Galileo – Von der Wissenschaft, zum Boulevard und dann ab ins Homeshopping

Pro 7 hat ja vermutlich niemals wirklich vor gehabt, mit seiner „Wissenschaftsshow“ Galileo Wissenschaft zu betreiben oder gar Wissen zu vermitteln. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass es früher einmal wenigstens ab und an einen Wissensbeitrag gab. Jedoch hat man sich bei Pro 7 wohl schon lange von der Idee verabschiedet und zeigt statt dessen lieber Alltagsphänomene, die Herstellung von Produkten oder Lebenshilfen. Mit diesem Sendungsschema kann man Galileo eher als eine 19.05 Uhr Ausgabe von Taff ohne Promis ansehen. Doch die Galileo Macher haben inzwischen festgestellt, dass gerade Lifestyle Tipps in pseudowissenschaftlicher Aufmachung alleine nicht reichen um Geld zu verdienen. Deswegen sind die Beiträge bei Galileo eigentlich bloße Werbesendungen für Produkte, was ohne Zweifel zusätzliches Geld in die Kasse spült.

Wie sich die Sendung dorthin entwickelt hat, oder ob sie schon immer so extrem war, wäre ja mal interessant zu untersuchen, aber ich habe es gestern durch Zufall ein schönes Beispiel gesehen, wie auch die Zuschauer verarscht werden.

Es stand die Frage im Raum:

„Frauen. Bei den Männern dreht sich fast alles nur um sie. Aber wie kommt man bei den Damen gut an? Was hilft:“

Als geneigter männlicher Zuschauer erwartet man jetzt natürlich die neusten Ergebnisse aus der Verhaltensforschung, oder zumindest ein paar Tipps a la „gepflegtes Aussehen“, „Selbstsicherheit“ und so weiter. Bei Galileo hat man stattdessen ein paar andere Tipps, um Frauen RICHTIG zu beeindrucken. Nämlich jede Menge durch und durch überflüssige Luxusspielzeuge. Eine Luftmatratze mit Elektroantrieb, ein Metalllutscher gegen Mundgeruch, ein einrollbares Keyboard, ein Sattelitennavigationssystem für Fahrrad, einen Elektroschocker der als Schnarchstopper funktionieren soll (Die Sado Maso Szene lässt grüßen^^) und final eine beheizbares Plantschbecken in dem man Rührei zubereiten kann (bzw. Meeresfrüchte). Wissenschaftliche Objektivität bis der Arzt kommt. Wobei es wenigstens extrem wissenschaftliche 3D Animationen gab, die z.B. die Funktion des Antimundgeruch Metalllutschers erklärten. Nach diesem Beitrag weiß man zwar nicht wie man Frauen beeindruckt, aber man weiß was für bescheuerte Dinge man sich kaufen kann, um es damit zu versuchen.

Den Anschein, dass es sich nicht um eine Verkaufssendung handelt wahr Galileo übrigens dadurch, dass man erste auf die Galileo Homepage gehen muss, um zu erfahren wo und für wie viel Geld man die Produkte erwerben kann.

 

Bevor ich es vergesse. Der Beitrag war natürlich ganiert mit ein paar schönen Frauen im Bikini und knackigen Sunnyboys, so dass sich „Sex sells“ mal wieder bewahrheitet.

 

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