Saw II (2005)

Ein Mann erwacht in einem Raum. Er weiß weder wo er ist, noch wie er dort hingelangt ist oder was er dort soll. Am wenigsten versteht er jedoch warum eine Konstruktion trägt, die um seine Kopf geschnallt ist und wie eine Bärenfalle aussieht, an deren Ende eine mit Nägeln besetzte Maske montiert ist. Diese Wissenslücke wird durch eine Videobotschaft des Jigsaw Mörders aber schnell geschlossen. Dieser möchte (mal wieder) ein Spiel spielen. Er hat den Schlüssel, der benötigt wird um die Falle vom Kopf des Mannes zu entfernen, genau in diesem implantiert. Als er der Mann den Mechanismus auslöst, der den Zeitzünder der Falle ans laufen bringt hat er nur eine Wahl, er muss sich mit einem Skalpell das Auge ausschneiden um so an den Schlüssel zu gelangen und sein Leben zu retten.

Eigentlich soll dieses, das letzte Spiel des Jigsaw Killers sein. So denkt es sich zumindest die Polizei als sie mit einem S.W.A.T. Team dessen Versteck und Werkstatt stürmt und ihn nach einigen Verlusten durch fiese Fallen festnehmen kann. Der krebskranke Jingsaw möchte aber lieber ein Spiel mit der Polizei, insbesondere mit Eric Mathews spielen. Er hat dessen Sohn entführt und zusammen mit einer Gruppe junger Leute in ein Haus voller Fallen gebracht, in welchem der unausweichliche Tod auf alle wartet, sollten sie nicht ihre Spiele gewinnen und ein Gegengift finden. Dass, wer sich nicht an die Regeln hält stirbt wird schnell klar, als der Erste durch das Guckloch einer Tür erschossen wird. Spannungen in der Gruppe sind unvermeidlich, als sich herausstellt, dass eine der Personen, Amanda ist welche (in Saw I’) das Spiel des Jingsaw Mörders gewann. Die Situation spitzt sich zu als, langsam herauskommt, wer Mathews Sohn ist (nämlich der Sohn seines Vaters) und das Matthew die im Haus eingesperrten einst durch gefälschte Beweise ins Gefängnis brachte.

Vor gut 2 Jahren schlug die Low-Budget Produktion Saw ein wie eine Bombe. Kreativere, perversere und meinetwegen auch so kranke Methoden jemanden aus dem Leben zu befördern hatte man noch nie gesehen. Im Gegensatz zu diesem meisterhaften Morden, waren die Morde in Sieben alle mal ein Gesellstück. Auch wenn die Fallen, bei all ihrer Raffinesse einen Großteil des Charmes bei Saw ausmachten, lebte der Film auch zu großen Teilen, durch die klaustrophobische Ausgangssituation, in der zwei Männer angekettet in einem Raum gegenüber saßen und das Spiel des Jingsaw Mörders spielen mussten. Die Nebenhandlung um die Polizei, die versucht den Fall zu klären, war da teilweise eher ärgerlich und hatte nur den Sinn durch Rückblenden anderen Jingsaw „Installationen“ zu zeigen und für überraschende Wendungen zu sorgen, die den Film bis zum Ende spannend blieben ließen.

Umso ärgerlicher ist, wenn man den ersten Teil genauer betrachtet, was bei Teil 2 alles vermurkst wurde. Die Anfangsszene mit der zuklappenden Gesichts Eisernen Jungfrau wirkt im Vergleich zum Rest des Films eher wie eine „Lost Scene“ des ersten Teils. Denn der Rest des Films dümpelt einfach nur so vor sich hin. Tobin Bell ist als Jingsaw der einzige der schauspielerisch überzeugt und richtig schön fies und ekelig rüber kommt (Naja, die kleine mit dem großen Dekollete erfüllt auch ihren Zweck). Alle andere wirken einfach wie zweite Klasse. Das Zwiegespräch zwischen Cop und Killer vermag eben so wenig Spannung aufzubauen, wie die Situation der eingeschlossenen im Haus. Dies liegt zum einen daran, dass man sich hier der typischen „Night of the living Dead“ Maschinerie bedient und eine Gruppe von Leuten in eine Extremsituation bringt (es gibt sogar einen besonnen Schwarzen!) und das ganze dann damit kreuzt, dass sie nicht von außen bedroht werden, sondern das Haus unbedingt verlassen wollen. Diese Konstellation hat mich persönlich irgendwie stark an Cube oder noch mehr an Cuve II: Hypercube erinnert. Die Figuren krauchen die ganze Zeit durch das Haus und finden eine offensichtliche Falle nach der anderen und stellen sich dabei, die Fallen auszutricksen um an das Gegengift zu kommen so schrecklich dämlich an, dass man glauben mag hier würde die Evolution einfach ein paar zu stumpfe Gene aus dem Genpool der Menschheit entfernen. Das wäre vielleicht noch ganz lustig oder wenigstens schauderlich, wenn die Fallen wenigstens irgendwie kreativ und böse wären. Aber die Macher hatten wohl alle ihre Ideen schon im ersten Teil verbraten, so dass man hier nur noch Resteverwertung betreiben oder Durchschnittskost anbieten konnte. Zur Ehrenrettung des Films muss man sagen, dass die Wendung am Ende wirklich überraschend kommt. Wobei es in Saw I gut zehn solcher Wendungen gab (Ich Spoiler an dieser Stelle jetzt bewusst nicht).

Saw II ist ein typisches Sequel zu einem Erfolgsfilm, bei dem die Macher keine neuen Ideen mehr hatten. Als B-Movie für den direct to Video Markt wäre der Film sicherlich positiver zu bewerten, wenn es da nicht den genialen ersten Teil gebe. Aber so hat man Ende 93 Minuten halbwegs gut rumgekriegt, es aber dennoch nicht ganz befriedigt worden, da man eigentlich etwas anderes besseres erwartet hatte. Zu befürchten ist auch, dass Saw III nicht besser werden wird. Leider.

 

Wenn man aber keine Ansprüche an den Film stellt und ohne hohe Erwartungen in den Film geht, kann man zwar durchaus gut finden und auch unterhalten werden, aber mir ist das zu wenig, obwohl ich normalerweise auch dagegen bin den zweiten Teil einer Reihe zu sehr mit dem ersten zu vergleichen. Was man Saw 2 im Gegensatz zum ersten Teil durchaus zugute halten muss, ist dass er weitaus mehr massentauglich ist und weniger kontrovers ist. Das macht ihn für den ungeübten Kinozuschauer und alle die auf seichte Unterhaltung stehen bestimmt zu einem Erlebnis

 

Übrigens: Wenn Jingsaw mit Mathews zum Haus fährt, gibt es kleine Hommage an „The last house on the left“. Was allerdings leider nur Filmfreunden etwas sagen dürfte.

Darsteller:

Donnie Wahlberg …. Eric Mathews

Shawnee Smith …. Amanda

Tobin Bell …. Jigsaw

Franky G …. Xavier

Glenn Plummer …. Jonas

Dina Meyer …. Kerry

Emmanuelle Vaugier …. Addison

Beverley Mitchell …. Laura

Erik Knudsen …. Daniel

Tim Burd …. Obi (as Timothy Burd)

Lyriq Bent …. Rigg

Noam Jenkins …. Michael

Tony Nappo …. Gus

Vincent Rother …. SWAT Member Joe

Linette Robinson …. Mother in Cancer Ward

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