In China essen sie Hunde -aka- I Kina spiser de hunde (1999)

Was ist normal? In gewisser weise versucht sich dieser Film genau in der Klärung dieser Frage. Die Geschichte dreht sich um Arvid, dessen Geschichte von einem geheimnisvollen Fremden in einer Bar erzählt wird. Arvid ist ein totaler Durchschnittstyp. Bankangestellter. So normal, dass ihn sogar seine Freundin verlässt weil er sie nur langweilt. Da hilft es auch nicht viel, dass Arvid genau an diesem Tag einen Bankräuber mit einem Squashschläger niederschlägt. Wenig später taucht eine junge Frau vor Arvids Tür auf, die sich als Frau des Räubers ausgibt und sagt, Arvid habe ihr leben zerstört, weil das Geld aus dem Raub für ihre künstliche Befruchtung gedacht gewesen sei. Von Schuldgefühlen geplagt und aus Wunsch heraus endlich etwas in seinem Leben zu ändern, beschließt er der Frau das Geld zu besorgen. Hierfür benötigt er die Hilfe seines kriminellen Bruders Haralds. Mit dessen Hilfe überfällt er zuerst einen Geldtransporter und sprengt später noch den Räuber aus dem Gefängnis. Als sich herausstellt, dass die Geschichte der Frau nicht so ganz stimmt, ist leider schon einiges schief gelaufen. Haralds Mitarbeiter Vuk wurde erst aus versehen verkrüppelt und dann später noch erschossen. Dieses finden seine Verwandten von der Russenmafia gar nicht lustig. Und er bleibt nicht die einzige Leiche.

Auch wenn das alles eher nach einem noch halbwegs normalen Gangsterfilm klingt, handelt es sich bei „In China essen sie Hunde“ doch um eine tiefschwarze Farce. Arvid wird vom scheinbar normalen Typen zum schwerkriminellen und dass aus eigentlich nicht nachvollziehbaren Gründen. Fragen nach Moral werden nur ganz am Anfang gestellt, danach laufen alle Handlungen wie selbstständig ab. Dieses sieht man auch an Martin und Peter. Diese sind eigentlich nur Köche in Haralds Restaurant, aber dennoch erledigen sie wie selbstverständlich sämtliche Drecksarbeit für ihren Chef. Auch Haralds Verhalten ist nie wirklich rational. Die Vorschläge seines Bruders, den er neun Jahre nicht gesehen hat, setzt er ohne zu hinterfragen mit in die Tat um, ohne dabei auch nur im kleinsten an irgendwelche Konsequenzen zu denken. Neben den grandiosen Darstellern und recht kreativen Handlung lebt der Film zu großen Teilen von den Dialogen. Diese sind durch und durch mit schwarzem Humor gespickt und meistens ohne jede Emotion dargebracht, so dass man denken könne, es sei etwas völlig normales eine ganze Rockband zu erschießen oder seine Exfreundin umzubringen und auf Küche und Flur zu verteilen. Aber was ist schon normal? Dass Ende des Film auf keinen Fall! Aber gerade davon, dass in diesem Film alles etwas anders ist lebt er.

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