Videodrome (1983)

Max Renn ist Chef eines kleinen US amerikanischen Fernsehsenders. In seiner kleinen Fernsehnische bedient er den Hunger des Publikums nach Softsex- und Gewaltfilmen. Doch asiatische Sexfilme und die griechische Antike imitierende Softpornos reichen ihm nicht mehr. Über die Satellitenschüssel seines Senders empfängt er den verschlüsselten Piratensender Videodrome. Gezeigt werden Folter, Sadomasochismus und nackte, puristische inszenierte Gewalt.

Bei einer Talkshow lernt er die Radiomoderatorin Nicky kennen und beginnt eine Affäre mit ihr. Sie steht auf Pornografie, SM Sex und ist fasziniert von der Gewalt in Videodrome. Als sie heraus bekommt, dass Videodrome in Pittsburgh produziert wird, macht sie sich auf es zu finden. Max Renn wird derweil von Halluzinationen geplagt. Er nimmt Kontakt zu Professor O’Blivion auf. Dieser kommuniziert eigentlich nur mittels Videoaufzeichnung über den Fernsehbildschirm und betreibt eine Art Suppenküche. Doch in dieser Suppenküche gibt es keine Suppe, sondern die tägliche Dosis Fernsehen, für Menschen die es sich nicht leisten können. Von O’Blivions Tochter erfährt Max, das hinter Videodrome ein Signal steckt, dass im menschlichen Gehirn ein tumorartiges neues Organ wachsen lässt. Einem solchen fiel bereits der Professor zum Opfer. Seine Tochter hält ihn nur noch per Videobotschaft in der Öffentlichkeit am Leben.

Schließlich werden Max Halluzinationen immer stärker und die Grenzen zur Realität verschwinden. Auf seiner Bauchdecke bildet sich ein neues Organ heraus, dass einer Vagina nicht unähnlich ist. In dieses Organ kann er Videodrome Videokassetten oder auch eine Waffe einführen. Letzter benutzt Max schließlich um zum Mörder im Auftrag von Videodrome zu werden.

David Cronenberg ist mit Videodrome ein Meisterwerk gelungen. Es weißt alle für ihn typischen Elemente auf. Das Verschmelzen von Technik und Organischem, den Verlust von Realität und die starke sexuelle Aufladung des Films. Videodrome ist dabei verständlicher als Naked Lunch. Cronebergs eXistenZ behandelt hingegen den gleichen Stoff wie Videodrome, nur, dass es dort um Computerspiele geht und nicht um Videos.

Interessant an Videodrome ist, dass er zu Beginn wirkt wie ein Film über Snufffilme (neue Rechtschreibung ist komisch) im Stille von 8mm (den fand ich scheiße). Doch recht schnell verlässt Videodrome diese Ebene. Bezeichnet dafür ist auch, dass der Film genau so heißt, wie das Mysterium, das er behandelt. Das ist zwar nichts Ungewöhnliches, aber in diesem Falle doch erwähnenswert. Auf jeden Fall verliert der Film, genau so wie sein Held sobald er Held Videodrome zum ersten Mal sieht, den Bezug zur Realität. Die Frage nach dem „warum“ ist dabei weniger bedeutend, als die Frage nach der Beziehung der Menschen zu den Medien.

Das Thema Gewalt ist dabei unwichtig und nicht Gegenstand der Kritik. Es dient vielmehr als Einstieg ins Thema, da Gewalt in den Medien auf die Menschen derart faszinierend wirkt. Doch im Verlauf des Films zelebriert Cronenberg selber Gewalt und Splattereffekte. Also muss man die Aussage des Films auf die sexuelle Verbindung des (organischen) Menschen mit den (technischen) Medien und der Frage, was in Anbetracht der Medienrealität den überhaupt noch Realität sei begrenzen. Zwar spielt die gerade der Verbindung von Sex und Gewalt noch eine Rolle, aber das eher auf medialer Ebene.

 

Iim Verlauf des Films verwächst Max Hand mit seiner Waffe. Wer dieses Idee spannend findet, dem sei „Tetsuo, the Iron Man“ ans Herz gelegt!

 

Veröffentlicht unter Film und Kino

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