt sich schon daraus herleiten, dass es nahezu unmöglich ist, ihn einem konkreten Genre zuzuordnen.

Auf Grund der Tanzszene zu beginn, ist es ein Tanzfilm wie Dirty Dancing oder Flashdance. Ein Rocker- oder Bikerfilm ist es auf jeden Fall. Wobei er auch ein Autofilm und Actionfilm ist, allein schon auf Grund der vielen Verfolgungsjagden. Viel mehr ist es noch ein Rape and Revange Film wie beispielsweise der Genreklassiker „Day of the Woman“ -aka- „I Spit on Your Grave“. Die Rache wird hier sogar zum Teufelskreis aus dem niemand entkommen kann und der am Ende alle ins Unglück treibt. In diesem Sinne ist „The Mad Foxes“ fast schon griechische Tragödie! Weiterhin kann man von einem Sexfilm sprechen. Zwar ist Babsis Vergewaltigung eher Sexploitation, aber da der ganze Film Exploitation in seiner reinster Form ist, stört das nicht weiter. Hals Geliebte die nur eine Sexszene mit ihm hat, genauso wie die späteren Sexszenen mit Silly lassen aber eindeutig auf Sexfilm schließen. Wobei man hier unterscheiden muss. Die Szene mit seiner unbekannten Geliebten verwendet einen leichten Weichzeichner und erinnert so eher an David Hamilton, während Sillys Szene am Strand Anklänge an den klassischen Nudistenfilm enthält. Ab und zu gleitet der Film sogar in den Bereich der Slapstickkomödie ab und wenn eine junge Frau aufgeschlitzt wird, ist das eindeutig Splatter, was man theoretisch dem Horrorgenre zuordnen kann.

Auch wenn man die schwierige Einordnung von „The Mad Foxes“ vernachlässigt bleibt der Film eine Perle des Exploitation. Der Chef der Rocker trägt SS-Mütze und am Ende ein Outfit was irgendwie stark an die NSDAP erinnert. Der Rest der Truppe trägt zu Beginn rote Armbinden mit einem weißen Kreis, in dem gegen Ende des Film Hackenkreuze auftauchen. Die Kammer der Nazi Domina ist ebenfalls mit Hakenkreuzen und Hitlerbild geschmückt.

Neben den Nazielementen sorgt natürlich die Action für Spaß. Die Verfolgungsjagden werden teilweise in doppelter Geschwindigkeit abgespielt, und auch die Kampfszene mit den Karate Kämpfern hat einen gewissen Trash Faktor. Genau so wie die extrem übertriebene Gewalt, die selbst für Exploitation bemerkenswert ist. Unter den Blutbad und Massakerszenen ist besonders die Erschießung der alten Frau im Rollstuhl erwähnenswert.

Die Schauspieler bemerkt man eigentlich gar nicht bei so viel Brillanz, die der Film ausstrahlt. Hauptdarsteller José Gras scheint nur über eine Mimik zu verfügen, aber hat immerhin keine all zu schreckliche Frisur (Anfang der 80er gab es da schlimmeres). Die Schauspielerinnen sehen nackt alle ganz nett aus und erfüllen demzufolge ihren Zweck. Ansonsten ist Eric Falk als Stileto zu bewundern, wobei man ihn eigentlich kaum wiedererkennt, da er einen Schnurrbart trägt und eine ungewöhnliche Frisur hat, die man aus seinen Rollen in Jess Franco Filmen nicht kennt.

Produzent des Spektakels war übrigens Erwin C. Dietrich höchst persönlich. Peter Baumgartner, der oft mit ihm zusammengearbeitet hat, machte diesmal nur unter Pseudonym mit. Was Regisseur Paul Grau betrifft – dieser hat eine recht interessante Vita. Auf dem Regiestuhl saß er nach „The Mad Foxes“ nur noch bei „Sechs Schwedinnen auf der Alm“. Jedoch war er Location Manager bei Frauengefängnis von 1975 und Schauspieler in Gefangene Frauen von 1980 sowie dem Film Lost in the Barrens.

Quentin Tarantino versucht vielleicht solche Filme wie „The Mad Foxes“ zu kopieren, aber wer dieses Original gesehen hat, wird verstehen, was authentisches Kino bedeutet und was wirklich große Kunst ist.

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2 comments - What do you think?  Posted by Sodomedia - Januar 25, 2008 at 7:47 pm

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Ator – Herr des Feuers -aka- Ator l’invincibile (1982)

Eine alte Prophezeiung besagt, eines Tages werde Ator, der Sohn des Torn geboren, der dann den mächtigen Spinnenkult besiegen werde. Als dann tatsächlich ein Junge geboren wird, der das Mal des Tron trägt, bekommen das der Priester und die Anhänger des Spinnenkults natürlich recht schnell mit. Deswegen wird der Junge, bei einer anderen Familie in Sicherheit gebracht.

Zu einem (mehr oder weniger) stattlichen jungen Mann mit einer undefinierbaren blonden Dauerwellen- Fönfrisur herangewachsen hat Ator ein ganz anderes Problem. Er liebt seine Schwester und kann sie nicht heiraten, weil das dann ja Inzest wäre. Aber wir wissen ja, dass Ators Schwester gar nicht seine Schwester ist, da er nicht ihr Bruder ist, da er ja eigentlich nur ein Adoptivkind ist. Also kann geheiratet werden. Doch auch die Hochzeit läuft eher suboptimal für unsern Lockenkopf. Eine Horde Reiter taucht auf, brennt das Dorf nieder und raubt Ators Braut. Also macht der Held sich, begleitet von einem putzigen Bärenbaby (Knut ist out) auf die Suche. Dabei stößt er auf den Typ, der ihn einst zu seinen Pflegeeltern gab. Dieser weißt ihn in seine Bestimmung und den Schwerkampf ein. Das hat er auch bitter nötig, denn kurz darauf lernt er erst eine Amazone und dann ihren ganzen Stamm kennen. Dieser fängt ihn und will ihn als Samenspender missbrauchen. Davon ist Ator weniger begeistert, weshalb er mit der Amazon flieht. Nachdem das erledigt ist, trifft er in einer Höhle auf eine geheimnisvolle Priesterin, die ihn verführen will. Doch diese ist nach einem Blick in den Spiegel weit aus weniger sexy als zuvor angenommen. Zum Schluss kommt es zum großen Kampf mit den Anhängern des Spinnenkults und der verehrten Riesenspinne.

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum manch einer Joe d’Amatos Barbarenfilm Ator als so schrecklich trashig empfinden. Na klar, der Hauptdarsteller sieht aus wie eine schwuchteliger 80er Jahre Siegfried Clon. Aber der Film ist nun mal aus den 80gern und damals trug man solche Frisuren. Miles O’Keeffe ist als Ator kein großer Schauspieler, aber für seine Rolle reichts. Okay, auch alle anderen Darsteller sind mehr als mies, aber wenigstens Sabrina Siani ist immerhin ein schöner Anblick, wobei man in diesem Film nicht so viel von ihr zu sehen bekommt, wie manch einer vielleicht hofft. Aber die Gute hat in Filmen wie „Mondo Cannibale 3 – Die blonde Göttin“, oder dem Barbarenfilm „Sangraal – Das Schwert des Barbaren“ mitgespielt. Schade ist, dass Joe d’Amatos Stammdarstellerin Laura Gemser hier nicht von ihren Qualitäten überzeugen kann.

Auch die Kulissen (geht’s nur mir so, oder sehen alle Räume irgendwie gleich aus?) und die Spezialeffekte (besonders die Riesenspinne) sind Dreck. Okay, das klingt jetzt so, als würde der Film höchstens durch seinen großartigen Trashfaktor punkten. Das tut er natürlich auch. Doch neben der Tatsache, dass man bei den Damen in ihren kurzen Lederröcken das ein oder andere mal gar nicht barbarische Unterwäsche sehen kann, hat der Film wirklich Tiefe! Ich meine eine Anspielung auf die Weihnachtsgeschichte um den geborenen Erlöser und den Kindermord von Bethlehem entdeckt zu haben. Und Laura Gemsers Rolle als Dämonin, die beim Blick in den Spiegel ihr wahres Gesicht zeigt, ist wenn man ihren Status als Softcore Erotikstar betrachtet doch fast schon eine Metapher, auf die Scheinwelt der Erotik. Auf jeden Fall rockt Ator derbst. Muskeln und Schwertkampf und Hirn abschalten.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - September 27, 2007 at 11:39 pm

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Death Proof – Todsicher (2007)

Eine Gruppe jünger hübscher Frauen macht sich auf einem netten Abend mit viel Alkohol und Haschisch zu verbringen und dabei auch ohne Jungs möglichst viel Spaß zu haben. In der Bar von Warren (Regisseur Quentin Tarantino) treffen sie auf Stuntman Mike. Es wird viel geredet und schließlich macht die hübsche Butterfly sogar einen Lapdance für Stunman Mike. Grund dafür ist, dass ihre langbeinige Freundin, die Radiomoderatorin Jungle Julia in ihrer Show Versprochen hat, Butterfly würde eben einen solchen erotischen Tanz für den ersten Mann hinlegen, der ihr einen Drink spendiert und ihr ein Gedicht aufsagt. Gegen Ende des Abends bietet Stuntman Mike sich an, eine junge Frau aus der Bar nach Hause zu bringen. Doch sein Wagen ist todsicher. Aber das nur für den Fahrer. Die schwarze Karre ist nämlich so verstärkt, dass der Fahrer in ihr jeden Crash überlebt, während der Beifahrer bei einem solchen munter durch das Wagen innere geschleudert wird. Eben dieses Schicksal erleidet die junge Frau und auch die Clique um Jungle Julia und Butterfly bleibt nicht verschont. Stuntman Mike verursacht einen tödlichen Crash mit den Mädels, den sie alle mit dem Leben und Jungle Julia zusätzlich mit ihren langen Beinen bezahlt.

Ein paar Monte später ist Stuntman Mike wieder auf den Beinen und hat ein neues aufgemotztes Vehikel. Doch dieses mal such er sich die falschen Opfer zur Befriedigung seiner perversen Gelüste. Denn die Gruppe Frauen die er diesmal aufs Korn nehmen will, besteht unter anderem aus zwei Stuntfrauen, die sich gerade ihren Traumwagen geliehen haben um damit Schiffsmast zu spielen. Bei dieser waghalsigen Aktion hängt sich eine der Frauen mit zwei Gürteln gehalten auf die Motorhaube und geniest den Fahrwind auf etwas andere Weise. Natürlich endet der Traum von Freiheit recht rüde für sie, als Stuntman Mike beginnt ihren Wagen (für den sie ihre kleine Cheerleader Freundin bei dessen Redneck Besitzer als Pfand lassen mussten) zu rammen. Doch die Frauen können sich behaupten und verderben Stuntman Mike gründlich den Spaß als sie ihn erst stellen, dann auf ihn schießen und dann den Spieß umdrehen und ihn zum Gejagten machen.

Eins Vorweg. Ich habe schon zu Beginn dieses Films feuchte Augen bekommen, weil ich so glücklich war endlich mal so einen Film im Kino sehen zu dürfen. Die ersten Bilder des Films haben also schon dazu geführt, dass ich mich gefreut habe wie ein Schneekönig und diese Euphorie hat der Film auch fast die ganze Zeit bei mir verursacht. Da ich aber ich gleich aber nicht meine Lobeshymnen auf den Film unterbrechen will, fange ich mal damit an, was dazu geführt hat, das ich Quentin Tarantino nicht auf der Stelle einen Heiratsantrag gemacht habe.

Da wäre zum einen die Tatsache, dass Deathproof eigentlich als Grindhouse Double Feature zusammen mit Robert Rodriguez geplant war. Da der Film in solcher Form aber in den USA floppte (bzw. nicht die Kommerziellen Erwartungen erfüllte) wurde er in Deutschland gesplittet und Deatproof kam erstmal alleine in die Kinos. Das ist für mich alleine schon deswegen eine Katastrophe mit götterdämmerungsartigem Ausmaß, weil ich so nicht in den Genuss der Fake Trailer gekommen bin, die bei Grindhouse zwischen den beiden Filmen liefen. Dass hat zwar mit Death Proof an sich nichts zu tun, aber für jemanden wie mich, der alle ILSA Filme in doppelter Ausführung auf DVD hat, wäre es mit das Großartigste gewesen, Rob Zombies Fake Trailer “Werewolf Women of the S.S.” auf einer großen Leinwand sehen zu dürfen. Auch wäre man als Student wesentlich billiger davon gekommen, wenn man zwei Filme auf einmal hätte sehen können und man hätte ein Double Feature erleben können (wer sich diesen Traum mal erfüllen will, dem sei Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega ans Herz gelegt). Das Death Proof nun eben nicht als Double Feature lief hat zum entscheidenden Kratzer des Film geführt. Denn so wurde der Film künstlich auf 113 Minuten aufgeblasen. Meines Wissens fehlten in Grindhouse zwar die überaus ansehnliche Lapdance und die Schwarz/Weiß Szene (die ich beide nicht missen wollte), aber trotzdem ist Death Proof zu lang geraten. 20 Minuten weniger hätten dem Film gut getan. Glücklicherweise sind die Dialoge aber Quentin Tarantino, so dass das ewige Gelaber nicht unerträglich wird. Wobei man sich einiges doch hätte sparen können.

Nun aber dazu, warum man Death Proof auch für sich genommen ein großartiger Film ist. Das fängt schon mit dem ungeheuren Retro Charme an. Über künstliche hinzugefügte Bildfehler, fehlende Szenen, Katzer auf der Filmrolle oder falsche Farben kann man natürlich streiten, aber in Zeiten in denen digitale Techniken den guten alten Filmstreifen verdrängen, sollte man dankbar für eine kleine Erinnerung sein, was Film eigentlich bedeutet. Zumal es sich bei Death Proof um eine Hommage ans Exploitation Kino der 70er handelt. Eine fehlerfreie Filmrolle wäre einfach nicht authentisch hierfür und würde den künstlerischen und den Liebhaberwert lediglich mindern.

Wer Quentin Tarantino nicht mag, weil er in Kill Bill Vol.1 ein riesiges Gemetzel angestellt hat und er als Independent Regisseur kommerziell erfolgreich ist, sondern weil der Mann ein Cineast und Kinofanatiker aller ersten Ranges ist muss Death Proof einfach lieben. Ich persönlich kenne zwar den (besonders in einem viel zu langen Dialog über Autofilme) viel zitierten „Vanisching Point – Fluchtpunkt San Francisco“ nicht, aber ansonsten hab ich mich doch recht zu Hause gefühlt. Da gibt es die Kühlerfigur in Entenform auf Stuntman Mikes Autos, welche für sich genommen ein recht amüsanter Kontrast zur blutrünstigen Passion des Fahrers ist und in einer Szene gar als Phallusersatz herhalten muss. Eben eine solche Ente schmückte auch die Motorhaube von Rubber Duck in Convoy von 1978 (läuft glaub ich ab und an auf Kabel 1). Weiterhin versprüht Death Proof durch und durch den Geist eins Russ Meyer. Zwar legt Quentin Tarantino nicht Russ Meyers Wert auf riesige Brüste, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass man Death Proof wirklich genießen kann, wenn man Russ Meyers Schwarz/Weiß (und ohne blanke Brüste auskommendes!!!!) Meisterwerk „Faster, Pussycat! Kill! Kill! “(in Deutschland auch bekannt als „Die Satansweiber von Tittfield“) mit Tura Satana nicht kennt. Laut IMDB wird der Film auch auf einem T-Shirt im Film erwähnt. Auch „Pulp Fiction“ bekommt eine kleine Erwähnung in Form des „Big Kahuna Burgers“. Ebenso wie Scary Movie 4 und Wolf Creek, die laut einem Plakat am Rande der Strasse in einem Double Feature laufen.

Weiterhin kann man Death Proof nicht nur als Exploitation sondern kleinen „Rape an Revange“ Film ansehen. Zwar wird die Vergewaltigung nicht zelebriert wie in „I Spit on Your Grave“- „Day of the Woman“ sondern wird rein metaphorisch durch Stuntman Mikes ersten Crash gezeigt. Die Rache ist dann überdeutlich im letzten Teil des Films gesehen. Die sexuelle Komponente serviert Tarantino übrigens nicht subtil, sondern auf den Silbertablett in Form eines Dialoges von Sheriff Earl McGraw (gabs doch auch schon in Kill Bill, oder?) mit seinem Hiwi. Lustiger Weise ist der schmierige Rednack, der den weißen Wagen verkaufen will, der gleiche Typ, der in Kill Bill die im Koma liegende Braut vergewaltigen wollte. Diesem Typ überlassen die Mädels übrigens am Ende ihre Cheerleader Freundin. Diese erfüllt für die Story zwar keinen wirklichen Zweck, aber sorgt durch bloße Existenz für einen zusätzlichen Erotikfaktor (Cheerleader eben). Außerdem hat Tarantion „Revenge of the Cheerleaders“ von 1976 ja bei seinem ersten Filmfest gezeigt und dankt im Abspann den „Satan’s Cheerleaders“; aber egal.

Wer jetzt verstanden hat was ich versucht habe zu sagen sollte sich Death Proof – Todsicher auf jeden Fall ansehen. Wer einen Mainstram tauglichen Film erwartet oder nicht tolerant gegenüber etwas anderen Filmen sollte die Finger davon lassen.

By the way: Eigentlich müsste man sich mal Grindhouse als DVD kaufen und es auf einem schäbigen Hinterhof per Beamer zeigen, um echtes Grindhouse Feeling zu bekommen.

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Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - August 13, 2007 at 5:32 pm

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