Die rote Flut -aka- Red Dawn (1984)

In einer ganz normalen amerikanischen Highschool nehmen die Schüler gerade die grausigen Jagdmethoden der Mongolen durch, als auf einmal Fallschirmjäger auf dem Schulhof landen und mir nichts dir nichts der dritte Weltkrieg startet. Eine Gruppe von Teenagern, die es schafft in die Berge zu fliehen bekommt da von aber erstmal recht wenig mit. Erst nachdem sie sich nach in ihre besetzte Heimatstadt wagen, erfahren sie den Ernst der Lage. Die Sowjetunion ist Über Alaska einmarschiert, während kubanische Truppen über Mexiko die Invasion gestartet hat. Die Stadt ist inzwischen ein russischen Internierungslager, in dem die kapitalistischen Amerikaner zu guten Sowjet Bürger erzogen werden sollen. Die Teenagergruppe entwickelt sich nach diesem Besuch langsam zu einer Partisanengruppe und führt den Invasoren empfindliche Niederlagen bei. Doch auch durch die Hilfe eines abgeschossenen US Kampfpiloten können sie den Krieg nicht alleine gewinnen. Außerdem habe sie mit dem Hunger, dem Verlust der Kameraden und Verrat zu kämpfen.

Diesen Film richtig zu beurteilen ist recht schwierig. Er nimmt sich selbst so verdammt ernst, dass man ihn auf Grund seiner Trash Qualität kein Stück ernst nehmen darf. Denn wenn man das nur ein stück weit tut, muss der Spaß auf der Strecke bleiben. Aber erstmal das Lustige. Das Szenario, dass die USA besetzt werden ist wirklich ne spannende Idee, wird hier aber nicht wirklich beleuchtet, da der Film sich auf das Partisanenspiel der Teenager beschränkt. Schade ist das zwar, aber der Gedanke bleicht spaßig. Wie dieser kleine Partisanenkrieg aussieht ist, aber auch eine klasse für sich. Die High School Kids metzteln ohne zu zögern russische Eliteeinheiten nieder, die dieses auch ganz klar verdient haben, da sie ins freie Maerika einmarschiert sind sich dort wie Barbaren aufführen, weil sie auch alles und jeden platt machen. Die Blödheit der Russen macht es den Kids aber auch nicht schwer, hunderte von ihnen zu erschießen. Auch wird der Gruppe eine Falle mit Lebensmitteln gestellt und nachher ein Angriff mit Hubschraubern gegen sie geflogen, da einfaches vergiften wohl zu uncool wäre. Die Besetzung von „Die Rote Flut“ kann sich sehen lassen und auch Regisseur John Milius ist eigentlich nicht gänzlich unfähig, aber da wirklich alles todernst genommen wird, wirkt die Darstellung immer irgendwie hölzern. Die Action ist hingegen immer gut gemacht und zum Überschuss gibt es eine paar schöne Landschaftsaufnahmen. Wer einfach mal Spaß mit einem politisch unkorrekten Kalter Krieg Propaganda Film haben will, ist bei „red Dawn“ auf jeden Fall richtig, nur leider gibt es da dieses ABER.

Denn leider kann der Film, sobald man ihn nicht als reine Belustigung ansieht einen recht zweifelhaften Eindruck hinterlassen. Darüber, dass Russen und Kubaner als böse kriegerische unhumane Barbaren abgestempelt werden kann man hinweg sehen, da dies in den meisten Filmen dieser Zeit so war. Es hört aber auf lustig zu sein, wenn man sieht mit welchem Hass hier agiert wird. Hier töten Jugendliche vollkommen unreflektiert und ohne jedes Erbarmen. Wäre das ganze nicht als reine Propaganda inszeniert wäre es nicht so schlimm, aber Kritik sucht man vergeblich. Das ganze gipfelt in einer Szene, die wie ich mir denken könnte, mit Hauptgrund dafür war, dass gegen den Film bei seinem Erscheinen in Deutschland sogar protestiert wurde. In dieser Szene exekutieren die Partisanenkinder einen ihrer Freunde, da dieser sie verraten hat, genau wie einen russischen Gefangenen, der sich ausdrücklich auf die Genfer Konvention beruft. Hier geht der gute Geschmack leider endgültig flöten und es fällt schwer noch Spaß an dem Film zu haben. Heute stört sich zwar niemand mehr an dem Film, aber ich glaube der Film bei manchem Europäer (genau wie viele andere US Filme mit zu viel Pathos) fast schon die Wirkung eines Anitamerkanischen Propagandafilms haben könnte, da die amerikanische Doppelmoral in punkto Krieg hier perfekt gezeigt wird. Da hilft es auch nicht, dass ein feindlicher Soldat zwei der Partisanenbrüder am Ende verschont, da diese Geste einfach zu aufgesetzt wirkt.

Aber wenn man das nicht so genau nimmt, kann die rote Flut doch zwei Stunden gut unterhalten und man kann sich zur Not immer noch köstlich über die Amis aufregen.

Regie:

John Milius

Drehbuch und Geschichte:

John Milius

Kevin Reynolds

Darsteller:

Patrick Swayze …. Jed Eckert

C. Thomas Howell …. Robert Morris

Lea Thompson …. Erica

Charlie Sheen …. Matt Eckert

Darren Dalton …. Daryl Bates

Jennifer Grey …. Toni

Brad Savage …. Danny

Doug Toby …. Aardvark

Ben Johnson …. Mr. Mason

Harry Dean Stanton …. Tom Eckert

Ron O’Neal …. Colonel Ernesto Bella

William Smith …. Col. Strelnikov

Vladek Sheybal …. General Bratchenko

Powers Boothe …. Lt. Col. Andrew Tanner

Frank McRae …. Mr. Teasdale

Alternativtitel:

Alba rossa (Italy) [it]

Amanecer rojo (Spain) [es]

Amanhecer Violento (Portugal) [pt]

Aube rouge, L’ (Canada: French title) [fr]

Czerwony swit (Poland) [pl]

Invazia rosie (Romania) [ro]

Punainen aamunkoitto (Finland) [fi]

Red Dawn – punainen vaara (Finland) [fi]

Rote Flut, Die (West Germany) [de]