Blogs und Weblogs – Das wichtigste auf einen Blick

Weblogs sind regelmäßig aktualisierte Webseiten mit Beiträgen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, die meist von Privatpersonen geführt werden. Einzelne Beiträge verfügen über einen Permalink, eine URL, mit der der Beitrag direkt aufrufbar ist. Es besteht in der Regel die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen. Weblogs sind auch über Blogsrolls stark miteinander verknüpft. Das kommunikative Netz aus Blogs und Verlinkungen bildet die Blogosphäre. Da verschiedene Blogs sich sehr stark voneinander unterscheiden, lassen sie sich als Publikationsformat nicht pauschalisieren.
Das Aufkommen von Blog Hostern macht es potenziell jedem möglich, Meinungen und Informationen zu veröffentlichen. Dabei geben die meisten Blogger an, zum Spaß oder primär für sich selbst zu bloggen und nicht den Anspruch erfüllen zu wollen etwas von gesellschaftlicher Relevanz zu schreiben.
Weblogs bewegen sich als Medium zwischen der klassischen Homepage und interpersoneller Computer-vermittelter Kommunikation da Blogs im Gegensatz zu Homepages häufig aktualisiert werden und es einen kommunikativen Austausch über Kommentarfunktionen gibt. Durch die Vernetzung untereinander entsprechen Blogs auch mehr der Netzwerkstruktur des Internet. Im Gegensatz zu Webforen kann ein Blogger in seinem Blog selbst Form und Inhalt bestimmen.
Blogs unterscheiden sich vom klassischen Journalismus dadurch, dass sie persönlich sind, Informationen aus erster Hand bieten können und der Leser nicht passiver Rezipient, sondern aktiver Teilnehmer ist. Auch sind Blogs nicht von einer Institutionen oder einem Unternehmen abhängig   Kontrolle und Qualitätsprüfung erfolgt dezentral und wechselseitig durch die Leser bzw. durch andere Blogs nach der Veröffentlichung. Als Qualitätsmerkmale gelten Personalität und Authentizität. Mit  Webauftritten der Massenmedien stehen Blogs in direkter Konkurrenz um die Zeit der Internetnutzer. Im Gegensatz zu diesen Webauftritten, die den Leser möglichst lange binden wollen, verlinkten die Blogs sehr häufig auf externe Webseiten. Deswegen und weil Blogs schneller darin sind, Informationen zu verbreiten, können sie eine Agenda Setting Funktion übernehmen.  Blogs bieten die Möglichkeit Themen aufzunehmen, die in klassischen Medien nicht aufgegriffen werden und Blogger wählen ihre Themen anders aus als Journalisten. Gesellschaftliche Auswirkungen zeigen sich meist erst, wenn solche Themen von den Massenmedien aufgenommen werden. Blogs sind eher ein funktionales Äquivalent des traditionellen Journalismus bzw. eine Ergänzung zu diesem als Etwas das ihn ersetzen könnte.
In der Informationsflut des Internet erfüllen Blogs eine Selektionsfunktion und Nutzer haben mit Hilfe von RSS die Möglichkeit sich ihr eigens Informationsangebot zusammenzustellen.

Literatur:

Alby, Tom: Web 2.0: Konzepte, Anwendungen, Technologien. München 2007.

Alphonso, Don / Pahl, Kai (Hrsg.): Blogs! – Text und Form im Internet. Berlin 2004.

Armborst, Matthias: Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen sollten. Münster 2006.

Bucher, Hans-Jürgen / Büffel, Steffen: Vom Gatekeeper Journalismus zum Netzwerk Journalismus. Weblogs als Beispiel journalistischen Wandels unter Bedingungen globaler Medienkommunikation.  In Behmer, Markus (Hrsg.): Journalismus und Wandel. Wiesbaden 2005.

Picot, Arnold / Fischer, Tim (hrsg.): Weblogs professionell. Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld. Heidelberg 2006.

Schmidt, Jan: Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz 2006.

Möller, Erik: Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. Hannover 2005.

Nestler, Mitja: Weblog-Nutzungen Jugendlicher. Dresden 2008.

Bei diesem Text handelt es sich übrigens um eine Exposé zur Magister Zwischenprüfung im Fach Medienwissenschaft an der Uni Trier.

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2 Kommentare auf “Blogs und Weblogs – Das wichtigste auf einen Blick
  1. AMUNO sagt:

    Ganz so würde ich es nicht sehen, auch wenn es ein sehr informativer Artikel ist. Blogs befinden sich nur in der Konkurenz zu den klassischen Medien, sondern ersetzen diese schon teilweise. Themen werden breiter aufgefächert, man liest konträre Meinungen und bis die klassischen Medien mal einen Hype mitbekommen, ist er im Netz schon meist verebbt und hat seine größte Verbreitung schon hinter sich.

    Gruß

    AMUNO

  2. Sodomedia sagt:

    @AMUNO

    ist nicht meine Meinung sondern steht halt auf der Literatur. Aber der Text erfüllte als Exposé ja eh die Funktion, eine Diskussion anzuregen.

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