Irina Palm (2007)

Maggie ist über 50,Witwe und lebt irgendwo im kleinbürgerlichen England. Ihr Enkel ist schwer krank und kann nur durch eine Therapie in Australien gerettet werden. Da es der Famile an Geld fehlt geht sie auf Jobsuche und landet im Sexy World, ein heruntergekommen Stripclub, der auf der Suche nach einer Hostesse ist. Zwar genügt Maggie nicht ganz den Anforderungen einer Hostesse, was wie ihr Clubbesitzer Mikky erklärt, nichts anderes als eine Hure ist, doch bemerkt dieser was für wundervolle Hände Maggie hat. So nimmt die sich schließlich den Job an einer Art japanischen Glory Hole Maschine an. Männer stecken Geld in einen Schlitz und dann ihren Schwanz durch ein Loch, an dessen Ende Maggi sitzt. Ihr Job ist es mit ein bisschen Gleitcreme fest zu zupacken ihre Kunden zu befriedigen. Maggie ist ein Naturtalent, bekommt von Mikky den Künstlernamen Irina Palm verpasst und vor ihrer Kabine stehen die Männer schließlich Schlange. Da alle Männer Englands nur noch zur wichsenden Witwe wollen wird schließlich sogar Maggies Kollegin entlassen. Natürlich erregt Maggie nicht nur ihre Kunden, sondern auch den Argwohn ihres Sohnes, als sie mit den nötigen 6000 Pfund auftaucht, die für die Behandlung nötig sind. Er folgt er also und sieht, was der Job seiner Mutter ist. Doch Maggie ist durch die ganze Handarbeit selbstsicher genug geworden, dass sie sich durch ihren (eh schwächlichen) Sohn nicht einschüchtern lässt.

Eine scheinbar gebrochene Frau, die als Wichserin neues Selbstvertrauen findet. Das klingt zwar, wenn man es sich durch den Kopf gehen lässt recht seltsam, doch in Sam Garbarskis Film funktioniert es. Das ist zum Großteil Marianne Faithfulls Verdienst. Man nimmt ihr die Metamorphose von der ergrauten, vom Leben gebeutelten Witwe hin zur erstarkten Rotlichtkönigin voll und ganz ab. Dabei wird man als Zuschauer zu Beginn durchs reine Fremdschämen unterhalten. Jedoch wandelt sich der Film auch hier. Denn wie die in ihrem Selbstbewusstsein gefestigte Maggie ihren tratschenden und neugierigen Freundinnen beim Tee nach langen zögern von ihrem Job erzählt ist einfach göttlich. Ebenso wie die Szene im Dorfladen in der sie ihre Freundin vor allen Leuten des Ehebruchs mit überführt. Diese hatte nämlich eine Affäre mit Maggis Ehemann und steht darauf beim Sex geschlagen zu werden. Neben der Schauspielerischen Leistung von Marianne Faithfull, den großartigen Pointen und dem Drehbuch das die Stärkung einer Frau zelebriert hat „Irina Palm“ noch ein paar nette kleine Details zu bieten. So spielt z.B. Bordellchef Mikky im Büro meistes Super Mario auf dem Game Boy (wobei man kritisieren muss, dass durch seine Figur, dass Rotlichtmilieu arg verharmlost wird). Ebenfalls ganz großes Kino bekommt man geboten, wenn man Maggie Kabine zum ersten Mal aus Sicht der Männer gezeigt bekommt und sieht wie sich diese dort quasi die Wand bzw. das Loch ficken.

 

Übrigens: Einen Penis bekommt man den ganzen Film über nie zu sehen. Dagegen darf man sich über den Anblick einiger Stripperinnen freuen.

Veröffentlicht unter Film und Kino

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