Zieh dich aus Puppe (1968)
18 Jahre jung und damit 1968 noch nicht volljährig erlebt Marianne einen rasanten Abstieg. Der Liebesurlaub mit ihrem Verlobten endet darin, dass dieser sie verlässt. Der Ingenieur ohne Diplom hatte sich Hoffnung auf eine Anstellung in der Fabrik von Mariannes Vater gemacht und lässt das Mädchen nach der Drohung des Vaters es zu enterben einfach sitzen. Ohne Geld in den Taschen landet Marianne schließlich im Nachtclub Moulin Rouge. In diesem Stripclub spielt sich das ein oder andere menschlich Schicksal ab.
Da ist die Medizinstudentin, die dort nur arbeitet um ihr Studium zu finanzieren und als einzige “Dame” nicht mit den Gästen trinken, oder gar aufs Zimmer gehen muss. Oder eine Stripperin die süchtig nach Heroin ist und hohe Schulden bei Clubbesitzer Micky hat. In dessen Bett landet Marianne schließlich nachdem dieser sie betrunken gemacht hat. Sie kehrt ins Moulin Rouge zurück, flieht aber aus Mickys Bett ins Bett einer lesbischen Barfrau. Ein Umstand der ihre eigentliche Liebhaberin, die zweite Chefin des Lokals gar nicht erfreut. Zudem gibt es als humoristische Einlageden Geschäftsmann, der eine der Damen des Hause als seine Verlobte ausgeben will, um seinen Vorgesetzten bei einer anstehenden Inspektion abzulenken. Eine andere Dame treibt ihren Liebhaber durch teure Geschenke in den Ruin und am Ende fast in den Selbstmord. Die Dame, in die sich ein anderer Gast verliebt, lehnt dessen Angebot ihn zu heiraten, das Moulin Rouge zu verlassen und eine bürgerliche Existenz aufzubauen ab. Sie bezahlt ihren Wunsch danach dem sündhaften Leben treu zu bleiben mit dem Leben, als sie an einen Frauenhasser gerät, der sie erwürgt nachdem er seiner Aufforderung Zieh dich aus Puppe nicht nachkam.
Nachdem Marianne zuerst im Lokal bleiben wollte, bringen einige der Frauen sie dazu, schließlich doch mit ihrem, inzwischen verständigten Vater heimzukehren. Sie ist inzwischen süchtig nach Mickys Marihuana Zigaretten und erkennt das für sie der Weg nur abwärts gehen kann, wenn sie bleibt. Zu guter letzt wird Micky bei der versuchten Vergewaltigung seiner Geschäftspartnerin verhaftet.
Als Zieh dich aus Puppe 1968 entstand. Also kurz bevor die deutsche Sexfilm Welle richtig begann. Dieses merkt man dem Film durchaus an. Zwar liegt immer ein Hauch Erotik in der Luft, aber dumpfe Fleischbeschau gibt es hier nicht. Nackte Brüste gibt es nicht in Nahaufnahme und oftmals werden sie auch durch im Vordergrund drapierte Gegenstände verdeckt. Regisseur Ákos Ráthonyi drehte also keinen Sexfilm. Der Ungarn war laut Wikipedia einmal (liberal)katholischer Priester und greift in Zieh dich aus Puppe tief in die Moralkiste. Das Mädchen aus gutem Hause kehrt in den Schoss der bürgerlichen Welt zurück. Die Frau, die die Ehe als Ausgang aus dem unmoralischen Leben ablehnte, bezahlt dafür mit dem Tod. Dahingegen ist die keusche Medizinstudentin die bürgerlicher heilige im Sündenpfuhl.
Dümpelt der Film über weiter Strecken etwas vor sich hin, bietet zumindest das Ende eine gute Portion Exploitation. Die obligatorische humoristische Einlage ist zwar nicht sonderlich originell, aber dafür auch nicht so platt wie man es aus den Sexkomödien der Folgejahre gewöhnt ist.
Interessant ist der Film übrigens auch aufgrund des 60er Jahre Dekor.
Und dass Zieh dich aus Puppe tatsächlich eine 18er Freigabe hat, ist einerseits ein schlechter Scherz und andererseits natürlich die beste Werbung für den Film.
Das Opening des Films:
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Southern Comoforts (1971)
Bei meinem Versuch mich dem Bethel Buckalew Film Tobacco Roody filmkritisch anzunähern bin ich gescheitert. Deshalb fällt die Filmkritik zu Southern Comoforts jetzt etwas anders aus. Im Großen und Ganzen geht es (wie auch in den anderen Buckalew Filmen die gesehen habe) um amerikansiche Südstaatler. Die Mädchen vertreiben sich die Langeweile mit Sex untereinander, oder kümmern sich um die Aufklärung des Stallburschen. Letzter kommt auf den Geschmack und hat nun auch eine andere Beschäftigung als Kühe zu jagen. Der Alte Cornel vergnügt sich mit einer Afroamerikanerin und am Ende gibt es einen Schönheitscontest (Nacktcontest wäre wohl zutreffender). Nackt baden und Sex im Heu gibt’s natürlich auch wieder. Und als absolutes Highlight fideln zwischendurch ein paar Geigenspieler.
In Southern Comoforts gibt es im Vergleich zu The Pigkeepers Daugther und Tobacco Roody eine, durch den Schönheitswettbewerb bedingt, größere Anzahl Darstellerinnen. Die Kulisse vor der der Film gedreht wurde, ist aber vermutlich die gleiche wie bei diesen beiden Filmen. Die heruntergekommene Farm. Wie gehabt wird wieder mit den Hinterwäldler Klischees gespielt und der Film lässt sich wieder ganz klar als Hixploitation (also Sexploitation mit Hillybillies) definieren. Für den Otto Normal Filmfreund reicht es vermutlich aus einen einzigen Bethel Backelow Film zu sehen. Aber wer extrem Sleaze mässige Sexfilme mag, wird vermutlich bei keinem seiner Filme enttäuscht.
Die einzige spannende Frage die Southern Comforts übrigens aufwirft, ist die ob die Sexszene des alten Cornels mit der jungen Afroamerikanerin jetzt rassistisch ist oder ob es sich mit ihr so verhält wie mit dem ersten Kuss zwischen Captain Kirk und Ohura.
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Tobacco Roody (1970)
Tobacco Roody ist Südstaatendrama und scharfen Sittengemälde in einem. Dabei ist die Handlung mehr oder weniger nicht vorhanden. Zwei Schwestern sind gemeinsam am Fluss nackt baden zu gehen. Sie beginnen aneinander rumzufummeln und an „Harry“ zu denken. Dabei werden sie von ihrer verhassten (Stief)Sschwester Tottie überrascht, die auch baden will. Doch kaum sind alle drei nackt, wird die Stiefschwester hinterrücks mit Matsch beschmiert und ergreift die Flucht. Netterweise hilft Daddy ihr dabei, sich wieder sauber zu machen indem er sie mit dem Wasser Wasserschlauch abspritzt. Da sich das so gut anfühlt, verziehen sich beide in die Scheune und noch ein bisschen mehr Spass zu haben. Währenddessen vergnügt sich die Mutter mit dem Sheriff und dem örtlichen Großgrundbesitzer und die Schwestern vergnügen sich miteinander. Später taucht noch eine Französsin auf, die mit Daddy ebenfalls ins Heu geht. Schlussendlich betrinken sich dir Farmboys und um im Anschluss im Haus auf die drei nackt und teilweise auf dem Boden schlafenden Schwestern zu treffen.
Öhm ja. Wo fange ich an? Bethel Buckalew ist vermutlich einer der unterschätztesten Regisseure der Kinogeschichte. Auch wenn sein wirken sich auf Sexfilme wie diesen beschränkt, war er wirklich nicht untalentiert. So schneidet er in Parallelmontage von sich gegenseitig befummelnden Schwestern in die gleiche Einstellung in der Harry fummelt. Das hätte Kubrick auch nicht besser machen können. Den gleichen Trick verwendet Buckalew später noch einmal. Ebenso benutzt er eine subjektive Kamera, die die schlafenden, nackten Schwestern aus der Perspektive eines Betrunkenen zeigen. Große Kunst. Aber Tobacco Roody ist nicht nur eine Film für Freunde hoher Filmkunst oder nackter Weiber.
Der Film ist reiner Sleaze und bedient dabei die Klischees der amerikanischen Rednecks und Hillbillys: Der normale Südstaatler verbringt den gesamten Tag mit Sex im Heu, Inzest oder Alkohol. Das ist zwar nicht sonderlich intelligent, aber es macht dennoch Spass. Buckalew zitiert sogar an einer Stelle Susi und Strolch. Das Einzige was den Filmspass ein bisschen einschränkt ist der permanente Beschallung mit Country Musik. Aber die gehört ja wie der Inzest einfach zu einem Südstaatenfilm dazu.
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Ach jodel mir noch einen -aka- Stoßtrupp Venus bläst zum Angriff (1974)
Da spiegel.de so nett war von Ach jodel mir noch einen zu schreiben (der Film soll wohl bei Kino.to der Hit sein) rückt der Film mal wieder etwas nach oben.
Originalpost: 02.04.2007, 19:25
Ein Stoßtrupp weiblicher Außerirdischer von der Venus reist mit seiner fliegenden Untertasse auf die Erde um dort Nachschub für die Samenbank der Venus zu beschaffen. Der kostbare Samen (Reibstoff) ist nämlich auf der Venus zur Neige gegangen, weshalb die fünf Aliens bei den Samen produzierenden Wilden der Erde, das kostbare Gut abzapfen sollen. Diese Mission ist keine ganz ungefährliche! Aus dem Erdfernsehen erkennen die Frauen sogar, dass die Wilden Kannibalen sind, die Frauen aussaugen. Während der Ankunft des Ufos, haben die Zenzi und der Karl gerade Sex im Stall („Hättest du mir gleich gesagt, dass du eine Jungfrau bist, hätte ich mir mehr Zeit gelassen“ „Und wenn ich gewusst hätte, dass du keine Zeit hast, hätte ich mir doch die Strumpfhose ausgezogen.“). Dieses Intermezzo wird dann aber mit der Mistgabel durch die Dorfwirtin beendet, die durch die Landung des Raumschiffes wach geworden ist. Die Venus Mädchen schwärmen später aus um Samen zu beschaffen und werden von der Bevölkerung des bayrischen Dorfs, in dem sie gelandet sind für das französische Skiteam gehalten. Während eine der Frauen es schafft gleich 4 stramme Bayern in das Raumschiff zu locken, um sie dort an die Samenabzapfmaschine anzuschließen, gerät ein anders Besatzungsmitglied in Lebensgefahr, da ein Bursche, dem sie die Skier geklaut hat, ihr den überlebenswichtigen Raumanzug ausgezogen hat. Doch ein Arzt kann sie schnell genug in eine Sauna bringen und sie da direkt auch aufklären. Eine andere gerät an einen Unterwäsche Vertreter, bei dem sie Reibstoff in der Klarsichtpackung bekommt (Kondome) und im Auto von hinten genommen wird (Beim Cunnilingus: „Sind sie einem Kannibalen in die Hände gefallen?“ „Jaaa, er kostet mich bereits!“). Ein anderes Besatzungsmitglied gerät an einen Jäger, bei dem sie die Vorzüge bayrischer Blasmusik kennen lernt, aber vor Überraschung den kostbaren Samen verschluckt. Die letzte Venus Frau gerät schließlich an den Dorfpolizisten, dem sie zuvor die Uniform geklaut hatte („habt ihr so was schon gesehn? Das ist ein schwuler Polizist!“). Zurück im Raumschiff probieren zwei der Aliens erst einmal Erden Dessous aus und lesbisieren ein bisschen rum. Am Ende landet das ganze vermeidliche Skiteam auf dem Blassmusik Tanzabend des Dorfs, bei dem es nicht nur Sex mit einem Skilehrer, sondern auch einen Blowjob unter dem Tisch gibt. Schließlich ziehen sich die Venus Frauen vor versammelter Mannschaft aus, was in einer Massenschlägerei unter den anwesenden Männern mündet.
Aus der Masse der langweiligen, unerotischen, strohdoofen und unkreativen Bayern Sexfilmen sticht „5 Mädchen blasen zum Angriff“ wie der Film auch hieß, auf jeden Fall heraus. Die Story an sich ist eine wirklich witzige Idee und wurde ja quasi sogar für den amerikanischen Film „Good Vibrations – Sex vom andern Stern“ recycelt. Dialoge und Witze sind größtenteils nicht der totale Bodensatz des derben Klamauks, sondern wirklich spaßig. Auch wenn gewisse Standarts des bayrischen Sexklamauk geboten werden. Erfreulich sind auf jeden Fall die weiblichen Darstellerinnen und die Tatsache, dass sei genug Gelegenheit haben, ihre nackten Körper zu präsentieren. Nebenbei gibt’s eine schöne verschneite Bergkulisse und ein nettes Design der Alientechnologie. Stosstrupp Venus ist auf jeden Fall eine Perle des deutschen Sexfilms, der neben Humor und Erotik auch die Elemente des Science Fiktion Films einbaut und so ein absolutes Highlight wird.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie, Science Fiction Tags:
The House Bunny (2008)
Da The House Bunny immer noch sehr beliebt ist, rückt der Artikel mal wieder etwas nach oben.
Originalpost: 08.10.2008, 10:34
Playboy Bunny Shelly führt ein glückliches und vor allem sexy Leben in der Playboy Mansion Villa von Playboy Vater Hugh Hefner. Doch mit den Sexpartys mit Stars und Prominenten, dem Luxus dem Shopping mit ihren Sexy Playboy Bunny Schwestern ist es vorbei als sie am Tag nach ihrem 27. Geburtstag die Villa verlassen muss.
Nachdem sie kurz im Gefängnis landet, weil sie die Aufforderung eines Polizisten zum Blasen nicht richtig verstanden hat, landet sie in der Frauen-Studentenverbindung Zeta. Doch die spießigen, langweiligen und hässlichen Mädchen die dort wohnen, stehen kurz davor ihr Verbindungshaus an eine sexy Studentinnenverbindung zu verlieren.
Deswegen versucht House Bunny Shelly erst durch Autowaschen im Bikini neue Mitglieder zu werben und startet dann ein Makeover der Hausbewohnerinnen. Aus den grauen Mäusen werden Sexbomben, die jedem Pornofilm Ehre machen würden. Neben dem sexy neuen Look schafft Shelly es auch die Studentinnen mit einer realistischeren Einstellung zum Leben vertraut zu machen und lernen, dass Äußerlichkeiten mehr zählen und dass Männer auf billige Nutten und dumme Frauen stehen.
Würde der Film an dieser Stelle enden, wäre vermutlich der ehrlichere Film. Jedoch muss Shelly noch erkennen, dass auch Bildung und innere Werte zählen. Das ist dann zwar zuckesüß und nicht mehr so schön anzuschauen, aber ansonsten würde der Film wohl seine Zielgruppe vergraulen. Interessanterweise ist aber die Botschaft zu Beginn von The House Bunny so stark, dass die kleine Regulierung in Richtung Individualität und Persönlichkeit ein bisschen untergeht.
Interessanterweise ist The House Bunny übrigens in eine Märchenerzählung als Rahmenhandlung eingebettet. Die macht ihn zwar nicht weniger konformistisch, aber deutet immerhin daraufhin, dass man den Film nicht für bare Münze nehmen sollte.
Neben der teilweise recht prüden Ami Erotik (Anna Faris nackt gibt’s nur von hinten), bietet The House Bunny immerhin den ein oder anderen guten Gag und eine Menge Blondinnenhumor. Leider rettet dass die Aschenputtel Geschichte nicht. Zumal man dem jede Sekunde ansieht, dass das Drehbuch aus der Feder von Karen McCullah Lutz stammt, die auch schon für Natürlich Blond verantwortlich war. Wobei dort, wie auch filmtabs meint die Witze besser waren. Denn House Bunny fehken wirklich Ecken und Kanten und bissige Satire.
Um es wie smileblue zu sagen:
Im Ernst: Zu empfehlen ist er nicht. Aber amüsiert haben wir uns dann doch.
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Liebesgrüße aus der Lederhose (1973)
Alfredo ist Kurschaffender. Er kümmert sich mit Hingabe darum den feinen Damen in seinem Kurort einen unvergesslichen Aufenthalt zu bescheren. Doch der Womanizer braucht schließlich mal Pause und fährt zur Erholung ins tiefste Bayern. Dort hat Wirt Sepp Eber nicht nur einen nichtsnutzigen Kellner, sondern auch eine Schar strammer Bayern in Lederhosen die sich hier um die Gelüste der weiblichen Gäste kümmern. Alfredo will mit bunten Treiben im „Wilden Eber“ nicht zu tun haben, heuert aber nachdem Sepp ihn beim Kartenspielen ausgenommen haben im Konkurrenzgasthof „Zum Feurigen Stier“ an. Mit Unterstützung eines italienischen Gastarbeiters kommen nun auch dort die Frauen auf ihre Kosten.
Mit diesem Film erfand Franz Marischka quasi das Genre des Bayern- Lederhosensexfilms. Derber Humor, nackte Frauen, Männer in Lederhosen und das alles vor bayrischer Bergkulisse. Wirklich viel nackte Haut gibt es dabei in Liebesgrüße aus der Lederhose nicht zu sehen und man wird den Eindruck nicht los, man habe wenn es zu explizit werden könnte lieber aus der Distanz gefilmt oder am besten gleich geschnitten. Erotikfreunde werden das vermutlich nicht schätzen. Wobei ich hier vielleicht auch von einer geschnittenen Fassung von Liebesgrüße aus der Lederhose rede, da der Film bei mir keine 92 Minuten Spielzeit hatte.
Das würde auch erklären, warum manche Handlungsstränge so vollkommen unverständlich wirken. Zwar ist Franz Marischkas Regie ja nicht bekannt für ihre Tiefsinnigkeit, aber Liebesgrüße aus der Lederhose wird es teilweise doch selbst für seine Verhältnisse recht wirr.
Den derben bayrischen Humor kann man mögen, muss man aber nicht. Doofe Kellnerwitze sind Tiefpunkt und sonst regiert alberner Komödienulk. Natürlich teilweise im sexuellen Kontext, der aber immerhin nicht ins rein fraunfeindliche absinkt. Dafür spielt Peter Steiner, als unter der Fuchtel seiner Frau stehender, bayrischer Callboy eine viel zu tragische Figur.
Spätere Franz Marischkas Filme wie Zum Gasthof der spritzigen Mädchen oder Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter haben mir persönlich besser gefallen, aber in Liebesgrüße aus der Lederhose kann man quasi das Original des Lederhosenfilms bewundern.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Komödie Tags: Franz Marischka, Lederhosenfilm, Peter Steiner
Necromania: A Tale of Weird Love (1971)
Das junge Ehepaar Shirley und Danny hat ein Problem. Danny ist ein impotenter Schlappschwanz, was dem Liebesglück der beiden nicht gerade dienlich ist. Weil sie einen Ausweg aus der Misere suchen und Viagra noch nicht erfunden ist, verschlägt es die beiden in das „Schloss“ von Madame Tanya. Dort stehen zwar ein Sgrk und eine ausgestopfter Hund herum, aber Dannys bestes Stück wird trotzdem nicht richtig hart. Auch dass Madame Tanya den Teufel beschwört, nachdem sie das Pärchen durch ein Bild in der Wand beobachtet hat, wie es sich abgemüht hat einen Beischlaf zu Stande zu kriegen hilft nicht weiter. Shirley vergnügt sich so lieber mit einer Frau. So geht es ein bisschen weiter, bis Danny zum Höhepunkt des Films in in den Sarg im „Red Room“ gezogen wird, wo er abermals zeigt, dass er nicht das Zeug zum Pornodarsteller hat.
Tja, was soll man dazu sagen? Das Ed Wood, der schlechteste Regisseur seiner Zeit war, ist ja unumstritten, aber immerhin ist Plan 9 from Outer Space ein verdammt unterhaltsamer Kultfilm. Aber Ed Wood hat vor und nach seinem Trahsmeisterwerk ja noch weiter Filme gemacht (z.B. Glen or Glenda oder Orgy of the Dead). Bei Necromania: A Tale of Weird Love handelt es sich um eine lange verschollenes Spätwerk des Meisterregisseurs und um einen reinen Porno. Zwar gibt es die debile Rahmenhandlung und als lustiges Element eine Priese Satanismus, aber ansonsten hat man es vor allem mit harten Sex in weicher Verpackung zu tun.
Wobei der Film eher Ed Wood und Trashfilm-Fanatiker zum empfehlen ist, als Freunden gepflegter Pornografie. Denn Necromania: A Tale of Weird Love ist ein übler Schundporno mäßiger Qualität. Die Darstellerriege agiert lieblos und Hauptdarsteller Ric Lutze (der in fast hundert Filmen mitwirkte) scheint es hier wirklich an Manneskraft zu fehlen. Neben der Tatsache, dass hier wirklich niemand Spass am Sex zu haben scheint (außer vielleicht der Dame im Sarg, die einen halbwegs attraktiven Blowjob hinlegt), stören beispielsweise auch die hässlichen Pickel am Hintern einer Darstellerin.
Letztendlich istNecromania: A Tale of Weird Love kein Pflichtfilm und Vergnügen. Man kann sich höchsten für Ed Woods Taltenfreiheit, das schäbige Set (hier wurde offensichtlich nicht in einem Schloss, sondern in einem billigen Motel gedreht) oder den sTroboskopeffekt am Anfang begeistern. Ansonsten hat man hier nichts verloren, es sei den man möchte wissen woher David Lynch (Der den Film eigentlich gar nicht kennen konnte^^) seine Idee für den Red Room in Twin Peaks hatte.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres, Horror Tags: Ed Wood, Satan, Trash
Laß laufen, Kumpel -aka- Laß jucken, Kumpel 6. Teil (1981)
Der Fussballverein, Gastarbeiter, untreue Ehefrauen die ihre impotenten Ehemänner betrügen und eine kleine Kriminalgeschichte um einen gehörnten Ehemann, der seiner Frau das Haus anzündet. Der sechste Teil der „Laß jucken, Kumpel“ bietet wirklich nichts neues und man hat das Gefühl, das keiner der beteiligten Lust auf den Film hatte. Die meisten Darsteller agieren lieblos und bei den paar Nackt- oder Sexszenen kommt nicht einmal ein Hauch von Erotik auf. Vermutlich hatte Regietitan Franz Marischka einen kreativen Durchhänger, als er den Film drehte. Denn er entstand nach seinen wirklich gut gelungenen Alpen Sexkomödien Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter und Zum Gasthof der spritzigen Mädchen -aka- Das Gasthaus der strammen Mädchen und seinem Spätwerk mit Karl Dall Dirndljagd am Kilimandscharo –aka- Das Verrückte Strandhotel und Sunshine Reggae auf Ibiza. In Gegensatz zu diesen, ist „Laß laufen, Kumpel“ wirklich nichts weiter als verschwendete Zeit.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: deutscher Film, Franz Marischka
Mädchen im Spiegel der Lust -aka- Derrière le miroir sans tain (1982)
Autor Sam bekommt von seinem Verlag den Auftrag einen erotischen Roman zu schreiben. Zwar füllt ihn seine Ehe sexuell aus, doch das reicht nicht für ein Buch. Erst bringt eine Videokassette mit einem Porno den Schreiberling auf neue Ideen, dann Françoise, eine Freundin der des Paares. Lesbensex und ein flotter Dreier sind aber erst der Anfang. Françoise und Sams gehen auf die Jagd um Männer und Frauen heranzukarren um Sex mit innen zu haben. Sam schaut dem Schauspiel durch eine versiegelte Scheibe zu und kommt so auf neue Ideen und macht ab und zu auch mit, bei den Sexpartys. Schließlich stößt auch noch eine dunkelhäutige Schönheit zu den Dreien.
Dieser Porno der zu Beginn der 80er Jahre in Frankreich produziert wurde, ist eigentlich nichts besonders. Er ist nicht wirklich hart und hat sogar eine halbwegs plausible Story, für die sich der Film Zeit nimmt. Darstellerinnen sind gut aufgelegt und bis auf die damals noch übliche Intimbehaarung schön anzusehen. Hauptdarsteller Alban Ceray liefert ebenfalls eine solide Vorstellung ab. Das Voyeurismus-Element kommt leider nicht wirklich gut zur Geltung, aber dafür gibt es ein sich drehendes Bett und eine Szene (die Medienwissenschaftlich interessant) vom Fernseher abgefilmt ist.
Es gibt übrigens noch einen weiteren Film mit dem Namen Mädchen im Spiegel der Lust, der aber vermutlich nichts mit diesem hier zu tun hat.
Categories: Erotikfilm Sexfilm Sexploitation Sleaze, Filmblog, Filmkritik und Review, Genres Tags: Frankreich
The Arena -aka- Naked Warriors (1974)
Das römische Imperium befindet sich auf dem Gipfel seiner Macht und hat einen gewaltigen Hunger nach frischen Sklaven. Von jenseits der Alpen wird die Priesterin Bodicia als Sklavin nach Rom verschleppt und aus Nubien in Afrika, wird Mamawi ebenfalls in das Römerimperium gebracht. Vom Sklavenmarkt geht es für sie zusammen mit zwei weiteren Sklavinnen auf das Anwesen eines reichen Römers. Er ist Besitzer einer Gladiatorenarena. Dort werden die Frauen erst einmal nackt ausgezogen, gewaschen und frisch eingekleidet.
Auf einer am Abend stattfindenden Orgie kommt es zum Eklat. Mamawie und Bidica werden als Tänzerinnen im goldenen Käfig präsentiert. Dabei geht das Temperament mit der stolzen Bodica durch. Sie schlägt einen Gast und wird als Strafe dafür vergewaltigt, während die Orgie um sei herum weiter geht.
Neben der Führung des Haushalts sind die Sklavinnen auch dafür zuständig, mit den Gladiatoren (ebenfalls Sklaven) in der Nacht vor deren Kämpfen das Bett zu teilen, da diese ja mit großer Wahrscheinlichkeit den nächsten Tag nicht überleben.
Eines Tage kommt es zu einem Streit zwischen den Sklavinnen, bei denen sie die komplette Küche des Anwesen verwüsten. Da kommt dem Herren des Hauses die Idee, die Frauen in der Arena, als Belustigung der Zuschauer gegeneinander antreten zu lassen. Die humorvollen Kämpfe gehen gut, bis das Publikum eines Tages nach Blut schreit und Mamawi eine der Sklavinnen töten muss.
Wer ein Fleischbeschau und jede Menge nackte Amzonen erwartet, wird mit „The Arena“ trotz des Alternativtitels „Naked Warriors“ enttäuscht werden. Es gibt nur ein paar Nacktszenen und diese machen sogar Sinn und sind nicht bloß Selbstzweck. Doch gerade weil die Erotik des Films dezent ist, wirkt sie um so mehr. Zumal gerade Margaret Markov und Pam Grier auch in ihren Kostümen vor Sexappeal nur so strotzen. Die beiden standen schon gemeinsam in „Black Mama, White Mama“ vor der Kamera und überzeugen in diesem Roger Corman Film auch schauspielerisch.
Wie gewohnt, bei Corman Filmen ist „The Arena“ Handwerklich sehr gut gemacht. Kamera, Schnitt und besonders Ausstattung und Kostüme lassen kaum Wünsche offen. Lediglich der Versuch eine Schlucht mit Hilfe von Schnitt und Gegenschnitt zu inszenieren (wo es offensichtlich keine Schlucht gibt) wirkt ein bisschen lächerlich. Über das Finale des Films kann man geteilter Meinung sein. Es artet in eine Aneinanderreihung von Gefechten und einer recht langatmigen Flucht aus. Die Kampfszenen sind zwar gut choreographiert, aber letztlich kommt doch inhaltliche Leere auf.
Auf jeden Fall ist „The Arena“ ein schönes Beispiel für Exploitation, der durch starke Frauenrollen besticht. Quentin Tarantino hat Blaxploitation Star Pam Grier deswegen ja auch mit Jackie Brown ein Denkmal gesetzt.
Außerdem ist „The Arena“ mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie Roger Corman späteren Hollywood Größen den Weg bereitet hat. So war bei diesem Film Joe Dante als Editor dabei. Nicht zu Hollywood Ruhm gebracht hat es hingegen Joe D’Amato. Doch auch der war in die Produktion integriert.
2001 hat übrigens der spätere „Wächter der Nacht – Nochnoi dozor“ Regisseur Timur Bekmambetov ein Remake von „The Arena“ unter dem Titel „Gladiatrix“ gedreht.
