Vollidiot (2007)

Simon Peters ist 29 Jahre alt, arbeitet bei einem Telfonanbieter mit magentafarbenen Logo und ist nicht darüber hinweg, dass ihn seine Freundin vor einem Jahr verlassen hat. Seine beste Freundin Paula überredet in zu einem quasi Sexurlaub, doch er ist am Ende der einzige den Easyjet ungevögelt zurück nach Köln schickt. Seine Versuche endlich Sex oder zumindest eine Freundin zu bekommen, scheitern an T-Shirts mit der Aufschrift „Ficken“ oder daran, dass er ein paar Stewardessen die er in einer Disco kennen lernt aus versehen seine Pornosammlung zeigt. Schießlich verliebt er sich in eine All Americans Coffee Kellnerin, die sich aber nicht als seine große Liebe heraus stellt. Doch noch bevor er das merkt, hat er noch schnell mit der (vermeidlichen) Freundin seines besten Freundes rumgemacht. Zu guter letzt will er Selbstmord begehen aber merkt dann, dass das Leben gar nicht so schlecht ist.

Ich sage es vorher, ich habe das Buch nicht gelesen, aber dafür gibt’s ja heute Wikipedia.

Aber egal, zum Film. Oliver Pocher gibt sich bestimmt große Mühe, doch der gute ist einfach kein Schauspieler. Witze reißen müsste er als Komiker zwar können, doch wirken diese erstaunliche deplaziert und passen nicht recht zur doch halbwegs ernsten Situation in der sich Simon befindet. Doch diese Situation, eine Lebenskrise auf Grund der Freundin die ihn verlassen hat, wirkt kaum ernst genug, als das sie den Film über 102 Minuten tragen könnte. Wobei man sagen muss, dass 102 Minuten definitiv zu viel sind! Die Handlung des Buches wurde zwar schon gekürzt, aber ein bisschen schnelleres Drehbuch hätte bestimmt dafür gesorgt, dass der Film 90 Minuten nicht überschritten hätte. Jedoch vermute ich stark, dass man den Film bewusst länger gemacht hat, um nicht den Eindruck zu erwecken, man würde sich im Kino lediglich einen Fernsehfilm ansehen. Als solcher würde Vollidiot bestimmt besser funktionieren, auch wenn es ab und an eine Szene gab, die eine große Leinwand rechtfertigte. Im Film wirkt manches nicht aus einem Guss. So merkt man schon Eules Sympathie für Simon (im Buch geht da am Ende wohl was) ohne das sich etwas ergibt und Simons Techtelmächtel mit Flicks Freundin wird so dargestellt, als habe er alles nur erfunden. Das dient wohl vor allem dazu, dem Zuschauer Simon nicht als totales Arschloch erleben zu lassen. Seichte Unterhaltung eben.

Gelacht habe ich übrigens an der Stelle, an der Fawlty Towers zitiert wurde („Don’t mention the war“) und die der Relaunch der Telekom ist auch ganz nett, ebenso der Starbucksverschnitt. Wobei das wohl eher durch fehledne Lizenzen zu Stande kam.

Um auf die Kritik einzugehen, ich würde an einem Film immer nur loben, wenn die Hauptdarstellerin nackt sehen würde, muss ich sagen, dass Vollidiot auf diesem Gebiet enttäuscht. Man sieht lediglich Ellenie Salvo González von hinten und ein bisschen was von Tanja Wenzel. Das mag daran liegen, dass die Darstellerinnen sich zu schade dafür waren, aber irgendwie ist ein Film in dem es die ganze Zeit um Sex geht, so ganz ohne Sex noch mal eine Nummer öder. Sogar die „all you can fuck party“ im Pascha in Köln ist reichlich bedeckt

Einige Gaststars wie Herbert Feurstein oder Hilmi Sözer machen übrigens auch eine gute Figur.

 

Übrigens: weiß jemand was für eine Telefonnummer da immer eingeblendet wurde???

 

Regie:

Tobi Baumann

Buch und Drehbuch:

Tommy Jaud

Darsteller:

Oliver Pocher Simon Peters

Oliver Fleischer Flik

Tanja Wenzel Paula

Anke Engelke Die Eule

Ellenie Salvo González Marcia P. Garcia

Tomas Spencer Steve (as Tomas Sinclair Spencer)

Herbert Feuerstein Kleiner Mann

Julia Stinshoff Katja

Jana Pallaske Petra

Daniela Preuß Daniela

Hilmi Sözer Einsatzleiter

Holger Speckhahn AACC-Angestellter

Heinrich Schafmeister Der IKEA-Mann

Cecilia Kunz Die IKEA-Frau

Tommy Jaud Stefan

Henning Krautmacher Taxifahrer

Adriana Altaras Lala

Michael Lott Malte

Matthias Matschke Broder

Prashant Prabhakar

Wolfgang Völz Kunde

Veröffentlicht unter Film und Kino

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