Anthropophagous 2000 (1999)

In einer Höhle in der ein paar Leichen bzw. Skelette rum liegen findet sich ein Buch. Okay. Haben wir verstanden. Weiter: Eine Einkindfamilie auf dem Weg zur Zweikindfamilie (soll heißen die Frau ist schwanger) segelt auf ihrer Yacht durch die Gegend und wird von einem fiesen Sturm überrascht, dem die kleine Tochter zum Opfer fällt. Es folgt der Vorspann und im Anschluss an diesen sieht man einen bierbäuchigen langhaarigen Gammler zusammen mit seiner asiatischen Freundin am Strand eines Baggersees spazieren gehen. In ihrem dort aufgeschlagenen Zelt dürfen die beiden dann Sex spielen (die Hosen bleiben an) und man bekommt Zeit sich die Asiatin genauer anzugucken (rot gefärbte Haare, jede Menge Tattoos und gepircte Nippel). Im Anschluss an den Akt wird die gute dann zum Feuerholz hohlen geschickt (so gehört sich das), was sie genauso wenig wie ihr Lover überlebt, da beide auf recht blutige Weise mit einer Axt malträtiert werden. Nach dieser kleinen Splattereinlage geht’s an einem schäbigen deutschen Bahnhof weiter, an dem sich ein paar Freunde zum gemeinsamen Urlaub machen treffen. Jedoch steht dieser Urlaub anscheinend unter keinem guten Stern. Erst wird ne Runde gekotzt und dann taucht ein alter Mann im Blaumann auf, der diese Reise wohl für keine gute Idee hält. Verständlich, da die Gegend wohl eher kein trautes Urlaubparadies ist, sondern von einem Wahnsinnigen heimgesucht wird, der laut Zeitung „Dörfer auslöscht“. So kommt es dann auch, dass der erste Urlauber recht schnell das zeitliche segnet (und dabei selten dämlich die Augen verdreht) und auch die anderen Urlauber überleben den Trip nicht so lange. Der Kreis schließt sich dann irgendwann, wenn man erfährt, der Mörder der einzige Überlebende der Schifffahrt vom Anfang ist, welcher während er im Rettungsboot vor sich hin gammelte irgendwann durchdrehte und zum Kannibalen wurde.

Ich weiß, ich mache mir wieder Feinde, bei jedem Fan von guter Horrorunterhaltung jedem, der auch nur ansatzweise etwas vom Filme machen versteht. Zudem müsste ich als Student der Medienwissenschaft diesen Mist, den Andreas Schnaas hier auf Film gebannt hat auch eigentlich ernsthaft beurteilen und für schlecht befinden, aber ich habe irgendwie ein Herz für Amateure. Natürlich sind die Schauspieler mehr als miserabel und man fragt sich wirklich wie man es schaffen kann, eine so geballte Ladung an Unfähigkeit in einem einzigen Film unterzubringen und natürlich sind Kameraführung, Ton und alles andere Technische an diesem Film grausam. Die Splatter Effekte wirken auch allesamt unecht und billig. Man hätte das Geld, dass man dafür ausgegeben hat, schlechte Kopfattrappen zu bauen besser in ein paar Tiergedärme investiert, dass hätte besser ausgesehen. Denn dadurch, dass auf sämtliches Gemetzel immer stur mit der Kamera drauf gehalten wird, sieht man gleich was Sache ist und fühlt sich als Zuschauer leicht verarscht. Vor allem die Szene in der der Embryo aus dem Munterleib gerissen wird, fragt man sich ob Herr Schnass seine großen Vorbilder wie Joe d’Amato oder Fulci nicht verstanden hat. Denn da wo der gute Joe im Originalfilm ein rasiertes Kaninchen benutzte benutzt Andreas eine Puppe die einfach nur bescheuert aussieht. Die Tatsache, dass es jede Menge Blut gibt, dürfte hier nur die übelsten Splatter Prols positiv stimmen. Über die Story muss man wohl eher nichts sagen. Die ist schlecht geklaut und unlogisch ohne Ende. Was bleibt weiter noch zu diesem Film zu sagen? Nicht viel, außer vielleicht, dass man Andreas Schnaas wirklich nicht verübeln kann, dass er gerne Splatterfilme drehen würde. Das wollen viele. Er hat es aber im Vergleich zu vielen anderen einfach mal in die Tat umgesetzt und das Ergebnis hat tatsächlich Käufer gefunden. Außerdem wollte der gute bestimmt wirklich nur Joe d’Amato durch ein Maneater Remake ehren und wer weiß, vielleicht wird aus dem guten Andreas vielleicht ja doch noch mal ein echter Filmemacher. Man darf auf sein nächstes Projekt „Don’t Wake the Dead“ gespannt sein.

Regie:

Andreas Schnaas

Darsteller:

Achim Kohlhase …. Stan

Andre Sobottka …. Vincent

Dirk Thies …. The Vagabond

Joe Neumann …. Steven Bauers

Jens Bauhuf …. Marsh Güldenbaum

Bernd Meißner …. 1st Interpol Agent

Carsten De Jonge …. Hank

Andreas Schnaas …. Nikos Karamanlis

Karl-Heinz Geisendorf …. Allan

Sybille Kohlhase …. Irena Karamanlis

Cordula Kruger …. Martha Karamanlis

Sandra Berg …. Vicky Karamanlis

Maja Carstens …. Mary

Cornelia De Pablos …. Rita

Oliver Sauer …. Georg Stockmann

Andreas Stoek …. Marc

Aka:

Cannibal 2000 (USA) (video title)
Man Eater 2000 (Germany)

Veröffentlicht unter Film und Kino
Ein Kommentar auf “Anthropophagous 2000 (1999)
  1. thorsten sagt:

    wirklich ein übles filmchen.. konnt ihn mir nicht mal bis zuende ansehn so peinlich war das! ich mag ja schon gern sog. b-movies, aber bitte leute verschont uns mit sowas! die schauspielleistung ist mehr als erbärmlich, von den „special effects“ ganz zu schweigen. also ab in die tonne damit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Dezember 2006
M D M D F S S
« Nov   Feb »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Seiten