Death Trance – Versus II (2005)
Eins Vorweg: Death Trance – Versus 2 ist nicht wirklich der zweite Teil des Material Arts, Splatter, Yakuza, Fantasy Krachers aus dem Jahr 2000. Aber da Tak Sakaguchi mitspielt und der Action Derector von Versus Yûji Shimomura hier selbst Regie führte, dachte sich der deutsche Verleih Anolis wohl, man sollte dem Publikum Namensgebung ein bisschen besser auf den Film aufmerksam machen. Nicht zu unrecht wie ich finde.
Ein Mann schreitet durch eine Armee von steinernen Statuen um schließlich einen Tempel zu erreichen. In diesem reichtet er ein Massaker unter den Mönchen an und stiehlt den Sarg, den sie dort bewacht haben. Als später einer der Mönche, der beim Blutbad nicht anwesend war zurück zum Tempel kommt, bekommt er vom hohen Priester (oder was auch immer der Typ genau war) den Auftrag zu verhindern, dass der Sarg geöffnet wird. Denn wenn dies geschehe werde die Göttin der Zerstörung befreit und würde die Welt vernichten. Währenddessen schleift der Mann der den Sarg gestohlen hat diesen in Seelenruhe hinter sich her. Begleitet wird er dabei von einem kleinen Mädchen, das ihm auf Schritt und Tritt folgt. Aber nicht nur der Mann scheint Gerüchte über die Macht des Sargs zu haben. Die Eingeborene Bevölkerung glaub er erfüllte Wünsche und versucht immer wieder ihn in ihren Besitzt zu bekommen. Ebenso so wie ein weiter Mann, der nicht nur mit Schwert, sondern auch mit Panzerfaust und Pistolen bewaffnet und sich zusammen mit dem Mönch der Fährte des Sargs folgt.
Story? Nein Danke! Wer nur Filme mag, bei denen eine schön lineare Geschichte die Handlung des Films bestimmt, ist bei Death Trance – Versus 2 bestimmt an der falschen Stelle. Wichtiger als die minimalistische Story ist hier, der mythologische Überbau und die Metaphorik, die in vielen der einzelnen Szenen steckt, auch wenn diese vielleicht auf den ersten Blick nur wenig Sinn ergeben. So wird einem schon klar, dass der Mann der den Sarg gestohlen hat, als Wunsch den ultimativen Fight hat, welchen ihm die Göttin der Zerstörung auf jeden Fall liefert. Auch die Funktion des kleinen Mädchens wird am Ende erst klar und dürfte wohl Leuten die ein bisschen fit in japanischer Mythologie sind etwas sagen. Aber auch wenn man hier stundenlang weiter über jedes Detail des Films philosophieren könnte, möchte ich dass nicht ausufern lassen und zu wesentlicherem kommen. Die Kämpfe in die gezeigt werden sind wirklich atemberaubend. Cool, schnell, brillant koreografiert und teils mit heftigem Metall Sound eine Metallband unterlegt die kein Mensch kennt (man belehre mich bitte). Splatter wie in Versus gibt in den Kämpfen zwar nicht, aber das sorgt irgnedwie dafür, dass alles eine Spur edeler wirkt. Death Tance – Versus 2 spielt ähnlich wie Versus über lange Strecken in einem Wald, aber die Atmosphäre ist hier weit aus weniger amateurhaft. Neben den Kämpfen lässt man sich sogar Zeit zwischendurch ein wenig Humor durchblitzen zu lassen. So hat der Sargdieb ständig Magenknurren und das kleine Mädchen frisst ihm sämtliches Essen weg (Ja ja, die Japaner und Essen). Eine erstklassige Wirkung erzielt auch der plötzliche Einsatz modernen Waffen und Geräte. Man fühlt sich gerade in einem altertümlichen Material Arts Film, da wird auf einmal irgendeine Schusswaffe, der Raketenwerfer oder gar ein Motorrad ausgepackt. Mag sein, dass das wieder etwas mit der Zerrissenheit Japans zwischen Tradition und Moderne zu tun hat; aber ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist Death Trance – Versus II den Kinobesuch auf jeden Fall wert, wobei ich mir eine echte Versus Fortsetzung auch wünschen würde.
Bin ich eigentlich der einzige, der bei dem Typ mit dem Megaschwert an Final Fantasy denken musste?
Darsteller:
Yôko Fujita
Tak Sakaguchi
Kentaro Seagal
Takamasa Suga
Yûki Takeuchi
Regie:
Yûji Shimomura
Ursprünglich veröffentlicht: Apr 5, 2006 @ 18:11
