Beim sterben ist jeder der erste –aka- Deliverance (1972)

Vier Geschäftsmänner aus Atlanta machen sich auf eine Kanutour auf dem Cahulawassee zu machen. Es ist die letzte Chance für sie diesen Fluss und die unberührte Natur und Wildnis zu sehen die ihn umgibt, da er zu einem enormen Stausee aufgestaut werden wird. Auf dem Weg zu Fluss trifft die Gruppe bestehend aus Ed (Jon Voight), Bobby (Ned Beatty), Drew (Ronny Cox) und Lewis (Burt Reynolds), auf ein paar Rednecks. Drew leckt sogleich mit eine Redneck Jungen eine Banjo Gitarren Duett hin, während Bobby sich eher über die Hinterwälder lustig macht. Lewis als Initiator der Kanutour organisiert die Griner Brüder, um die Wagen der Gruppe zum nächsten Ort am Floss zu bringen, wo diese sie abstellen sollen. Schließlich erreichen sie den Fluss und die Fahrt kann losgehen. Sie erleben die Natur und philosophieren über Urinstinkte und die Kraft zu überleben und meistern die ersten Stormschnellen mit Bravour. Lewis entpuppt sich dabei als verkannter Naturbursche, der mit seinem Bogen auf Fischfang geht und im Gegensatz zu den anderen in die Natur zu passen scheint. Die entspannte Fahrt verwandelt sich in einen Höllentrip, als Bobby und Ed am Ufer auf zwei Rednecks stoßen, diese pietätlos der Schwarzbrennerei bezichtigen und Streit mit ihnen anfangen. Die Rednecks fesseln Ed und zwingen Bobby unter vorgehaltener Waffe sich auszuziehen. Dann quälen sie diesen und der eine Redneck vergewaltigt Bobby und lässt ihn wie ein Schwein quietschen, während er ihn (pardon) „in den Arsch fickt“. Der andere möchte dass Ed ihm eine bläst, da dieser eine so schönen weichen Mund habe. In dem Moment durchbohrt einer von Lewis Pfeilen den Redneck, der Bobby vergewaltigt hat. Der andere kann jedoch fliehen und für die Gruppe Städter stellt sich nun die Frage was sie tun sollen. Drew ist der einzige, der zur Polizei gehen will um die Sache aufzuklären. Lewis glaubt aber, dass niemand ihnen glauben würde, da in hier im Süden sowieso jeder mit jedem Verwandt sei. Bobby möchte nicht, dass seien Erniedrigung publik wird und Ed hat Angst um Frau und Kind. Also begraben sie die Leiche und setzten ihre Flussfahrt fort. Aus unerklärlichen Gründen stirbt Drew wenig später und die Kanus der anderen haben daraufhin einen Unfall. Sie sind sich sicher, dass der überlebende Redneck irgendwo über ihnen auf denn Felsen hockt und vorhat sie alle zu erschießen. Da Lewis sich bei dem Unfall das Bein gebrochen hat, muss Ed hinaufklettern und versuchen ihn mit dem Bogen zu Strecke zu bringen.

Ohne zu lügen kann man „Beim Sterben ist jeder der Erste“ einen Stillgebenden Klassiker des amerikanischen Kinos nennen. Dabei ist der Film auf grandiose Weise zeitlos. Dass er aus dem Jahre 1972 stammt sieht man ihm beim besten Wille nicht an und kann man nur vielleicht an seinem recht langsamen Erzählstill merken. Wobei dieser auf keinen Fall zu Lasten der Spannung geht. Vielmehr wird die Spannung langsam aufgebaut, indem erst die Personen charakterisiert werden und die Situation auf dem Fluss beleuchtet wird. So erkennt man die verschiedenen Motive der Personen. Lewis, der von der Schönheit der Natur angetan ist, sieht den Kampf mit der Wildnis als sein Spiel an und blüht in der rohen Gewalt förmlich auf. Während Bobby, als Versicherungsfachmann mit der Situation am Ende überfordert ist, da es für so ein Ereignis quasi keine Versicherung mehr gibt. Der ist vermutlich der intellektuellste der Gruppe. Er beugt sich zwar der demokratisch gefällten Entscheidung seiner Freunde, die Leiche verschwinden zu lassen aber will sich eigentlich nicht auf Lewis Spiel einlassen. Sein glaube an das Gesetz der Zivilisation scheint unerschütterlich zu sein und die moralischen Konsequenzen ihrer Tat sind ihm am ehesten bewusst. Dass ihn das alles am ehesten mitnimmt, lässt sich auch daran erkennen, mit wie viel Eifer er sich am Ende beim begraben der Leiche beteiligt. Dass sein Tod nicht auf das Konto des zweiten Rednecks geht, sondern vielmehr auf einen Herzinfarkt oder Nervenzusammenbruch geht, können die anderen nicht wissen, was auch die Frage aufwirft, ob dieser sie wirklich erschießen wolle, oder ob die Gruppe am Ende nur noch auf ihre brutalen Urinstinkte verlässt und ihn aus eigenen Willen tötet. Es, der diese Aufgabe übernehmen muss, wächst dabei über sich hinaus und wird selbst zum kaltblütigen Mörder und verliert im Angesicht des Gegners sogar seine Angst vorm töten. Der film endet jedoch nicht mit der sicheren Ankunft der Gruppe in der Stadt, sondern geht dort noch mit den Ermittelungen weiter. Dort bemerkt man schon wie stark sie unter ihren Taten leiden und dass sie sie auf ewig mit sich herum tragen werden müssen. Hier wird auch noch einmal die Situation unterstrichen, dass das ganze Gebiet im Stausee verschwinden werde und so die ganze Geschichte begraben wird. Aber dass alles hilft Ed, der den zweiten Mord gegangen hat nicht weiter, da es ihm nicht hilft, dass der See alles hat verschwinden lassen.

Das Bild des amerikanischen Südstaaten Hinterwäldlers, des Rednecks ist zwar wesentlich älter als dieser Film. Aber meines Wissens wurden hier zum ersten Mal die Klischees verwendet, die ihn später auch zu einer Figur des Horrorfilms werden ließen. Zwei Jahre bevor Letherfaces Südstaaten Clan anfing die Kettensäge zu schwingen bekam der Reneck hier schon sein Image als Inzest betreibender, zurückgebliebener, schießwütiger Hinterwäldler auf die Leinwand gebannt, von dem er seit dem nicht mehr losgekommen ist. Der film wurde übrigens nicht nur im öden Redneck, Kannibalen Horrorfilm „Wrong Turn“ zitiert. Besonders das Banjo Spiel und die „Quitsch wie ein Schwein“ Vergewaltigung werden gerne mal in US Kultur zitiert.

Übrigens: Wer schon die ein oder andere schlimmere Vergewaltigung im Film gesehen hat, denn wird diese hier nicht mehr so ganz schocken. Auch wenn sie zu ihrer Zeit bestimmt schockierender war.

Beim Sterben ist jeder der Erste (Austria) (West Germany) [de]

нЯБНАНФДЕМХЕ (Soviet Union: Russian title) [ru]

Amargo Pesadelo (Brazil) [pt]

Délivrance (France) [fr]

Defensa (Spain) [es]

Djupa floden, Den (Finland: Swedish title) [sv]

Dostawa (Poland) [pl]

Fim-de-Semana Alucinante (Portugal) [pt]

Flußfahrt (West Germany) [de]

Gvarim B’Malkodet (Israel: Hebrew title) [iw]

Oslobaðanje (Croatia) [hr]

Sista färden, Den (Sweden) [sv]

Syvä joki (Finland) [fi]

Tranquillo week-end di paura, Un (Italy) [it]

Udflugt med døden (Denmark) [da]

Violencia está en nosotros, La (Argentina) [es]

Regie:

John Boorman

Buch und Drehbuch:

Writing credits

James Dickey

Darsteller:

Jon Voight …. Ed Gentry

Burt Reynolds …. Lewis Medlock

Ned Beatty …. Bobby Trippe

Ronny Cox …. Drew Ballinger

Ed Ramey …. Old Man

Seamon Glass …. First Griner

Randall Deal …. Second Griner

Bill McKinney …. Mountain Man

Herbert ‘Cowboy’ Coward …. Toothless Man

Lewis Crone …. First Deputy

Ken Keener …. Second Deputy

Johnny Popwell …. Ambulance Driver

John Fowler …. Doctor

Kathy Rickman …. Nurse Lilley

Louise Coldren …. Mrs. Biddiford

Pete Ware …. Taxi Driver

James Dickey …. Aintry Sheriff Bullard

Macon McCalman …. Deputy Queen

Hoyt Pollard …. Boy at gas station

Billy Redden …. Lonnie, banjo player

Belinda Beatty …. Martha Gentry (as Belinha Beatty)

Charley Boorman …. Charlie Gentry, Ed’s son (as Charlie Boorman)

Christopher Dickey …. Dead body pulled out of river