Westworld (1973)
Einmal Revolverheld im Wilden Westen , Burgherr im Mittelalter oder Bürger des Antiken Roms sein. Diesen Traum erfüllt der Freizeitpark Delos. Zahlungskräftige Kunden können sich hier so richtig austoben. Wahlweise können sie das Schießeisen zücken und nachher im Puff mit den Nutten ihren Spaß haben, Schwertkämpfe überstehen und junge vollbusige Burgfräuleins verführen oder sich dekadenten Sexorgien in Pompeji hingeben. Die Opfer von Gewalt und Sex sind Roboter, die echten Menschen nachempfunden sind.
Auch die beiden Freunde Peter und John haben einen Aufenthalt in Delos gebucht. Als Cowboys haben sie Spaß daran immer wieder den selben schwarz gekleideten Revolverheld nieder zuschießen und im Bordell ihre untreuen Ehefrauen zu vergessen.
Doch ein Systemfehler der Roboter zerstört die Idylle. Die Sexroboter fangen an die Verführung durch die Kunden abzulehnen und der schwarze Cowboy fängt auf einmal an sich zu wehren. Die High Tech Maschine tötet einen der beiden Freunde und jagt den anderen durch die verschiedenen Ebenen voll Delos.
Was mich an Westworld am meisten gewundert hat, war die Tatsache, dass Michael Crichton nicht nur das Drehbuch schrieb, sondern auch Regie führte. Und das macht er gar nicht mal schlecht. Außerdem sieht man in Westworld schon starke Tendenzen zu seinen späteren Werken Jurassic Park oder Timeline.
Aus heutiger Sicht wirkt der Film vielleicht ein bisschen altbacken. So wird sehr viel Zeit darauf verwendet die beiden Freunde zu zeigen wie sie sich in Westworld amüsieren. Das ist zwar nicht langweilig, aber das eigentliche Duell zwischen dem schwarzen Revolverheld hätte ein bisschen mehr Raum vertragen und besser integriert werden können. Wobei es eigentlich kein echtes Duell ist, da der Roboter dem Menschen haushoch überlegen ist. Es ist vielmehr eine Verfolgungsjagd, die aber einen ungeheureren Reiz ausstrahlt. Wenn Peter durch Delos flüchtet und um ihn herum die Leichen der Opfer der Roboterrevolte liegen, baut sich eine recht bedrohliche Stimmung auf. Auch durch für damalige Verhältnisse recht gut Gemacht Effekte, die aus der Ich Perspektive des Roboters gezeigt werden verstärkt sich dieser Eindruck.
Westworld wäre ohne Yul Brynner in der Rolle des schwarzen Revolverheld nur halb so gut. Er spielt ein großes Filmzitat seiner Rolle in „Die glorreichen Sieben“ und sein Schauspiel lässt keine Wünsche offen.
Für 2009 ist übrigens ein Remake des Film geplant, auf das ich ganz gespannt bin.
