Raus aus Åmål -aka- Fucking Åmål (1998)

Pubertät in einer Kleinstadt? Eine Horrorvorstellung. Doch genau mit diesem schweren Schicksal sind die beiden Teenager Agnes und Elin gestrafft. Sie fristen ihr trauriges Dasein in einem Kaff in Schweden.

Agnes ist ein kindliches Mauerblümchen, dass in der Schule zum sozialen Rand gehört. Seit sie mit ihrer Familie nach Åmål gezogen ist, hat sie keine wirklichen Freunde gefunden. Auf ihre Geburtstagsparty – zu der Agnes von ihrer Mutter genötigt wurde – erscheint lediglich Viktoria. Ein Mädchen, dass im Rollstuhl sitzt genau wie Agnes keine Freunde hat.

Elin ist das krasse Gegenteil von Agnes. Sie ist lebenslustiger, recht typischer Teenager. Jähzornig, nicht wirklich orientiert und auf ihr äußeres Erscheinungsbild sehr bedacht. Sie, ihre Freundinnen und ihre ältere Schwester Jessica würdigen Agnes normalerweise keines Blickes. Erst als Elin und Jessica auf Agnes Party auftauchen, beginnt sich das Schicksal der beiden Mädchen zu verknüpfen.

Weil Jessica behauptet Agnes sei eine Lesbe küsst Elin sie, auf Grund einer Wette. Auf der Party, die Elin im Anschluss besucht bekommt sie Schuldgefühle und kehrt zu Agnes zurück. Diese hat inzwischen einen halbherzigen Suizidversuch unternommen, ist aber glücklich Elin wieder zusehen. Nach einem gemeinsamen Spaziergang durch die Nacht, kommen die beiden sich schließlich auf der Rückbank eines Autos näher.

Am nächsten Tag will Elin, ihre neu entdecken homosexuellen Neigungen und ihre Gefühle für Agnes nicht mehr wahr haben. Sie stürzt sich daraufhin in eine Beziehung mit Johan, einem ebenfalls in der tiefsten Pubertät steckenden Jungen der bis über beide Ohren in sie verliebt ist. Obwohl sie keine Gefühle für ihn hat, hat sei Sex mit ihm und verliert ihre Unfreundlichkeit an ihn.

Doch schnell sieht sieht sie ein, das sie etwas anderes will.

Sehr erfrischend mal einen Lesbenfilm zu sehen, der sich nicht nur an eine lesbisches Spezialpublikum richtet, sondern seine Geschichte als Coming-Out-of-Age, Pubertätsfilm erzählt. Fucking Åmål lebt von seinen beiden Hauptdarstellerinnen. Rebecka Liljeberg als Agnes, kommt mit ihrem zurückhaltenden Spiel nicht an Alexandra Dahlström, die Elin spielt heran. Jedoch mag das daran liegen, dass die Rolle der Ellin die spannendere ist. Zumal sie einen Hauch von Schulmädchenerotik versprüht.

Allzu tiefgründig wird der Film nicht. Das ist einerseits recht angenehm, da so der lockere Ton des Films ermöglichst wird, aber anderseits wirken manche Stellen ein wenig konstruiert. Etwas unsympathisch wirkt die Person der Viktoria, die in die Rolle des hässlichen. Bösen Krüppels gedrängt wird.

Die Szene in der Elin “Laßt uns durch, wir gehen jetzt ficken!” durch ihre Schule schreit, wäre meiner Meinung nach, irgendwie der bessere Schluss gewesen als die abschließende Kakaoszene.

[youtube 5jVSvV8bgoY]

 

Regie und Drehbuch:

Lukas Moodysson

Darsteller:

Alexandra Dahlström … Elin Olsson

Rebecka Liljeberg … Agnes Ahlberg (as Rebecca Liljeberg)

Erica Carlson … Jessica Olsson

Mathias Rust … Johan Hulth

Stefan Hörberg … Markus

Josefine Nyberg … Viktoria (as Josefin Nyberg)

Ralph Carlsson … Agnes’ Father Olof

Maria Hedborg … Agnes’ Mother Karin

Axel Widegren … Agnes’ Little Brother Oskar

Jill Ung … Elin’s Mother Birgitta

Lisa Skagerstam … Camilla

Lina Svantesson … Malin

Johanna Larsson … Sara

Elinor Johansson … Jenny

Jessica Melkersson … Sabina

Aka:

Fucking Åmål Denmark / France / Spain

Show Me Love Canada (English title) / UK / USA (cable TV title)

Amigas de Colégio Brazil

Amor rebelde Colombia

Deixe mou agapi Greece

Descubriendo el amor Spain

Descubriendo el amor (Fucking Åmål) Argentina

Fucking Åmål – Il coraggio di amare Italy

Fucking Amal Netherlands

Laska je laska Slovakia

Qui aimes-tu? Canada (French title)

Raus aus Åmål Germany