Trade – Willkommen in Amerika (2007)

In Mexiko Stadt geht so richtig die Post ab. Der 17-jährige Jorge verdient dort sein Geld als „Touristenführer“. Er macht vermeidlich Werbung für ein Bordell, in dem perverse alte Männer Sex mit jungen Mädchen haben können. Doch wenn ihm tatsächlich ein Tourist folgt, lockt er diesen in einen dunklen Hinterhof. Dort nimmt Jorge den Sextourist dann mit vorgehaltener (Wasser)Pistole aus. Von dem Geld, dass er mit seiner Arbeit verdient kann er seiner kleinen Schwester Adriana sogar ein Fahrrad zum Geburtstag kaufen. Das kleine Mädchen hat aber nicht allzu lange Spaß daran. Am helllichten Tag wird sie auf offener Straße von ein paar russischen Menschenhändler gezerrt.
Ebenfalls in die Fänger der „Humankaptial“ Händler gerät die hübsche Polin Veronica. Ihr Ziel ist es über die grüne Grenze Mexikos in die USA einzureisen. Doch recht schnell merkt sie, dass irgendetwas nicht stimmt mit ihren Reiseleitern. Doch zur Flucht ist es zu spät. Ihre Freundin, die mit ihr nach Mexiko gekommen ist, wird von einem Auto überfahren und Veronica wird verschleppt und vergewaltigt.
Adriana und Veronica sollen, zusammen mit anderem „Menschenmaterial“ tatsächlich in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Durch Zufall entdeckt Jorge die Gruppe in der der 20 Millionen großen Megacity und nimmt die Verfolgung auf. Mehrmals ist er direkter nähe zu den Schiebern, doch greift nicht ein. Schließlich versteckt er sich im Auto eines Amerikaners und reist in die USA ein. Nach anfänglichen Differenzen versuchen die beiden zusammen Adriana zu retten.
Roland Emmerich produzierte hier ein Remake der Natalie Babystrich Reihe und lies den deutschen Nachwuchs Regisseur Marco Kreuzpaintner den Film realisieren. Er konnte weiterhin mit Kevin Kline einen echten Star für sich gewinnen. Außerdem hatten Emmerich und Kreuzpaintner extrem großes Glück. Denn da es sich beim Thema Menschenhandel, Frauen als Sexsklavinnen, Kinderschänder und illegale Einreise in die USA um ernste Themen handelt, wurde der Film überall recht positiv und als Dienst an der Menschheit aufgenommen.
Dumm nur, dass die meisten Leute dabei übersehen was für einen Blödsinn der Schwabe Emmerich da zusammen produziert hat. Trade hat mehr Logiklöcher und Personen, die sich vollkommen dämmlichste verhalten als der dümmste Teenager Slasher. So habe die Entführungsopfer permanent die Gelegenheit zur Flucht und als sie es dann endlich tun, lassen sie sich in einer Stadt voller Menschen direkt wieder einkassieren. Auch kommt der Zufall Jorge so oft zur Hilfe, dass es absolut unglaubwürdig wird. Neben diesen Stupiditäten ist der Film aber auf jeden Fall unterhaltsam.
Aber hier muss man kritisch nachfragen, ob ein Film in dem es um mehr als ein heikles Thema geht so unterhaltsam sein muss. Gerade wenn Jorge und seinem amerikanischen Helfer herum albert, fragt man sich, ob den beiden der Ernst der Lage nicht klar ist. Man hat es peinlichst genau vermieden den Mainstream Kinozuschauer mit zu hartem Tobak zu schocken. Veronica wird zwar zu Beginn des Films einmal vergewaltigt, aber beim Menschenhandel ist es üblich die Opfer der Zwangsprostitution so lange zu vergewaltigen, bis ihr Willen gebrochen ist. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in einer Form gezeigt, der niemanden verstört. In einem grotesk, surreal überzeichneten Wald und Wiesen Bordell, soll die kleine Adriana ihre ersten Dollar verdienen.
Wenn man die Schwächen des Drehbuchs und die Tatsache, dass hier zwar ein ernstes Thema, bei allem guten Willen, verharmlost dargestellt wird, kann man aber gut unterhalten werden. Wer es gröber mag darf sich am Ende gar auf einen akustisch schön gemachten, eingeschlagenen Schädel freuen.