Steiner – Das Eiserne Kreuz

Die Ostfront im Jahre 1943. Die Lage für die Soldaten der Wehrmacht ist nicht gerade rosig und die deutschen Truppen befinden sich auf dem Rückzug. In dieser Hölle des Krieges ist Unteroffizier Steiner, der härteste Kriegshund und fähigste Mann. Er ist völlig abgeklärt und ist sich der auswegslosen Lage des Krieges bewusst. Bei allem Gräuel des Krieges ist er jedoch Mensch gelblieben, was man unter anderem daran sieht dass er sich weigert einen kleinen russischen Jungen zu erschießen, den er von einem Stoßtruppeinsatz mitgebracht hat. Diesen zu exekutieren befiehlt ihm nämlich der frisch an der Ostfront eingetroffene Hauptmann Stransky. Dieser ist Offizier und preußischer Aristokrat der alten Schule und hat sich aus Südfrankreich nach Russland versetzten lassen um das eiserne Kreuz zu bekommen. Als er jedoch die Chance dazu hat sich zu bewähren ist er zu feige und lässt lieber einen anderen Offizier einen Gegenangriff führen. Später will er sich die Lorbeeren trotzdem sichern und gibt Steiner und einen schwulen Offizier als Zeugen für seine Heldentat an. Steiner lässt sich darauf jedoch nicht ein, was ihm noch teuer zu stehen kommen soll, als er sich mit seiner Einheit hinter den feindlichen Linien wieder findet.

Steiner – Das Eiserne Kreuz ist einer der wenigen Kriegs- bzw. Antikriegsfilme, die den Krieg von Seite der Deutschen her schildert. Aber die Sicht der Dinge ist im gezeigten so wie so zweitrangig. Für Politik oder Ideologie interessiert sich niemand mehr im Schützengraben. Den Soldaten geht es ums nackte überleben. Nur Stransky und Steiner stechen da hervor. Stransky ist nur an der Ostfront um sein Ego durch das eiserne Kreuz auf zu polieren und als Held heim zu kehren. Steiner hingegen bedeutet Rum gar nichts. Der Konflikt zwischen diesen beiden Persönlichkeiten macht den Großteil des Films aus. Natürlich schildert der Film auch sehr anschaulich die Schrecken des Krieges und lässt sich am ehesten mit Stalingrad oder „Der Soldat James Ryan“ vergleichen. Wobei hier nicht so drastische Splattereffekte verwendet wurden wie in Spielbergs Film. Ironischer Weise steht die Frage ob man das Leben eines Einzelnen es wert sei, das Leben mehrer Männer zu riskieren gar nicht zu Debatte. Der Film ist recht actionreich inszeniert, ohne dass dabei die menschliche Seite jemals vernachlässigt wird. Ein wirklich erstklassiger Antikriegsfilm, der den pädagogischen Zeigefinger nicht so stark hebt, so dass man wirklich gut unterhalten wird.

Nachtrag: Wie doof kann man eigentlich sein, eine russische Gefangene zum Oralsex zu zwingen? Dass das am Ende weh tut, müsste doch klar sein.

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