Severance (2006)

Eine Gruppe Angestellter der international agierenden Waffenschmiede Palisade Defense werden von ihrer Geschäftsleitung auf ein Teambuilding Seminar nach Ungarn geschickt. Die Motivation des Teams hält sich jedoch in Grenzen und schließlich versperrt auch noch ein umgekippter Baum die Strasse zur Hütte, in das Seminar stattfinden soll. Auf Befehl des Abteilungsleiters schlägt man sich als also so zur vermeintlich richtigen Hütten durch. Diese stellt sich nicht zur Freude der Waffenbauer jedoch als Bruchbude heraus. Die Zweifel, ob man sich am richtigen Ort befinde, verstärken sich schließlich erste maskierte Gestalten im Wald auftauchen und die ersten Gliedmassen beim fröhlichen Paintball spielen, durch Bärenfallen abgetrennt werden.

Wer auf feinsten pechschwarzen britischen Humor steht und sowohl Splatter und brutalster Gewalt nicht abgeneigt ist, der wird an Severance seine Freude haben. Auch wenn es natürlich Parallelen zum Survival Horror Klassiker Deliverance (Beim sterben ist jeder der erste) gibt und die kleine Folterkammer im Keller arg an Hostel erinnert, so bekommt man hier endlich mal etwas Neues geboten. Dazu gibt es immer wieder nette kleine Ideen, die den Film zu einem echten Highlight machen. So erzählt sich das Team z.B. gegenseitig Geschichten, über die Legenden die sich angeblich um die Hütte ranken. Die Geschichte um ein Irrenhaus, in dem vor dem 1. Weltkrieg die Patienten die Herrschaft übernommen haben, wird wie der Stummfilmklassiker Nosferatu inszeniert, währende die Legende um durchgedrehte Soldaten, wie dokumentarische Digitalkamera Aufnahme aussieht. Auch wenn behauptet wird ein abgetrennter Kopf würde noch sehen können wie das Blut aus dem eigenen Körper spritzt, wird eindrucksvoll durch eine Kameraperfektive, aus Sicht eben eines solchen Kopfs bewiesen. Im Ganzen hat man an Blut nicht gespart, auch wenn man sicherlich nicht den Ehrgeiz hatte eine Blutorgie a la „the Descent“ hinzuzaubern. Aber wenn Menschen bei lebendigem Leib verbrannt werden, Beine abgetrennt werden oder Firmenlogos aus der Haut geschnitten werden liegt der Eckelfaktor schon sehr hoch. Jedoch relativiert der schwarze Humor vieles. Man kann sogar so etwas wie Gesellschaftskritik in Severance finden. In Dialogen um humane Antipersonenminen oder der Szene, in der der Firmenchef die „Terroristen“ mittels Raketenwerfer auslöschen will, aber dann aus Versehen ein Flugzeug vom Himmel holt stecken viele Andeutungen auf die Lage in der globalisierten Welt. Wer sich tatsächlich die Mühe machen will, eine Auflösung der Geschehnisse zu finden, der bekommt dafür auch einen Ansatz geboten. Jedoch ist dieser so banal, dass man ihn auch hätte weglassen können. Ansonsten gibt es da noch eine tolle Szene in der sich die zwei ungarischen Hostessen ausziehen um aus ihrer Kleidung ein Seil zu bauen, um aus ein Fallgrube zu entkommen. Diese Szene sorgt für den Sex und für Drogen ist Antiheld Steve zuständig, welcher zu Beginn schon Pilze frisst und nachdem der erste Killer erledigt ist, eigentlich schon seinen Sieges Joint anzünden will.

Was ich auch toll fand, war dass die ungarischen Drehorte aussahen wie das Sauerland und dass der Film Leuten wie Andreas Schnass zeigen, dass man im Wald auch gute Filme drehen kann^^

Regie:

Christopher Smith

Drehbuch:

James Moran

Christopher Smith

Darsteller:

Danny Dyer …. Steve

Laura Harris …. Maggie

Tim McInnerny …. Richard

Toby Stephens …. Harris

Claudie Blakley …. Jill

Andy Nyman …. Gordon

Babou Ceesay …. Billy

David Gilliam …. George

Matthew Baker …. Noseferatu

Juli Drajkó …. Olga

Nick Greenall …. Big Gun Killer

Kaite Johns …. Model in net

Judit Viktor …. Nadia

Veröffentlicht unter Film und Kino

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