Zum Gasthof der spritzigen Mädchen -aka- Das Gasthaus der strammen Mädchen (1979)

Bürgermeister und Gastwirt Alois steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Der Gerichtsvollzieher geht bei ihm ein und aus und ist wohl nur deshalb soll freundlich, weil er ein Auge auf Annamirl, die hübsche Tochter des Wirts geworfen hat. Doch diese lässt sich des Nachts nicht nur von diesem, sondern von der halben Dorfjugend vernaschen und ist eigentlich auch schon einem jungen Mann zur Frau versprochen. Die Geldsorgen, die daher rühren, dass Alois einem Landstreicher jeden Monat Schweigegeld wegen einer unehelichen Tochter zahlen muss, möchte dieser beheben, indem er ein altes Schauspiel wieder aufführt. Doch diesem Plan macht seine Nichte einen Strich durch die Rechnung. Sie taucht mit ihrer Band „The Hellsisters“ auf und ist total abgebrannt, da sie von einem italienischen Talentsucher über Ohr gehauen wurden. Statt des Schauspiels wollen die Mädels eine Country Disko in der Scheune veranstalten, wozu aber erst der Dorfpolizist und der Herr Pfarrer überzeugt werden müssen. Schließlich löst sich auch auf wer den wirklich unehelich im Dorf ist.

Es gibt ja Lederhosenfilme, die weder lustig sind noch genügend nackte Haut bieten. Gott sei Dank gehört Franz Marischkas „Zum Gasthof der spritzigen Mädchen“ nicht dazu. Hier sitzen die Pointen und ab und an gibt es sogar Gags, die über das unterste Niveau hinausgehen. Wenn das Annamirl sich nach und nach das halbe Dorf ins Bett holt und die Männer nach und nach dann in ihren Schrank sperrt, wo diese dann anfangen Karten zu spielen, ist das schon irgendwie amüsant. Natürlich gibt’s auch Witze unter der Gürtelinie, wie z.B. „ja sag mal, warum weinst du denn immer noch?“ „Du bist im falschen Loch“. Marischka, der auch für den Kultfilm Sunshine Reggae auf Ibiza verantwortlich war schafft es den Film über weite Teile interessant zu halten, was wahrlich nicht jeder Erotikkomödie gelingt. Nackt Haut gibt es reichlich und wenn sich am Ende herausstellt, dass auch bei den konservativsten Kräften im Dorf uneheliche Kinder gezeugt wurden, kann man darin hast so etwas wie Kritik am CSU moralischen Bayern sehen.

Regie und Buch:

Franz Marischka

Darsteller:

Peter Steiner Alois

Fred Stillkrauth Wachtmeister Lippel

Rosl Mayr Rosl

Franz Helminger

Jacques Herlin Raffaele

Elisabeth Welz Aloisia

Toni Netzle Vroni

Josef Moosholzer Pfarrer Eiweiss

Renate Sandmeyer

Margot Mahler Kati

Margit Geissler Marion

Alena Penz Elfie

Diana Jovanovic

Sylvia Engelmann Annamirl

Hermann Giefer Sepp

Aka:

Giochi erotici in famiglia (Italy) [it]

Miehenkipeiden naisten talo (Finland) [fi]