Menschenfeind -aka- I Stand Alone -aka- Seul contre tous

Menschenfeind erzählt die Geschichte eines Mannes (Philippe Nahon), dessen Vater im 2. Weltkrieg als französischer Kommunist von den Nazis im KZ ermordet wurde. In einem Waisenhaus wird er von einem Erzieher „im Namen Jesu“ vergewaltigt. Später wird er Schlachter und baut sich eine kleine Existenz auf, entjungfert eine junge Näherin in einem Hotelzimmer und bekommt eine Tochter von ihr. Die Mutter verlässt den Schlachter und die autarke Tochter. Als Das Mädchen in die Pubertät kommt, vermutet der Schlachter eine Vergewaltigung als sie ihre erste Periode bekommt und sticht einen Unbeteiligten, den er für den Vergewaltiger hält nieder. Als er aus dem Gefängnis frei kommt, steht er vor dem nichts und wird Liebhaber einer dicken Frau, die er schwängert und mit der er einen Neuanfang wagen will. Zudem will er seine Vergangenheit und auch seine „Liebe“ zu ihr vergessen.

Aber im trostlosen Norden Frankreichs wo er zusammen mit Dicken bei ihrer Mutter lebt, schafft er es nicht sich eine neue Existenz aufzubauen. Schließlich wird er Nachtwächter in einem Altersheim, in dem er dabei ist, als eine junge Krankenschwester vergeblich versucht das Leben einer alten Frau zu retten. Als er die traumatisierte junge Frau anschleißend nach Hause begleitet, wird er von einer Freundin der Dicken beobachtet. Als er nach dem Besuch im Pornokino (Hardcore!!!) nach Hause kommt, wirft die Dicke ihm vor bei einer Hure gewesen zu sein und beschimpft ihn als schwul, was ihn zu in Rage bringt, dass er so lange auf den Bauch der Schwangeren einschlägt, bis das Ungeborene tot ist. Er nimmt die Waffe, des verstorbenen Ehemanns der Mutter mit sich und macht sich auf nach Paris. Doch auch dort erwartet ihn nichts als Elend. Die alten Freunde haben kein Geld, das sei ihnen leihen können, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist so schlecht, dass er noch nicht einmal bei Schlachthof, dessen Kunde er einst war einen Job bekommt. Es beginnt sich immer mehr Hass in ihm anzusammeln, der nur auf eine Endladung wartet. Am Ende will der Schlachter Rache nehmen an der ganzen Welt, den Nazis, den Reichen, der Regierung, den Schwulen, etc. Aber da wäre ja noch seine Tochter.

Bei Menschenfeind handelt es sich um die Fortsetzung, des Kurzfilms Carne, welchen der Regisseur Gaspar Noé 1991 drehte. Im Prolog wird dessen Handlung kurz nach erzählt und bildet so den Einstieg in die Geschichte. Wobei Geschichte fast schon irreführend ist, da der Film weniger von einer solchen lebt, als vielmehr von seiner filmischen Durchschlagskraft. Die meiste Zeit ist der Schlachter allein im Bild und wirkt vollkommen verloren wenn er durch die Strassen zieht. Und einsam ist er wirklich. Er versucht zwar immer wieder aus seinem Elend zu entfliehen, aber in dem trostlosen Frankreich in dem lebt bekommt er keine Chance, so am Ende fern von jeder Gerechtigkeit und Moral steht und nur noch seine eigene sieht. Dass alles wirkt auf den Zuschauer extrem bedrohlich, auch wenn es bis auf das Zusammenschlagen der Dicken bis zur letzten Viertelstunde keine Gewalt gibt. Auch die Beziehung des Schlachters ist von recht kontroverser Natur. Man kann nie so genau sagen, wie sehr es sich bei der Liebe um eine Art Inzest handelt, oder die Grenzen zwischen Wahn und Realität liegen. Bis auf die Hardcoreporno Szenen im Kino ist, der Film durch und durch ruhig. Dialoge sind eher Mangelware und die meisten Szenen werden durch die aus dem Off kommenden Gedanken des Metzgers untermalt. Doch wird man aus dieser Ruhe immer wieder durch schnelle, überraschende kommende Zooms und Kameraschwenker heraus gerissen, die mit einem lauten Knall unterlegt sind. Vor dem Finale des Films bekommt der Zuschauer noch eine Warnung vorgesetzt: „ACHTUNG“ heißt es da „Sie haben 30 Sekunden um die Vorführung dieses Films abzubrechen“ „Gefahr“. Hiernach folgen wirklich noch ein brutales und verstörendes Finale und ein Ende das den Zuschauer eben so wie den Schlachter ganz allein lässt.

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