Privatsphäre bei Facebook

Datenschutz und Schutz der Privatsphäre bei Facebook sind eine Neverending Story. Es gibt Leitfäden wie man sich am besten Schützen kann, jede Menge Infografiken und immer wieder die Frage, ob Facebook böse sei. Demgegenüber heißt es auch mal ganz lapidar „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“.

Feststeht, dass die Privatsphäreeinstellungen trotz Nachbesserungen in der letzten Zeit eine Usability Katastrophe sind, die es nicht nur weniger Internetaffienen Menschen schwer machen, ihre Daten so zu schützen wie sie das gerne möchten. Ich selbst brauchte seiner Zeit eine Stunde, um alle versteckten Optionen zu finden und meinen Wünschen anzupassen. Dabei ging es mir, weniger darum zu verhindern, dass die Datenkrake Facebook (die ja, sogar Daten von NICHT-Mitgliedern sammelt) nicht noch mehr Daten von mir bekommt. Nein, mein Wunsch war viel mehr, selbst zu bestimmen, welche Daten ich mit den mehr als zehn Millionen Facebook Nutzern und dem Rest des Internets (ich sag nur youropenbook.org ) teilte und welche nicht.

Dabei ging es mir weniger um die vielbeschworenen peinlichen Partybilder als um das Prinzip der informellen Selbstbestimmung. Und hier ist mir gerade eben mal wieder eine Kleinigkeit aufgefallen, die mir ein willkommener Anlass war, diesen Blogartikel zu verfassen. Denn auch wenn man es geschafft hat, sein eigenes Facebook Profil innerhalb von Facebook zu sichern und den Zugriff von Außen weitestgehend abzuschalten, bleiben immer noch andere Seiten ein Problem. Denn wer auf einer fremden Pinnwand etwas veröffentlicht, ist nie gefeilt davor, dass diese nicht außerhalb von Facebook einsehbar und über Suchmaschinen auffindbar ist. Auch wenn ich ungern das obligatorische Schreckgespenst vom Personalchef, der Bewerber googelt an die Wand malen möchte, kann so etwas durchaus ein Problem werden. Denn wird man bei Partybildern noch über etwaige Verlinkungen informiert und hat die Möglichkeit, diese zu entfernen, verliert man Pinnwandkommentare schnell aus den Augen und hat deren Auffindbarkeit durch Google normalerweise nicht im Sinn.

Ich halte nichts davon, Facebook zu verdammen, kann mit selbstgefälligem „sich Facebook verweigern“ („Automobile sind eine Modeerscheinung, das Pferd wird immer bleiben.“) auch nichts anfangen und bin bei Diaspora etwas skeptisch. Aber gerade weil Facebook Privatsphäre und Datenschutz mit Füssen tritt, sehe ich hier die Intelligenz und die Medienkompetenz der Nutzer gefragt. Nur wer sich mit den neuen Medien beschäftigt und die Strukturen und Funktionen innerhalb des Netzes und besonders innerhalb von Sozialen Netzwerken wie Facebook kennt, kann letzten Endes eine informelle Selbstbestimmung für sich selbst durchsetzen. Medienkompetenz ist hier unverzichtbar!
Wobei es doch wünschenswert wäre, dass man seine Daten auch effizient schützen könnte ohne vorher 5 Jahre Medienwissenschaft studiert zu haben.

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