Der Todesschrei der Kannibalen -aka- Primitif -aka- Primitives -aka- Savage Terror

Um eins vorweg zu nehmen. In diesem Film frisst kein Mensch einen anderen Menschen auf! Es geht vielmehr um Primitive, wie auch der Originaltitel es sagt. Aber im weiteren Sinne ist das ganze doch ein Kannibalenfilm, da alle anderen Elemente des Genres vertreten sind. Ein Fall von klassischem Etikettenschwindel.

Der Film beginnt mit ein paar heißen Trommelrhythmen, die für ordentliche Dschungelatmosphäre sorgen. Direkt danach bekommt man auch noch zu sehen irgendjemand durch eben diesen Urwald flieht, aber wohl doch zu langsam ist und von ein paar Wilden getötet wird. Nach dieser kurzen Einleitung beginnt die eigentliche Story, die sich um drei Studenten dreht die wilde Völker erforschen wollen. Der eine Student ist dabei offensichtlich schwul und die Studentin wohl nur wegen ihrer oberweite gecastet worden. Nach einem kleinen Stopp in einem Dorf halbwegs zivilisierter Eingeborener, die sogar die Technik des Operierens ohne Narkose beherrschen (eckelig), schlagen die drei ihren Führer dazu breit mit ihnen weiter in den Dschungel vorzustoßen, wo man nichts weiter tun wollte, als ein Volk von Steinzeitmenschen zu suchen. Aber da dieses anscheinend zu einfach ist, macht dir Gruppe auf den Weg in den tiefsten Dschungel doch gleich, eine kleine Tour durch die Stromschnellen, was dummerweise zur Aufteilung der Gruppe führt. Der eine Teil findet dabei zufälligerweise das Camp eines seit geraumer Zeit vermissten Forschers und bekommt zu dem noch den Wunsch erfüllt ein Volk von primitiven Wilden zu entdecken, dass sich riesig über den Besuch freut!

Der Film reißt nicht wirklich vom Hocker! Die Story und eigentlich alles erinnert stark an Deodatos „Ultimo mondo cannibale“ (Mondo Cannibale 2 – Der Vogelmensch), welcher schon kein Knaller war. Aber hier ist es echt noch schlimmer. Das Fehlen von Kannibalen ist verzeihlich und wird wohl nur im deutschen Titel und der Synchro versprochen, aber auch sonst hat der Film recht wenig zu bieten. Die weibliche Hauptdarstellerin, die nicht unbedingt durch eine große Schauspielerische Leistung überzeugt, vergibt die Chance, durch das entblößen ihrer Brüste zu überzeugen und auch sonst sind nackte Tatsachen Mangelware. Die Primitiven verfügen sogar über eine Art BHs und lassen dem Studenten aus irgendeinem Grund die Unterhose, als sie ihm alle anderen Kleidungsstücke vom Leib reißen. Für Tiersnuff ist jedoch gesorgt. Meistens werden zwar sich gegenseitig zerfleischende Tiere gezeigt, aber es gibt auch eine recht ekelige Krokodilschlachtung. Die restlichen „brutalen“ Szenen sind weniger schlimm. Ein wenig lustig wird dann wenn ein Kampf mit einer Schlange kommt. Das diese eine Attrappe oder tot ist, lässt die Szene irgendwie reichlich dämlich erscheinen. Zum Schluss sollte noch gesagt sein, dass dem Film jede Form von irgendeiner Kritik an der Zivilisation oder ähnlichem fehlt, die andere Kannibalenfilme so ansehnlich macht und dass auch hier die Eingeborenen als total stupide brutale Primitivlinge abgestempelt werden.

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