Dirndljagd am Kilimandscharo –aka- Das Verrückte Strandhotel (1983)

Im schwarzen Herzen Afrikas gelegen ist das Hotel „Leisure Lodge“ der Ort, an dem sich die Schicksale verschiedenster Menschen aus dem kalten Deutschland miteinander verstricken. Da gibt es den Geschäftsmann Harry Weber, der hier fernab der Heimat auf das ehrgeizige Ziel verfolgt, seine junge attraktive Sekretärin zu verführen. Was er nicht weiß, ist dass seine Gattin ebenfalls im „Leisure Lodge“ eingekehrt ist, um sich dort mit Skifahrer Toni zu vergnügen, der im Geiste Ernest Hemingways auf der Suche nach dem Schnee auf dem Kilimandscharo ist. Die Anwesenheit beider Ehepartner sorgt natürlich für pikante Situationen, zumal eine junge Blondine die Unwissenheit beider ausnutzt um sich finanziel abzusichern. Derweil bemüht sich Harry Sekretärin um den Sohn des etwas konsternierten Millionärs J.R. Pfefferkorn (Karl Dall), welcher in Afrika eigentlich auf Safari ist und ein Geschäft mit Harry abschließen sollte. Außerdem gibt es da noch den etwas übergewichtigen, mit einem Sprachfehler behafteten Aerobic Trainer des Hotels, dessen Liebe ihm nach Afrika gefolgt ist. Fatal ist nur, dass sie ihn für einen großen Safari Helden hält. Richtig spitzt sich die Lage zu, als Harry von einem Freund eine Gespielin zugeschoben bekommt, die anfängt Herrn Pfefferkorns Libido zu erwecken. Und zu allem Überfluss taucht auch noch die Tonis bayrische Ehefrau Resi im Dirndl in Afrika auf, so dass das Chaos perfekt ist.

Ein Sittengemälde, der Bundesdeutschen Bevölkerung zu Beginn der 80 Jahre ist Dirndljagd am Kilimandscharo bestimmt nicht. Es dreht sich viel mehr alles darum, die Darstellerinnen möglichst oft barbusig zu zeigen und das ganze mit Humor vom Schlage „Darf ich mal ihre Muschi sehen?“, „Aber gerne. Wenn sie solange die Katze halten würden?“ zu garnieren. Sex hat man im verrückten Strandhotel eher wenig, aber das schadet dem Film kein bisschen, da er so einen herrlich unschuldigen Charme bewahrt. Als erotisches Highlight, gibt es immerhin zum Schluss alle Darstellerinnen oben ohne am Strand vereint, was doch ein wirklich schöner Anblick ist. Da der Film tatsächlich in Afrika spielt (oder es zumindest es aussieht), bietet er sogar Aufnahmen von wilden Tieren und Eingeborenen, ohne diese jedoch allzu sehr in die Handlung einzubauen. Gesungen wird auch einmal, jedoch hat man da schon bessere Lieder in anderen Sexfilmen wie z.B. „Sonne, Sylt und kesse Krabben“ gehört. Am ehesten ist der Film in Machart und in der tiefe seines Humors mit „Sunshine Reggae auf Ibiza“ zu vergleichen. Im direkten Vergleich ist „Sunshine Reggae auf Ibiza“ aber der bessere Film, da es dort mehr Karl Dall, mehr Dadaismus und mehr Schwachsinn gibt. Doch „Dirndljagd am Kilimandscharo“ ist für eine gesellige Runde, oder einen netten Abend mit der (hoffentlich toleranten) Freundin wirklich zu empfehlen.

 

 

 

Regie:

Franz Marischka

 

Drehbuch:

Franz Marischka

Erich Tomek

 

Darsteller:

Wolfgang Jansen Harry Weber

Wolfgang Fierek Toni

Olli Maier

Bea Fiedler Melanie Weber

Angelica Böck Julia

Isa Haller Christine (as Sissy Austria)

Dolly Dollar Agathe

Franco Schick Florian Pfefferkorn

Susann B. Winter

Birgit Buschak

Hanni Er

Otto Retzer (as Otto W. Retzer)

Karl Dall J.R. Pfefferkorn