Prom Night (2008)
Stell dir vor, du kommst nach Hause und deine Familie ist tot. Von einem geisteskranken Killer niedegemetzelt. Das ist für sich genommen ja schon kein so schönes Erlebnis. Aber wenn du nach Hause kommst und das Massaker ist noch in vollem Gange und du erlebst mit wie deine Mutter aufgeschlitzt wird, ist das mal so richtig übel. Was aber noch viel schlimmer ist, wenn du in die Sneak Preaview gehst und das Ganze Ellend auf der Leinwand mit ansehen musst! Denn Prom Night ist eine Vergewaltigung des guten Kinogeschmacks und dazu so extrem langweilig und unblutig, dass man sich fragen muss, ob TV „Mädchen für alles“ Nelson McCormick das mit Absicht gemacht hat.
Die Langeweile regiert
Der Film beginnt wie gesagt, damit dass Teenager Donna nach Hause kommt und Zeuge eines Gemetzels wird, dass ein von der Liebe zu ihr besessener Lehrer angerichtet hat. Traumatisiert verbringt die Vollwaise die nächsten paar Jahre bei Tante und Onkel. Am Abend ihres Abschlussballes freut sie sich die hübsche Blondine auf das Beisamensein mit ihren Freunden und setzt sogar ihre Psychopharmaka ab. Um die Party zu vervollständigen taucht der Killerlehrer in dem Hotel in dem die Prom Night stattfindet auf und beginnt Donnas Freunde und das Personal abzustechen. Wie Originell.
Verdient den Begriff Slaher nicht
Es fängt ja gar nicht mal soooo schlecht an. Doch da man direkt erfährt wer der Mörder ist, fehlt das Spannungsmoment zu raten wer den da durch die Gegend meuchelt. Auch fällt direkt auf, dass man weder Blut noch die Morde sieht. Der Regisseur hat mehr als krampfhaft versucht jeder Form von Gewalt ins Off zu verbannen, sie hinter durchs Bild rollende Gegenstände zu verstecken oder durch Kameragewackel unkenntlich zu machen. Weicheier und Nicht Genre Kenner würde das vielleicht als nette Abwechselung zum Horrorporno sowie den Splatter- und Goreorgien der letzten Jahre sehen, aber letztendlich ödet diese Blutarmut den Kinozuschauer nur an. Denn da sich über die gesamte Spielzeit keine Spannung aufbaut, hätte es bisschen Blut gut getan, damit man sich wenigstens ansatzweise wie in einem Slasher fühlt.
Highschoolmusical ohne Musik und Erotik
Grässlich ist auch, dass alle Figuren im Film dermaßen oberflächlich und klischeehaft gestrickt sind, das es niemanden juckt wenn sie umgebracht werden. Dümmliche Highschool Dialoge, die sogar American Pie tiefsinnig erscheinen lassen und das Fehlen jeglicher Erotik tun das übrige dazu. Hätte man zumindest Dana Davis nackt gesehen, wäre immerhin der Tod ihrer Figur gerechtfertigt, aber so darf sie lediglich mit ihrem Riesendekollete posen und recht schnell sterben. Auch weil typische Slasherelemente wie der Killer als Racheinstanz oder als Strafe für Drogenkonsum oder vorehelichen Sex fehlen, ist Prom Night mehr ein Highschool Abschlussball Film als ein Horrorfilm.
Ein paar klassische Horrortricks wie das alte „Spiegelschrank aufmachen, Spiegelschrank zu machen und plötzlich steht jemand hinter dir“ gibt es zwar und auch wurde ein bisschen bei Halloween geklaut, aber trotzdem war Horror nie so dumm. Und wenn dann sogar extra eine Baustelle im Hotel gezeigt wird, damit man eine durchsichtige Baufolie zumindest mit einem Spritzer Blut zieren kann, weiß man, dass der Film Zeit- und Geldverschwendung war. Und das obwohl Jessalyn Gilsig die man aus Nip/Tuck kennt eine Rolle als Tante hat.
Normalerweise gebe ich ja keine Punkte, aber Prom Night kriegt einen halb von zehn. Und der halbe ist fürs Dekollete. Der Film ist übrigens ein Remake eines Slashers von 1980.
Darsteller:
Brittany Snow … Donna Keppel
Scott Porter … Bobby
Jessica Stroup … Claire
Dana Davis … Lisa Hines
Collins Pennie … Ronnie Heflin
Kelly Blatz … Michael
James Ransone … Detective Nash
Brianne Davis … Crissy Lynn
Kellan Lutz … Rick Leland
Mary Mara … Ms. Waters
Ming-Na … Dr. Elisha Crowe (as Ming Wen)
Johnathon Schaech … Richard Fenton
Idris Elba … Detective Winn
Jessalyn Gilsig … Aunt Karen Turner
Linden Ashby … Uncle Jack Turner

[...] Prom Night (2008) [...]