Postal: Der Film (2007)
Es soll ja Leute geben, die Laden sich Filme aus dem Internet herunter und schädigen damit die arme, arme Filmindustrie. Aber auch diese bösen, Rapidshare und Bit Torrent User haben Anstand wie man hört. Denn wenn sie merken, dass sie aus Versehen (sei es aus Unwissenheit oder weil der Filmtitel so verführerisch klang) einen Uwe Boll heruntergeladen haben, löschen sie direkt den Film und formatieren im besten Fall ihre Festplatte um dieser wieder in einen unbefleckten Zustand zu befördern. …
Okay, Schluss mir Prolog jetzt geht’s ans Eingemachte. Das Uwe Boll Computerspiele verfilmt und damit Geld verdient, obwohl man ihm bescheinigt, er sei völlig unfähig, dürfte bekannt sein. Ebenso, dass Postal (bzw. Postal 2) ein Spiel ist, bei dem man sich in einer psychopathischen Kleinstadt durch die Gegend massakrieren kann (Man kann! Soll heißen, dass das Spiel theoretisch auch zu Ende gespielt werden kann, ohne Amok zu laufen).
Uwe Boll hat sich fürs Amok laufen entschieden. Sein Postal Dude hat eine extrem fetten Frau mit der ihn einen kaputten Wohnwagen lebt und einen extremen Hass auf sein Leben. Weil er zudem Geldprobleme hat, pumpt er seinen Onkel an. Doch dieser hat mit seiner Weltuntergangssekte bestehend aus hübschen Gespielinnen selber Schulden beim Finanzamt. Also heckt er zusammen mit dem Postal Dude einen Plan aus, um eine Ladung wertvoller Kruchy Dolls zu erbeuten.
Dumm nur, dass Osama bin Laden und seine Selbstmordattentäter auch hinter den Puppen her sind, die im Freizeitpark „Little Germany“ von Uwe Boll auf Käufer warten.
Die Story von Postal ist dünn! Sehr Dünn! Aber da Videospiele keine tief greifende Story brauchen ist das nicht weiter hin. Wichtiger als die Frage nach der Story ist hier eher, ob man über Humor streiten kann. Denn das was hier als solcher verkauft wird, geht meistens unter die Gürtellinie und ist nur in den seltensten Fällen komisch. So wollte Uwe Boll liebr mit Witzen über Behinderte, Tote Kinder und Rassismus provozieren, als Gefahr zu laufen Langeweile aufkommen zu lassen. Das ist genau wie der Fäkalhumor („Er hat Kaka in mein Mund gemacht“) nicht jedermanns Sacher, aber für einen Uwe Boll Film dennoch erstaunlich.
Dabei sind „uns Uwe“ sogar einige wirklich gute Gags zwischen all den Peinlichkeiten eingefallen. Die Eröffnungssequenz, die die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 persifliert, sorgte ja bereits vorab im Internet für Furore. Wer sich nicht die Mühe machen will, weitere Perlen im Mist zu suchen, der sollte sich aber zumindest das Ende des Films nicht entgehen lassen. Wie George W. Bush und Osama bin Laden dort Hand in Hand und den letzten Satz aus Casablance zitierend, in die beginnende nukleare Vernichtung der einschlagenden Atombomben tanzen, hat (trotz Boll) etwas ungeheuer poetisches.
Regie:
Uwe Boll
Drehbuch
Uwe Boll (writer)
Bryan C. Knight (writer)
Darsteller:
Zack Ward
…
Postal Dude
Dave Foley
…
Uncle Dave
Chris Coppola
…
Richard
Michael Benyaer
…
Mohammed
Jackie Tohn
…
Faith
Erick Avari
…
Habib
Ralf Moeller
…
Officer John
Chris Spencer
…
Officer Greg
Seymour Cassel
…
Paul
David Huddleston
…
Peter
Verne Troyer
…
Himself / Voice of Krotchy
Uwe Boll
Vince Desiderio
…
Himself
Larry Thomas
…
Osama bin Laden
Michaela Mann
…
Jenny
