Titanic (1943)

Die Reederei der Titanic ist finanziell angeschlagen. Um sich selbst und seine Firma zu sanieren plant der Präsident den Atlantik in Rekordzeit zu überqueren und so das blaue Band zu gewinne, was so sein Kalkül genug Prestige einbringen würde um die Firma zu retten. Er stachelt also den Kapitän an, Höchstgeschwindigkeit zu fahren und alle Mahnungen seines deutschen ersten Offiziers in den Wind zu blasen, der vor dem Treibeis im Nordatlantik warnt. Auf der Fahrt dem Eisberg entgegen wird man noch Zeuge vom Trubel an Bord. Da ist die Upper Class, die sich gegenseitig mit Aktiengeschäften über den Tisch zieht, die Unterschicht die sich auf den Zwischendeck am Tanz einer Schönheit mit durchsichtiger Bluse erfreut (Der Erotikanteil des Films) und auch zwei Angestellte finden ihre große Liebe ineinander. Ein kubanischer Gauner ist ebenso an Bord wie verarmte Adelige.

Diese Ufa Produktion sollte wohl eigentlich Unterhaltungskino gemischt mit ein bisschen Antibritischer Propaganda sein. Die Briten werden als geldsüchtige unfähig dargestellt. Das deutsche Gegenstück zu Kapitän, Präsident Ismay und allen anderen Bonzen ist Offizier Peterson. Dieser wirkt zwar arrogant, besserwisserisch und vollkommen unsympathisch, ist aber der einzige der vor der Katastrophe warnt. Als kleine Alternative zum Blockbuster Titanic finde ich diese Deutsche Version von 1943 trotz seiner Schwächen als Film (vom Hintergrund rede ich bewusst nicht) wirklich sehenswert.

Hintergrundsinfo aus Wikipedia:

„Der Film verfälschte sowohl Ursachen als auch Ablauf der Katastrophe: Das alte Gerücht, die Titanic sei aus Rekordsucht ins Verderben gefahren, war schon zu Zeiten des Films längst widerlegt. Das Schiff hätte nie den damaligen Geschwindigkeitsrekord brechen können, und dies war von der Reederei auch nicht beabsichtigt. Und die White Star Line war nicht kurz vor dem Konkurs, denn sonst hätte sie nicht bis 1935 (dann Fusion mit der Cunard Line) weiter existieren können. Dass Bruce Ismay den Kapitän aus PR-Gründen dazu überredete, einen Tag früher als vorgesehen in New York anzukommen, ist dagegen durchaus glaubhaft belegt.

Regisseur Herbert Selpin wurde noch während der Dreharbeiten wegen negativer Äußerungen über die Wehrmacht verhaftet. Am 1. August 1942 wurde er „laut Ministerium“ tot in seiner Zelle vorgefunden. Ob es Selbstmord oder Mord war, blieb unbeantwortet.

Nach der Fertigstellung des Films, 1943, hatte sich die Kriegslage mittlerweile so ungünstig für Deutschland entwickelt, dass Goebbels defätistische Wirkungen befürchtete und das Werk nicht für deutsche Kinos freigab. Nur im besetzten Ausland wurde es gezeigt. Ein Schiffsuntergang hätte von deutschen Filmzuschauern nur allzuleicht mit dem bevorstehenden Untergang des Deutschen Reiches assoziiert werden können.

Die Szenen im Film, die speziell in der Nacht des Untergangs spielen und das Bootsdeck der Titanic zeigen, entstanden an Bord der Cap Arcona, eines deutschen Schiffes, das 1945 von alliierten Bombern in der Bucht von Lübeck getroffen wurde, wobei mehrere tausend evakuierte KZ-Häftlinge getötet wurden.“

Regie:

Werner Klingler
Herbert Selpin

Darsteller:

Sybille Schmitz …. Sigrid Olinsky

Hans Nielsen …. 1st Officer Petersen

Kirsten Heiberg …. Gloria

Ernst Fritz Fürbringer …. Sir Bruce Ismay (as E.F. Fürbinger)

Karl Schönböck …. John Jacob Astor

Charlotte Thiele …. Lady Astor

Otto Wernicke …. Captain Edward J. Smith

Franz Schafheitlin …. Hunderson

Sepp Rist …. Jan

Claude Farell …. Manniküre Hedi (as Monika Burg)

Veröffentlicht unter Film und Kino

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