Krankenschwestern-Report (1972)

Wie schwer der Beruf der Krankenschwester ist, deckt diese „Dokumentation“ durch knallharten Enthüllungsjournalismus auf. Im Sankt Martin Krankenhaus in München, leiden die Schwestern und Schwesternschülerinnen unter der schlechten Barzahlung, den vielen Überstunden und der allgemeinen Belastung durch ihren Job. So kommt es immer wieder dazu, dass sich die jungen Mädchen mit den Ärzten einlassen, die jedoch meist nur eine schnelle Nummer mit den unerfahrenen Schwestern suchen. Aber da für ein Privatleben neben dem Beruf anscheinet eh keine Zeit bleibt, ist der Sex im Krankenhaus, als Ausgleich für die täglichen Spannungen oft die einzige Alternative.

Ja ja, die Report Filme und der Sexfilm Welle der 70er Jahre. Eigentlich ist es schade, dass dieser grandiose Teil der deutschen Kino Geschichte all zu oft unter den Tisch fällt und sogar einstige Schmuddelsender wie Sat.1 sich entwischen nicht mehr dazu herablassen diese Filme zu zeigen. So kann man nur hoffen, dass es irgendwann mal zu DVD Veröffentlichungen kommen wird oder es mal wieder Sender gibt, die zeigen was so in den Archiven verstaubt. Krankenschwesternreport funktioniert im Prinzip wie jeder andere Report Film auch nach dem klassischen Schulmädchenreport Schema, nur dass hier halt alles um Krankenschwestern und das Krankhaus dreht. Wobei die Interviews diesmal sehr sporadisch geführt wurde und die „Hintergrund Geschichte“ um Schwester Beate, die gegen ihre Entlassung kämpft eher untergeht. Aber wen interessiert das überhaupt? Richtig! Niemanden! Denn natürlich geht es beim Betrachten von Krankenschwesternreport nur darum, möglichst viele nackte Krankenschwestern zu sehen und das Ensemble aus Schauspierlinnen, die damals ihre Brötchen in Sexfilmen verdienten, lässt einen dabei nicht im Stich (Unter anderem die heute immer noch viel gesuchte KlimBim Schönheit Ingrid Steeger). Dabei ist natürlich jede Menge Altherrenphantasie im Spiel. Eine Schwester hat zwar einen Freund mit dem sie ein Bett bzw. Sex im Kornfeld hat, aber meistens haben doch die mal lüsternen, mal verständnisvollen Ärzte ran. In bester Rassistenmanier bekommt dann auch noch ein türkischer Arzt den schwarzen Peter direkt zu Beginn zugeschoben, als er sich mit einer Schwester vergnügt, die ein Schockerlebnis mit einer Penisatrappe hatte. Der böse Orientale vergnügt sich nämlich gleich mit mehreren Schwestern. Ansonsten gibt es noch ein bisschen Komik auf unterstem Niveau, ein wenig zu Unterhaltung beiträgt. Letzten Endes ist Krankenschwestern-Report kein Meilenstein des Genres und als Partyunterhaltung würde ich Schulmädchenreport vorziehen, aber wer sich einfach an ein paar nackten Brüsten junger Mädchen erfreuen will oder eine Bestätigung sucht, dass Mediziner schlechte Menschen sind der ist hier goldrichtig.

Regie: Walter Boos

 

Drehbuch: Werner P. Zibaso

 

Darsteller:

Doris Arden

Ibrahim Aslahan

Ulrike Butz

Claudia Fielers

Felix Franchy

Leopold Gmeinwieser

Dieter Groest

Dorit Henke

Karin Heske

Carmen Jäckel

Mario Lucca

Rosl Mayr

Gernot Möhner

Frank Nossack

Karl-Heinz Otto

Hasso Preiß

Dorothea Rau

Emily Reuer

Willy Schultes

Barbara Stanek

Ingrid Steeger

Melitta Tegeler

Birgit Tetzlaff

Claus Tinney

Elisabeth Volkmann

Dagmar Walter

Elisabeth Welz

Iris Wobker

 

Produzent: Wolf C. Hartwig

 

Aka:

Nurses Report (USA)

Raportti kipusiskoista (Finland) [fi]

Sesso in corsia (Italy) [it]