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The Nomi Song (2004)

Um Klaus Nomi zu kennen, bin ich leider zu jung. Wem es genau so geht, de sei die Dokumentation „The Nomi Song“ ans Herz gelegt. Der Film erzählt wie aus dem in Bayern geborenen Klaus Sperber die Kunstfigur Nomi wurde. Der ausgebildete Countertenor stieg im New York der New Wave Ära zum Star in der Performance Künstler Szene auf, sang mit David Bowie und stand kurz vor seinem Durchbruch in Europa. Aber bevor er zum wirklich großen Star werden konnte, starb der Mann mit der unverwechselbaren Stimme an „Schwulen Krebs“, sprich Aids.

Neben der Lebensgeschichte von Klaus Nome, vermittelt der Film Einblicke in das Leben im New Wave New York. Und gerade dadurch, dass so viel alte Weggefährten von Klaus Nomi zu Wort kommen, hat „The Nomi Song“ auch eine sehr starke persönliche Note. Regisseur Andrew Horn ist wirklich eine gute Dokumentation gelungen.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 7, 2007 at 9:54 am

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Globalisierung, nein danke! – The Yes Men (2003)

Begonnen hatte alles mit einer gefakten George W. Bush Homepage. Die Yes Men, eine Gruppe von Globalisierungsgegner, baute die Webseite des damaligen Präsidentschaftskandidaten nach und kritisierten ihn darauf. Als nächstes Projekt bauten, sie die Homepage der Welthandelsorganisation WTO nach. Weil diese der eigentlichen WTO Seite so täuschend echt aussah, wurden die Yes Men Aktivisten schließlich von offiziellen Wirtschaftsforen gebeten dort als Gastredner aufzutreten und die WTO zu repräsentieren.

So bot sich den Aktivisten die Chance, vor Manager die Vorteile der Sklaverei zu propagieren, für Hamburger aus bereits Verdauter Nahrung für die dritte Welt zu werben und schließlich die Auflösung der WTO bekannt zu geben.

Wer die aberwitzigen Details der Aktionen sehen will, der sollte den Film auf jeden Fall ansehen. Denn die hier praktizierte Form von Kommunikationsguerilla zeigt sehr anschaulich, wie man Realität mit Hilfe der Medien manipulieren kann. Außerdem ist faszinierend zu beobachten, wie die Manager die abstrusen Vorschläge der Yes Men schlucken, ohne das sich Kritik rührt.

Zwar ist der Film ganz klar links gerichtet und auf der Seite der Globalisierungsgegner, aber das tut seinem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Jedoch würde man es sich heute zweimal überlegen, jemanden wie Michael Moore in eine Doku mit aufzunehmen. Denn dieser nimmt es mit der Wahrheit ja bekanntlich nicht so genau und färbt mit seiner Unseriösität leider auf den Film ab.

 

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 6, 2007 at 8:42 pm

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Nightmare Circus -aka- Barn of the Naked Dead -aka- Terror Circus -aka- Caged Woman II (1974)

Abkürzungen nehmen, ist nie eine gute Idee. Das bemerken auch die drei Tänzerinnen Simone,Sheri und Corrine auf ihrem Weg nach Las Vegas. Denn nachdem sie von der Hauptstraße abgebogen sind, bleibt ihr Wagen mitten in der Wüste stehen. Das scheint nicht weiter schlimm, da am nächsten morgen der freundlich Andre auftaucht und die beiden zu seinem Haus mit nimmt.

Aber Andre hält sich dort nicht nur einen Puma als Haustier! In seiner Scheune hat er Frauen angekettet. In seiner Fantasie sind die Frauen seine Tiere und er ist der, die Peitsche schwingende Dompteur und Zirkusdirektor. Wenn sich eines seiner „Tiere“ nicht dressieren lässt wird es zur Strafe mit Kuhblut gepinselt und anschließend vom Puma gejagt. Wobei der Puma das kleinere Problem der Ladys ist.

Denn Andres Haus steht zu allem Überfluss im Atombombentestgelände und durch die Verstrahlung hat sich Andres Vater in einem mordlustigen Mutanten verwandelt. Ferner hat der gute Andere noch einen ziemlichen Mutterkomplex und erkennt in einer seiner gefangenen Frauen, seine geliebte Mutter wieder.

Exploitation Perlen findet man ab und zu dort wo man sie gar nicht vermutet hätte. Nightmare Circus ist so eine Perle. Auf Grund des Alternativtitel „Cages Women II“ hatte ich einen Frauengefängnis Film erwartet. Doch ein ein WiP (Women in Prison) Film ist Nightmare Circus nur bedingt. Zwar gibt es Frauen, die gefangen gehalten, ausgepeitscht und gequält werden, aber da hören die Wip Elemtne auch schon auf.

Denn ansonsten klaut der Film sich Elemente aus anderen Filmen und verwurstet sie zu einer grandiosen Pottpüree. Der Mutantenvater passt beispielsweise kein bisschen in den Film. Er und das Abbiegen auf die Abkürzung zu Beginn des Films, hat mich zuerst an Wes Cravens „The Hills have Eyes“ erinnert, aber der erschien 3 Jahre später. Auf jeden Fall passt der Mutant kein bisschen in den Film. Aber ein mordender Mutant ist immerhin besser als kein mordender Mutant. Zumal in Zusammenhang mit ihm sogar mal ein bisschen Blut fließt.

Sigmund Freud Anhänger werden an Andre derweil ihre helle Freude haben. Sein Verhalten ist so erklärbar, dass der Film es auch gar nicht erst versucht. Warum Andre Frauen für Tiere hält, vom Zirkus träumt, ein gestörtes Verhältnis und auch ansonsten nicht mit einem gesunden Geist gesegnet bleibt schleierhaft. Im Zweifelsfall liegt wohl an seiner schweren Kind und verrenkter Sexualität.

Sex bietet der Film nicht und es gibt nur eine einzige Nachtszene der Mädchen. Statt einer Parallelhandlung rund um den Agent der Mädchen hätte man bessere dieses Element weiter ausgebaut. Aber Amys sind halt ein bisschen prüder gewesen als die Kollegen aus Europa.

Regisseur Alan Rudolph hat später übrigens als ernsthafter Autorenfilmer Karriere gemacht und Hauptdarsteller Andrew Prine ist auch noch als Schauspierl aktiv.

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Das elfte Gebot: Du sollst nicht Wikipedia als Quellen angeben

Neulich im Proseminar der Medienwissenschaft der Uni Trier „Medien und Politik“ geleitet von Philipp Niemann M.A., wurde ich dafür getadelt (okay, eigentlich wurde ich freundlich darauf hingewiesen), das man Wikipedia unmöglich als Quelle angeben könne. Das sehe ich grundsätzlich genauso. Wer Wikipedia in einer wissenschaftlichen Hausarbeit als Quelle angibt, sollte seinen Beruf überdenken. In Referaten – und darum ging es in eben diesem Fall – habe ich das bisher lockerer gesehen. Da ich mit einem Erstsemester zusammengearbeitet habe, wollte ich mit Korrektheit des Referats auch nicht übertreiben. Lange Rede kurzer Sinn, auch wenn die Wikipedia nicht wissenschaftlich ist, so und man sie nicht als Quelle angeben darf, ist sie wie eine Untersuchung ergab, dem klassischen Brockhaus doch mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,521457,00.html

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 5, 2007 at 1:40 pm

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Zu Maischberger: “Keuschheit statt Porno – brauchen wir eine neue Sexualmoral?”

Gestern Abend wurde ich Zeuge, dass es im Deutschen Fernsehen ab und zu doch mal interessante Talkrunden gibt. Denn Gott sei gibt es ja neben durch und durch untalentierten Talkmastern wie Kerner und Beckmann noch Frau Maischberger.

Zu später Sendezeit ging es dort Gestern um die Frage “Keuschheit statt Porno – brauchen wir eine neue Sexualmoral?”. Es sei Vorweg gesagt, dass das Ergebnis nicht wirklich befriedigend war, da man dort wie so oft in Talkshows Äpfel mit Birnen verglich. Aber unterhaltsam war die Konfrontation allemal. Die Gästeliste den nötigen Zündstoff dafür. Eine mir unbekannte Schauspielerin, ihrerseits Mutter von zwei Töchtern bot den ruhigen Pol der Sendung. Für Spannung sorgte die Rapperin „Lady ‚Bitch‘ Ray“. Diese ist ihrerseits Migrantenkind und Akademikerin (Eine Mischung die laut der jüngsten Pisastudie wirklich Seltenheitswert hat). Sie hat ihr Studium der Linguistik und Germanistik nicht nur mit 1,2 abgeschlossen und ist als Lehrbeauftragte an ihre Uni tätig sondern auch das wohl einzige medial bekannte Gegenstück zu ihren männlichen Rapperkollegen. Weiterhin saß in der Runde Nathanael Liminski, Katholik und Autor des Buches „Generation Benedikt“ (wohl als Anspielung auf die polnische Gesellschaft zu sehen, in der es so etwas wie eine Generation „Johannes Paul 2.“) und Verfechter der Keuschheit vor der Ehe. Ebenfalls anwesend war Oswalt Kolle, der mit seinen Aufklärungsfilmen seiner Zeit den Sex nicht nur in die Kino brachte. Etwas fehl besetzt wirkte nur ein Berliner Journalist, der in einer Arche arbeitet. Doch das lag nicht an seiner Person sondern an dem Konzept der Sendung.

 

Neben den sehr unterhaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem lustigen Katholiken (wobei ich seinen Humor grässlich fand) und Lady Bitch Ray, sorgte gerade Oswald Kolle für Highlights. So berichtete er von seinem ersten Mal „Ich war 14, das erste Mal war mit einem Jungen“ und brachte die Verlogenheit der 68er auf den Punkt „Das waren Tübinger Arschlöcher. Pastorensöhne, die einfach ein bisschen mehr ficken wollten.“ So bildete sich irgendwann eine recht große Übereinstimmung zwischen Lady Bitch Ray und dem Aufklärer. Nathanael Liminski wirkte hingegen erstaunlich verblendet und weltfremd. Auch wenn er sich von amerikanischen Spinnern wie „Wahre Liebe wartet“ distanzierte, zeigte er erschreckend wohin ein Steinzeit Katholizismus führt. Zumal er, wenn er mit dem Weltjugendtag in Köln argumentierte, definitiv verblendet ist. Wie Kolle richtig einwarf haben die Jugendlichen dort alles andere als keusch gelebt. Was eine Tatsache ist, wenn man hört wie viele Kondome die Kölner Stadtreinigung damals im Müll fand (Außerdem war der Abschluss Gottesdienst auf dem Marienfeld, bzw. die Nacht davor garantiert der größte Freiluft Gruppensex seit Woodstock). Damir konfrontiert griff Nathanael Liminski lieber wieder Lady Bitch Ray für ihren Vagina Style Rap an, was die ihm intellektuell überlegene Wissenschaftlerin aber gekonnt kontern konnte.

 

Doch die Rapperin war auch der Grund dafür, warum die Sendung teilweise auf der Stelle trat. Das war nicht ihre Schuld, denn sie ist sehr wohl in der Lage ihre Vorstellungen von Emanzipation auf den Punkt zu bringen. Vielmehr bestand eine zu große Kluft zwischen dem Wissen von Lady Bitch Ray und dem der anderen Gäste. Sobald sich die Diskussion nämlich um Hip Hop drehte wirkte sogar der Arche Mitarbeite extrem uninformiert, was diese Kunstform betrifft. So wurde Lady Bitch Ray in einen Topf mit Sido, Bushido und Frauenarzt geworfen (Wobei ich es auch seltsam finde die beiden inzwischen zu MTV Rappern konvertierten Aggro Leute in eine Gruppe zu Frauenarzt zu packen, den ich eher bei Kaisaschnitt und King Orgasmus One oder Taktloss einsortieren würde) ohne dass irgendjemand bemerkt hat, dass Bitch Ray als Frau gegen das Hip Hop Bild, welches der moderne Gangsta Ghetto Rap vorlebt, rebelliert.

2 comments - What do you think?  Posted by admin - at 1:06 pm

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Der Goldene Nazivampir von Absam 2

Meine Vorfreude auf diesen Film lässt sich schwer in Worte fassen. Aber er zeigt, dass es an den deutschen Filmhochschulen noch Menschen gibt, die so etwas wie Filmgeschmack haben und sich dem Exploitation Kino verpflichtet fühlen. Zwar ist anzunehmen, dass „Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz“ den Sexploitation Anteil des Naziploitation Genres zurückfahren wird, doch auch ohne Brüste und Frauenfolter kann man gute Filme über Nazis machen.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 4, 2007 at 7:29 pm

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Fantom kiler (1998)

Ein Killer bringt Frauen um. Diese sind meistens schon nackt bevor er sich ihnen überhaupt genährt hat. Dann gibt es da noch zwei Polizisten, die den Fall auf klären sollen und zwei Putzkräfte vom Bahnhof, die sich die kaum bekleideten Frauen, die dort ein und aus gehen, gerne nackt vorstellen. Der eine Putzmann wird beurlaubt und als Vertretung wird eine scharfe Blondine (Miss Po) geschickt.

Hohl, hohl, hohl. Dieser in Polen gedrehte Mist verdient diese Bezeichnung wirklich. Es mag zwar ganz lustig sein, mit wie viel Dreistigkeit die Frauen als Sexobjekte dargestellt sind, aber das kann man sich auch in jedem X beliebigen Porno ansehen. Überhaupt hat Fantom Killer eine sehr stark an Pornos erinnernde Ästhetik. Zwar gibt es keine Hardcore Szenen, aber Großaufnahmen von Rosetten lassen eine schon stutzig werden in was für einem Film man sitzt. Und spätestens wenn sich die Blondine einen Löffel in den Arsch steckt um mit ihrem Kollegen Die Sage von König Arthur und Excalibur nach zuspielen kann man sich nur noch entgeistert an den Kopf fassen.

Aber als spaßiger Fickfilm funktioniert Fantom kiler einfach nicht, dafür ist er zum einen zu doof und zum anderen zu Frauen verachtend. Sprüche wie: „Sie hat jetzt mehr Löcher als bei ihrer Geburt“ sind keine Ausnahme. Auch wenn der Titelgebende Killer nur am Rande auftaucht ist seine Brutalität – obwohl schlecht inszeniert – doch sehr unschön und würde einem den nicht vorhandenen Spaß verderben.

Horror und Sex gehören zwar zusammen auf keinen Fall so wie in Fantom Killer. Der Film zog übrigens zwei Fortsetzungen nach sich und war demzufolge wohl sehr lukrativ. Doch bevor man sich so etwas freiwillig ansieht sollte man sich lieber, wie es im Film so schön heißt, vor die Wahl zwischen „lesbisch werden“ und „ins Kloster gehen“ stellen.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 3, 2007 at 7:23 pm

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Schleichwerbung im Medienblog

Ich weiß aus eigenen Erfahrung, dass es nicht so einfach ist, Themen für das Trierer Medienblog zu finden. Im ersten Semester blieb ich verschont davon und musste erst im zweiten Semester ran. Für meinen ersten Post hätte ich bestimmt auch keinen Pulitzerpreis verdient. Der handelte vom Geburtstag der Schriftart „Helvetica“ und war munter aus Spiegel.de und Wikipedia als Quellen zusammengebastelt.

Was heute im Medienblog gepostet wurde, ist bestimmt gut gemeint, aber hat doch irgendwie nichts mit Medien zu tun, wenn man von der Erwähnung einer Internetadresse absieht. Der Post enthielt eine Anpreisung des Weihnachtsmarkt von Brüssel, welcher bestimmt schöner und größer ist, als der in Trier. Aber das rechtfertigt meiner Meinung nach nicht ihn im Medienblog zu posten.

Aber ich will mich nicht beschweren, denn es ist immerhin ein Fortschritt, wenn die Erstis nicht mehr so dreist sind und mittels Kopieren und Einfügen, Plagiate posten. Das soll ja auch schon mal vorgekommen sein.

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 2, 2007 at 7:35 pm

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Dänische Delikatessen -aka- The Green Butchers

Da der Blog Echoray.de mich anhand des Films „Dänische Delikatessen“ verleugnet hat, ich würde Kannibalenfilme nur interessant finden, wenn sie blutig seien, poste ich hier mal das überarbeitete Review zu dem Film.

Die wenigstens Leute denken jemals im Leben über Kannibalenfilme nach. Tun sie es doch, sind sie im Zweifelsfall irgendwie gestört, üble Gorehounds oder einfach Fans dieses Horrorsubgenres.

Gedreht wurden Kannibalenfilme meist von Südeuopäern. So haben Joe D’Amato, Jess Franco, Ruggero Deodato, oder Umberto Lenzi das Genre geprägt. Wenn es ein Budget gab das es zuließ drehten sie ihre Kannibalenfilme sogar in Südamerika (zumal dort die Drogen billiger waren). War zu wenig Geld in der Kasse, dann mussten die Palmenlandschaften Spaniens oder Italiens herhalten.

Aber es braucht kein südländisches Temperament um einen Film über Menschen zu machen, die sich gegenseitig verspeisen. Das schafft man auch als durchgeknallter Skandinavier, wie Anders Thomas Jensen einer ist. Der Däne schrieb schon die Drehbücher für „Wilbur Wants to Kill Himself“ von Lone Scherfig und für „In China essen sie Hunde“ von Lasse Spang Olsen.

 

Der Film erzählt die Geschichter der beiden Schlachter Svend und Bjarne. Die beiden wollen ihre eigene Metzgerei eröffnen. Leider fehlt ihnen dafür doch das Geld. Um an das nötige Startkapital zu kommen, ringt sich Bjarne letzten Ende sogar dazu durch, bei seinem im Koma liegenden Bruder den Stecker zu ziehen. Denn nur so kann er an dessen Erbe herankommen. Doch als der Laden endlich eröffnet ist, klappt nichts so, wie die beiden Fleischer sich das vorgestellt hatten. Das Geschäft kommt nicht in Schwung. Es fehlt den beiden eine Delikatesse um gegen ihren alten Arbeitgebers anzukommen. Dessen Wurst ist nämlich überall so beliebt, dass das ganze Dorf nur bei ihm einkauft. Zu allem Übel wird Svend dann auch noch von seiner Freundin verlassen. In diesem Chaos sperrt er aus versehen einen Elektriker im Kühlraum ein. Dieser ist am nächsten Tag erfroren, was Svened vollkommen um den Verstand bringt. Unter Schock stehend verarbeitet er ein Bein des Elektrikers zu Filets, leckt diese in Marinade ein und verkauft sie an seinen alten Chef. Dummerweise schmeckt dieses Fleisch so gut, dass die Kundschaft den Metzgern die Bude einrennt. Doch das Fleisch des Elektrikers ist bei diesem Fleischhunger der Menschen natürlich irgendwann komplett verkauft.

Zu allem Übel kommt zum Problem des Nachschubbeschaffens noch, dass Bjarne Bruder auf einmal aus dem Koma aufwacht und für reichlich Verwirrung sorgt. Bjarne selbst kommt außerdem gar nicht mehr dazu sich voll und ganz der Arbeit zu widmen, da sich zwischen ihm und der schönen Friedhofsangestellten Astrid gefunkt hat.

Eins vorweg: Um seinen Spaß an diesem kleinen aber feinen Dänische Film, sollte man etwas für Fleisch und noch viel mehr für rabenschwarzen Humor übrig haben. Wer dann nebenbei noch skurrile Typen mag, ist hier bestens Aufgehoben. Die beiden (Anti)Helden des Films tragen den Film über weite Strecken fast allein. Der unter Schweißausbrüchen leidende, sich ständig als Opfer fühlende Svend ist dabei die interessantere und tragischere Figur. Bjarne, der es nach eigenen Angaben nicht mal merken würde, wenn seine Haare brennen würden, weil er so viele Joints raucht, wirkt gegen ihn eher schwach. Jedoch kann Bjarne Darsteller Nikolaj Lie Kaas zeigen was er kann wenn Eigil ins Spiel kommt. Dieser wird ebenfalls von ihm gespielt und ist an Skurrilität fast nicht zu übertreffen.

Den Preis für die philosophischste Erkenntnis des Films geht an den alten Metzgermeister für seine mystische Aussage über Wurst. Oder bezweifelt irgendjemand, dass es nichts erniedrigenderes für ein Tier gäbe, als geschlachtet zu werden und anschließend in seinen eigenen DARM gepresst zu werden? Außerdem noch zu erwähnen ist der alte Pfarrer, der einst, nach einem Flugzeugabsturz seine Frau verspeist hat. Der Kannibalenfilmfreund erkennt dass natürlich als Anspielung auf „Überleben“, den Film über die Rugby Mannschaft, die in den Anden abgestürzt war und irgendwann anfangen musste, ihre Toten zu verspeisen. Außerdem macht der Pfarrer den Religiösen Aspekt des Kannibalismus klar, was auch einmal ganz interessant ist.

Auf großartige Gore und Splattereffekte verzichtet der Film. Aber bei Kannibalenfilmen geht es meiner Meinung um das Thema selbst und nicht darum, Frauen zu pfählen, ihnen Harken durch die Brüste zu stechen, Tiere vor laufender Kamera zu töten oder sonst wie zu schlachten.

Zwar ist „Dänische Delikatessen“ bei aller Skurilität ein ruhigerer Film, aber ist unterhaltsam Film und sei auch denen ans Herz gelegt sei, die normalerweise bei der Wortkombination Kannibalismus und Film schon rot sehen.

 

Be the first to comment - What do you think?  Posted by admin - Dezember 1, 2007 at 4:49 pm

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30 Days of Night (2007)

30 Tage Nacht. Das gibt es nur am Polarkreis. Eine prima Gelegenheit für eine Gruppe Vampire, die ja bekanntlich nur das Nachts auf Erden wandeln können, sich ein kleines Dorf in Alaska vorzunehmen und es in ein Buffet zu verwandeln. Die Blutsauger metzeln sich fröhlich durch die Einwohner und nur Sheriff Eben schafft es sich mit einer kleine Gruppe überlebender zu verstecken.

Vampirfilme die, die Welt nicht braucht. Eine 30 tägige Nacht zu veranstalten macht die Vampire einfach übermächtig und beraubt sei ihrer Schwäche und so gleichermaßen ihres „klassischen“ Reizes. So sind die Vampire in 30 Days of Night eher solche komischen Kreaturen wie in „From Dusk Till Dawn“. Gothic Horror Elemente Fehlanzeige. Außerdem wirkt der Film obwohl er in totaler Dunkelheit spielen soll nie wirklich dunkel.

Ebenfalls recht negativ ist die nicht vorhandene Logik und die Vorsehbarkeit, mit der man als halbwegs erfahrener Horrorfilm Kenner konfrontiert wird. Auf Logik kann man zwar verzichten, aber bei einem Film, der fast zwei Stunden dauert, stellt man sich schon irgendwann die Frage nach dem „wieso“.

Der ganze Film geht zudem völlig witzlos vorbei. Man hat sich zwar dazu herabgelassen das Slasher Gesetz (Sex oder Drogen gleich tot) mit einzubauen, aber irgendwie wirken Sex und Kiffen doch arg fehl am Platz. Wobei es mal eine nette Idee ist, dass es hier die Oma ist die kifft und Zeug anbaut, weil sie das gegen ihren Krebs braucht. Auch das die Lampe die sie fürs Gras anbauen benutzt später gegen die Vampire eingesetzt wird ist ne ganz nette Idee, die den Film aber nicht aufwerte. Genauso wenig wie die Szene in der sich zwei Pipiline Arbeiter auf einen flotten Dreier mit ihrer Kollegin freuen und dann von den Vampiren geschnappt werden.

Ansonsten zeigt der Film eine schwache Frau, die im Laufe der Handlung erkennt, was für ein Fehler es war ihren Macker zu verlassen und einen jungen der zum Mann wird. Großartig neue Idee. Aber auch wie das Drehbuch die „Gruppe von Leuten in einer Extremsituation“ stupide, 30 Tage von Versteck zu Versteck huschen lässt einen nur müde gähnen. Ganz nett ist vielleicht noch der Einfall, dass ein Vater seine ganze Familie umbringt um sie vor den Vampiren zu schützen.

Obwohl Horror Altmeister Sam Raimi bei dem Mumpitz Produzent war, wurde am Splatter gespart. Wenn endlich das große Baufahrzeug, mit der überdimensionalen Säge vom Anfang des Films angelassen und die ebenfalls überdimensionale Schrädermaschine ihren Job tut, bekommt man zwar eine nette abgetrennt Hand, aber ansonsten ist der Film zu blutleer. Okay, es gibt da noch ein Vampirkind das geköpft wird. Aber im allgemeinen ist 30 days of Night kein Film für Freunde der, stimmungsvoll inszenierten Enthauptung. Und die „mit der Faust durch den Schädel hau“ Szene hat auch niemanden vom Hocker.

Ganz harten Josh Hartnett Fans gefällt der Film vielleicht, jedem anderen sei aber abgeraten.

Ach, bevor ich es vergesse. Die Kamerafahrt über die Stadt in der gerade die Vampire metzeln ist doch ganz gut gelungen.

1 comment - What do you think?  Posted by admin - November 26, 2007 at 1:33 am

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