Flashback – Mörderische Ferien (2000)

Jeanette wurde als kleines Mädchen Zeuge, wie ein Irrer in Frauenkleidern ihre Eltern mit einer Sichel niedermetzelte. Dieses Ereignis ist ihr nicht so ganz gut bekommen und deshalb hat sie die zehn Jahre nach dem Massaker in einer Psychiatrie verbracht. Nun soll sie endlich wieder ins normale Leben zurückkehren und bekommt von ihrem Therapeuten zu diesem Zweck eine Job als französisch Nachhilfelehrerin bei ein paar verzogenen Bonzenkindern vermittelt. Diesen steht der Sinn aber eher nach Partys, Sex und Wet T Shirt contests, als nach dem Erlernen der französischen Sprache. Nebenbei macht Jeanettes Schüler Leon auch noch an sie ranzumachen. Das grausige „Unfälle“ bzw. Morde geschehen, kriegt man dabei nur am Rande mit.

Ähnlich wie zur Zeit, erlebte der Horrorfilm, bereits Ende der 90er und Anfang unseres Jahrtausends eine Renaissance. Damals brachte die Scream Reihe eine Flut von Slashern in die Kinos. Und da Slasherfilme drehen keine große Kunst ist, versuchte sich auch TV Regisseur Michael Karen an einem. Man castete ganz fix eine Truppe aus Soaps bekannter Jungdarsteller und das Gemetzel konnte losgehen. Ein Meisterwerk ist dabei (natürlich) nicht entstanden, aber warum sollen nur Amerikaner schlechte Slasher drehen? Aber im Ernst, eigentlich fängt alles ganz lustig, mit einem Pärchen das grade Sex im Zug haben will an (und dieses natürlich nicht überlebt) und geht über die wirklich nett gemachte Ermordung der Eltern durch einen Norman Bates Verschnitt ganz gut los. Aber dann fährt der Film sich leider erstmal so richtig fest und bleibt bis zum Finale auch im Dreck stecken. Da die Hauptpersonen von den Morden gar nichts mitbekommen, entfällt der Spaß sich an der Panik der Opfer zu erfreuen und es entsteht auch keinerlei Spannung. Party und Lovestory reichen nun mal nicht aus um eine Geschichte zu erzählen. Die Morde zwischendurch sind dafür recht solide gemacht. Da wird ein Opfer im Schneepflug entsorgt oder ein Seilbahnausflug endet tödlich. Diese Szene sorgen ebenso für Unterhaltung wie der runnig Gag, dass ein Opfer nicht entdeckt wird und ein Lied in seinem Autoradio auf Endlosschleife hört. Blut gibt es dabei jede Menge, nur leider wurde richtige Gore Effekte verzichtet. Ob das Ende nun unbedingt logisch ist, kann man hinterfragen, aber da eh niemand vor hatte einen Oscar mit dem Drehbuch zu verdienen lass ich’s sein. Die Darsteller agieren eigentlich alle auf Soap Niveau, aber mehr wäre auch nicht nötig. Schade ist es, dass gerade ein Slasher, der nicht aus dem prüden Amerika kommt keine Nacktszenen enthält, aber es gibt ja die Unsitte, dass solche bei vielen Jungdarstellerinnen als unseriös gelten. Alles in allem gibt es bestimmt bessere Slasher, aber in der Rubrik schlechter Slasher gehört „Flashback – Mörderische Ferien“ noch zu den besseren.

 

Regie:

Michael Karen

 

Drehbuch:

Jimmy Sangster

Natalie Scharf

 

Darsteller:

Valerie Niehaus …. Jeanette Fielmann

Xaver Hutter …. Leon Schroeder

Alexandra Neldel …. Melissa Schroeder

Simone Hanselmann …. Lissy Schroeder

Erich Schleyer …. Dr. Martin

Katja Woywood …. Ella

Fabian Zapatka …. Jörg

Christian Näthe …. Paul

Michael Greiling …. Hannes Fielmann

Nicola Etzelstorfer …. Young Jeanette Fielmann

Allegra Curtis …. Michelle Fielmann

Elke Sommer …. Frau Lust

Detlev Buck …. Psychiater

Marina Mehlinger …. Mädchen im Zugabteil

Sebastian Deyle …. Junge im Zugabteil

 

 

 

Veröffentlicht unter Film und Kino

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

September 2006
M D M D F S S
« Aug   Okt »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  
Seiten